Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Website Piratenpartei Deutschland

Reform der Kapitalgesellschaften (Von 3 auf 1) und Verschmelzung von Crowdfounding und Aktienmarkt zu einer Plattform


#1

Wieso braucht es noch eine GmbH und KG? Das ist meiner Meinung nach noch ein Überbleibsel der patriarchalen Gesellschaft des letzten und vorletzten Jahrhunderts. Vielmehr sollte jedem Unternehmen der Aktienmarkt freizugänglich sein d.h. jeder Mensch sollte auch mit 2 Euro Startkapital eine Start Up (Projekt) gründen können, welches sich auch am Aktienmarkt probieren kann.

Mir schwebt die Verschmelzung von Crowdfounding und Aktienmarkt vor. Die Crowdfounder werden automatisch Aktionäre der Start-Ups, welche sie mit ihrem Geld oder Bitcoin fördern.

Der Aktienmarkt wie er heute existiert ist überfällig. Vorallem Broker und Drittmittler wie Banken sind überflüssig. Jeder sollte ohne Umwege sein Geld im Aktienmarkt investieren können oder selbst Projekte am Aktienmarkt bewerben können. Bei Crowdfounden geht das ja schon.

Ich würde die Fusion von Crowdfounding und Aktienmarkt “Projekteplattform” nennen.


#2

Bei der GmbH erklärt schon der Name, warum es sie heute noch gibt.
Die Kommanditgesellschaft regelt ebenfalls die Haftung (für den Kommanditisten)

Im übrigen sind einige sehr innovative Ansätze in Deinen Sätzen. Es dauert noch eine Zeit, bis die Piraten so weit …


#3

Die AG hat doch das GmbH schon Ihrer Rechtsform mitaufgenommen. Die AG haftet doch nur mit dem Vermögen, dass die Aktionäre dem Unternehmen (“Projekt”) zur Verfügung stellen.

Die AG beinhaltet demnach die GmbH.

Exkurs und eine weitere steile These:

Ich würde zudem das heutige Kreditsystem überdenken. Kredite sind eigentlich eine Art von privatwirtschaflicher Steuer an Banken, welche zudem Profit durch Zinsen erwirtschaften. Wenn jeder Aktionär sein kann, also sowieso Stakeholder eines Unternehmens, dann braucht es keine Zinsen mehr, da dadurch sowieso garantiert ist das der Aktionär am Gewinn beteiligt ist. Fazit: Kredite sollten nicht mehr von Banken vergeben werden, sondern es sollte Projekte durch Crowdfounding gefördert werden. Die Crowdfounder erwirtschaften dann Gewinn durch Beteiligung und nicht durch Zinsen.


#4

Was wenn aber eine Firma gar nicht an den Aktienmarkt will?
Ich arbeite in einer GmbH + Co. Und die Aufstellung so ist sehr gut. Ich bezweifle das es uns als AG ähnlich gut gehen würde.

Gut bezieht sich hier auf meine Sicht als Angestellter… Angefangen bei der Bezahlung über die Arbeitsbedingungen hin zum Umgang miteinander und der Tatsache das nicht alles Gewinn orientiert und maximal optimiert betrachtet wird.


#5

Stimmt, damit einhergeht eine neues Denken über den Begriff des Gewinns und den Begriff des Unternehmens.

Wenn Unternehmen kein Gewinn mehr erwirtschaften, sollte das Vermögen der Gesellschaft wieder frei zugänglich sein. Gewinn könnte neu als gute Geste definiert werden. Demnach könnte ein freundliches Lächeln bereits einen Gewinn darstellen.

Auf jedenfall bin ich für die Auflösung der Begriffe Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Vielmehr gibt es Leute mit unterschiedlich großen Beteiligungen am Unternehmen. Die Beteiligungen zeichnen sich nicht nur durch Geldvermögen (Akkummulation bzw. vergangener Gewinn), sondern auch durch Zeitvermögen (Opportunitätskosten) und geistiges Vermögen (Handlungsweisen bzw. Kreativität, Gewinn der Gegenwart) aus.

Es ist eine ganzheitliche Perspektive, welche die Grenzen von Privatsphäre und Öffentlichkeit auflöst. Durch das BGE sollte jedoch bereits alle grundlegende Bedürfnisse befriedigt sein: Sicherheit, Unterkunft, Fortbewegungsmittel, Vernetzung und Nahrung etc.

Der Gewinn sollte lediglich als Bonus gesehen werden und nie als Ziel der menschlichen Existenz. So ist es egal wie viel Gewinn einzelne Menschen generieren, vielmehr ist es wahrscheinlich, dass jeder Mensch Gewinn erzielt (die Wahrscheinlichkeit ist Hoch, dass ein Mensch einen anderen Menschen anlächelt und der andere Mensch zurücklächelt.)

Bsp. Ein Maskottchen erzielt allein dadurch Gewinn, dass es andere Menschen zum Lachen bringt.

Bsp. Eine Mutter lächelt ihr Kind an und das Kind zurücklächelt, sie erwirtschaft allein dadurch Gewinn für das Projekt Familie.

Richtigstellung: Im Unterschied zum Social Scoring wird der Gewinn jedoch nicht von einer übergeordneten Instanz “top-down” entschieden, sondern ist ein Aushandlungsprozesse zwischen Individuen nach humanistischen Regeln geleitet.


#6

Eine Aktiengesellschaft muss nicht an der Börse gehandelt werden. In der Schweiz sind die meisten Firmen AGs, und fast keinie davon ist börsennotiert.


#7

Das stimmt nicht. Das gesamte Kapital der AG ist die Summe der Aktien (ob Stückaktien, Stammaktien oder Vorzüge) sie haftet aber mit dem “gezeichneten Kapital”

Die GmbH haftet nur mit dem Gesellschaftsvermögen. Das können nur 25.000,- Euro sein.

Darum gibt es mehr GmbHs als AGs

Ja, jetzt wäre es an der Zeit “Geld” zu verstehen. Wie entsteht Geld?

Die “Zinsen” und (versteckten) Gebühren sind heute das geringste Problem. Ich sag es mal so - keine Bank ist gezwungen Dir/jemand einen Kredit zu geben. Es steht ihnen völlig frei die Kreditgewährung an alle möglichen Bedingungen zu knüpfen und können jede Leistung von Dir/jemand - vorab oder nach Vertragsabschluss - im Gegenzug verlangen.

Wenn keine Kredite mehr vergeben werden und alle bestehenden Kredite zurückgezahlt sind - an diesem Tag gibt es kein Geld mehr.

Dann kannst Du kein Bier mehr kaufen, Dein Auto nicht mehr Tanken und Deine Rente hat sich in Luft aufgelöst, weil sie sowieso nur Luft war. Du bist nicht mehr versichert und Lebensmittel gibt es nicht mehr beim Discounter sondern nur noch auf tot gewirtschafteten Ackerflächen als Unkraut, Mais oder in vergifteten Meeren und Flüssen.


#8

Eben, beide Kapitalgesellschaften sind juristische Personen, sowohl die GmbH als auch die AG. Jedoch ist die AG demokratischer, zumindest so wie ich sie, mit einer freizugänglichen Aktien-/Founding-Plattform vorschlage.

  • Bsp.1 Eine GmbH fährt hohe Gewinne ein. Der Arbeitgeber (größter Teilhaber des Unternehmens) ist aber nicht dazu bereit den Arbeitnehmer (Stakeholder) an diesen Gewinnen in Form von höheren Gehältern teilhaben zu lassen. So erklärt er vor seinen Mitarbeiten, dass er den Gewinn reinvestieren wird oder Rücklagen bilden muss. Die Mitarbeiter können kaum etwas dagegen machen außer sich in einer Arbeitervertretung kollektiv zu organisieren.

  • Bsp.2 Ein AG fährt hohe Gewinne ein. Der Arbeitnehmer kauft sich Aktien (wenn er nicht schon welche hat) auf der Aktien-Founding-Plattform und wird am Gewinn des Unternehmens (Projekt) beteiligt. Der Arbeitnehmer ist somit Teilhaber (Share-Holder) und MItarbeiter (Stake-Holder) des Unternehmens. Der Arbeitnehmer kann zudem selbst auf der Aktien-Sharing-Plattform Projekte vorschlagen (es muss eine Unmenge an Kategorien geben) und sich an anderen Unternehmen finanziell beteiligen (bei denen er kein Mitarbeiter ist). Der Mitarbeiter ist nicht mehr darauf angewiesen sich kollektiv zusammenzuschließen und entscheidet selbst.

Der Mitarbeiter wird zum aufgeklärten Bürger, welcher nicht mehr nur von einem Unternehmen abhängig ist und somit hörig, sondern an vielen Projekten teilhaben kann und diese auch initiieren kann.


#9

Was jetzt nicht gerade die erfolgloseste Variante darstellt.

Es gibt im übrigen gute Gründe dafür “nur” angestellt zu sein und nicht beteiligt zu sein.


#10

Der Fehler an der Variante ist aber, dass die Arbeitnehmer auch an der Unternehmung um jeden Preis festhalten wollen (lebenslang Angestellt), egal ob das Unternehmen gerade Gewinn einfährt oder nicht oder ob Umweltschädlich ist oder nicht. Die Angestellten haben Angst vor der Arbeitslosigkeit, da ihre finanzielle Ressourcen meist komplett von einem Projekt/Unternehmung abhängen. Sie hängen alternativlos an einer Unternehmung fest und sind damit meist zufrieden. Das führt zu starren Strukturen, welche nicht mehr zeitgemäß sind.

Die Arbeitnehmervertretung unterstützt somit meist eine Unternehmung, egal wie kontraproduktiv das ist, damit die Arbeitsplätze erhalten bleiben.


#11

Die Lösung ist aber nicht jeden Arbeitnehmer zwangsweise zum Anleger zu machen und den entsprechenden Risiken auszusetzen.


#12

Welche Risiken, wenn es ein BGE gibt?


#13

Das BGE sichert meine Existenz. Das war es dann aber auch.
Und eventuell will ich arbeiten, was verdiene aber eben nicht die Risiken tragen die als Anleger existieren. Die Risiken das nämlich kein Geld mehr kommt z.B. Als Angestellter kann ich da recht klar meine Konsequenzen ziehen. Als Anteilseigner bin ich da mehr in der Verpflichtung, z.B einfach mal Mehrarbeit leisten zu müssen etc.

Und ein Grundeinkommen muss es auch erst mal geben.


#14

Statt den Arbeitsplatz zu wechseln kannst du deine Ressourcen in ein anderen Unternehmen (Projekt) stecken bzw. du kannst deine Ressourcen breit auf unterschiedliche Projekte fächern. Wenn kein Geld mehr kommt hast du zwar mit diesem Unternehmen Verlust gemacht, aber du kannst jederzeit ein neues Unternehmen initiieren und dich anderen Projekten anschließen.

Die Verpflichtung sehe ich nicht, nur eventuelles Interesse oder durch Leidenschaft entfachte Mehrarbeit.


#15

Und wenn ich einfach 9-5 arbeiten und dafür Geld bekommen möchte. Und der Rest mich einfach nciht interessiert?


#16

Dann bist du sehr genügsam, wie sehr viele Menschen. Ich vielleicht sogar auch.


#17

Und warum diesen Menschen jetzt zwangsweise etwas aufzwingen?


#18

Durch die Digitalisierung wird sich vieles verändern und ich möchte nichts aufzwängen.
Theoretisch wäre es auch in diesem Modell möglich ein lebenslanges Arbeitsverhältnis zu haben.

Bsp. Eine Person ist mit einem sehr kleinen Anteil oder keinem Anteil seiner Ressourcen Teilhaber (Shareholder) und mit großem Anteil Mitarbeiter (Stakeholder) eines Unternehmens. Dann ist das im Prinzip das gleiche Arbeitsverhältnis, welches heute größtenteils besteht.