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Positionierung zu straffälligen Flüchtlingen


#1

Disclaimer:
Auch wenn der Thread-Titel das vermuten lässt, soll es bei dem Thema nicht um Ausländer-Hetze im Stil der AfD und Co. gehen. Ich bitte auch darum, hier als Thread-Ersteller nicht in eine braune Ecke geschoben zu werden. Allerdings muss man angesichts der Vorkommnisse das Thema mal realistisch betrachten und eine klare Positionierung der Partei ausdiskutieren, unabhängig zu welchem Ergebnis wir dann kommen. Daher bitte ich um eine sachliche und konstruktive Diskussion ohne persönliche Anfeindungen.
Und auch wenn es ab und zu so klingen mag, soll hier kein pauschales Urteil über alle Schutzsuchenden getroffen werden, sondern es sind immer Einzelpersonen hinter den Taten. Allerdings häufen sich diese Einzelfälle so sehr, dass es die übliche Statistik überschreitet.

Faktenlage:
Schutzsuchende EU insgesamt: 2.300.000
Schutzsuchende Deutschland: 970.400

  • davon Flüchtlingsschutz nach Genfer Konvention: 600.000
  • davon subsidärer Schutz: 200.000

(Stand: Ende 2017, Quelle: https://www.derwesten.de/politik/wovon-reden-wir-eigentlich-wichtige-zahlen-zu-fluechtlingen-id214753039.html)

Andere Zahlen:
Anerkannte Flüchtlinge: 974.000
abgelehnte Asylbewerber: 638.000 (teilweise mit Duldung)
unmittelbar Ausreisepflichtig: 27.000
(Stand Ende Juni/Anfang Juli 2018, Quelle: https://www.sueddeutsche.de/politik/fluechtlinge-in-deutschland-drei-jahre-wir-schaffen-das-eine-bestandsaufnahme-1.4110671)

Anzahl tatverdächtige Zuwanderer: 8,5% aller Tatverdächtiger gemäß PKS 2017, entspricht 167.268 Personen. Bezogen auf die 970.400 Schutzsuchende insgesamt entspricht dies rund 17,2%.

Diskussion:
Die genannten Zahlen sind das, was ich auf die Schnelle ermitteln konnte. Klar ist, dass die PKS nicht wirklich aussagekräftig ist, da die einzelnen Taten nicht gelistet sind und insbesondere z. B. bei Schlägereien in Flüchtlingsheimen gleich mal 5-10 “Tatverdächtige” in der Rubrik Gewaltverbrechen gelistet werden. Dennoch muss es wohl als Fakt angesehen werden, dass unter den Schutzsuchenden ein signifikant höherer Anteil Menschen ist, welche zu Straf- bzw. Gewalttaten neigen, als dies in einer beliebigen Menge ansonsten üblich ist (Merke: Unter 100 Leuten sind 10 Arschlöcher. Ist einfach so.)

Das gesellschaftliche Problem ist, dass mindestens einmal in der Woche eine von einem oder mehreren Schutzsuchenden begangene “gravierende” Straftat gemeldet wird. Klar ist natürlich auch, dass eine von Bio-Deutschen begangene Vergewaltigung oder ein Mord sicher nicht die Aufmerksamkeit der bundesweiten Medien erhält, wie die selbe Tat von einem Schutzsuchenden. Allerdings sind diese Taten genau das Problem daran, warum die Akzeptanz der Schutzsuchenden immer weiter sinkt. Es ist dem Volk nicht mehr zu erklären, warum wir unsere Türen bereitwillig zur Hilfeleistung öffnen, wenn die Schutzsuchenden diese Hilfeleistung dann mit Mord und Vergewaltigung danken. Das hier alle über einen Kamm geschoren werden, liegt sicher in der Natur der Menschen. Es sind zwar nur 17% der Schutzsuchenden, die etwas böses anstellen, aber das sind eben schon genug. Und wenn man dann wieder hört, dass mindestens 7 Schutzsuchende (+ 1 Deutscher) stundenlang ein 18jähriges Mädchen vergewaltigt haben, dann hört selbst beim Wohlwollen gegenüber den Flüchtlingen der Spaß mal auf. Von Einzelfällen kann hier leider nicht mehr geredet werden, hier besteht ein systematisches Problem.

Ich stelle mal die gewagte Theorie auf, dass von Schutzsuchenden, die mit der ganzen Familie anreisen, keine Gefahr ausgeht. Ebenfalls sind mir keine Vorkommnisse alleinreisender Frauen bekannt. Somit verbleibt die Risikogruppe bei den alleinreisenden (jungen) Männern. Deren Anteil an der Gesamtsumme ist mir leider nicht bekannt, ich würde aber von ca. der Hälfte, also rund 500.000 Menschen ausgehen. Geht man davon aus, dass die Zahl der Tatverdächtigen sich auf diese Gruppe beschränkt, wird aus dem Anteil von 17,2% tatverdächtiger Schutzsuchender schnell 33,5% tatverdächtiger junger Männer.

Die Piraten stehen dafür, dass Schutzsuchenden auch Schutz gewährt werden soll und man nicht wegschauen kann, wenn diese Menschen im Mittelmeer absaufen oder unter unmenschlichen Bedingungen in Lagern gehalten werden. Dennoch sollten wir dabei auch das Problem der überproportional häufigen Straftaten der Schutzsuchenden im Auge behalten. Anhand der Wahlergebnisse der Blaubraunen sieht man deutlich, was passiert, wenn eine kritische Masse überschritten wird. Meiner Einschätzung nach sind wir noch höchstens zwei Massenvergewaltigungen davon entfernt, dass der Topf überläuft. Und das geht dann nicht nur gegen die straffälligen Schutzsuchenden, sondern insbesondere gegen die, die sich gut integrieren und anständig verhalten. Denn diese Leute sind einfacher zu greifen und wehren sich nicht. Genau die Menschen wird es also treffen, wenn die Lynchmobs loslegen. Das wäre fatal.

Daher sollten auch wir Piraten eine klare Positionierung gegenüber straffälligen Schutzsuchenden finden.
Das kann von “alles ok, alles noch im Rahmen” bis hin zu “bei der kleinsten nachgewiesenen Auffälligkeit muss der Schutzstatus enden” reichen.

Schwarzfahren und kleine Ladendiebstähle sind wohl an der Tagesordnung, fallen aber nicht so auf, da nicht in den Medien. Aber auch schwere Taten von Vergewaltigung bis Mord sind eben schon fast die Regel. (Wie gesagt… das ganze soll nicht pauschal für alle gelten!). Meine persönliche Meinung dazu ist, dass Schutzsuchenden auch Schutz gewährt werden soll, solange die sich an die Regeln halten und anständig bleiben. Die überwiegende Mehrheit tut das ja auch mehr oder weniger. Wer jedoch die Regeln bricht, hat kein Recht mehr, hier noch Schutz zu erhalten. Die Frage bleibt jedoch, wo man die Grenze zieht. Wegen 1 x Schwarzfahren oder einem kleinen Ladendiebstahl wäre eine sofortige Ausweisung sicher zu viel. Aber wie steht es bei 10 x oder 100 x erwischt werden? Wäre das nicht ein Grund, darüber nachzudenken, ob die Person weiterhin auf Steuerkosten Schutz erhalten soll? Bei schweren Straftaten dürfte die Sache wohl eindeutig sein. Ein Vergewaltiger oder gar Mörder hat meiner Meinung nach das Recht verwirkt, hier noch auf Asyl zu hoffen. Da ist davon auszugehen, dass die angegebene Verfolgung im Heimatland sich auch eher auf Verbrechen stützt. Wäre vielleicht eine Grenze denkbar, nachdem das Aufenthaltsrecht für Schutzsuchende entzogen wird, sobald Straftaten begangen werden, die mind. 1 Jahr Freiheitsstrafe (auch auf Bewährung) nach sich ziehen?

Oder seht ihr das ganze anders und gar nicht so schlimm und denkt, wer Schutz benötigt, darf auch hierbleiben, ungeachtet wie er sich verhält?

Ich bitte nochmals darum, die Diskussion auf einer sachlichen Ebene zu führen. Das ganze soll definitiv nicht als rechte Hetze gewertet werden, aber wir müssen das Thema mal bereden. Ich für meine Person bin Schutzsuchenden sicherlich sehr offen gegenüber eingestellt und versuche die Lage der Menschen in Gesprächen in meinem Bekanntenkreis zu verteidigen. Wenn aber immer wieder solche Sachen wie jetzt mit der Massenvergewaltigung passieren, dann gehen mir echt die Argumente aus. Vor allem, wenn man dann noch Infos aus den Behörden bekommt, wie sich die Leute auch sonst benehmen. Wenn wir wollen, dass Schutzsuchende akzeptiert werden, müssen wir auch eine Lösung für das Problem mit den “Einzelfällen” finden.

Dann schauen wir mal, ob wir in dieser Partei eine angemessene Debattenkultur hinbekommen und das Thema diskutieren können.


Asyl und Abschiebungen
#2

Ich erwarte, dass Schutzsuchende, die ein sogenanntes Kapitalverbrechen in Deutschland begehen, auch hier nach deutschem Recht bestraft werden! Also bitte keine Abschiebung in “sichere Herkunftsländer” mit einer anderen Rechtsordnung, die in DE begangene, schwerste Straftaten womöglich als Kavaliersdelikt behandeln.

Nach “Absitzen” der Strafe hier muss dann abgewogen werden, ob anschließend noch Schutz gewährt werden muss.


#3

Ich denke schon, so lange das mit den “Denkverboten” nicht beginnt.

Es ist ein sehr heikles Thema und ich bin mir da absolut nicht sicher, ob wir als Piraten da überhaupt Stellung dazu beziehen sollten. Also zum Thema ganz konkret. Ich persönlich habe inzwischen angefangen damit zu argumentieren, dass wir ja alle selbst daran schuld sind, dass es überhaupt Flüchtlinge geben muss. Ich meine, nicht zuletzt trägt Deutschland, die EU und alle sonstigen Wirtschaftsnationen/Westen, eine massive Mitschuld an dem ganzen Chaos, das am Ende dazu führt dass sich Menschen gezwungen sehen zu flüchten.

Ich glaube die ZDF-heute-Show war das gestern, die damit argumentierte, dass nun alle A*D-Fraktionen zusammen genauso viel Geld kosten würden wie alle Flüchtlinge zusammen. Das selbe wird ja im übrigen auch mit den ganzen Flüchtlingen betrieben. Man rechnet inzwischen nur noch gegeneinander auf. “Wie wertvoll ist der Mensch, der uns begegnet”. Ist erkennbar dass ich nur Geld dafür zahle, ohne dass ich etwas dafür bekomme, driftet man ab in “aber Du musst Dich nun aber so und so benehmen”. Und Delikte jedweder Art werden dann zu einem Kanon gepusht, der überall seinesgleichen sucht.

Unerwähnt bleibt aber, dass die A*D eben nicht zusätzlich Geld kostet sondern eben andere Parteien das Geld nicht bekommen. Es fallen ja keine zusätzlichen Kosten an, sie werden nur verteilt. Das gleiche gilt dann eben auch, dass man sich die Frage stellen muss, warum CumCum und CumEx keinen Aufschrei innerhalb der Bevölkerung auslösen?

Mein Ansatz ist daher, ja, Strafe muss sein, Abschieben muss nicht sein. Im Vordergrund muss aber erkennbar sein, dass wir uns mit den Ursachen beschäftigen, nicht mit den Folgen. So schwer das auch ist und wie weh das auch tut, aber diese Gesellschaft muss sich derart ändern, dass sie immer und immer wieder aufs Butterbrot geschmiert bekommt, wer der wahre Schuldige ist. In den meisten Fällen nämlich wir selbst, mit unserem Verhalten, Konsum usw.


#4

Wie viele der begangenen Straftaten, die in der Statistik auftauchen können nur durch Nicht-Deutsche begangen werden, wie z. B. Verstöße gegen Aufenthaltsauflagen?

Wie viele traumatisierte Jugendliche, die aufgrund der erlittenen Kriegserfahrungen und ohne ausreichende psychologisch psychiatrische Betreuung hier gelandet sind, sind in der Statistik? Erlittene Traumata durch massive Gewalterfahrung werden völlig unzureichend behandelt.

Wichtiger als Abschiebung und Bestrafung, wäre es diese Gewalttaten in Deutschland zu verhindern und echte Prävention zu betreiben.


#5

Boris Palmer hat Recht und wir sollten uns ihm anschließen.


#6

Das ist es ja, was ich meine…
Ehrlichgesagt war ich mir nicht sicher, ob ich so einen Thread überhaupt eröffnen sollte, da ein Shitstorm und das in die “rechte Ecke rücken” schon fast zu erwarten ist. Aber wenn wir uns selbst schon solchen Selbst-Zensur-Gedanken hingeben, dann läuft definitiv etwas falsch in der Partei. Allerdings ist das ein bekanntes Problem im SJW-Bereich. Daher nehm ich lieber den Ärger in Kauf, als meinen Mund zu halten. :slight_smile:


#7

#wenn du von SJW Bereich schreibst brauchst Du dich nicht wundern wenn du Ärger bekommst. :joy:


#8

Ich hatte ja gesagt, dass die PKS mit Vorsicht zu betrachten ist. Hauptsächlich geht es mir aber um die schweren Gewalttaten, die dann auch bundesweit bekannt werden. Sei es Vergewaltigung, (Ehren-)Mord oder Terroranschläge. Wenn das mehr wird, als das Volk ertragen will, dann explodiert der Kessel und wir haben Lynchmobs.

Soll ich das Argument so verstehen, dass man aufgrund dieser Traumata Verständnis dafür aufbringen soll, wenn mal wieder eine Frau vergewaltigt wird? Oder interpretiere ich das jetzt falsch?


#9

Ich auch.

Trotzdem muss uns/Dir eines klar sein. Vom Grundsatz her sind wir derzeit nicht in der Lage uns dazu eine Meinung, ein öffentliches Statement zu bilden. Witzigerweise können wir uns aber unser Parteiprogramm schnappen und daraus zitieren. Ich sage nur “Transparenz”. Ich meine, wissen wir alles? Gibt es Statistiken die evtl. existieren müssten aber geheim gehalten werden? (Das würde den Bürger verwirren) Oder gibt es Statistiken die vielleicht noch fehlen, weil sie niemals erhoben werden? (oder sogar verhindert?)

Wenn wir dieses Thema echt beackern wollen, dann müssten wir zuerst Fragen stellen. Das Problem hierbei, es ist schwer die richtigen Fragen zu finden! Dann nehme ich doch lieber in Kauf und versuche mich nicht an einer Symptombekämpfung sondern versuche die Ursachen zu ergründen.

Ehrlich, ich komme an der Stell eben kein einziges Stück weiter. Es sei denn ich verfalle in helle Aufregung und will mit “weinen”, weil ja alles so grausam ist. Dumm nur, Mitleid hilft uns nicht. Mitleid ist eben nur eine dumme Reaktion auf etwas. Mitleid hilft nicht auf Dauer, nicht langfristig.


#10

Es geht ja auch eher um ein Meinungsbild, als ein politisches Positionspapier. Davor sollten wir uns eh hüten. Aber wir müssen halt mal schauen, ob es eher in Richtung “Straftäter sofort abschieben”, “Straftäter erst in Knast, dann abschieben”, “Straftäter in Knast, dann schaun wer mal” oder “Straftäter sind nur Straftäte, weil die so ein schweres Leben haben, die müssen wir hier behalten und sozialisieren” gehen soll.

Piraten sind klar Pro Flüchtlinge eingestellt. Aber wie wir die Probleme im Land behandeln wollen, da hat sich bisher noch keiner Gedanken gemacht. Es geht in der Partei immer nur darum, wie man den Leuten helfen kann, damit sie herkommen können (Stichwort Seebrücke). Aber wie man die dann im Land behalten kann, ohne dass die eigene Bevölkerung austickt, da sagen wir halt quasi gar nix dazu.


#11

Um etwas Sachlichkeit in die Diskussion zu bringen, sollte man sich mit den bestehenden Gesetzen beschäftigen. Ist nicht gerade mein Fachgebiet, aber habe mal versucht ein wenig Klarheit reinzubringen.

Zunächst ist es wichtig, worüber wir sprechen.
Ist das Thema die Ausweisung oder die Abschiebung von straffälligen Geflüchteten ?

Die Ausweisung ist die Grundlage für die Abschiebung. Sprich, mit der Ausweisung verliert man seinen Aufenthaltsrecht. Die Abschiebung ist der Vollzug, soweit keine freiwillige Ausreise erfolgt ist.

1.“Ausweisung von straffällig Geflüchteten”
Wenn wir über die Behandlung von strafrechtlich in Erscheinung getretenen Menschen, die ein Aufenthaltsrecht (Grund erst mal egal) haben, reden, wird man feststellen, dass es bereits sehr detaillierte geregelte Normen für die Ausweisungsgründe gibt.
Die Ausweisung ist in § 53 AufenthG geregelt https://dejure.org/gesetze/AufenthG/53.html
Ob eine Ausweisung wegen z.B. Straffälligkeit erfolgt ist eine Interessenabwägung zwischen den Ausweisungs- und Bleibeinteressen.
Ausweisungsinteressen:
https://dejure.org/gesetze/AufenthG/54.html
Hier findet man auch den Katalog der ein besonderes Ausweisungsinteresse bei Straffäligkeit vorsieht.
Dem stehen die Bleibeinteressen gegenüber.
https://dejure.org/gesetze/AufenthG/55.html

Wenn nach Interessenabwägung eine Ausweisung erfolgt, dann hat derjenige keinen Aufenthaltsrecht mehr und muss ausreisen. Erst wenn die Ausreise nicht freiwillig erfolgt, erfolgt die Abschiebung.
Das ganze kann nach dem AsylG mittlerweile im beschleunigten Verfahren durchgeführt werden.

2.“Abschiebung von straffälligen Geflüchteten”
Wer keinen Aufenthaltsrecht mehr hat wegen einer Ausweisung oder auch Ablehnung seines Asylantrages, kann abgeschoben werden.
Hier kommen dann die Abschiebeverbote des § 60 AufenthG ins Spiel:
https://dejure.org/gesetze/AufenthG/60.html

Mir ist bewusst, dass das Thema sehr komplex ist, aber ich halte eine Diskussion nur sinnvoll, wenn einem klar ist, über welche Bereiche wir reden wollen.


#12

Das nicht gerade, aber die Sprachwissenschaftler sind sich zunehmend einig, dass eine Fremdsprache im 6 Wochen bis 3 Monaten gelernt werden kann.

Flüchtlinge sollen daher unabhängig von ihrem Status in den ersten 3 Monaten einen intensiven Sprachkurs verknüpft auch mit den Grundsätzen unserer Kultur und Geschichte.
Dadurch sind sie auch nicht mehr nur auf Fernsehen und Nachrichtenseiten ihrer Heimatländer angewiesen.
Psychologen können sie dann auch betreuen, ohne das die Sprachbarriere ein unlösbares Problem schafft.

Unsere Gesellschaft könnte viel mehr tun um die Integration von Flüchtlingen zu beschleunigen.
Da würde letztlich dazu führen, dass eine Vielzahl von Problemen gar nicht erst entstehen.


#13

Dafür hätte ich gerne eine Quelle.


#14

Nach Kriegsende strömten Millionen Menschen aus Ostpreußen, Schlesien, Pommern und dem Sudetenland gen Westen. Dort waren sie jedoch oft höchst unwillkommen und stießen auf Vorurteile.

Mehr als zehn Millionen entwurzelter Menschen irren durch das zerstörte Deutschland, auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Mindestens eine halbe Million überlebt die Strapazen nicht. Vielerorts schlägt den Flüchtlingen Ablehnung, ja Verachtung entgegen. Sie gelten als „Dreckszeug aus dem Osten“, mit denen man das Wenige, was man selber hat, auf keinen Fall teilen möchte. Mancherorts heißt es, die drei großen Übel der Zeit seien „die Wildschweine, die Kartoffelkäfer und die Flüchtlinge“.

In der Rhein-Neckar-Zeitung ist im April 1948 zu lesen:

„Die Flüchtlinge sind grundsätzlich schmutzig. Sie sind grundsätzlich primitiv, ja sind sogar grundsätzlich unehrlich. Dass sie faul sind, versteht sich am Rande. … Und einen Dank für das, was man ihnen tut, kennen sie nicht. Das ist es, was man in 90 von 100 Unterhaltungen über Flüchtlinge zu hören bekommt.“

Die amerikanische Besatzungsmacht ist überrascht von der mangelnden Solidarität der Besiegten gegenüber ihren vertriebenen Landsleuten. Dennoch: Flüchtlingen und Heimatvertriebenen gelingt in den 50er-Jahren vielfach ein radikaler Neuanfang. Sie tragen wesentlich zum Wirtschaftswunder jener Jahre bei.

Hat mit Kriminalität, Sprachproblemen und dem Nichtverstehen der Kultur gar nichts tun.

Der bayerische Claim “Heimat - weltoffen und menschlich” ist bewußt dem Heimatbegriff entgegengestellt, den andere Parteien nutzen, um auszugrenzen.
Die Geschichte hat insbesondere in Bayern gezeigt, dass die “eigene Bevölkerung” zwar schon mal austickt, man sich bei der Integration durch solches Verhalten aber nicht beeinflussen lassen sollte, damit man 60 Jahre später in Tracht gemeinsam auf dem Oktoberfest auf seine Heimat anstoßen kann. Prost.


#15

z.B. Kurse über 12 Tage

Oder hier werden Stunden vorgerechnet


#16

die Kids brauchen Hilfe und kein Abschieben in Parallelgesellschaften, was ich damit sagen wollte, ;:Ja traumatisierte Jungs mit massiver Gewalterfahrung sind gefährdet selbst gewalttätig zu werden, statt nun so schockiert zu sein, wäre es angebracht im Sinne der Gewaltprävention vorbeugend tätig zu werden und massiv Mittel zur Traumata Behandlung und Integration zur Verfügung zu stellen.


#18

Ja es ist traurig immer wieder das gleiche zu dem Thema zu lesen. Aber es ist leider auch ziemlich Menschlich, alles Fremde zuerst mal abzulehnen.

Das ist jetzt nicht Dein ernst, oder? Du vertraust auf simple Werbung und preist das dann als Argument an?! Is jetzt nicht wirklich wahr, oder?!

Wirklich, solcherlei Aussagen lassen mich wirklich zweifeln … #KopfTisch

seufz
Du beschreibst den Idealfall, Wunschdenken … am Ende hat das wenig Realität. Mit Betroffenheit zu hantieren, damit hilft man niemandem. Nicht mal den Betroffenen. Kommt doch bitte mal weg von diesen ganzen Emotionen.


#19

Ich möchte, dass wir Kriminalität vermeiden und im Sinne einer Sicherheitsprävention agieren, dazu müssen die Ursachen bekämpft werden, Repression schützt niemanden, auch Strafjustiz vermag keine Resozialisierung zu leisten, da bin ich sehr pragmatisch und ehrlich, Opferschutz bedeutet, dass wir der Kriminalität vorbeugen, das ist aufwendig und fordert die Gesellschaft heraus, es beginnt z. B damit, dass es viel zu wenig qualifizierte Pflegefamilien für minderjährige unbegleitete Geflüchtete gibt, die meisten Vormundschaften haben völlig überlastete Jugendämter.


#20

Du meinst das mit dem positiven Vorleben durch diverse “Vorbilder”? Funktioniert das denn? Ich bin mir da nicht sicher. Aber ich bin da auch nicht das Maß der Dinge.

Ja, ich stehe selbst auch auf dem Standpunkt, dass weder Repressionen, Gängelei oder ähnliches etwas zum positiven verändert. Nur “Opferschutz” beugt vor? Muss ich das nun so interpretieren, dass man per se alle als Kriminelle betrachtet, weil es könnten ja Opfer daraus hervorgehen?

Wisst ihr, all das sind Dinge die so rein gar nichts mit der Realität zu tun haben. Ich kann nicht auf Jugendliche einhämmern, nur in der Annahme, sie könnten Gewalt kennengelernt haben und später auch so reagieren. Das ist in meinen Augen unzulässige Verallgemeinerung. Und so wie man die eigenen Kinder nicht zu 100% überwachen kann, so wird es “da” auch so sein.

So blöd wie es ist, es wird immer Opfer und Täter geben. Das kann man nicht ändern, nicht eindämmen. Was man aber ändern kann, den Gesellschaftlichen Umgang damit. Delikte jeder Art sind abzulehnen, das sollte unmissverständlich klar sein. Auch das Empfinden, wie Strafen verhängt und wie hoch diese sein sollten, ist immer von Fall zu Fall unterschiedlich. Wer eine Katze aus Lust tötet, sollte laut Gesellschaft härter bestraft werden, als einer der Millionen an Steuern hinterzieht und damit uns allen einen Schaden zufügt. Diese Diskrepanz gilt es aufzulösen.

Aufklärung, also eine Zusatzbildungsstunde, ist in meinen Augen das Gebot der Stunde. Und nicht mal da ist sicher, dass man jemandem aus einer Kultur die 400 Jahre in ihrer Entwicklung hinterher hängt, plausibel erklären kann, das viele Dinge hier anders laufen. Und Pardon, ich spreche hier aus eigener Erfahrung. Ich habe lange Jahre versucht einer ähnlichen Gruppierung wie den heutigen Arabischen Einwanderern, genau das zu erklären. Sie berufen sich auf einen Gott und der muss es ja wissen.

Man erreicht wenn überhaupt, nur einen gewissen Prozentsatz, auf jeden Fall nicht alle. blöd nur, man kann allen nur vor die Stirn schauen, nicht ins Hirn. Und das hat dann irgendwie wenig mit Prävention zu tun.


#21

Sorry, verstehe ich Dich richtig? Du meinst allen Ernstes es gäbe keine Möglichkeit der Kriminalitätsprävention? Sogar die Polizei klärt auf, geht in die Schulen, unterstützt Schulsozialarbeit und Sozialarbeit in Nachbarschaften, alles vergebene Liebesmühe, da die frühkindliche Prägung ein Lernen und Veränderung der Haltung verunmöglicht? Nein, ich erlebte sogar dass Kids aus rechten Jugendgangs den Ausstieg schafften, ich gebe die Menschen nicht auf, denn jede einzelne Person hat Potential zur Veränderung.