PolGF Mumble - Schuldigitalisierung

Wie im PolGF Mumble vom 14. April besprochen wollen wir in der PolGF Runde ein wenig mehr politisch arbeiten. Hierzu findet am Dienstag den 28. April die PolGF Runde in einem neuen Format statt.

Thema: Schuldigitalisierung

Die aktuelle Situation mit Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen bringt vor allem das deutsche Schulsystem an seine Grenzen. Jahrelange Versäumnisse bei der Einführung von Digitalisierung in den Schulalltag treten jetzt schlagartig ans Licht. Wir PIRATEN fordern schon lange, die Digitalisierung in den Schulen voranzutreiben. Doch Digitalisierung “in” die Schulen zu bringen ist wie wir aktuell festellen nur ein Aspekt. Vielmehr müssen breitere Angebote geschaffen werden, wirklich digitale Lernplatformen entstehen und auch die Schüler in die Lage versetzt werden diese zu nutzen.

Nur wie lässt sich das realisieren? Bildung ist Ländersache und dort liegt die Ausgestaltung dann bei den einzelnen Schulträgern. Gemeinsame, bundesweite Initativen greifen so gar nicht und wenn, dann verspätet. Hinzu kommt, dass die Ausgestaltung vor Ort dann meistens auch maßgeblich von einzelnen Lehrern abhängt, welche offen sind für digitales Lernen und entsprechende Projekte anstoßen.

Hinzu kommen die allgegenwärtigen Probleme mit der Digitalisierung in Deutschland allgemein. Schnelles, ja einfach nur brauchbares Internet ist vielerorts nicht verfügbar, so dass moderne Lernsysteme alleine schon deshalb nicht oder nur eingeschränkt genutzt werden können. Dies trifft Schulen, aber auch die Familien.

Schule ist aber nicht nur ein Ort der Wissensvermittlung, sondern auch Gemeinschaft und leider für viele Schüler der einzige Ort, an dem gemeinsame Werte vermittelt werden oder der Tag strukturiert wird.

Es stellt sich also dringender als je zuvor die Frage, wie bekommt man all die verschiedenen Anforderungen zusammen und wie kann digitales Lernen in Zukunft aussehen und was ist dafür notwendig?

  • Was muss forciert werden, um Digitalisierung in Schulen flächendeckend zu ermöglichen?
  • Wie bzw. wer finanziert dies.
  • Wie wird sichergestellt, dass jeder Schüler gleichberechtigt teilnehmen kann (Hardware, Internetanschluss)?
  • Eher einheitliche Lernplatformen oder von Schule zu Schule unterschiedliche?
  • Wieviel Mitsprache hat der Bund?
  • Wie löst man den Bildungsauftrag abseits der Wissenvermittlung ein, wenn mehr und mehr digital stattfindet?
  • Wie verhindert man, dass die Digitalisierung die Schere der Bildungsgerechtigkeit noch weiter auseinander reißt als es bisher der Fall ist? Oder kann Digitalisierung ein Weg sein, diese zu schließen?

Zielvorgabe:

  • Entwickeln einer gemeinsamen Position von Bund und Ländern zum Thema der Schuldigtalisierung.
  • Erarbeiten gemeinsamer Forderungen.
  • Aufzeigen von Möglichkeiten und einer Idee, wie Schule in Zukunft (im Jahr 2030?) aussehen könnte.
  • Einholen eines Meinungsbildes in der Basis (Limesurvey).
  • Formulierung von Programmpunkten.

Link zum PAD:
https://cryptpad.piratenpartei.de/code/#/2/code/view/rA-UDPPgHez7PIQM9fzRIbioNQVY8HbRPlFcD-j7GfE/present/

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Da findet ihr ungefähr 150-200 Mannjahre Lerninhalte zu Chemie, Mathematik, Physik, Biochemie und Pharmazie. Der Schwerpunkt lag auf Chemie und das Gebiet ist noch nicht vollständig bearbeitet. Die anderen Gebiete sind gerade mal angerissen. Das Projekt hat ca. 21 Milionen € gekostet.

http://www.chemgapedia.de/vsengine/

Es gibt für alles nur jeweils eine Lerneinheit und aus meiner Erfahrung weiß ich, dass ich verschiedene Lehrbücher ausprobiert habe um eines zu finden, dass mit mir kompatibel ist.

Kamaramensch, Schnitt und Ton lernen sich nicht von alleine und sind eigenständige Berufe.
Animationen und erklärende Grafiken fallen auch nicht vom Himmel und Grafiker ist ein eigenständiger Beruf.

Kein Lehrer ist in der Lage alle nötigen Fähigkeiten abzudecken und selbst nur den eigenen Unterricht online Aufzubereiten ist zeitlich nicht möglich. Schulen müssen solche Medienspezialisten und Systemadministratoren einstellen können.

Die Minimalforderug ist daher eine “Tauschbörse” für Lerninhalte, wo jeder seine Unterrichtseinheiten einstellen kann, und wo er die herholen kann, die er nicht selber machen konnte.Außerdem sollten sich Schüler Lerneinheiten zum gleichen Thema von anderen Lehren beschaffen dürfen, ihr wisst wegen der Kompatibilität.

So ein System muss daher vor allem erstmal ein Lehrsystem und Autorenwerkzeug sein.
Die Daten müssen in einem offenen Format vorliegen, dass alle Systeme verarbeiten können müssen.

Leistungsüberprüfungen gehen online halbwegs objektiv oft nur als Mutiple-Choice-Aufgaben ev. als Drag-and-Drop getarnt. Sonst geht halt Text oder eingescannte Handzeichnung.

Spannend wird dabei, wenn Schüler nach dem Test, die Antworten anderer Schüler sehen können. Lehrer werden sich an die Objektivierung ihrer Beurteilungen gewöhnen müssen.

Für ein HTML basiertes Lernsystem reicht ein 7" Tablett für 150€, besser ist natürlich ein größeres Gerät oder sogar ein Laptop oder PC mit 2 Monitoren.

Man muss auch mal darüber reden welche Daten die Lehrer sehen dürfen (z.B. wie lang ein Schüler für die Lektionen gebraucht hat), welche Statistischen Daten von anderen Schülern man zur Verfügung stellt. (z.B. andere Schüler brauchten für diese Lektion 20 min.)

Nur um mal ein paar Dinge anzureißen …

das hier fand ich sehr beeindruckend:

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Mir stellt sich bei diese “vielen Dingen” die Frage, was sind wir eigentlich?
Ist unsere Partei ein Zusammenschluss vieler kleiner NGOs oder Einzelkämpfer (Bildung, Digitalisierung, Drogen, Umwelt, Sozial/BGE, Wirtschaft, …)?

Oder sind wir eine Partei, die einen “roten Faden” oder zumindest “eine Linie” haben sollte und diese Linie dann mehr oder weniger populistisch an die Menschen bringen muss?

Müssen wir wirklich unsere Themen weiter bis ins kleinste ausarbeiten und in ein immer grösser werdendes Programm schreiben?
Worin besteht eigentlich die politische Arbeit einer kleinen Partei, die mal wieder größer werden will?
Wie definiert sich “politische Arbeit”?
Wie “verkauft” man diese “politische Arbeit” so, damit Wähler “angesprochen” werden?

Wir weichen meiner Meinung nach diesen Fragen seit Jahren dadurch aus, indem wir uns auf Programmarbeit stürzen, und dies als “politische Arbeit” ansehen.
Ja, es ist gut auf ein Programm verweisen zu können, aber wie detailliert muss dies sein?

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Dies passt jetzt nicht direkt zum Thema, aber da auch PolGef Mumble darüber steht, und in der Pol-Gef Runde mehr “politische Arbeit” gefordert wurde, sollte doch diese Definition erst mal geklärt sein, oder sehe ich das völlig falsch?

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Einerseits lief die Diskussion am letzten Dienstag völlig aus dem Ruder, da es eine Ansammlung war von

  • haben wir alles im Programm
  • hat die Landtagsfraktion NRW alles schon erarbeitet (und dies stets unter Abkappselung von der Partei “Sind Landtagsgelder NRW, die mit der Partei nichts zu tun haben dürfen”)
  • habe ich alles schon vor Ort umgesetzt

andererseits war es aber dann doch die Erkenntnis Zuhause-Schule-Online unterrichten geht gar nicht, da

  • mangelhafter Netzausbau allgemein
  • nicht vorhandenes staatliches Schülernetz
  • Verbot von Handynutzung in der Schule
  • mangelhafte Schüler-Hardware-Ausstattung

Natürlich ist das Zuhause-Unterrichten ein aktuelles Thema, zu dem auch eine Partei eine Meinung haben sollte, aber die eigentliche Forderung unserer Partei sollte es sein, auf obige Mißstände und Vernachlässigung der Digitalisierung hinzuweisen.

Aus meiner Sicht brauchen wir uns weder

  • um Schülerverwaltungsoftware noch
  • um Stundenplansoftware, noch
  • um Administration
    kümmern, auch wenn das bei CDU und SPD das alles unter Digitalisierung der Schulen läuft.

Das eigentliche Problem liegt darin, dass die etablierten Parteien nichts von Digitalisierung verstehen, sich aber stets mit Digitalisierung schmücken wollen.
Das Ergebnis sieht man jetzt.

  • Zuhause-Unterrichten auch nicht teilweise möglich
  • Corona-App löst alle Probleme.
    Sie verstehen nichts davon!

Wir sind eine marginale außerparlamentarische Oppositionspartei.

Unsere Aufgabe ist es Alternativen zu dem Aufzuzeigen was die Regierung und die parlamentarische Opposition anbieten. Zudem wäre eine klare Zukunftsvision angebracht.

Was es nicht braucht sind detaillierte Gesetzesvorlagen und Ausführungen zu Change-Management.

Mit “Widerstand 2020” und DOS sind 2 neue Parteien unterwegs die im selben Segment Wähler suchen .

Es würde natürlich auch helfen, die Probleme unserer Zielgruppe medial zu bearbeiten. Und sie z.B. beim Thema Schulboykott nicht alleine zu lassen.

Meine Lehrer spottete damals als ich sagte, man könne das doch bei Bedarf nachschauen, ob ich immer mehrere Lastwagen mit Büchern mit mir führen kann.

Heute kann ich die notwendige Bibliothek auf meinen Smartphone speichern und ich könnte der Rest über das Netz erreichen.

Bildung muss heute ganz andere Fertigkeiten vermitteln und die Menschen auf das lebenslange Lernen vorbereiten.

Die Schule ist auch ein soziales Happening in dem Menschen den zivilisierten Umgang mit anderen Menschen üben. Diskussionen muss man auch lernen.