Sinn von Pressemitteilungen an Printmedien

Der Wahn von der Pressearbeit in einer nichtssagenden 0,5%-Partei endet vermutlich erst dann wenn das letzte Lügenblatt mangels Lesern eingestellt wurde. Was die Supportpolitik eines Softwareanbieters mit Netzpolitik zu tun hat weiß auch keiner und wer sich warum Linux antun will interessiert auch niemand. Ein Haufen Antworten auf Fragen die keiner stellt.

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Ich nehme an du erklärst uns jetzt wie man durch Schweigen seine Botschaft an den Wähler bringt.
Netzpolitik ist ein Bundesthema, die Vertretung der Partei nach außen ist die Aufgabe des Bundesvorstands, der diese Aufgabe auch mit Hilfe der Bundespresse wahrnimmt.

Leider hat die Piratenpartei und viele andere Nerds zu oft den Umstieg auf Linux und anderer Open-Source-Software als Allheilmittel von allen IT Problemen propagiert. Da muss in der Tat mehr kommen.

Stell dir mal einen Bundesparteitag der Piraten vor. Du stehst am Mikro und fragst wie viele der anwesenden Piraten von einer besseren Pressearbeit träumen. ungezählte Hände gehen nach oben. Da springt jemand ans Mikro und fragt nach wieviel der anwesenden Piraten denn ein Abo einer Tageszeitung hätten. Ganz hinten im Saal schreit einer “Bingo”.

Die klassische Presse ist tot und irgendwann muß man mal Schlüse daraus ziehen. Niemand interessiert sich für die unwichtigen Pressemitteilungen der Piraten. Stellt sie ein und macht sinnvolleres mit eurer Zeit.

Zu Linux sage ich aus vielen Gründen nichts. Wer welches Betrübssystem benützt geht mich nichts an.

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Die Frage war, wie bringst du deine Botschaft zum Wähler?

Die “Bundespresse” bespielt übrigens auch die Social Media Accounts, veröffentlicht Blogposts und Funk und Fernsehen sind noch nicht ganz tot. Und auch Online Nachrichtendienste bekommen Pressemitteilungen. “Presse” ist nicht nur Totholz.

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Wir sind Piraten, wir müssen unsere Nachrichten selbstverantwortlich im Netz verbreiten auf sämtlichen möglichen Kanälen. Eine Anbiederung an 3 überregionale Pressehegemonialvertreter bringt nichts. unsere PMs werden random und höchstens bruchstückhaft verwendet. Weg damit, setzt auf unsere eigene Stärken. Weg mit Totholz, es hat sowieso keine Zukunft. Erfindet im Zweifel neue Kanäle.

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Zu wenige Pressemeldungen und dann auch meist nicht zeitnah genug.

Zum Thema Netzpolitik kann ich nur sagen das die Partei es versäumt diese Themen emotional zu besetzen. Irgendeine Linux vs. Windows Diskussion interessiert die Menschen dadraußen genau so wenig wie welchen Compiler oder Programmiersprache ihr verwendet. Fuck, 95% der Leute wissen noch nichtmal was Linux überhaupt ist geschweige denn wollen Sie es wissen.

Die Masse der Menschen erreicht man nur durch Emotionen und nicht durch Nerdige Logik und Rationalität. Da würde es uns gut tun polemischer, sarkastischer zu sein. Mehr vergleiche aufzuzeigen die auch für Menschen ohne IT Background verständlich sind.

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Ich würde es nicht ganz so krass formulieren wie Daniel, aber Fakt ist, dass klassische Pressearbeitgfür uns nicht mehr so funktioniert, wie noch vor ein paar Jahren. Wir sind weitestgehend irrelevant. Egal wie viele und wie gute Texte wir schreiben und an wieviele Käseblättchen wir die auch verschicken. Die landen dort alle in der runden Ablage (Kommunalpolitik mal ausgenommen.

Als 0,4%-Partei müssen wir uns Relevanz erstmal wieder erarbeiten und eigene Themen setzen, statt anderen hinterher zu rennen. Das steckte im Kern auch hinter dem Beitrag von Tux, den einige Meldemuschis gleich wieder haben ausblenden lassen, statt mal drüber nachzudenken. Es bringt uns jedenfalls gar nichts, irgendwo bei ner großen Demo mit drei Fahnen mitzulatschen, sondern wir müssen selbst wieder welche hinbekommen - wie bei SYI.

In Brandenburg haben wir es mit unseren Verfassungsbeschwerden gegen das Paritegesetz sowie die automatische Kennzeichenerfassung zumindest ganz gut geschafft Öffentlichkeit herzustellen. Danke an dieser Stelle übrigens an Patrick und Tim. Solche Aktionen müssen einfach viel mehr werden.

Und ansonsten sollten wir unsere ÖA tatsächlich netzkompatibler machen. Eigene Kampagnen aufbauen, und bitte professioneller auftreten. Wenn ich da so an den Spot(t) der Sachsen denke, ist da deutlich Luft nach oben. Auch der Bundesaccount und die Landesaccounts dürfen gerne wieder humorvoller werden, um uns positiv abzuheben. Aber bitte mit Niveau, und nicht peinlich bis verkrampft. Wir müssen einfach wieder anders als die anderen sein. Inhaltlich wie auch in der Darstellung.

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Klassische Pressearbeit hat in Welzheim für >8% gesorgt. Ich würde da jetzt also nicht davon sprechen das diese nicht funktioniert.

Die Presse versucht mit Onlineangeboten mit Paywalls oder als Abo-App ihre Existenz zu erhalten. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist über 50 und steht zum Teil noch auf Totholz.

Das Problem ist, wir sind irrelevant. Das bedeutet, dass fast alle unsere PMs in fast allen Redaktionen direkt in den Papierkorb wandern.

wir haben zwei Chancen:

  1. Wenn das Thema irgendwie mit Digitalisierung zu tun hat
  2. Wenn noch Platz ist und eine gute PM zu einem aktuellen Thema da ist.

Für beides gibt es einen “Engpass” ( geschönt für praktisch gar keine ) bei den Autoren.

Die Bundespresse hat ihre Abläufe so optimiert, dass ein guter Text tatsächlich zeitnah raus gehen kann. Für mehr als Lektorat, Freigabe und Verteilen ist ja nicht zuständig.

Das sollten wir tatsächlich mal analysieren. Aber ich glaube, das hat mehr mit persönlichen Kontakten, Engagement und Penetranz zu tun. Die Frage ist, wie man so etwas auf Landes- und Bundesebene erreichen kann.

Ich hatte ja nicht ohne Grund die kommunale Ebene ausgenommen. Da macht das natürlich Sinn. Aber überregional eben nicht.

Es gibt viele Probleme in der Textarbeit, aber Pressemitteilungen (PMs) sind sicherlich das geringste Problem. Sie scheinen eine Art Prestigeinstitution zu sein, in der ‘wichtige’ Personen ihren Senf zu Dingen abgeben können, weswegen der Zugang zu ihnen beschränkt und der Prozess zentralisiert ist. Deswegen ist die benötigte Zeit und Mühe ziemlich gering.

Weitaus (unnötigerweise) zeitintensiver sind die sogenannten Blogbeiträge. Im Gegensatz zu PMs, die hauptsächlich Zitate sind, wird hier versucht, auf fundierte Weise aktuelle Piratenpolitik zu verbildlichen und aufgrund piratiger Prinzipien piratige Meinungen zu aktuellen Themen zu freestylen. Aufgrund fehlender transparenter Strukturen werden da viele Texte auf intransparente Weise abgelehnt und das führt natürlich zu unnötigen Diskussionen und Sozialdrama.

Es ist ja eine weit verbreite Prämisse der Piraten, dass Interessierte und potentielle Wähler das Programm konsultieren würden, um zu wissen, wofür wir stehen. Das glaube ich nicht, deswegen sind vor allem solche Blogbeiträge von äußerster Wichtigkeit, aber natürlich auch die PMs, um Piratenpolitik zu beschreiben. Darüber hinaus liegen noch viele Felder brach, aber deswegen an sich die Textarbeit als unnötig zu erklären, halte ich für ziemlich edgy. Wo sollen sich im Zweifel Interessierte denn sonst über Piratenmeinungen zu aktuellen Themen informieren? Twitter? Wiki? lol

Vor einiger Zeit sah ich im Mattermost einen Aufruf, die Messengerübersicht der AG Datenschutz grafisch aufzubereiten. Was ist damit geschehen? An solchen Dingen sollten wir dranbleiben und dann auch über die Öffentlichkeitsarbeit verbreiten. Solcher … basic shit im Bereich Kooperation der verschiedenen Grüppchen in der Partei ist, nebst rationalen und produktiven Strukturen, sehr viel notwendiger und erfolgsversprechender, als die Abschaffung der Textarbeit.

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Ich würde der These widersprechen, dass unsere Pressemitteilungen generell nicht wahrgenommen werden. MMn passiert das schon, wenn das Thema mit uns verbunden wird. Also z. B. bei der #SaveYourInternet-Geschichte wurden wir wahrgenommen oder auch bei der #MeinAbgeordneterHetzt-Aktion. Allerdings sind wir mittlerweile zu wenige Leute in der PR, aber gemessen an unserer Größe konnten wir schon ein Echo erzeugen.
Vielleicht hat das auch damit zu tun, dass wir alle verfügbaren Ressourcen für ein Thema gebündelt und nicht mit der Gießkanne gestreut haben.

Eben, die Presse greift Dinge auf, wenn wir selbst das Thema setzen, indem wir Kampagnen fahren. Aber keine relevante überregionale Zeitung druckt, was Themebeauftragter X einer 0,4%-Partei zu Pflegenotstand, Klimawandel oder Seenotrettung sag. Da sind wir einfach kein relevanter Akteur.

Der Artikel zum Pflegenotstand ist z.B. ein Blogartikel, der wird nicht durch den Presseverteiler gejagt. Aber sofern wir sinnvolle Positionen zu den Themen vertreten, sehe ich Potential in der Investition, Texte zu verfassen, so dass die Öffentlichkeit Wind von unseren sinnvollen Positionen bekommt. Hat man nämlich sinnvolle Positionen in einem Gebiet, gehen die Leute eher davon aus, dass man in anderen Gebieten auch sinnvolle Positionen hat. Daher waere es doch nicht schlecht, falls wir es schaffen, die Aufmerksamkeit ein paar gesundheitspolitisch interessierter Menschen auf uns zu ziehen.
Gehört natürlich auch Glück (und organisiertes Marketing) dazu, aber so ist das halt.

Der Pflegenotstandartikel basiert auf der Arbeit der AG Gesundheit und Pflege, die mit ihrem Input zur Redaktion des Bundespresseteams kam. Die Frage wäre dann doch: wo ist der Input der AG Datenschutz und anderen Kernthemen-AGs oder sonstigen Kernthemengruppierungen, so dass wir daraus Beiträge schreiben und veröffentlichen können? Die AG Datenschutz veröffentlich ja sogar regelmäßig Übersetzungen eines englischen Newsfeeds auf ihrer Webseite, warum sah ich bisher keinen Vorschlag, über dieses oder jenes wichtige Thema zu schreiben?

Umgekehrt ist sogar die Kultur, dass ich als Beitragsschreiber eine AG aufsuchen und um ihren Segen betteln müsste, wenn ich einen Beitrag zu einem Thema (zu dem noch eine AG existiert) schreiben will. Das ist doch für mich als Schreiber offensichtlich viel zu aufwändig und nervig. So lange dieses System besteht, müssten entsprechend die AGs und sonstige “Autoritäten” Vorarbeit leisten, wenn sie wollen, dass etwas zu ihren Themen veröffentlicht wird.

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Im Augenblick ist es doch so, daß aufgrund der Pressearbeit und dem Einsatz der sozialen Medien, im Internet nichts gefunden wird.
Man kann ja gerne mal im Internet nach Netzpolitik oder netzpolitischen Themen suchen, aber in der Regel kommt nichts über die Piratenpartei.

Stattdessen wird über Presseartikel oder Soziale Medien versucht Interesse zu wecken, mit der Folge, dass derjenige dann wieder nichts Konkretes findet.

Um ein Thema bespielen zu können, braucht es erst mal eine Subdomain netzpolitik. piratenpartei. de, oder piratenparte. de/Themen/Netzpolitik auf der man einerseits

  • das verabschiedete Parteiprogramm zum Thema Netzpolitik
  • aktuelle Blogbeiträge und
  • aktuelle politische Diskussion zum Thema der entsprechenden AG inklusive Mitwirkungsmöglicheiten.

findet.

Dann findet auch ein Redakteur irgendetwas, was er auch verwenden kann, sofern er zum Thema etwas schreiben möchte und der Webnutzer kann sich ein Bild machen, für welche Positionen die Piratenpartei steht.

Einfach so der Verweis, steht doch alles in unserem Programm, haben wir vor Jahren verabschiedet, ist kein Stoff für aktuelle politische Diskussionen, ebenso wie irgendwelche Sitzungen von PolGefs, die aktuelle Themen besprechen, dann aber keinen Niederschlag auf der Webseite finden.
Wenn ihr informiert sein wollt, dann lest das Protokoll der PolGefs ist doch kein Ansatz Politik gestalten und beeinflussen zu wollen.

Wenn Rezo eine Pressemitteilung an alle Redaktionen verschickt hätte, wäre das im Papierkorb gelandet.
Attention ist schön und gut, aber ohne ausführlichen Inhalt ist dies alles flüchtig in der schnelllebigen Pressewelt.

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Wichtige Diskussion hier, und es ist schon einiges gesagt, was ich fett unterschreibe:

Ganz genau! Wir müssen selbst etwas anbieten, interessante Blogbeiträge, Verfassungsbeschwerden, Aktionen. Mit mehr Inhalt als nur PM und Verweis aufs Grundsatzprogramm, dann haben Journalisten auch eher Interesse.

Kann ich leider auch unterschreiben. Stattdessen sollte die Schwelle für Basispiraten, mal einen Blogbeitrag zu schreiben, niedrig sein. Wir sollten die ausdrücklich ermuntern, und dann redaktionell helfen, aber auf keinen Fall etwas zensieren. Für den Beitrag steht dann der Pirat mit seinem Namen. Zu viele Hierarchieebenen und “Genehmigungsverfahren” schrecken Basispiraten ab!

Sehe ich auch so, passt zu dem, was hier schon steht.

Ja, da verweise ich in aller Bescheidenheit mal wieder auf unsere Verfassungsbeschwerde gegen den Hessentrojaner: https://www.piratenpartei-hessen.de/blog/2019/06/26/hessentrojaner/ Den hat die dpa aufgegriffen, und so ging das bundesweit durch die Presse (sogar die Verwandtschaft in Eckernförde hatte es in der Zeitung (Totholz!) gelesen. Hier ein Video der Pressekonferenz: https://youtu.be/2AvqqjqOewc

Und witziger! Das kommt oft besonders gut an

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Auf welcher Grundlage triffst du diese Aussage? Ich hab da ganz andere Erfahrungen gemacht. Arbeitest du selbst in einem Presseteam, hast du Kontakt zu Journalisten?

Was ist denn deine Alternative? Wie sollen wir denn Menschen erreichen nach deiner Vorstellung?

Wir haben Blogs, Websites, Social Media Kanäle, was willst du noch?

Versucht man ja, nur braucht es dafür Leute die mit anpacken. Gibts halt nur kaum welche.

Thats the way to go. Aber das Presseteam kann nicht auch das noch machen, das Presseteam ist dafür da solche Dinge zu verkaufen, das geht halt nur, wenns auch was zu verkaufen gibt.

Das Presseteam (eigentlich mehr die ÖA, die Presseteams machen das auch) ist die Möglichkeit uns nach außen darzustellen. Das aufzugeben ist politischer Selbstmord, das was wir brauchen ist interessanter Content und den muss die Partei liefern, damit das Presseteam daraus was machen kann.

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Vielen Dank +1

Es ist ganz simpel: Schau dir an wieviel Zeitungen eingestellt/fusioniert werden und wie sich die Auflagenhöhe entwickelt. Ich selbst gehe auf die 60 zu und lese seit langem keine Tageszeitungen mehr. Das ist einer Generation vorbehalten die heute jenseits der 60 ist und schlichtweg ausstirbt. In 20 Jahren ist das Thema Tageszeitung bis auf Nischen durch. Und periodicals nehmen ein ähnliches Schicksal (gemeint sind Spiegel, Focus, Stern usw.).Totholz wird bleiben für Nischen, nicht mehr.