Satiremagazin wird kritisiert - eure Meinung?

“Warum Meghan Buckingham verlassen hat - weil ich nicht mehr atmen konnte!”

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Ja kritik ist ja ok, freie Meinungsäußerung und so.

Aber wenns jetzt immer so nach den politisch korrekten ginge, dann dürfte man über nix und niemand mehr lachen und die Welt wäre sehr humorlos.

Freut mich total das Charlie Hebdo sich da so mit wirklich allen anlegen tut. Ist ja auch nicht die Aufgabe von Satire es allen recht zu machen !

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Ist krass und auch fies gegenüber den Angehörigen von Eric Garner. Aber weit besser als “Je suis Charlie!”.

Satire hat aber immer folgendes Problem: Sie legt zwar den Finger in die Wunden, suggeriert aber leider gleichzeitig, dass es da noch etwas zu lachen gäbe. :slightly_frowning_face:

Der Cartoon scheint sich eher auf George Floyd zu beziehen, nicht auf Eric Garner. George Floyd wurde, wie im Cartoon, liegend durch ein Knie im Nacken ermordet. Beide haben die Worte “I can’t breathe” geäussert.

Mir scheint das eher ein objektiv guter Cartoon zu sein.
Ich sehe nicht, warum es irgendwie unangemessen gegenüber den Angehörigen von George Floyd sein sollte.
Das es innerhalb der Britischen Royal institution Rassismus gibt, scheint niemand ernsthaft zu bestreiten.
Die Queen selber ist wohl nicht rassistisch, aber ich finde es legitim, mit ihr symbolisch die institution zu repräsentieren.
Meghan Markle hatte, als Teil der institution, mehrfach konkrete Suizidgedanken. Durch ihre Position war es ihr nicht möglich, ärztliche/therapeutisch Unterstützung zu bekommen.
Sie ist im Zusammenhang mit Rassismus in ihre schlechte Situation gekommen - allerdings hauptsächlich über die sehr aggressiven Angriffe der Presse, denke ich.

Das passt schon alles zusammen. Der Cartoon scheint nur übertrieben, solange einem nicht klar ist, wie ähnlich er der Realität ist. Aber das bedeutet nicht, der Cartoon sei schlecht.

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Eine Satirezeitschrift ist eine Satirezeitschrift.
Es ist ihre Aufgabe der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten.

Der Narr entstand als eine Figur, die keinen festen Platz in der ständischen Ordnung und somit in der Gesellschaft hat, die sich keinerlei Normen verpflichtet fühlt und in ihrer menschlichen Gegebenheit aus dem System fällt.

Könige hielten sich Narren, die ihnen ungeschminkt die Meinung des Volkes mitteilten, unzensiert.

Anonymität, Whistleblower haben ihre Existenzgrundlage in diesen unzensierten Aussagen.
Es ist ein wichtiges Tool, gesellschaftliche Entwicklungen abzubilden.

Zu unterscheiden ist dies von Propaganda gegen Bevölkerungsgruppen, mit denen Vorurteile gestreut werden.

Gegenüber Mächtigen ist Satire stets ok, gegenüber Schwachen aber unangebracht.

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Hier die Kritikpunkte aus dem Independent-Artikel:

Dr. Halima Begum, CEO von Rassengleichheit [race equality] Think Tank Runnymede Trust, sagte das Bild “erniedrigt” Floyds Tod und “verursacht [dadurch] Beleidigung”.

Sie schrieb: “#CharlieHebdo, das ist auf jeder Ebene falsch. Die Königin als #GeorgeFloyds Mörderin, die Meghans Hals zerquetscht? #Meghan sagt, dass sie nicht atmen kann? Das verschiebt keine Grenzen, bringt niemanden zum Lachen oder fordert #Rassismus heraus. Es erniedrigt die Themen & verursacht Beleidigung, auf der ganzen Linie.”

“Satire ist, wenn man sich über die Unterdrücker lustig macht, nicht über die Unterdrückten und bereits Ausgegrenzten. Charlie Hebdo war schon immer ekelhaft”, schrieb ein Nutzer.

“Was sie getan haben, ist widerlich und hoffentlich sind die Leute jetzt in der Lage zu verstehen, dass ‘Meinungsfreiheit’ keinen Hass gegen Glauben oder Farbe beinhalten sollte”, fügte ein anderer hinzu.

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Die Kritik ist eine Verharmlosung der Welt, in der Menschen sauber sterben.

Die Frage ist doch dann auch, ob es richtig war, das Video auf Twiitter zu veröffentlichen.
Dort ist es viel mehr angebracht, den Tod eines Menschen durch Polizeigewalt nicht zu zeigen.

Wenn man diese Dinge aber verhindern will und die Diskussion über Rassismus führen möchte, dann muss man sie auch zeigen und zum Gegenstand der Diskussion machen.
Genauso wie KZs, Bilder von Kriegen.

Man erkennt ja schon am Problem der deutschen Mauer, wie gerne man Unmenschlichkeit verdrängt.
Man hätte viel mehr Grenzstreifen mit Wachhunden stehen lassen sollen, um Dinge im Laufe der Zeit nicht zu verklären.
Die Diskussion der Moral wird da auf der völlig falschen Ebenen geführt.
Solange im Fernsehen und in den Medien Morde zur Unterhaltung gezeigt werden, kann man sich solche feinsinnige Kritik ersparen.