Sind die existentiellen Themen von den Medien hinreichend und adäquat berücksichtigt

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Sind die existentiellen Themen von den Medien hinreichend und adäquat berücksichtigt?
Und welche seht ihr überhaupt? Weiter Themenvorschläge erwünscht!
Ich hab mal mit denen angefangen die mit so auf die schnelle Eingefallen sind, aber da ist sicher mehr.
Seit ihr mit der Einordnung einverstanden?

Existenzielle Probleme

Global

  1. Massenaussterben verursachende Erderwärmung
  2. Überfischung der Meere
  3. Pestiziede die Insekten und Vögel töten
  4. Komerzielle Abholzung/Rodung von Wäldern
  5. Massentierhaltung (Tierquälerei, Medikamentenmissbrauch, Klimagase)
  6. Steigende Unterernährung und Fehlernährung
  7. Zunehmender Trinkwassermangel
  8. Plastik / Mikroplastik ubiquitär

in Deutschland

  1. bezahlbarer Wohnraum
  2. Soziale Absicherung
  3. Altenpflege und Versorgung von Kranken
  4. demografischer Wandel

schwerwiegende Probleme

Global

  1. Brexit
  2. Trump
  3. Abbau der Freiheitsrechte
  4. Globalisierung

in Deutschland

  1. Unterfinanzierung staatlicher Aufgaben (Justiz, Polizei, Baubehörden, Bundeswehr, Katastrophenschutz)
  2. Unterfinazierte nicht standardisierte Bildung, stark vom Elternhaus abhängig
  3. Zerfallende und veraltete Infrastruktur (Straßen, Bahntrassen, Netzausbau STrom, Netzausbau Internet)
  4. Zunehmende soziale Spannungen
  5. Digitalisierung
  6. Schutz der Persönlichkeitsrechte

Wichtige Probleme

Global

  1. direkte Demokratie

in Deutschland

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Habe ich fast alles in “meinen” in den letzten paar Monaten gelesen, ja. :smiley:

Das sicher ja, aber verglichen mit Migration die gar nicht so bedeutend ist und die noch gar nicht genannt wurde, angemessen öfter?

Natürlich nicht, und die massive, permanente Berichterstattung über die AfD (und anno dazumal NPD) ist mir auch ein Dorn im Auge, aber was willste machen? Die Medien würden es wohl kaum thematisch aufgreifen, wenn der “Durchschnittsbürger” nicht auch Interesse daran hätte. (Was zu einer Spirale führt, bis es mehr oder weniger zufällig ein neues Thema gibt).

Das Volk braucht anscheinend Brot und Spiele. Brot hat es schon, wir können und müssen ihm interessantere Spiele bieten, als was es die letzten Jahre gab.

In Deinen “existentiellen Themen” fehlen jetzt einige, insofern schlägt das “Medien-Bashing” zurück.

Eines der Hauptthemen ist doch das Verhältnis des Einzelnen zur Gemeinschaft, zum Staat zur Weltgemeinschaft" insbesondere gemeinschaftsverantwortliches Handeln.

Die Medien zum Beispiel, nehmen ihre eigene Verantwortung nicht wahr, sondern orientieren sich an Einschaltquote und Auflagenhöhe.
Insofern ist doch jegliches Entsetzen über Katastrophen obsolet.

Dieses Verhalten kann man auf viele andere Lebensbereiche übertragen und es muß sich jeder die Frage stellen, warum er jammert und unzufrieden ist.

Wenn die Summe der Einzelinteressen höher ist als die Summe des Gemeinschaftsinteresses, bleibt die Gemeinschaft auf der Strecke und damit letztendlich auch der Einzelne.

Es ist einfach nicht clever als Medienunternehmen den demographischen Wandel hinzunehmen, zu fördern und morgen noch Auflage verkaufen zu wollen.

Wenn man kurzfristig nur bis zum Tellerrand sieht, merkt man nicht, dass der Teller an sich am Boden landen könnte.

Ich hab gesagt, dass die Liste nicht vollständig ist und werde Vorschläge gerne noch aufnehmen.

Was das Medienbashing betrifft damit hab ich doch noch gar nicht richtig angefangen, im Moment sammle ich noch Eindrücke.

Dann nimm mal

  • demografischer Wandel
  • Globalisierung
  • Digitalisierung
  • Schutz der Persönlichkeitsrechte und
  • direkte Demokratie

mit auf.

Ich hoffe du bist mit der Einsortierung einverstanden.

Ja, sortiere nur ein.

Die direkte Demokratie ist aber ein weltweites Phänomen, wie man an FFF und Hongkong erkennen kann.
Da wird massiv Einfluß auf die Politik genommen, jenseits der staatlichen Themensetzung.

Ausländische Präsidenten (hier: Trump) sowie Ergebnisse von demokratischen Bürgerbewegungen (hier: Brexit) als “schwerwiegende Probleme” aufzuzählen ist auch noch ein schwerwiegendes Problem, dessen sich viel zu wenige Menschen annehmen.

Der Brexit ist das Ergebnis einer demokratischen Bürgerbewegung? Die wurde auch von den Bürgern selbst initiiert, glaub’ ich…
Die britischen Bürger werden bestimmt am 31.10.2019 in Strömen Freudentränen vergießen, wenn ihr Wille endlich von dem lupenreinen Demokraten (sorry - ich habe Goldkettchen-Gerd zitiert) Boris Johnson umgesetzt wird.
Was Trump angeht: Nicht alles an ihm ist schlecht. Er ermöglicht uns zumindest einen (weiteren) unverstellten Blick auf die Tatsache, dass Dilettantismus gepaart mit maßloser Selbstüberschätzung auf der Bühne der großen Politik salonfähig geworden sind.

Brexit und Trump muss man nicht unbedingt in die Liste der Probleme aufnehmen. Sie sind vielmehr Folge der anderen dort genannten offenen Fragen. Insofern sind sie für meinen Geschmack auch zu häufig in den Medien vertreten.

Was @Fulleren komplett vergessen hat und was für mich das Hauptproblem ist: Unsere totale Fokussierung auf Konsum, verbunden mit dem dafür notwendigen Wachstum.

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Es wird immer jemanden geben, dem ein demokratisches Votum nicht passt. Sind wir nur für mehr Volksabstimmungen, wenn uns das Ergebnis gefällt?

Es ist doch erstaunlich, wie unterschiedlich weltweit der Drohnenmörder Obama und sein Nachfolger Trump politisch bewertet werden, obwohl sie sich in ihrer Außenpolitik kaum unterscheiden. Sind wir so tief gesunken, dass wir das Twitterverhalten als relevant ansehen?

Wie froh sollten wir sein, dass Bush nicht twittert?

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Naja, wenn mehr Bürgerbeteiligung gefördert wird, dann müssen Entscheidungen besser modifizierbar revidierbar sein. In funktionieren Demokratien gibt es ja auch immer wieder einen Wechsel zwischen Konservativen bzw. Reaktionären und Progressiven bzw. Liberalen, welche Strukturen verändern, festigen oder Veränderung wieder rückgängig machen.

Wenn auf einer Entscheidung beharrt wird, dann ist das nicht demokratisch, sondern diktatorisch.

Also doch so lange abstimmen, bis den Lautesten das Ergebnis gefällt?

Wer bestimmt, wann welcher Mehrheitsbeschluss revidiert werden muss? Das Volk? Welches?
Ich habe neulich Umfragen von April oder gar Mai 2019 gesehen: Immer noch hat der Brexit in Großbritannien eine knappe Mehrheit. (Klar: Je nachdem, welche Partei die Frage stellt.) Und - noch mal fragen? Warum?

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Einfache Frage: Was sind Umfragen? Umfragen sind auch nicht anderes als nicht-hunderprozentig repräsentative Abstimmungen. Es sollte sich daher der Unterschied von Personen- bzw. Programmatikwahlen und Abstimmungen über konkrete Sachfragen und Exekutiventscheidungen klargemacht werden.

Zusammengefasst: Abstimmungen über Sachfragen sollten nicht popularisierend sein, Wahlen von Personen schon. Verstanden?

Der #Brexit wird “Schockwellen” durch die weltweiten Handelswege schicken und sie werden sich reorganisieren. Eine Wirtschaftskrise bei einer Atommacht, ist sicher nichts schönes. Aber auch die Auswirkungen auf andere europäische Länder werden nicht klein sein. Auch asiatische Firmen werden ev. Produktionskapazität auf das europäische Festland verlegen. CO2-Bilanzen, Geld- und Warenströme werden reorganisiert. Dazu Folgekosten, veränderte Machtverhältnisse europa ohne GB ist kleiner. Alle britischen Waren verlieren ihre EU-Zulassung wenn die Britische Behörde, die sie erteilen durfte ab dem 1.11. keine mehr berechtigung mehr dazu hat.

Klar sind wir für Volksabstimmungen - ganz generell. Aber wurde diese Abstimmung vom “VOLK” initiiert und nützt sie am Ende dem VOLK?
Zitat:
“Am 23. Januar 2016 wurde die Gründung einer parteiübergreifenden Gruppe Grassroots Out , die für den EU-Austritt wirbt, bekanntgegeben. Zu der Gruppe gehören unter anderem Nigel Farage (UKIP), die Labour-Politikerin Kate Hoey und der ehemalige konservative Minister Liam Fox. Schon länger warben die im Oktober 2015 gegründete Interessengruppe Vote Leave und Leave.EU, die ebenfalls parteiübergreifend aktiv sind, für den Austritt.”

Also eine Bürgerinitiative gegen die EU war wohl nicht der Auslöser.

Knapp 52% Pro, 48% Kontra Brexit. Divide et impera hat hier ganz prima funktioniert. Das VOLK wurde mit dieser Abstimmung am Nasenring durch die Manege geführt.

Das unterscheidet sich dann doch ein bisschen von dem hier: https://www.piratenpartei.de/2019/09/02/volksbegehren-zum-schutz-des-wassers-startet-in-schleswig-holstein/
Auch hier sind natürlich Interessengruppen am Start. Deren Interesse gilt aber weniger dem eigenen, ganz auf die Gruppe begrenzten Vorteil, sondern vielmehr der Lösung eines Problems, das alle angeht. Beim Brexit hingegen werden wohl auch die meisten, die dafür gestimmt haben darunter leiden.

Völlig korrekt. Aber in der Außenpolitik gibt es schon Unterschiede. Obama war nicht besser, aber berechenbarer. Das Twitterverhalten ist nicht alles, was Trump so “sympathisch” macht.

Wenn betrogen wurde, muß noch einmal abgestimmt werden.
Es geht doch darum, die Folgen einer Entscheidung bewerten zu können.
Wird betrogen, kann das Ergebnis falsch sein und es werden schlechte Entscheidungen getroffen.

Wer ist das Volk? Bist du das britische Volk? Wenn nicht: Warum möchtest du es dann bevormunden? Weil dir sein Abstimmverhalten nicht passt? Ach, weißte…

Auch Donald Trump ist berechenbar. Aber auch da vergessen viele, dass die US-amerikanische Innenpolitik sie überhaupt nichts angeht.

Wenn das Volk nicht alle Informationen hat, meinst du?

Was muss also zum Beispiel passieren, damit das Volk der Deutschen endlich das Grundgesetz ratifizieren darf?

Ich schrieb von Betrug, Schummeln.
Mangelnde Informationen gibt es immer.