Schul-IT

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Die Idee ist Super, wenn ich sie so verstanden habe wie ich meine. Also eine “Schul-IT” wie sie sein müsste, was sie können muss, wie sie zu handhaben wäre usw. Also so eine Art “Pflichtenheft”, oder habe ich Dich missverstanden?

Dann lass uns mal kurz darüber reden was diese Schul IT leisten soll.

Wollen wir in allen Klassen offenes WLAN und jeder der es sich leisten kann bringt ein Smartphone mit.
(chancengleichheit?, Netzsperren für Pornos?, …Chatten bei der Klasssenarbeit?)

Darf der Lehrer das WLAn in der Klasse an und ausschalten?

Was ist mit speziellen Tafeln, die das Tafelbild aufzeichnen, dürfen in der Klasse Video und Tonaufnahmen gemacht werden für fehlende Schüler zum nacharbeiten etc.

Oder gibt es einen speziellen Computerraum?

Klar ist es braucht mindestens einen guten Administrator.

Ich denke hier müssen wir unterscheiden zwischen einem minimum was jede Schule haben sollte und ein Plan wie die ideale Schule medialen Unterricht machen kann.

Minimum:

Computerraum:
Proxy Server zum Sperren bestimmter Seiten,
Beamer / Multimedia-Whiteboard,
genug Rechner für alle Schüler.
Ausstattung mit Linux und OpenSource Software
Server

Ich würde erstmal sammeln wie IT in der Schule als Lehrmittel überhaupt eingesetzt werden könnte bevor man über konkrete Sachen redet, also ja erstmal ein Pflichtenheft erarbeiten und ich würde zunächst einmal mit einem reinen Intranet beginnen, dass man dann um einzelne Internetdienste erweitert

Mal als allererstes da am simpelsten
Ein Fileserver mitsamt unterschiedlichen Ebenen an Benutzerrechten so dass Klassen und Arbeitsgruppen gemeinsame Dateien bearbeiten können und auch jeder seine eigenen Arbeiten ablegen kann

Idealerweise sollte der keine Einschränkungen habe an den Client damit man da keine große Einschränkungen bekommt
Ein einfacher Linuxserver mit Samba, NFS, Nextcloud… beispielsweise

Dazu würde ich einen Streamingserver für Smartboards und Beamer für sinnvoll halten so entfällt auch das früher lästige Fernseher, Rekorder, Projektor holen
Einfach die Datei einspeisen und auf das jeweilige Medium streamen
Interessant wäre natürlich dann auch Unterricht aufzeichnen zu können und darüber wieder abzurufen

Printserver natürlich um Drucken zu können

Das eine oder andere Social Media könnte man aufbauen ähnlich wie bei unserer IT und natürlich ein Mediawiki

Lesestoff: https://schul-cloud.org/ auch mal die technische Doku anschauen; da haben sich schlaue Leute Gedanken gemacht

Digitalisierung kann in zwei Richtungen gehen: die Gute und die Schlechte. Es bringt wenig alle Schulen zu digitalisieren nur um “modern” zu sein und alles “digitalisiert” zu haben. Wichtig ist hier ganz klar darauf zu achten, dass alles in die richtige Richtung läuft.

Um mal ein Beispiel zu bringen: Schulnoten dürfen gegebenenfalls im Schulinternen Netzwerk genutzt werden können und mit bestimmten Rechten abrufbar sein (Lehrer für mehrere Schüler, Schüler nur für die Eigenen), aber niemals online in irgendeine “Landes-Schulcloud” oder so ähnlich. Gleichzeitig darf dann auch nicht das günstigste Unternehmen für die Infrastruktur beauftragt werden (wie es in der Regel derzeit der Fall ist), sondern ein geeignetes Unternehmen - am besten eines mit spezialisierten Anforderungen auf sichere Schulnetzwerke.

Etwas anderes, das ich als wichtig ansehe:
Förderung der OER (Open Educational Resources) sollte sehr hohe Priorität haben. Darunter zählt jedes Material, welches uneingeschränkt zur Bildung genutzt werden kann. Uneingeschränkt bedeutet, jedes Bildungsmaterial darf weitergegeben, vervielfältigt und bearbeitet werden. CC-BY-NC fällt z.B. heraus, weil das “non-commercial” Einschränkungen in der Nutzung des Materials für Bildungszwecke bedeuten kann.

Der Vorteil ist, dass Fehler entfernt werden können oder das bei Bedarf Material verbessert oder angepasst werden darf. Ganz gleich welches System in Schulen zum Einsatz kommt - dies kann das Schulmaterial nicht nur wesentlich verbessern, es darf darf sogar im Internet für jede Person bereitgestellt werden - also auch Erwachsenen. Mehr dazu auch hier im Vortrag.

Abgesehen von dem Punkt sollte eigentlich alles bereits in den Schulen vorhanden sein. Das gab es schon vor über 15 Jahren an meiner Schule. Solange Windows eine Rolle spielt, sollte man auch dort einiges beibringen. Aber ich bin auch sehr dafür Linux mehr Wichtung im Unterricht zu geben im Vergleich zu Windows.

Grundsätzlich wäre es sinnvoll mal bisschen mehr Unterrichteinheiten für Informatik einzuräumen und statt immer nur Anwendungen lernen wie Word oder Excel auch mal bisschen Alltäglicheres wie “wie löst man ein Problem am PC selber, wenn er Fehler macht” (mit Suche nach Lösungen im Internet usw) oder Datensicherung (und warum sie sinnvoll ist) etc.

Nicht nur das, es muss auch aufgeklärt werden wie man mit Daten umgeht. Was hat es zur Folge wenn ich Facebook etc nutze. Viele wissen gar nicht was mit ihren Daten alles passieren kann oder das sich Personaler auch gerne mal die verschiedenen Profile von potenziellen neuen Arbeitnehmern anschauen etc.

Und das ist nur der Gipfel des Eisbergs. Danke für die Ergänzung, das habe ich ganz vergessen zu erwähnen.

Ist interessant und man kann ein paar Anwendungsfälle übernehmen, wobei mich da der Ansatz alles in die Cloud schon eher stören würde

@Liesel
Der Vorteil einer sinnvollen Schul IT wäre ja das man Ressourcen wie OER nicht nur integrieren sondern aktiv mitgestalten könnte
Allein schon ein gut gepflegtes schulinternes Mediawiki könnte da viel bewirken

Ein Informatikunterricht ist grundsätzlich ein Themengebiet dass sich an einen kleinen Schülerkreis richtet
Grundlagen des Programmierens kann man im Zusammenhang mit Mathematik und Physik machen als praktische Beispiele aber da unterscheiden sich die Lernziele ja schon erheblich zwischen nem angehenden Studenten und nem Azubi
Worin wir uns einig sind ist dass ein allgemeineres Fach Sinn machen würde wo man eben nicht einzelne Anwendungen zu bedienen lernt sondern grundsätzlicher das Anwendungsgebiet und wie man sowas angeht
Beispielsweise lernt man dann statt Excel Tabellenkalkulationen die in Excel, LibreOffice Calc und co gelöst werden können oder eben um Dein Beispiel aufzugreifen “Was sind Logs und wie liest man sie” bzw. grundsätzliche Themen wie Sicherungskonzepte, Verschlüsselung (aber nur sehr oberflächlich wenns für alle sein soll) etc.etc.
Das könnte man dann auch interessant gestalten in Form von ergänzenden AGs - meiner Nichte ihre Schule bietet beispielsweise eine 3D Druck AG an - wo Schüler entsprechende Projekte machen können und auch ihren Mitschülern präsentieren können

Da dann die Ergänzung von @HeadoN dazu kann einen sehr sinnvollen Lehrplan ergeben und dafür wäre eine Schul IT aufzubauen
Einfach WLAN für alle bringt ja eben gerade nicht einen Mehrwert für den Lehrplan

Können wir in dieser Diskussion bitte Namen von Programmen und Herstellern komplett außen vor lassen und uns rein auf die technischen Aspekte fokussieren?
Also sauber formulieren, welche Anforderungen wir an Technik in der Schule haben und so.

Vielleicht sollten wir erstmal unsere Musterschule als Durchschnitt definieren
Wieviele Schüler insgesamt, wieviele Lehrer und sonstige Angestellte, wieviele Klassen, wieviele Räume / zu verkabelnde Fläche, welche Lernziele / Abschlüsse

Bringt ja nix ein paar Server zu skalieren die dann fern der Realität liegen

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Statistiken gibt es hier: https://www.statistik-bw.de/BildungKultur/SchulenAllgem/1301518x.tab?R=LA

Thx ist hochinteressant
Ich fass mal die wichtigsten zusammen:

Grundschule durchschnittlich 155 Schüler pro Schule
Sonderschule durchschnittlich 89 Schüler pro Schule
Haupt/Werkreal durchschnittlich 109 Schüler pro Schule
Real durchschnittlich 424 Schüler pro Schule
Gymnasium durchschnittlich 656 Schüler pro Schule
Gemeinschaftsschule durchschnittlich 207 Schüler pro Schule

Als durchschnittliche Musterschule würde ich der Einfachheithalber mal von ca. 500 Schülern ausgehen

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What the hack?
Hat im Schulunterricht nichts verloren und ist keine Grundlagenvermittlung.

Vermittelt werden muß:

  • =A2+B2

  • Wie organisiere ich meine Dateien

  • Entwurf und Verwendung von Vorlagen

  • Informationsbeschaffung:

Wir fahren nach Berlin.
Wie kommt man da hin, was tut man dort, inkl. Quellenangabe.

  • Umgang mit persönlichen Daten

  • Privatsphäre auf Handys

etc.

Er schrieb von einer AG - das ist so ein Wahlfach abseits des regulären Unterrichts (ich glaube 1x 45min pro Woche) und hat damit auch nichts mit dem normalen Informatikunterricht zu tun. Deine Themen dort zu behandeln würde bedeuten, dass die Mehrheit der Schüler davon nichts mitbekommt.

Zudem ist das gar nicht verkehrt etwas über 3D-Druck zu lernen, wenn die richtigen Kenntnisse vermittelt werden. Ich bezweifel, dass nur Muster im Netz gesucht und gedruckt werden.

Genau
Eine AG ist ne Gelegenheit ein Lerngebiet über den Unterricht hinaus zu vertiefen und auch den Schülern allgemein etwas anbieten zu können
Beispiele wären eine Theater AG wo Literatur vertieft wird aber auch Fähigkeiten wie Rhetorik trainiert werden und dies den übrigen Schülern in einer Aufführung präsentiert wird

In einer 3D Druck AG ließen sich beispielsweise Themengebiete die @GG79 anspricht wie Informationsbeschaffung, Entwerfen und Verwendung von Vorlagen oder Daten organisieren an einem praktischen Beispiel vertiefen und die Ergebnisse auch präsentieren lassen

Im Laufe von 13 Jahre Schule kann man man sehr viele Themen behandeln.
In der Tat lautet die Fragen:

  • ab welchem Alter,
  • zu welchem Zweck,
  • welche Inhalte

Lernspiele, Medienkompetenz, Anwendungen Kennen lernen, Grundlagen der Datensicherheit sind Themen für den Anfang
Dann vielleicht Gestalten von Webseiten, einfaches Coden für den Schulischen Alltag, Netzwerke und Datensicherheit und Netzwerksicherheit
Erst dann wirkliche Grundlagen der Informatik, die meisten brauchen das nicht.

Denkt mal über den Informatikunterricht hinaus

Es gibt ja Anwendungsfälle auch außerhalb des Informatikunterrichts wo eine Schul IT hilfreich wäre
Ganz simple Beispiele wären Online Recherche oder Präsentationen/Referate bis hin zu ganz simplem Ausdrucken von Aufgabenblättern

Sprich was sollte eine Schul IT tatsächlich bieten damit nicht nur der mit Prüfungsfach Informatik sondern ganz allgemein jeder Schüler und Lehrer es sinnvoll einsetzen kann

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Dem 2. Absatz kann ich so nicht zustimmen. Einige Punkte wären wieder etwas für eine AG. Hardware hast du gänzlich vergessen. Was ist und macht ein Mainboard, für was ist ein Prozessor da, wie baut man einen Rechner zusammen. Im etwas fortgeschritteneren Unterricht sollte Open Source und Open Hardware behandelt werden. Solche Dinge sind wichtiger als Webseitenerstellung und dergleichen.

Eigentlich gehört ab der ersten Klasse an jeden Schülerarbeitsplatz ein “Arbeitsplatz”.
Zu Beginn für Videos und Lernspiele (da reicht sowas wie ein Tablet)
Später können Lerneinheiten am Computer absolviert werden
Es muss Rechercheplätze geben, der Einsatz von Video durch die Schüler für Hausaufgaben muss mit geeigneten Videoschnittplätzen unterstützt werden.
Nicht alle Geräte müssen zugriff auf das Internet haben.
Erstellung von Computergrafiken kann Teil des Kunstunterrichts sein.
Wie gesagt da gibt es sehr viel auch außerhalb der Informatik.

Darüber hinaus müssen sich alle Fächer mit der Frage auseinandersetzen welche Kompetenzen vermittelt man im Zeitalter von Wikipedia und co und welche Informationen muss man nur finden können.