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Positionierung zu straffälligen Flüchtlingen


#6

Das ist es ja, was ich meine…
Ehrlichgesagt war ich mir nicht sicher, ob ich so einen Thread überhaupt eröffnen sollte, da ein Shitstorm und das in die “rechte Ecke rücken” schon fast zu erwarten ist. Aber wenn wir uns selbst schon solchen Selbst-Zensur-Gedanken hingeben, dann läuft definitiv etwas falsch in der Partei. Allerdings ist das ein bekanntes Problem im SJW-Bereich. Daher nehm ich lieber den Ärger in Kauf, als meinen Mund zu halten. :slight_smile:


#7

#wenn du von SJW Bereich schreibst brauchst Du dich nicht wundern wenn du Ärger bekommst. :joy:


#8

Ich hatte ja gesagt, dass die PKS mit Vorsicht zu betrachten ist. Hauptsächlich geht es mir aber um die schweren Gewalttaten, die dann auch bundesweit bekannt werden. Sei es Vergewaltigung, (Ehren-)Mord oder Terroranschläge. Wenn das mehr wird, als das Volk ertragen will, dann explodiert der Kessel und wir haben Lynchmobs.

Soll ich das Argument so verstehen, dass man aufgrund dieser Traumata Verständnis dafür aufbringen soll, wenn mal wieder eine Frau vergewaltigt wird? Oder interpretiere ich das jetzt falsch?


#9

Ich auch.

Trotzdem muss uns/Dir eines klar sein. Vom Grundsatz her sind wir derzeit nicht in der Lage uns dazu eine Meinung, ein öffentliches Statement zu bilden. Witzigerweise können wir uns aber unser Parteiprogramm schnappen und daraus zitieren. Ich sage nur “Transparenz”. Ich meine, wissen wir alles? Gibt es Statistiken die evtl. existieren müssten aber geheim gehalten werden? (Das würde den Bürger verwirren) Oder gibt es Statistiken die vielleicht noch fehlen, weil sie niemals erhoben werden? (oder sogar verhindert?)

Wenn wir dieses Thema echt beackern wollen, dann müssten wir zuerst Fragen stellen. Das Problem hierbei, es ist schwer die richtigen Fragen zu finden! Dann nehme ich doch lieber in Kauf und versuche mich nicht an einer Symptombekämpfung sondern versuche die Ursachen zu ergründen.

Ehrlich, ich komme an der Stell eben kein einziges Stück weiter. Es sei denn ich verfalle in helle Aufregung und will mit “weinen”, weil ja alles so grausam ist. Dumm nur, Mitleid hilft uns nicht. Mitleid ist eben nur eine dumme Reaktion auf etwas. Mitleid hilft nicht auf Dauer, nicht langfristig.


#10

Es geht ja auch eher um ein Meinungsbild, als ein politisches Positionspapier. Davor sollten wir uns eh hüten. Aber wir müssen halt mal schauen, ob es eher in Richtung “Straftäter sofort abschieben”, “Straftäter erst in Knast, dann abschieben”, “Straftäter in Knast, dann schaun wer mal” oder “Straftäter sind nur Straftäte, weil die so ein schweres Leben haben, die müssen wir hier behalten und sozialisieren” gehen soll.

Piraten sind klar Pro Flüchtlinge eingestellt. Aber wie wir die Probleme im Land behandeln wollen, da hat sich bisher noch keiner Gedanken gemacht. Es geht in der Partei immer nur darum, wie man den Leuten helfen kann, damit sie herkommen können (Stichwort Seebrücke). Aber wie man die dann im Land behalten kann, ohne dass die eigene Bevölkerung austickt, da sagen wir halt quasi gar nix dazu.


#11

Um etwas Sachlichkeit in die Diskussion zu bringen, sollte man sich mit den bestehenden Gesetzen beschäftigen. Ist nicht gerade mein Fachgebiet, aber habe mal versucht ein wenig Klarheit reinzubringen.

Zunächst ist es wichtig, worüber wir sprechen.
Ist das Thema die Ausweisung oder die Abschiebung von straffälligen Geflüchteten ?

Die Ausweisung ist die Grundlage für die Abschiebung. Sprich, mit der Ausweisung verliert man seinen Aufenthaltsrecht. Die Abschiebung ist der Vollzug, soweit keine freiwillige Ausreise erfolgt ist.

1.“Ausweisung von straffällig Geflüchteten”
Wenn wir über die Behandlung von strafrechtlich in Erscheinung getretenen Menschen, die ein Aufenthaltsrecht (Grund erst mal egal) haben, reden, wird man feststellen, dass es bereits sehr detaillierte geregelte Normen für die Ausweisungsgründe gibt.
Die Ausweisung ist in § 53 AufenthG geregelt https://dejure.org/gesetze/AufenthG/53.html
Ob eine Ausweisung wegen z.B. Straffälligkeit erfolgt ist eine Interessenabwägung zwischen den Ausweisungs- und Bleibeinteressen.
Ausweisungsinteressen:
https://dejure.org/gesetze/AufenthG/54.html
Hier findet man auch den Katalog der ein besonderes Ausweisungsinteresse bei Straffäligkeit vorsieht.
Dem stehen die Bleibeinteressen gegenüber.
https://dejure.org/gesetze/AufenthG/55.html

Wenn nach Interessenabwägung eine Ausweisung erfolgt, dann hat derjenige keinen Aufenthaltsrecht mehr und muss ausreisen. Erst wenn die Ausreise nicht freiwillig erfolgt, erfolgt die Abschiebung.
Das ganze kann nach dem AsylG mittlerweile im beschleunigten Verfahren durchgeführt werden.

2.“Abschiebung von straffälligen Geflüchteten”
Wer keinen Aufenthaltsrecht mehr hat wegen einer Ausweisung oder auch Ablehnung seines Asylantrages, kann abgeschoben werden.
Hier kommen dann die Abschiebeverbote des § 60 AufenthG ins Spiel:
https://dejure.org/gesetze/AufenthG/60.html

Mir ist bewusst, dass das Thema sehr komplex ist, aber ich halte eine Diskussion nur sinnvoll, wenn einem klar ist, über welche Bereiche wir reden wollen.


#12

Das nicht gerade, aber die Sprachwissenschaftler sind sich zunehmend einig, dass eine Fremdsprache im 6 Wochen bis 3 Monaten gelernt werden kann.

Flüchtlinge sollen daher unabhängig von ihrem Status in den ersten 3 Monaten einen intensiven Sprachkurs verknüpft auch mit den Grundsätzen unserer Kultur und Geschichte.
Dadurch sind sie auch nicht mehr nur auf Fernsehen und Nachrichtenseiten ihrer Heimatländer angewiesen.
Psychologen können sie dann auch betreuen, ohne das die Sprachbarriere ein unlösbares Problem schafft.

Unsere Gesellschaft könnte viel mehr tun um die Integration von Flüchtlingen zu beschleunigen.
Da würde letztlich dazu führen, dass eine Vielzahl von Problemen gar nicht erst entstehen.


#13

Dafür hätte ich gerne eine Quelle.


#14

Nach Kriegsende strömten Millionen Menschen aus Ostpreußen, Schlesien, Pommern und dem Sudetenland gen Westen. Dort waren sie jedoch oft höchst unwillkommen und stießen auf Vorurteile.

Mehr als zehn Millionen entwurzelter Menschen irren durch das zerstörte Deutschland, auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Mindestens eine halbe Million überlebt die Strapazen nicht. Vielerorts schlägt den Flüchtlingen Ablehnung, ja Verachtung entgegen. Sie gelten als „Dreckszeug aus dem Osten“, mit denen man das Wenige, was man selber hat, auf keinen Fall teilen möchte. Mancherorts heißt es, die drei großen Übel der Zeit seien „die Wildschweine, die Kartoffelkäfer und die Flüchtlinge“.

In der Rhein-Neckar-Zeitung ist im April 1948 zu lesen:

„Die Flüchtlinge sind grundsätzlich schmutzig. Sie sind grundsätzlich primitiv, ja sind sogar grundsätzlich unehrlich. Dass sie faul sind, versteht sich am Rande. … Und einen Dank für das, was man ihnen tut, kennen sie nicht. Das ist es, was man in 90 von 100 Unterhaltungen über Flüchtlinge zu hören bekommt.“

Die amerikanische Besatzungsmacht ist überrascht von der mangelnden Solidarität der Besiegten gegenüber ihren vertriebenen Landsleuten. Dennoch: Flüchtlingen und Heimatvertriebenen gelingt in den 50er-Jahren vielfach ein radikaler Neuanfang. Sie tragen wesentlich zum Wirtschaftswunder jener Jahre bei.

Hat mit Kriminalität, Sprachproblemen und dem Nichtverstehen der Kultur gar nichts tun.

Der bayerische Claim “Heimat - weltoffen und menschlich” ist bewußt dem Heimatbegriff entgegengestellt, den andere Parteien nutzen, um auszugrenzen.
Die Geschichte hat insbesondere in Bayern gezeigt, dass die “eigene Bevölkerung” zwar schon mal austickt, man sich bei der Integration durch solches Verhalten aber nicht beeinflussen lassen sollte, damit man 60 Jahre später in Tracht gemeinsam auf dem Oktoberfest auf seine Heimat anstoßen kann. Prost.


#15

z.B. Kurse über 12 Tage

Oder hier werden Stunden vorgerechnet


#16

die Kids brauchen Hilfe und kein Abschieben in Parallelgesellschaften, was ich damit sagen wollte, ;:Ja traumatisierte Jungs mit massiver Gewalterfahrung sind gefährdet selbst gewalttätig zu werden, statt nun so schockiert zu sein, wäre es angebracht im Sinne der Gewaltprävention vorbeugend tätig zu werden und massiv Mittel zur Traumata Behandlung und Integration zur Verfügung zu stellen.


#18

Ja es ist traurig immer wieder das gleiche zu dem Thema zu lesen. Aber es ist leider auch ziemlich Menschlich, alles Fremde zuerst mal abzulehnen.

Das ist jetzt nicht Dein ernst, oder? Du vertraust auf simple Werbung und preist das dann als Argument an?! Is jetzt nicht wirklich wahr, oder?!

Wirklich, solcherlei Aussagen lassen mich wirklich zweifeln … #KopfTisch

seufz
Du beschreibst den Idealfall, Wunschdenken … am Ende hat das wenig Realität. Mit Betroffenheit zu hantieren, damit hilft man niemandem. Nicht mal den Betroffenen. Kommt doch bitte mal weg von diesen ganzen Emotionen.


#19

Ich möchte, dass wir Kriminalität vermeiden und im Sinne einer Sicherheitsprävention agieren, dazu müssen die Ursachen bekämpft werden, Repression schützt niemanden, auch Strafjustiz vermag keine Resozialisierung zu leisten, da bin ich sehr pragmatisch und ehrlich, Opferschutz bedeutet, dass wir der Kriminalität vorbeugen, das ist aufwendig und fordert die Gesellschaft heraus, es beginnt z. B damit, dass es viel zu wenig qualifizierte Pflegefamilien für minderjährige unbegleitete Geflüchtete gibt, die meisten Vormundschaften haben völlig überlastete Jugendämter.


#20

Du meinst das mit dem positiven Vorleben durch diverse “Vorbilder”? Funktioniert das denn? Ich bin mir da nicht sicher. Aber ich bin da auch nicht das Maß der Dinge.

Ja, ich stehe selbst auch auf dem Standpunkt, dass weder Repressionen, Gängelei oder ähnliches etwas zum positiven verändert. Nur “Opferschutz” beugt vor? Muss ich das nun so interpretieren, dass man per se alle als Kriminelle betrachtet, weil es könnten ja Opfer daraus hervorgehen?

Wisst ihr, all das sind Dinge die so rein gar nichts mit der Realität zu tun haben. Ich kann nicht auf Jugendliche einhämmern, nur in der Annahme, sie könnten Gewalt kennengelernt haben und später auch so reagieren. Das ist in meinen Augen unzulässige Verallgemeinerung. Und so wie man die eigenen Kinder nicht zu 100% überwachen kann, so wird es “da” auch so sein.

So blöd wie es ist, es wird immer Opfer und Täter geben. Das kann man nicht ändern, nicht eindämmen. Was man aber ändern kann, den Gesellschaftlichen Umgang damit. Delikte jeder Art sind abzulehnen, das sollte unmissverständlich klar sein. Auch das Empfinden, wie Strafen verhängt und wie hoch diese sein sollten, ist immer von Fall zu Fall unterschiedlich. Wer eine Katze aus Lust tötet, sollte laut Gesellschaft härter bestraft werden, als einer der Millionen an Steuern hinterzieht und damit uns allen einen Schaden zufügt. Diese Diskrepanz gilt es aufzulösen.

Aufklärung, also eine Zusatzbildungsstunde, ist in meinen Augen das Gebot der Stunde. Und nicht mal da ist sicher, dass man jemandem aus einer Kultur die 400 Jahre in ihrer Entwicklung hinterher hängt, plausibel erklären kann, das viele Dinge hier anders laufen. Und Pardon, ich spreche hier aus eigener Erfahrung. Ich habe lange Jahre versucht einer ähnlichen Gruppierung wie den heutigen Arabischen Einwanderern, genau das zu erklären. Sie berufen sich auf einen Gott und der muss es ja wissen.

Man erreicht wenn überhaupt, nur einen gewissen Prozentsatz, auf jeden Fall nicht alle. blöd nur, man kann allen nur vor die Stirn schauen, nicht ins Hirn. Und das hat dann irgendwie wenig mit Prävention zu tun.


#21

Sorry, verstehe ich Dich richtig? Du meinst allen Ernstes es gäbe keine Möglichkeit der Kriminalitätsprävention? Sogar die Polizei klärt auf, geht in die Schulen, unterstützt Schulsozialarbeit und Sozialarbeit in Nachbarschaften, alles vergebene Liebesmühe, da die frühkindliche Prägung ein Lernen und Veränderung der Haltung verunmöglicht? Nein, ich erlebte sogar dass Kids aus rechten Jugendgangs den Ausstieg schafften, ich gebe die Menschen nicht auf, denn jede einzelne Person hat Potential zur Veränderung.


#22

Um zu verstehen, welchen taktischen Fehler Seehofer begangen hat, muß man wissen, dass Bayern 1,9 Mio Vertriebene aufgenommen hat.
Jetzt haben wir es, siehe oben, mit 970.000 Flüchtlinge in ganz Deutschland zu tun.
Für die CSU und Franz-Josef Strauß stellten die Vertriebenen einen wichtigen Machtfaktor dar. Entsprechend viele sind in die CSU eingetreten.
Wenn ihnen Ablehnung vor Ort entgegenschlug, so waren sie doch gerne in der CSU gesehen.
Dass diese die jetzige Flüchtlings-Politik von Seehofer nicht mittragen wollen, überrascht daher keineswegs, sie sind längst angekommen, es ist ihre Partei.

Wenn unterschiedliche Kulturen aufeinandertreffen gibt es immer Probleme, da manche Kultur, aus welchen Gründen auch immer, weiterentwickelt wurde als die andere.
Mit der Abschiebung von Straffälligen vermitteln wir unsere Werte nicht.
Auf dem Boden der Bundesrepublik ist unser Rechtssystem anzuwenden, unabhängig von der Staatsangehörigkeit einer Person.


#23

Wenn Du es so ausgedrückt haben möchtest? So ist es, denn es wird eben nicht 100% erreichen.

In vielen Fällen wirst Du eben genau nichts erreichen. Denn dazu müssten die Familien, in denen die Kinder leben, ein anderes Leben führen. Sprich, deren Bezugspersonen müssten dann im Grunde “ausgetauscht” werden. Alles andere ist dann der sprichwörtliche Januskopf. Denn wehe man dreht denen den Rücken zu.

Ausnahmen bestätigen die Regel, sie sind aber nicht die Regel. Natürlich hat aber jedes Kind die Möglichkeit sich zu verändern. Aber herjee, diese Rahmenbedingungen zu schaffen bedeutet ein Heer an Sozialarbeitern, Psychologen, Lehrern usw. Also pro Person die diese Unterstützung benötigt mindestens 1,5 Personen die sich um diese kümmert.

Der Ansatz ist sicher lieb und nett, hilft aus meiner Sicht aber immer noch nicht.


#24

So du hältst das Vorlesungsangebot der Uni Paderborn für Werbung?

Ich hab so einen Kurs gemacht:

6 Wochen hier in Deutschland + 4 Wochen im Ausland

In 6 Wochen haben wir jeden Tag ca. 30 Vokabeln gelernt also 6 Wochen * 7 Tage * 30 Wort = Wortschatz von 1260 Worten. Dazu jeden Tag 2 Stunden Sprachübungen, 2 Stunden Grammatik und 2 Stunden Konversation über Themen von Geschichte und Kultur.

Wer in einer fremden Sprache etwa 1000 Wörter der Alltagssprache beherrscht, das heißt grammatikalisch und semantisch richtig anwenden kann, kommt im jeweiligen Land schon gut zurecht.
aus https://de.wikipedia.org/wiki/Wortschatz

Danach 4 Wochen im Land um mit täglich 4 Stunden Unterricht und die Erfahrung sich alleine zurechtzufinden.


#25

Ach Wutze seit wann bist du Experte für Traumtherapie und Kriminalprävention?

Jeder mit ein wenig gesundem Menschenverstand dürfte doch klar sein, dass man junge Männer auf der Höhe ihrer Tatkraft nicht in eine Flüchtlingsunterkunft pferchen kann ohne das es zu Problemen kommt.

Wenn diese Menschen dann auch noch aus Kriegsgebieten kommen und auch auf der Flucht Gewalt erlebt haben Hilfe brauchen, ist doch wohl klar.
Das Therapeuten die keine gemeinsame Sprache mit potentiellen Patienten haben, nicht helfen können, ist doch auch klar.

Das Ausländer, die die Landessprache nicht sprechen und praktisch nur Kontakte zu Menschen haben die ihre eigene Muttersprache sprechen, nichts oder nur sehr wenig von der Kultur ihres Gastlandes mitkriegen ist doch logisch.

Das zwischenmenschliche hat sich doch die letzten 10.000 Jahre kaum verändert.


#26

Du hast in 10 Wochen Arabisch gelernt?

Ich kann nur die Zahlen