Präzisierung und Vertiefung unserer Aussagen zum BGE

Klingt nach einer harten Strafe.

Piraten machen Ernst mit dem Recht auf Würde und Teilhabe:
nicht die Institution Ehe ist besonders schützenswert, das Ehegattensplitting gehört abgeschafft.
keinem Individuum wird sein Menschsein abgesprochen, ob als Kind oder als Greis.
die Geburtsurkunde wird ohne Erwähnung m/w ausgestellt.
Bewerbungen werden grundsätzlich in anonymisierter Form abgegeben.
Die Gesetzesbücher sind in ständigem Wandel, sind nicht überflüssig und die Arbeit im öffentlichen Dienst wird sich verändern, nicht verschwinden.

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Arbeitslos?
Ich denke nicht!
Wir haben so viele Probleme in Kommunen und Ländern, da könnten bestimmt neue Betätigungsfelder gesucht werden.
Endlich mal Ansprechpartner für Digitalisierung, Klima- und Umweltschutz oder der Aufbau von lebenswerten Städten / Regionen mit neuen Infrastruktur-Modellen.
Da würden sich gerade für jüngere Menschen Bereiche eröffnen, die bestimmt erfüllender sind als Menschen mit finanziellen Problemen hinterher zu spionieren. (OK, etwas hart :wink: )

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In der Bürokratie werden eher weitere Arbeitsplätze geschaffen werden, die Wissen schon wie sie sich “Arbeit” verschaffen. In dem Maße wie es immer mehr Gesetze, Richtlienien usw. gibt deren Einhaltung genau überwacht und gegenüber den Bürgern kontrolliert werden soll desto mehr Verwaltungsjobs wird es am Ende geben.

Wie wäre es das mit einer Vermögenssteuer für Milliardäre zu finanzieren ?

Das funktioniert nicht; die suchen sich dann ein Niedrigsteuerparadies, und ihr Ex-Wohnsitzstaat geht ganz leer aus.

Angenommen, das BGE wird betrachtet wie der Teil eines 'Beamten’gehalts, dann wird es aus denselben Finanzierungsquellen wie die Pensionen, Diäten u.ä. ausbezahlt. Wer fragt denn danach, wie diese ‘Bezüge’ finanziert werden?

BGE hat für mich sowas von StarTrek Ökonomie. Jetzt wo der olle Kapitalismus baden geht braucht es neue Utopien !

Das BGE ist ein Schmiermittel für den Kapitalismus, es lässt auch die Armen weiterhin an ihm teilhaben, statt das System zu ersetzen.

So turbokapitalistisch, dass man das BGE fordert, muss man erst mal sein.

Gibt es denn ein besseres System ? Und wenn ja welches ?

Ich bin Turbo Hedonistisch. Den Maschinen die Arbeit, uns Menschen den Spaß !

Ich mach Lieber Partys, Zocke PC Games und hab guten Sex anstatt 8 Stunden im Bürro Aktenordner hin und her zu schieben. Also wenn es nach mir gehen wprde !

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Minarchismus (ob nun Anarchokommunismus oder -kapitalismus, ist fast egal).

Muss das ein Widerspruch sein?

Naja, Sex im Büro würde mir schon auch sehr viel Spaß machen. Aber einige Kollegen im Großraum Büro dürften das schon etwas eng sehen wenn man da in der Mittagspause auf dem Bürotisch vögelt (leider).

Ja - und? Sich das Leben von Spießern diktieren zu lassen ist doch sehr wenig erstrebenswert.

(Diese Diskussion ist etwas themenfern. Wir sollten sie in einem separaten Thema fortsetzen.)

Wie wir doch sehen können brauchen die Armen erst mal genug Geld bevor sich ein Klassen bewusstsein wirklich bilden kann, was benötigt wird um das System zu ändern.
Die Unruhen in diese Richtung fanden ja mehr in Spanien und Italien statt als in England wenn wir mal eine historische Betrachtung heranziehen.

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Aber wenn sie mehr Geld hätten, wären sie ja keine andere (finanzielle) Klasse mehr, derer sie sich bewusst werden könnten.

Arbeiterkämpfe fanden ja meist da statt wo wirklich Massenhafte Armut vorhanden war, z.B. die Anarchisten im Spanien der 1930er usw. Daraus sind ja auch Visionen für andere, neue Gesellschaftsformen entstanden. Visionen die in der heutigen Gesellschaft weitgehend vergessen worden sind.

Heute ist echte Solidarität und dann auch noch International zunehmend undenkbar, da regiert halt durch den allgemeinen “Wohlstand” der Massenkonsumismus. Da reichts dann im Proletariat höchstens noch für ein bisschen “Nationalbewustsein” weil man das was man hat nicht mit anderen zum Beispiel Flüchtlingen teilen möchte. Da ist von der Internationalen Soldarität der Arbeiterklasse die ja Grenzenübergreifend in der selben Lage war nicht mehr ganz so viel übrig. Das was heute die Kontinente verbindet ist kein Klassenbewustein mehr sondern die Geld und Warenströme.

Die Linken der alten Schule sind dann gegen BGE oder sogar teils gegen zu viel Sozialstaat damit dann durch die so erzeugten Gegensätze irgendwie das alte Klassenbewustsein zurück kommt. Aber auch das würd nicht funktionieren, irgendjemand muss ja den ganzen Überfluss verkonsumieren und dazu braucht es Kaufkraft.

Die Überwindung des Nationalismus zugunsten des globalisierten Neoliberalismus hat zudem dafür gesorgt das auch in den Entwicklungsländern kein effektives Klassenbewustsein mehr entstehen kann. Die Näherin in Bangladesh mag zwar genau wissen wie weit unten Sie in der globalen kapitalistischen Hierarchie steht. Aber Sie weiß auch das es völlig vergebens ist sich zu organisieren und zu streiken. Dann würde das Kapital die Textilien nämlich ganz einfach in Pakistan oder dem Kongo produzieren lassen. Das Auflösen Nationalstaatlicher Grenzen hat somit die Verhandlungsmacht der Arbeiterklasse nachhaltig zerstört.

Sieht man auch daran das in den Industrieländern nach 1990 im Grunde die Löhne der Arbeiterklasse stagnieren, mehr oder weniger. Die Milliardärsklasse aber immer reicher wird und durch das Ausspielen der verschiedenen Rechtsräume gegeneinander noch nicht einmal ernsthaft Steuern zahlen muss.

Ob mit oder ohne BGE, ich sehe da eigentlich nirgends die Vorraussetzungen für ein Wideraufleben einer echten Verhandlungsmacht der Armen. Diese mögen nun zwar die Ursachen erkennen und im Neo-Nationalismus einer AfD oder Front National oder wie auch immer ihr Heil suchen. Was ebenfalls eine Illusion ist, da eine Hight Tech Wirtschaft nur durch Vernetzung so richtig effizient funktioniert und da wo Industrie zurück geholt wird diese dann meist auch gut durchautomatisiert und roboterisiert ist. Den Leuten wird da dann höchstens noch eine populistische Fake Vision verkauft

Die Arbeiterklasse ist am Ende. Es entsteht dann eine neue Arme Klasse, das Prekariat das aber da es da das Kapital deren Arbeitskraft nicht braucht bei weitem keine solche Verhandlungsmacht hat wie das Proletariat.

Die neue Gesellschaft wird Dreigliedrig sein: Prekariat vs Proletariat vs Kapitalistisches Bürgertum. Alle 3 Klassen haben antagonistische Interessen und werden zumeist kaum in der Lage sein zusammen zu arbeiten. Insbesondere das Prekariat hätte natürlich Interesse an einem BGE, weniger jedoch die Mittelständischen Teile der Arbeiterklasse die dieses bezahlen müssten. D.h gehe ich da stark von einer zunehmenden Fragmentierung der Gesellschaft aus und damit abnehmenden Chancen das Kapital wirklich effektiv herauszufordern.

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Wir reden hier von ein paar tausend € pro Monat unterschied, dass wird das BGE vermutlich nicht ausgleichen :laughing:

Aber gerade da finden ja die großen Arbeitskämpfe zurzeit statt, Indien hatte ja vor kurzem einen General Streik mit mehreren Millionen Menschen. Und auch in Chile gibt es ja da ganz kräftig Bewegung. Deswegen denke ich nicht das die atomisierung so weit fortgeschritten ist, dass sich keine Solidarität entwickeln kann. Ich denke in der westlichen Welt wird dass ja auch dadurch sichtbar das die BLM proteste und FFF schon sehr viel besser organisiert sind als es occupy war.

Wie hoch wäre denn ein BGE, von dem du würdevoll leben könntest, genau?

Die ‘Klassengesellschaft’ ist ein Denkmodell, das sich überlebt hat, während sich der Marx’sche Begriff des Kapitalismus sehr wohl auf die heutige gegenwärtige Situation anwenden lässt. Dabei wird deutlich, dass der Kapitalismus kein Gegensatz zum Sozialismus und Kommunismus darstellt, siehe VR China u.a. Das BGE ist eine ‘Sozialleistung’ und könnte als solche eine gemeinschaftsbildende Funktion erfüllen und dabei zu einer selbstbestimmten, freiheitlichen Lebensgestaltung beitragen.

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GENAU dies sollte von den Gegnern erst mal beantwortet werden!