Schienenverkehr

Da wir noch gar nichts zum Thema haben, soll es hier um den Schienenverkehr in Deutschland und ganz Europa gehen.

Die Längste Nord-Süd Strecke in Deutschland ist Luftine 900km, in Ost-West Richtung sind es 640 km.

Ein ICE mit 300 km/h kann (ein ordentliches Hochgeschwindigkeits-Schienennetz vorausgesetzt). Jedes Großstadt in D innerhalb von 4-5 Stunden erreichen. Wichtige Strecken dürften nicht viel über 3 Stunden dauern.

Mit so einer Maßnahme werden Inland-Flüge überflüssig.

Auch innerhalb von Europa könnte man erheblich mehr mit schnellen Bahnverbindungen erreichen.
Das würde z.B. die Flüge erheblich verringern.

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Geschwindigkeit ist schon ein wichtiger Faktor, aber Hochgeschwindigkeitsverkehr ist auch sehr teuer. In Deutschland braucht es dafür auf vielen wichtigen Verbindungen viele Tunnel und Brücken. Ich glaube, dass es ein Fehler war, die Bahn so stark als Konkurrenten für den Flugverkehr auszurichten. Ich mag die Schnellfahrstrecken, aber dafür wird vieles vernachlässigt, was viel mehr Leute vom Individualverkehr auf die Schiene bringen könnte.

München - Berlin funktioniert mittlerweile sehr gut, aber das liegt auch daran, dass die Flughäfen in beiden Städten weit außerhalb liegen. Strecken mit ähnlich viel Potenzial ohne sehe ich kaum; München - Frankfurt wird schon ausgebaut.

Die Schnellfahrstrecken bringen leider recht wenig für den Aufwand, da u.a. viel Zeit für Stadteinfahrten verbraucht wird und die Anschlüsse an der Regionalverkehr nicht gut sind. Wenn an der Wartung gespart wird, fährt man auf der SFS auch mal nur 160 oder noch weniger. Züge, die schnell fahren können, sind Mangelware in Deutschland…

Für mich bringt z.B. die SFS nach Berlin kaum etwas, da ich einen guten Teil der gesparten Zeit in Nürnberg rumhocke, weil die Umsteigezeit bis zu 58min sein kann…

Das ist auch keine Strecke, die nur über Dörfer führt, sondern eine mit ein paar Hunderttausend Menschen im Einzugsgebiet. Warum gibts da keinen 30min-Takt, nicht mal zu wichtigen Zeiten? Dass die Strecke zu großen Teilen eingleisig ohne Elektrifizierung ist, hilft natürlich nicht.

Nachtverbindungen wären eine Möglichkeit, ganz ohne Ausbau Leute auf die Schiene zu bekommen. Hat man natürlich eingestellt bei der DB, weil angeblich defizitär. So richtig glauben kann ich das nicht nicht, dass die Bahn das nicht kostendeckend betreiben kann. Liegt wohl auch daran, dass man darauf einfach keine Lust hatte und es keinen politischen Druck gab.

Nürnberg - Berlin wird seit der Fertigstellung der Neigetechnik ICE Strecke fast nicht mehr geflogen.

In Japan werden die Schellstrecken so gebaut, dass sie unabhängig von anderen Schienenverbindungen sind und so, dass keine Menschen und Tiere auf die Gleise laufen können. Die Belohnung ist eine durchschnittliche Verspätung von unter 30 Sekunden.

Bahnfahren wird auch für Autofahrer interessanter, wenn die Fernstrecken schneller gehen als mit den Auto und vor Ort preiswerte “Mietwagen” “Carsharing” oder guten ÖPNV vorhanden ist.

Neigetechnik gibts da nicht, wir haben aktuell keine Fernverkehrszüge, bei denen das funktioniert…

Wirklich viele Menschen sind das aber auch nicht wirklich. Ich kenne die Strecke gut, das ist mein Weg, wenn ich mal ins Büro fahre. Die Züge sind oft voll, was aber daran liegt, dass die Sprinter selten und dann immer einteilig fahren… Allgemein ist da etwa Stundentakt mit ein paar zusätzlichen Verbindungen und nachts gar nichts, was extrem wenig ist für eine Strecke, die über 10 Milliarden Euro gekostet hat und für den Güterverkehr uninteressant ist. Da gibts nicht mal Regionalverkehr drauf.

Ich kenne Japan nicht wirklich, aber wenn ich mir das auf der Karte so ansehe, haben die eine Hochgeschwindigkeitsstrecke quer durchs Land mit 2 kürzeren Abzweigungen. Damit erreicht man in Deutschland wenig.

Meine letzte Info war, dass das nirgends mehr genutzt würde. Das wäre mir auch schon mal aufgefallen. Die machen nur ein wenig “Komfortneigung”. Bogenschnelles Fahren würde auf Nürnberg-Berlin auch nicht viel bringen. Da braucht es einfach schnellere Züge. Die ICE-T fahren auch nur 230, die ICE1,3,4 250-300. Dass die lahmen Kisten da überhaupt fahren ist wieder ein Ergebnis des Fahrzeugmangels. Die Fertigstellung der Strecke kam ja auch so plötzlich :wink: Wird langsam besser mit den ICE4, aber die sind eigentlich auch zu langsam.

Lass mal einen ICE mit 300 Km/h durch das Rheintal, Ruhrgebiet, Geislinger Steige und das Umland von Hannover fahren wenn nur 80 Km/h erlaubt sind.

Sogar Frankfurt bis Fulda darf der ICE nur 80 fahren ab der Hochgeschwindigkeitstrasse Fulda - Kassel Wilhelmshöhe ist es kein Problem mehr.

Aber sowohl Fulda-Kassel, als auch Kassel-Göttingen wird nur um die 170 km/h gefahren. Selten mal die 200. Wenn man die Strecke mal in Richtung Süden weiter geht, dann Frankfurt - Mannheim auch nicht mehr als 200 und Mannheim - Karlsruhe auch nicht.

Ich bin Samstag im ICE von Karlsruhe nach Paris gefahren.
“Normales” DB-Tempo Karlsruhe - Strasbourg und von da an mit 315 km/h quasi durchgehend nach Paris. Wusste gar nicht, dass ICEs so schnell fahren können…

Aber das französische Schienennetz ist eh für viel höhere Geschwindigkeiten ausgelegt, als das Deutsche

Sonst kenne ich z.B. auch noch die Strecke Hannover - Berlin und da wird auch nicht groß schneller als 200 km/h gefahren.

Die Strecke Berlin <> München funktioniert sehr gut - aber warum dann nicht genauso gut Frankfurt/Main <> Berlin??

Bei deiden Strecken ist die Bahn dem Auto haushoch überlegen. Die Flugverbindung nur bedingt.

Aber von Kolleg*innen aus Nürnberg kenne ich:

  • Die Verbindung Berlin <> Nürnberg ist mit Bahn PREISWERTER (!!!) als mit dem Flugzeug
  • Man kann unterwegs arbeiten!!!

Nur mal so:
Die Strecke Berlin <> München ist für den Regelbetrieb von 250 km/h ausgelegt.
Die neuen ICE 4, die zuerst bestellt wurden, hatten aber nur Antriebswagen, um im Regelbetrieb 200 km/h zu fahren …

Das Hochgeschwindigkeit auch effizient funktionieren kann, beeweisen die Japaner…

Mein persönliche Erfahrung auf der Strecke Köln-Frankfurt ist, dass entweder Personen im Gleis sind oder irgendjemand sein Gepäck unbeaufsichtigt gelassen hat. So dass ich diese Strecke nicht mal jedes zweite mal mit der vorgesehenen Geschwindigkeit gefahren wurde.

Aber ursprünglich ging es in dem Ausgangsposting darum, ob ein Hochgeschwindigkeits-Schienennetz innerdeutsche Flüge überflüssig machen kann. Und ich glaube, die Antwort ist, ja das wäre möglich.

Eine sinnvolle politische Forderung der Piratenpartei zum Thema #Klimawandel und #Verkehr könnte also sein den Ausbau von solchen Strecken zu fordern.

Eine zweite sinnvolle Forderung wäre, Bahnfahren gegenüber dem Autofahren finanziell zu begünstigen. Und so Anreize zu schaffen mehr Bahn zu fahren.

Dazu wäre auch ein Einsatz von mehr Zügen auf den Strecken sinnvoll, möglicherweise ein 15-Minuten Takt. Auch so etwas wäre eine sinnvoll Forderung.

In Deutschland fehlt einfach die Akzeptanz für den Zug. Das ist in anderen Ländern ganz anders - in Schweden sind Übernachtzüge deutlich normaler als hier und sehr gut angenommen.
Gleichzeitig ist Deutschland viel dichter als andere Länder, Züge können oft nicht so schnell. Fulleren spricht über die Ersetzung von Inlandsflügen, aber mir geht es auch um das Ersetzen von lange Inlandsfahrten. Wenn ich meine Eltern besuchen will muss ich 400 km durch die Republik, die fahr ich allein mit dem Auto. Ergebnis: Volle Straßen, hoher Ausstoß für mich. Aber es gibt kaum eine gute Zugstrecke Ost-West (mittlerweile immerhin ein alter Diesel-IC …), die ich stattdessen nutzen könnte. Statt 4h Auto sitze ich dann 6 h im Zug. Wenn ich keinen Stress habe natürlich OK, aber man muss schon sehr doll planen.
Die Bahn versucht aber auch nicht wirlich, kzeptanz aufzubauen. Wenn Züge wirklich ne gute Taktung hätten, würden mehr Leute sie sicher nehmen. Aber wenn ein Zug nur alle Jubeljahre kommt, steigen Leute pauschal lieber aufs Auto um. Dazu kommt, dass Zugfahren super teuer ist teilweise und der Preisprozess nicht transparent (die gleiche Strecke kostet manchmal Sparpreis 25 €, dann mal 80 € - wieso?). Das sind alles Sachen, die mich nerven.

Eine Bahncard 100 kostet 4.500 €, ein Golf was, 25.000? Ein Auto hätte sich (ohne Sprit) also erst nach ca. 5 Jahren amortisiert, wenn wir von 15.000 km Fahrt pro Jahr ausgehen sinds noch knapp 1.500 € Sprit jährlich, die dazukommen, Versicherung und Werkstattbesuche mal ganz außen vor sinds dann knapp 8 Jahre. Die Bahn IST finanziell attraktiv, aber wenn das Angebot nicht meine Bedürfnisse erfüllt, brauch icht nicht Bahn fahren. Dazu kommt, dass ich mit dem Auto teilweise bis zu 5 Leute fahren kann, das geht mir der Bahn nicht

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Du hast mit deiner Wirtschaftlichkeitsberechnung natürlich recht, aber subjektiv hat man ein Auto und es ist Versichert also spüre ich bei eine Fahrt im Auto nur die zusätzlichen Benzinkosten.

Aber der größte Wertverlust bei Autos tritt ein den ersten 2 Jahren ein, wer Gebrauchtwagen kauft kommt zu anderen Ergebnissen.

Die Bahn AG soll die Bahnstrecken durch Wartung erhalten, das kostet Geld. Muss die Strecke jedoch renoviert werden, zahlt der Staat die arbeiten. Dieser Fehlanreiz ist ein Problem.

Eine fehlgeleitete Politik der Bahn hat viele Strecken kaputt gemacht, die eigentlich wirtschaftlich zu betreiben wären.
Als Beispiel möchte ich die Regio Bahn bei Düsseldorf nennen.

https://regio-bahn.de/unternehmen/historie/

Auf der Strecke fuhren früher alte Schienenbusse (für die jüngeren hier ein Symbolbild)

https://www.bahnbilder.de/bild/deutschland~dieseltriebzuege~uerdinger-schienenbus-br-0795-0796-0798/915810/schienenbus-796663-mit-vb-996780-am.html

mit Holzbänken. Man musste aus dem Kiesbett in die Züge reinklettern und wegen geringer Nutzung fuhren immer weniger.

Als die Bahn die Strecke dicht machen wollte sind die Städte eingesprungen haben die Bahnhöfe saniert und neue Züge beschafft. Die Fahrgastzahlen sind von ca. 500 am Tag auf 23000 pro Tag angestiegen.

Ja man muss an der Akzeptanz arbeiten, aber kurze Taktung und anständiges Ambiente schaffen das recht schnell.
Hier ist auch ein Problem, dass die Bahn nicht wie die anderen europäischen Länder statt der Signale die moderne GPS basierte Verkehrssteuerung eingeführt hat, was engere Zugfolgen ermöglicht.

Wie bei vielen modernen Techniken hinkt Deutschland da hinterher.
Eine konsequente Trennung von Nah- und Fernverkehrsgleisen und möglichst auch für den Güterverkehr würde auch vieles verbessern.

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Wollte nur evrdeutlichen, dass ökonomische Argumente nicht real da sind. Aber ich sehe es auch bei mir: Sobald du ein Auto hast, ist jede andere Form der Mobilität, die kostet, unsinnig teuer. Ich habe eine Bahncard 25, weil sie sich (aufs Jahr gesehen) lohnt, aber schon die Bahncard 50 würde ich wohl finanziell nicht reinkriegen. Das Auto kostet einfach, wenn es läuft, super wenig. Carsharing lohnt sich ebenso wenig für Autobesitzer.

Das ist es, was der Bahn komplett fehlt. Aber auch ich sehe das als einzige Möglichkeit.

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Wohl eine Frage des Preises…
Kaum wurden Nachtzüge von den Österreichern übernommen und schwupps, wird das Streckennetz wieder ausgebaut.

400km sind lang?
Sollte unter der Distanz von Berlin <> FFM bzw. Berlin <> München liegen und dennoch würde ich NIE bei den Strecken auf die Idee kommen freiwillig mit dem Auto zu fahren. Trotz aller Verspätungen ist dann die Bahn mit rund 4-5 Stunden immer noch schneller… und ich kann unterwegs herumlaufen, schlafen, lesen, what ever.

Hab doch bereits beschrieben, dass die Strecke horizontal durch die Republik 6 h braucht meistens, mit 3 Umstiegen. Mit Auto sinds 4, bei schlechtem Verkehr 5, und kostet mich mit LPG 20 €. Der Vorteil “Ich kann herumlaufen” relativiert sich da schnell. Letztens ist direkt mein erster Zug ausgefallen und ich bin 4 h lang durch Deutschland gefahren mit Zügen, in der Hoffnung, meinen letzten Zug in Göttingen zu kriegen - wenn der nicht den Anschluss abgewartet hätte, hätte ich mir ein Hotel nehmen müssen.

Ich bezog mich exakt auf diesen Teil. Habe ich beschrieben.

Ich übersetze mal was ich da schrieb:
Deine generelle Aussage Fernstrecke ab 400 km sind mit Auto einfach besser erreichbar, mag eben nicht grundsätzlich gelten - vielleicht in Deinem Fall.
Aber ist das der Standardfall?

P.S.: Sogar nach Ilmenau inklusive umsteigen bin ich mit der Bahn mindestens genauso schnell - auch in 400 km Reichweite…

P.P.S.: Werdne eigentlich Staus auch immer extra so betont und sich drüber geärgert, wie es von regelmäßigen Autofahrenden gemacht wird, wenn sie Bahn fahren? :wink:

Natürlich ist es der Standardfall, dass Bahn länger braucht als Auto. Das wird bei der überwältigen Anzahl der Strecken so sein. Man muss ja auch noch Weg zum Bahnhof und am Ziel vom Bahnhof weg einrechnen.
Aber das ist ja das Problem. Bessere und durchgängige Taktung und ich könnte nicht hängen bleiben. Aber ich kann nichtmal zwischen Mitreenacht und 6 Uhr morgens von Berlin zu mir nach Hause - natürlich fahr ich dann Auto, wenn ich spontan wo hin will.

Weiß nicht, worauf sich das bezieht. Darauf, dass ich irgendwo in Deutschland festhing?

Bahnübergänge die in Brücken umgewandelt werden müssen, um höhere Geschwindigkeiten auf dem Streckenabschnitt zu erlauben, werden oft unter Beteiligung der Kommunen finanziert.
Kommunen in Deutschland sind tendenziell eher unterfinanziert und finanzieren lieber Projekte für ihre Bürger als Projekte für Reisende, die möglichst schnell den Ort durchfahren wollen.

Die Südharz-Autobahn hat eine zusätzlich Ost-West Verbindung für Autos und Lastwagen geschaffen, ein entsprechendes Projekt und weitere für die Bahn gibt es wohl nicht.

Es werden immer noch mehr Straßenkilometer als Bahnkilometer gebaut.

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Vor 16 Tage hätte man das thema noch selbst besetzen können.

Diese Züge mit Neigetechnik

Ich dachte sie hätten es inzwischen hingekriegt. Speziell auf der Strecke Nürnberg-Berlin.