Piratenpartei = Männerpartei?

Hallo liebe leute

Ich habe am Sonntag euren Parteitags Live Stream mit verfolgt. Es fällt ja schon sehr auf das die meisten kandidierenden für den Buvo Männer waren. So wie es ja aussieht hat keine Frau eine realistische Chance auf den 1 V oder PolGF gewählt zu werden.

Das mag ja auch daran liegen das zu wenige Frauen mit der notwendigen Erfahrung kandidiert haben. Aber wie auch immer, es hinterlässt ja dann in der Öffentlichkeit schon den Eindruck der Männer dominierten Nerd Partei. Mehr Frauen würden daher auch der Partei gut tun.

Als außenstehende habe ich da mal 2 Fragen:

Wieso ist es in der Vergangenheit nicht so richtig gelungen mehr Frauen zum Mitmachen zu motivieren ?

Was sollte getan werden damit in Zukunft mehr Frauen bereit sind in die Piratenpartei einzutreten und für Posten zu kandidieren ?

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Die Piratenpartei erfasst das Geschlecht nicht. Du weißt nicht, welches Geschlecht die Kandidaten haben.

Die Piratenpartei erfasst das Geschlecht nicht. Du weißt nicht, welches Geschlecht neue Mitglieder haben.

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Hallo Sarah,

da stellst Du wichtige Fragen, die hier zwar auch schon früher diskutiert worden sind, aber immer unzulänglich beantwortet.

Es gibt Leute, die nach einer Quote schreien. Aber das würde das Problem nur verstecken. Die Quotenbefürworter machen es sich zu einfach, sie wollen nur ein Symptom unsichtbar machen. Außerdem merken sie gar nicht, wie beleidigend das für Frauen ist, die dann nur wegen ihres Geschlechts gefragt werden, zu kandidieren, statt aufgrund ihrer Leistung. (Ich habe beruflich einiges erreicht und schiebe das - in aller Bescheidenheit - auf meine Leistung, trotzdem erzählten mir Männer, wenn sie etwas über meinen Beruf erfahren hatten, ungefragt, dass sie einen Job nicht bekommen hätten, nur wegen einer Quotenregelung. Und haben überhaupt nicht verstanden, dass ich mich beleidigt gefühlt habe.

Ich würde dringend empfehlen, mal ausführlich über Diskussionskultur, Atmosphäre und Benehmen zu diskuiteren, vielleicht wird es dann einige Erkenntnisse geben.

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Du implizierst, dass es überhaupt ein Problem gibt. Welches ist das und woraus folgerst du das?

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Leute, die das Problem nicht sehen, sind das Problem

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Du kannst das Problem ja nicht mal benennen. Wenig überraschend daher, dass du interessierte Fragende direkt persönlich angehst und als „Problem“ entmenschlichst.

Wie soll man dein Anliegen ernst nehmen, wenn man es nicht mal kennen darf?

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Reiner Sexismus deinerseits. Als ob nur Frauen etwas an Diskussionskultur, Atmosphäre und Benehmen liegen würde bzw. mehr als Männern.

Ich sehe bei anderen Parteien null Anhaltspunkte dafür, dass die Präsenz von mehr Frauen zu einer besseren Politik führen würde, nur weil sie Frauen sind. Das ist ja nun überwältigend unrealistisch.

Wahrscheinlich wäre eine echte Nerd-Partei sogar von Wert für die deutsche Parteienlandschaft, aber auch davon kann man bei der Piratenpartei nicht ausgehen. Ihr einziger Wert liegt aus meiner Sicht in der Protestwahl gegen das gesamte derzeitige Parlament. Inhaltlich sehe ich keinen echten Mehrwert. Wenn ich statt dessen die Option hätte anzukreuzen “VOTE OF NO CONFIDENCE - euer gesamtes System ist korrupt und im Arsch” und das dann dazu führen würde, dass das gesamte politische System der BRD aufhören würde zu existieren, würde ich statt dessen das ankreuzen.

Du gehst ja bei der Debattenkultur dann aber nicht mit sonderlich gutem Beispiel voran, denn Schwarz-Weiß-Denken zerstört Diskussionen. Du widersprichst dir also selbst. Mach ich auch ständig. Ist dann wohl wieder dieser menschliche Faktor.

Netter Versuch, aber ich bin nicht derjenige, der behauptet hat, mein Geschlecht hätte die Diskussionskultur mit Löffeln gefressen. Glänzende Beispiele haben wir ja in diesem Faden gesehen wie z.B. die rhetorische Pirouette

Mein Fatalismus ist eine Konsequenz der tatsächlichen Lage der allgemeinen politischen Kultur. Ich will weder die Piratenpartei wählen noch die anderen existierenden Parteien, aber wenn ich gar nicht wähle, wähle ich implizit die GroKo und die AfD mit.

Wenn es stimmen würde, dass wir nur mehr Menschen, die zufällig eine Vagina haben, in der Politik brauchen und dann wäre die Qualität gut, dann müssten die Merkels, Weidels, Göring-Eckharts, von der Leyens, Lambrechts, Grieses usw. der anderen Parteien ja exzellente Arbeit geleistet haben. Reine Fantasie natürlich. Feminismus zum Selbstzweck verbessert die kaputte und korrupte Lage dieses politisches Systems kein bisschen. Als Mann würde ich gerne glauben, dass Männer besser wären, aber auch das ist natürlich bei den bestehenden Idioten, die unser Land gewaltsam regieren, nicht einmal ansatzweise zu verteidigen.

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Sollte @Annnnette das meinen, so würde mich ihre nicht als reines ad hominem dargebrachte Antwort meine Frage weiter oben erst recht interessieren; denn da die Piratenpartei sowohl das Geschlecht nicht erfasst als auch anerkennt, dass das Geschlecht kein vorrangig äußeres Merkmal ist, wüsste ich wirklich gern, woher die merkwürdige Vermutung kommt, Piratenvorstände seien vorrangig Männer.

Woran sieht man das?

Das ist doch aber selbst auch schon wieder ein Anzeichen für schlechte Diskussionskultur. Ihr nehmt einen einzelnen Satz heraus und interpretiert ihn negativ. Das ist Twitter-Diskussionkultur und populistisch. Ich habe nicht genau verstanden, was @Annnnette mit diesem Satz meint und würde mich freuen, wenn sie das etwas weiter ausführen würde. Fühlt sich nicht wohl in der Partei und wenn ja warum?

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Ich möchte mir hier nicht anmaßen zu “wissen was Frauen wollen”. Aber ich denke, dass bekannte Probleme durchaus ein Faktor sind warum wir allgemein bei diversen Menschen schlecht dastehen. Aus der Perspektive will ich mal antworten.

Ich sehe ein großes Problem im toxischen Verhalten & Egoismus vieler Piraten. Zu oft geht es darum Recht zu haben oder die eigene Meinung durchzudrücken und nicht um Konsensfindung. Macht halt keinen Spaß in einer Umgebung zu arbeiten in der man nur wenigen Vertrauen kann und viel Hass und Lügen (auch hintenrum) abbekommt. Diese Missstände haben viele Menschen in unterschiedlichen Situationen auch angesprochen - aber das wurde immer unter den Tisch gekehrt. Zu oft hab ich auch schon relativierungen gehört ala “arbeitet doch gut”, “meint es nicht so”, “sonst haben wir niemand”. Letztlich wird Sexismus, Diskriminierung und anderes beschissenes Verhalten i.d.R. toleriert. Da fühlen sich dann halt viele Menschen, ich auch, nicht wohl.

Bisher hab ich nicht mehr wie halbherzige Ablenkungsmanöver gesehen. Ich habe lange versucht im Bundesverband einen Ansprechpartner für solche Probleme durchzusetzen - gerade auch mit Unterstützung von außerparteilichen Organisiationen. Nach geraumer Zeit war ich alleine mit der Idee und wurde ignoriert.

Ein anderer Punkt finde ich ist geschlechtsneutrale Sprache, da die in meinen Augen zeigt, dass man sich Gedanken um Gleichberechtigung macht. Stößt bei einigen Mitglieder:innen aber aber auf keinen guten Willen und das hat man mich auch spüren lassen.

Mittlerweile hat der Bundesverband Vertrauenspiraten eingesetzt, aber mehr als dass es sie gibt weis ich auch nicht.

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PingPong Volltreffer!
Woran liegt es, dass ich keine Frau kenne, die sich auf dem Niveau bewegt?

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In der Piratenpartei werden Frauen die antreten in der Regel auch gewählt.
Leider ist der Umgang miteinander in der Piratenpartei oft unterirdisch.
Wer sich das nicht antun mag, der stellt sich nicht zur Wahl. Das gilt für viele Männer und noch mehr Frauen.

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Auch an dich die Frage: Woher weißt du das?
Sind „Frauen“ die mit den blonden Zöpfen oder fragst du jede einzelne Person, die du für eine Frau hältst, ob deine Vermutung zutrifft?

Mich überrascht, wie trans- und interfeindlich hier bisweilen argumentiert wird.

Du kannst davon ausgehen dass Personen ihre Pronomen schon mitteilen entweder durch den gewählten Namen oder durch direkte angabe :wink: Bis jetzt muss ich sagen dass die Piraten ganz gut sind was die Akzeptanz von trans Menschen angeht. Also mit den Menschen mit denen ich bis jetzt direkt zu tun hatte auf twitter gab es da manchmal ein bisschen mehr Probleme.

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Ich verstehe: Mann ist man automatisch, wenn man aussieht wie ein Mann und heißt wie ein Mann. Sollte dieses Queerding einfacher sein als gedacht?

Ich sehe hier eine gewisse Pauschalisierung. „Vorstände sind überwiegend männlich“ - wurde vorher mit allen Vorständen geredet?

Ja du darfst davon aus gehen dass eine Person ein Mann ist wenn, sie aussieht wie ein Mann, einen männlich assoziierten Namen hat und die Person nicht von sich aussagt nicht männlich zu sein.
Es ist wirklich nicht so schwer respektvoll gegenüber trans Personen zu sein.

Und ich denke dass ein respektvoller Umgang mit allen Mitgliedern schon ein guter Fortschritt für mehr weiblich gelesenen Personen in der Partei wäre, auch wenn es schwer ist.

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Peng!
Wo denn hier?
Nichtbelegte Behauptung.

Indem anscheinend von @Annnnette davon ausgegangen wird, alle, die nicht offensichtlich weiblich sind, seien Männer. Peng. Bumm. Tschack.