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Reduktion auf 1 Thema: Digitalisierung


#367

Gut, die ganzen Label-Diskussion führen auch nirgendwohin. Wenn wir uns wirklich nur auf die Digitalisierung konzentrieren (und auch insbesondere darum, wo sie nötig bzw. eher nicht nötig ist), fallen die Grabenkämpfe um Labels auch weg.


#368

Ja kann sein.
Unser Label ist offiziell: Piraten
Anders als andere Parteien habe wir unsere Ausrichtung nicht Namen.
Daher brauchen wir dieses Sublabel.
Fehlte die ganze Zeit, wenn ich es mir recht überlege.

All die Jahre der Erklärungen mit Händen und Füssen, Verweise auf irgendwelche Programmpunkte oder sonstige Positionen, haben das Piratenleben nicht grade vereinfacht.

So gesehen beginne ich grade dem Admin dankbar zu sein… Und mache ein neues Thema dazu auf.


#369

Äh, doch, genau das haben wir.


#370

Bin gespannt, neues Thema hier:


#371

Wärs denn vielleich möglich, die Keule mal wieder einzupacken?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es irgendjemandem nützt, wenn wir uns alle gegenseitig die Köpfe einschlagen.


#372

My five cent:
Ich bin in die Piratenpartei eingetreten, nachdem ich mir Grundsatzprogramm, das damals aktuelle Wahlprogramm, Satzung etc durchgelesen habe und fand, dass da extrem große Übereinstimmung zu meinen Bedürfnissen und Ansichten besteht.

Ursprünglich ging es mir nur um eine Wahlentscheidung. Selbst Mitglied zu werden war eine Idee, die mir erst nach der Lektüre der Programme kam.

Mal aus Wählersicht gesprochen:
Bei den meisten Wahlen im Lande habe ich als Wähler die Möglichkeit, genau eine Partei, und ggf. noch genau einen Kandidaten zu wählen.
Ich habe aber mehr als nur ein einziges Thema, das mir wichtig ist.
Wenn ich jetzt mit einer Partei konfrontiert würde, die zu einem meiner Themen ne tolle Meinung hat, und azu allen anderen Themen nichts sagt, dann werde ich die nicht wählen.
ich verliere dann nämlich die Kontrolle über die anderen Themen, die mir was bedeuten.
Mal angenommen, wir hätten am Schluss eine x-parteien-Koalition: Dann müsste ich als Wähler das Risiko eingehen, dass meine Datenschutzthemen mit krassem Wirtschaftsliberalismus und mit Fremdenfeindlichkeit und Raubbau an unserem Planeten koalieren. Weil ich keine Kontrolle darüber hab: Ich hab ja nur ein Thema gewählt.

Da wähle ich auf jeden Fall eine Vollprogramm-Partei, selbst wenn die bei dem einen Thema nicht so gut ist. Aber ich weiss, was ich bei den anderen Themen bekomme.

Und dann noch das Thema mit der Aufmerksamkeit:
Wenn wir nur ein Thema beackern, hört uns auch nur dann jemand zu, wenn das Thema grad trendet. Und “Digitalisierungsthemen” trenden nunmal selten, weil die sich kaum als Clickbait eignen. Zeitungen sind gewinnorientiert. Die schreiben nunmal das, wofür sie am meisten Klicks bekommen.

Wenn wir zum Thema Flucht und Migration keine Meinung haben bzw. keine Meinung vertreten, dann werden die Piraten so lange ignoriert, wie man mit dem Thema am meisten Klicks erzeugt.
(Ja, ich weiss dass das nur eine Facette von vielen ist, aber sie ist da und sie ist relevant)

Eine Partei, in der ich Mitglied bin und mich engagiere behandelt mindestens die meisten Themen, die mir wichtig sind, ungefähr in meinem Sinne. Sonst macht für mich das Engagement keinen Sinn.

Und noch was zu “als ein-themen-Partei waren wir erfolgreicher”: das ist ein Fall von Koinzidenz.
Wir waren damals neu und ungewöhnlich, und hatten ein Thema, das aktuell war. Da hatten wir also einen Anfängerbonus, und wir waren eine Projektionsfläche, auf die jeder seine Vorstellung, was die Piraten sein könnten, malen durfte. Dass wir zu den anderen Themen nichts zu sagen hatten, war damals m.E. nicht Grund für den “Erfolg”, den ich eher als Hype betrachten würde, sondern es hat nur niemanden gestört, da man über die anderen Themen grad eh nicht schreiben wollte.
Wir hatten damals auch mit so Dingen wie Liquid Democracy etc. viel Neugier geweckt (und dann nicht geliefert), wir waren voller Enthusiasmus (der sich abgenutzt hat), und darum wurden wir gehyped. Auch, weil unsere Ideen selten ausformuliert waren, und deswegen in der ersten Begeisterung für das neue jeder seine eigenen Träume projizieren konnte.
Diese Effekte sind aber nciht nachhaltig. Das gilt auch nicht nur für die Piraten, das gilt für alles, was neu und scheinbar disruptiv daherkommt.

Die Annahme, wir seine erfolgreicher gewesen weil wir nur ein Thema hatten, ist also schlicht falsch, denke ich.

Achja, und nochwas: Soweit ich weiss sind wir basisdemokratisch. Und unsere Programme sind von der Basis entschieden worden.


#373

Burki, super Analyse der ich mir nur anschließen kann.

Und gerade darum bin ich der Meinung, es wäre nicht schlecht, wenn wir das Instrument Digitalisierung offensiv spielen würden.

Wie passt das aber dann zu deinem gesagten?

Indem wir zu aktuellen Themen Aspekte und Lösungen mittels Digitalisierung finden. “Nebenbei” können wir auch unsere Ansichten zu diesem Thema vermitteln. Das wird sicher nicht bei jedem Thema funktionieren, aber wir sollten uns bemühen.

Gruß
Andi


#374

Da ja hier teilweise sehr spannende Thesen dazu aufgestellt werden, was denn nun der Kern der Piraten ist, möchte ich mal dieses schöne Interview aus dem Jahr 2007 in Erinnerung rufen:

Elektrischer Reporter - Jens Seipenbusch über die Piratenpartei [1/2]

Elektrischer Reporter - Jens Seipenbusch über die Piratenpartei [2/2]


#375

Leider kommt bei den beiden verlinkten Videos nichts außer ein schwarzer Bildschirm.

Also quasi ein leerer Stuhl…


#376

Scheinbar klappt die Youtube Einbindung hier nicht so richtig. Hab ich mal gegen Links ersetzt.


#377

Das stimmt natürlich völlig und zeigt auch, dass eine 1-Themen-Partei (wie auch ich sie gern sehen würde) prinzipiell zu kurz gesprungen ist. ABER, das ist für mich noch lange kein Grund für ein “Vollprogramm”. Vllt verstehe ich den Begriff auch nur falsch. Denn ich denke, keine Partei der Welt, kann einen Anspruch auf “vollständige” Politik erheben.

Zumindest sollte man m.M.n. eine gemeinsame “Haltung” entwickeln. Hinsichtlich der AfD besteht ja z.B. bereits Kompromiss, das diese mit “Piratenidealen” unvereinbar ist. Und diese Ideale zu definieren reicht m.M.n. dann auch. Meinetwegen pro Pluralismus und contra Rassismus. Müsst ihr wissen. Für solche Haltungen benötigt man ja auch nicht unbedingt viel Kompetenz. Problematisch wirds dann, wenn beispielsweise Aussagen seitens der Piratenpartei z.B. zum Nahostkonflik erwartet werden. Dazu benötigt man m.M.n. eben schon Kompetenz und mit solchen sehr konkreten Programmpunkten (weil “Vollprogramm”) würde ich mich sehr zurückhalten. Weil man sich damit wie gesagt auch auf das sehr sichere Terrain der “etablierten” Parteien begibt, welche dort eben schon mit von kompetenten und weniger kompetenten Leuten durchreflektierte Positionen erarbeitet haben, mit welchen es dann argumentativ sehr schwer wird.


#378

Jede Partei hat ein Themenschwerpunkt und Programm für möglichst viele andere Themen.
Wozu soll die Diskussion führen, das anders ist als das ?

Das Problem das ich sehe ist aber, dass Vorstände die Twitter DM Gruppen benutzen oder erwägen Google Docs als Teampadersatz zu nehmen, nicht mehr die Datenschutzpartei sind die die Piraten mal waren.


#379

Super Argumente. Schade das er und die anderen von denen er spricht alle weg sind.


#380

Du hast mich verstanden.


#381

Und wie geht es jetzt weiter? Wir haben wohl offensichtlich keinen Kern mehr.


#382

53 Beiträge wurden in ein neues Thema verschoben: Wie mit Mitgliedern umgehen die gegen die Grundsätzer der Piraten verstoßen


#384

Soziale Kompetenz ist eine Hauptanforderungen an Menschen die Politik machen wollen.


#385

Soziale Kompetenz ist politisch erst dann relevant, wenn man Themen hat, die überzeugen. Sonst wird man zu den Grünen. Die sind zwar thematisch völlig daneben, aber die sind immer alle ganz flauschilieb zueinander.


#391

Ich denke doch, dass Parteien sehr wohl einen Anspruch auf eine “Vollständige” Politik erheben können, und auch sollen.
Stell dir vor, wir hätten eine Regierungsbeteiligung. Dann müssten wir uns zu allen möglichen Themen einbringen. Dann können wir schlecht einfach mal ad-hoc eine Position erarbeiten, geschweite denn Lösungsansätze. Und wir können auch nciht hoffen, dass unsere gewählten Vertreter dann plötzlich, spontan und ohne vorherige Meinungsbildung die Ansichten unserer Wähler vertreten.

Meines Erachtens können wir gar nicht andes als mindestens zu versuchen, für alle möglichen Lebensbereiche eine Linie zu haben. Da muss natürlich nciht jeder in jedem Gebiet besonders kompetent sein, aber wenn ich mir vorstelle, ich würde Unterstützerunterschriften sammeln und hätte zu keinem Thema, das meinen aktuellen Gesprächsparter gerade beschäftigt, eine Position, dann hätte ich große Schwierigkeiten, mir vorzustellen, wie das ausgehen soll.

Dass wir damit auch das Terrain der anderen betreten, liegt an der Tatsache, dass das eben die Themen sind, um die die Politik sich kümmern muss. Alle anderen Parteien (ausser der BGE-Truppe) tun das, und aus gutem Grunde. Wie ich oben schon geschrieben habe: Die Wähler wollen schließlich wissen, wie wir zu den verschiedensten Themen entscheiden würden.

Eine ganz grobe Richtung reicht da auch nicht. Wenn ich Dein beispiel: Pluralismus statt Rassismus, aufgreife, dann hat mein Gegenüebr schnell konkretere Fragen: Wie sollen wir mit der “großen Zahl” umgehen, wie mit straffällig gewordenen, wie die Integration, auch in den Arbeitsmarkt, gestalten, Kopftuchdebatte etc. Darauf dann zu sagen: “dazu haben wir keine Meinung” wird in den seltensten Fällen genügen. Ich weiss dass es mir nciht genügt, und bin sicher, so geht es vielen unserer potenzieller Wähler.


#392

Soziale Kompetenz ist immer relevant, wenn man mit Menschen spricht.