Recyclingschwindel - Deutsches Recyclingsystem versagt beim Plastikmüll

Ein interessanter Artikel in der neuen Ausgabe des ehemaligen Nachrichtenmagazins:
Die Bundesregierung geht aktuell davon aus, dass die Quote recycelten Plastiks bei 39 Prozent liegt. Das hält Wilts für eine “Fiktion”. Bereits vor einigen Monaten kritisierten die Grünen die Berechnungsgrundlage und sprachen von “Schummelquoten”. Rechne man nicht verwertbare Verbundmaterialien und Exporte heraus, käme man auf gerade mal 17,3 Prozent.

und weiter:
Laut Wilts scheint auch diese Zahl noch zu hoch gegriffen. Der Experte macht eine andere Rechnung auf: Von den gut 14 Millionen Tonnen neuen Kunststoffs, die 2017 in Deutschland verarbeitet wurden, flossen am Ende nur 0,8 Millionen Tonnen tatsächlich wieder in den Kreislauf zurück. Der große Rest wurde in Kraftwerken verbrannt, exportiert, oder wanderte als Ersatzbrennstoff in die Zementindustrie. Und im ersten Halbjahr 2018 exportierten die Deutschen allein 84.000 Tonnen Kunststoffreste nach Malaysia. Setzt man die Ausgangsmenge von gut 14 Millionen Tonnen ins Verhältnis zu den 800.000 Tonnen Gebrauchtmaterial, die wieder in die Plastikproduktion fließen, kommt man auf eine harte Recyclingquote von nur 5,6 Prozent.

ich behaupte schon lange, das die Müll Mafia in erster Linie bestrebt ist Profite zu erzielen.
Das System wird missbraucht.

Wer will etwas dagegen unternehmen?

Alle können der Müll-Mafia die Grundlage entziehen, indem sie keinen Plastik-Müll mehr hinterlassen.

z.B. Nestle
"We have made a list of hard-to-recycle plastics that we will stop using to assist recycling efforts, with a timetable to phase-out their use.

We have also made a start to eliminate plastics across a range of materials in our ice cream, confectionery and beverages businesses, and reducing the amount of shrink-wrap we use. These efforts could lead to us already eliminating over 40,000 tonnes of plastic in 2019."
https://www.nestle.com/ask-nestle/environment/answers/tackling-packaging-waste-plastic-bottles

z.B. Unilever
Besonders das Ziel „Reduzierung der Umweltbelastungen“ wurde im Zusammenhang mit Plastik- und Verpackungsmüll in den vergangenen Monaten stark diskutiert. Die große Menge Plastikmüll, die weltweit anfällt, ist eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit. Nur ein kleiner Teil des Plastikabfalls wird wiederverwertet, der Rest landet in Müllverbrennungsanlagen oder in der Umwelt.

Unilever selbst hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 das Gewicht der Kunststoffverpackungen um ein Drittel zu reduzieren und spätestens ab 2025 100% wiederverwendbare, recyclebare oder kompostierbare Verpackungen sowie einen Recyclinganteil von 25% in Kunststoffverpackungen einzusetzen.

Wie gut, das ich mir den Kunststoff Pfand rechtzeitig schützen ließ …

Ohne dir widersprechen zu wollen, aber wozu ein Nachhaltigkeitsplan statt weitgehenden Verzicht auf Kunstoffe ? Schon klar, zu 100% ist das nicht möglich. Aber wozu Gemüse in Folie einschweißen, wie beim Broccoli zum Beispiel, Äpfel im 6 Pack ebenfalls in Folie.
Joghurt in Plastikbecher statt Pfandgläser ?
Milch ebenso, statt Tetrapack Pfandflaschen.
Von den nicht wiederverwendbaren PET Flaschen fange ich garnicht erst an.

Sensible Transportgüter werden mit Plastikfolie und Styroporflocken gegen Beschädigung geschützt, Popcorn erfüllt den gleichen Zweck und landet im Kompost.

Plastiktüten sollen aus Supermärkten verschwinden, entweder Papier oder Mehrwegetaschen. Und sorry, Plastiktüten sind nur sehr begrenzt mehrwegfähig.

Ich bin zwar kein Freund von Fertiggerichten, aber sehr selten greife auch ich darauf zurück.

Da hat man 2 Pizza Margherita im Karton, und die Pizzen selbst sind noch in Kunstoffolie ( eigentlich dachte ich Kunststofffolie m?) eingeschweißt220 Grad in den Backofen geworfen, wo soll da ein Keim überleben ?

Meine Intention war es darauf hinzuweisen, dass die “Entrüstung” und die Verantwortung über die Verwendung von Kunsstoff bei weltweit tätigen Firmen der Nahrungsmittelindustrie angekommen ist.
Da geht es nicht um irgendwelche Kleinmengen wie Strohhalme.
Die waren nur der Auslöser.

Das unterscheidet diese Branche z.B. positiv von der deutschen Automobilindustrie, die sich für den Klimawandel nicht verantwortlich fühlt.

Verpackung ist das eine, wohin man aber auch sieht, wir sind von Kunststoffprodukten umzingelt, die als Müll enden.

und die Ökobilanz bzw CO² Fußabdruck?

vom sogenannten “Gefrierbrand” weißt Du nix oder schon gehört ?

Doch, aber nicht bei Teigwaren. Das betrifft vor allem Fleisch / Fisch oder Gemüse.

Sollte die etwa zu Gunsten der Plastikbecher ausfallen ?

Lass hören ! ( Lesen )

Was bei Getränken - die Kistenweise verkauft werden - Sinn macht, ist bei Joghurtbechern wegen den geringeren Mengen nicht sinnvoll.

Letztlich aber müssen wir uns fragen, wo unsere Prioritäten liegen. Möchten wir das Erdöl sparen, das die Produktion von Kunststoff nun einmal erfordert? Oder doch eher Energie und Wasser über den gesamten Lebenszyklus?

Der Wasserverbrauch ist bei uns gar kein Problem, es wird eher zu wenig verbraucht und die Energie kommt mit steigenden Anteilen aus regenerativen Quellen.
Der Plastikbecher hat keine Zukunft.

Du kannst Kunststoffe aus Erdöl, aus Gas, aus Kohle, aus Biomasse herstellen.
Ich würde Gas empfehlen, dass oftmals bei der Ölförderung nur abgefackelt wird bzw generell viel mehr Ressourcen hat als (Erd)Öl.

Du kannst sie auch aus Glas machen, geht im Gegensatz zu Gas oder Erdöl nicht auf die Ökobilanz. Damit meine ich CO2.
Glas ist SiO2, du siehst in der Summenformel ist kein Kohlenstoff enthalten.

Klar, der Transport der Pfandgläser ist ( noch) mit CO2 gekoppelt
Aber der Transport von Plastikbecher auch, die kommen nicht von allein in den Supermarkt. Diese sind nicht wieder verwertbar und verschlingen Ressourcen in Form von Erdöl oder von mir aus Erdgas, also fossile Energieträger.

Wegen Deinem Hinweis, dass in SiO² kein Kohlenstoff ist :star_struck:
Anta Res sucht Armaturenbretter aus Thermoplastische Massen aus Maisstärke und Lignin

winkewinke

Hanf im Automibilbau

Mercedes-Benz war vor 20 Jahren einer der ersten Autohersteller, der mit Naturfasern experimentierte. Bei den Türverkleidungen der damaligen E-Klasse (Modellreihe 210) ersetzte er Kunststoff durch Fasermatten aus Flachs und Sisal, die unter Hochdruck geformt und durch ein Bindemittel stabilisiert wurden. Rund 350 Tonnen der beiden Naturfasern wurden auf diese Weise jährlich für Mercedes-Benz verarbeitet.

In den folgenden Jahren ging die Verwendung nachwachsender Rohstoffe allerdings unter dem Druck der Kunststofflobby wieder zurück, bis ein neuer Trend die Automobilindustrie erfasste: Leichtbau.

das ist böse :sunglasses:

1 Like

Why Not, Amarturenbrett aus Maisstärke. Aber wehe das Zeug fängt an zu schimmeln, dann kann ich es nicht Mal an die Hühner verfüttern.

Im Ernst, wieviel Chemie ist notwendig, dass Maisstärke über Jahre stabil bleibt und weder von Pilzen noch Bakterien zersetzt wird ?

Aber vom Prinzip finde ich die Idee gut

Gar nicht viel. Die “Zersetzer” sind scharf auf Stärke und das Eiweiß. Das Eiweiß kann man thermisch zersetzen, die Stärke wird umgewandelt. Technisch wichtig ist die Zellulose des Fasermaterials. Wird auch mit Holz gemacht => Thermisch modifiziertes Holz

“Ebenso bietet Thermoholz eine unbedenkliche Alternative in Anwendungsbereichen, in denen die Verwendung vom mit chemischen Schutzmitteln getränkten/imprägnierten Hölzern gängig ist.”

Mehr zu Kenaf im i3

Was für eine High Tech Welle im Automobilbau :heart_eyes:
mein alter VW Bus Baujahr 1993 hatte schon Türinnenverkleidungen aus Naturfasern, die dem Fachkundigen unter dem Namen “Hartfaserplatte” geläufig ist. Auf der dem Innenraum zugewandten Seite war diese Holzfaserplatte mit Stoff überzogen.
Das ist also alles schon normal und bekannt.

Neu hingegen ist sowas: Sind Pilze der neue Kunststoff?

oder hier

Fraunhofer-Forschern in Stuttgart ist es gelungen, Pilze in Produktionsfabriken umzurüsten und zahlreiche Chemikalien wie Apfelsäure und Biotenside für neue Kunststoffe herzustellen.

vor einem Jahr habe ich mal mit BASF Ingenieruren / Chemikern darüber gesprochen.
Es ging um Formteile aus Pilz Myzel, die in Gewicht und Eigenschaften Styropor Formteilen entsprachen - aber B1 zertifiziert waren (schwer entflammbar). Die Biomasse wurde mit den Pilzsporen in die Form gegeben und der Pilz wuchs dann in die Form. Im Gegensatz zu Styropor konnte man das Pilzgewebe gut lackieren bzw die Oberfläche besser gestalten.

so etwa: Revolution bei Kunststoffen: Pilze sind das neue Plastik

Natürlich, erneuerbar und nahezu keine Energie ist nötig für eine bahnbrechende Erfindung. Das nachhaltige MycoBond ist eine revolutionäre Erfindung, mit der schützende Verpackungsmaterialien, Polystyrol für die Hausdämmung oder Kunststoffe für die Produktion von Autoteilen ersetzt werden können. Völlig organisch und auf der Basis von Pilzkulturen und Bioabfällen ist MycoBond sogar kompostierbar.

The Mycelium Biofabrication Platform™