Piraten und die Wähler

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Selbst das ist eigentlich kein Problem. Das eigentliche Problem ist doch, dass viele Piraten die Diskussion von solchen Sachen auf Social Media als “Politik machen” zu betrachten oder aus sonstigen Gründen überproportional viel Zeit und Mühe in jenes zu investieren scheinen.

Da bleibt dann natürlich kaum was übrig für tatsächliches “Politik machen”. Gar nicht davon zu sprechen, dass das allgemeine Narrativ um die Unterschiede der Grüppchen in der Partei, Erbsenzählerei bei Konzepten und Texten und weiß der Geier was geht, statt gegen “die da draußen” die Gemeinsamkeiten durchzuboxen und die coolen Aktionen, die es immer noch in der Partei gibt, zu promoten.

Die Öffentlichkeit weiß nichts über uns und interessiert sich auch nicht für uns, Leute. Lästereien innerhalb der Partei auf Bild der Frau Niveau gibt es doch schon bestimmt seit einem Jahrzehnt, wenn das aus den Social Media verschwindet, interessiert es auch niemanden. Entsprechend sehe ich auch keinen Profit darin, irgendwas zu verstecken.

Dass Piraten nicht “gemeinsam an einem Strang ziehen” ist tatsächlich ein großes Problem, aber nicht über eine Art Fraktionszwang lösbar, das ist nur Herumdoktoren an einem Symptom. Die deutsche Piratenpartei ist ein Spiegel unserer Zeit: in einer Zeit der unbegrenzten, weltweiten Kommunikation ist die Partei scheinbar heillos in unzählige Grüppchen zersplittert, die größtenteils nicht miteinander kommunizieren (oder - ironischerweise - nur ein-zwei mal im Jahr zwangsweise im Echtleben). Dies muss, nicht zuletzt als Vorbild für unsere deutsche Gesellschaft und europäische Zivilisation, überwunden werden.

Darüber hinaus fehlt es an konkreten Zielen und Methoden. Es scheint mir, als ob die meisten hier irgendwas vor sich herwurschteln, was sie halt seit Jahren machen, und zugleich eine “not my job” Einstellung herrscht, die soziale und technische Neuerungen äußerst anstrengend macht. Ich könnte dazu Gründe psychoanalysieren, aber ich glaube nicht, dass es besonders hilfreich wäre. Die Frage ist vielmehr, wie man denn statt dessen einen Optimismus einführen könnte, so dass ein Ziel feststeht (z.B. Bundestagseinzug) und einfach jeder, wie er kann, konstruktiv dazu beiträgt, dieses Ziel zu erreichen.

Obwohl ich keine social media benutze, bin ich ja nicht aus Stein und kenne dessen Mechanismen. Die große Frage ist, wie man den Piraten nahelegen könnte, dass die schnelle Adrenalininjektion starker Gefühle durch Streit im Internet nur eine kurzsichtige Lösung ist, und dass das Serotonin-Glücksgefühl des Erfolges nach harter Arbeit langfristiger und gesünder ist.
Oder, dass sie wenigstens mit politischen Gegnern und nicht mit anderen Piraten streiten sollten. Da wäre uns auch schon was geholfen.

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Ansonsten liegt die Ursache in einem nicht zeitgemäßen Bildungssystem, das nur Richtig und Falsch kennt.

Wissenschaftler arbeiten da ganz anders.
Sie nehmen unterschiedliche Studien zur Kenntnis und bewerten sie dann nach Wahrscheinlichkeiten, um sie als Grundlage ihrer eigenen Arbeit zu nutzen.

Je nach Wahrscheinlichkeitsabschätzung wird dann die Studie verwendet, verworfen, selbst geforscht oder alternative Lösungswege unterstellt, um im eigenen Bereich weiterzukommen.

Weite Teile unseres Bildungssystem beruhen aber darauf, dass etwas so ist, wie es ist, deswegen muß man es ja auch auswendig lernen und wiederholen können, fernab jeglicher Zweifel, Streitkultur und Diskussion.

Wenn dieses Verständnis nicht da ist, dass andere Meinungen vertreten, aber auch ignoriert werden können, da sie z.B. nicht begründet werden können, gibt es unnötige interne Wallungen.

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Nein,
warum soll eine Partei die kein klares Programm hat vielen Menschen gefallen?
Wenn wir mit 0,5% - 1% zufrieden sind kann es natürlich so weiter gehen.

Grins…
Ja dies hat man mir schon ab 2012 erzählt…
Irgendwann…
Nur schaue ich auf unsere Ergebnisse dann dauert wohl dies “irgendwann” noch ein wenig… wenn überhaupt?
Und natürlich können wir warten, viel tiefer kann es nicht mehr gehen, Mitgliederzahl stagniert gerade auch.
Gute Voraussetzungen um so noch ein paar Jährchen vor sich hin zu arbeiten.

wenn man sehen würde, dass die Diskussionen sich konstruktiv entwickeln, schon. Man kann ja nicht Positionen 10 Jahre beibehalten, ohne sie neu zu diskutieren. Nur darf das nicht im Kreis führen, sondern sollte in AGs weitergeführt werden, dann Anträge usw.

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grafik

Wieso ist hier eigentlich nur eine AG vertreten?

Dem spricht ja gar nichts entgegen, vielmehr ist dies eine Notwendigkeit.
Es geht ganz alleine darum, wenn Anträge auf Parteitagen angenommen wurden, dass sofort “losgebasht” wird.
Gleiches bei Vorständen.

Habe mir jetzt ehrlich gesagt nicht alles durchgelesen (muss ja nebenbei auch noch arbeiten :wink: )

Ich habe 2 Fragen.

1.) Gibt es eine Übersicht über aktive AGs

2.) Ist eine AG in Planung oder besteht schon eine die sich mit dem Wahlkampf 2020/21 auseinandersetzt?

Ich denke wenn wir da mehr als 1% schaffen wollen sollten wir langsam anfangen, meine Vorstellung wäre es zum Beispiel so:

  • Kommunikation mit den LVs welche Themen für Sie wichtig sind, Augenmerk auf die, die 2020/21 Wahlkampf haben.
  • Ausarbeitung eines Fahrplanes und Festlegung der verschiedenen Programmpunkte für Bundeswahlkampf 2021, mit Rücksicht auf den Wahlkampf 2020.
  • Unterstützung der Wahlkampfteams 2020 durch detalierte Ausarbeitung der Progammpunkte welche identisch sind mit Wahlkampfthemen '21
  • danach Ausarbeitung der restlichen Programm Punkte
  • Ausarbeitug einer Wahlkampfstrategie

alles bis ende 2020

Danach Beginnend auf der Ausarbeitung die Piraten wieder richtig medial in Szene setzen. Besuch in Technologie Firmen mit anwesender Presse etc durch Piraten die überlegen im Wahlkampf 21 anzutreten.

Wir müssten aufgrund der wenigen (wo)manPower eigentlich jetzt schon damit anfangen. Natürlich durch support anderer AGs. Ziel sollte es sein ende 20 Anfang 21 ein gutes Konzept zu haben für einen Wahlkampf und vorallem wie wir es den Leuten rüberbringen. Wir haben gute Ansätze und gute Konzepte aber wir müssen das den Wählern rüberbringen und ich denke das geht nur wenn wir von Anfang an mit einem guten Konzept auftreten. Damit meine ich jetzt nicht die Konzepte zu den Programmpunkten sondern eher die wie wir uns wieder in der Öffentlichkeit bekannt machen.

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2020 steht bisher (wink an die GroKo) im Februar Hamburg an.
Danach kommen 3 Landtagswahlen im Frühjahr 2021, für die theoretisch im Herbst diese Jahr schon aufgestellt werden könnte.
Im Herbst 2021 dann 2 Landtage und die BTW.

Es sind so gar noch mehr wenn man Kommunahlwahlen mit einrechnet.

2020

23.02. Hamburg Bürgerschaft

15.03. Bayern Kommunalwahl

Herbst Nordrhein-Westfalen Kommunalwahl

2021

Frühjahr Baden-Württemberg Landtagswahl

Frühjahr Hessen Kommunalwahl

Frühjahr Rheinland-Pfalz Landtagswahl

Herbst Alle Bundesländer Bundestagswahl

Herbst Berlin Wahl zum Abgeordnetenhaus

Herbst Mecklenburg-Vorpommern Landtagswahl

Herbst Niedersachsen Kommunalwahl

Herbst Sachsen-Anhalt Landtagswahl
https://www.bundeswahlleiter.de/service/wahltermine.html

Wenn du hier runterscrollst, findeste die aktuellste Liste. https://wiki.piratenpartei.de/Koordinatorenkonferenz

Ich glaube, dass das in einem anderen Prozess geschieht, als AG (Ausschreibung?), aber bin mir nicht sicher und kenne auch keinerlei Details oder “traditionelle Verfahren”.

weil die wenigsten AGs hier im Forum direkt in geschlossener Gruppe arbeiten? Und einer der Gruppenteilnehmer Admin hier in discourse ist und gerne Features testet?

Sehr theoretisch ja, direkt auf der Wiki-Startseite gibt es einen Link mit fast identischem Text …
Auf der Seite sieht das dann leider anders aus (und ich habe bisher auch vergebens versucht die AG Umwelt dort als aktiv anzeigen zu lassen … )

Derzeit noch nicht … die EU-Wahl wurde allerdings auch nur durch eine SG betreut mit Mitgliedern der LVs, die ja die Hauptarbeit bei Wahlen übernehmen

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Naja, aber wenn man mit der Bundestagswahl, welche durch die 5%-Hürde ja sowieso schwieriger ist überhaupt Stimmen zu fischen, als Sieger hervorgehen möchte, wäre dann HeadoNs Idee nicht zuträglich?

Ich denke ja generell, das einiges parallel laufen sollte.

  • Mobilisierung der eigenen Parteimitglieder
  • Anwerbung neuer Mitglieder
  • Erstellung eines “Schlachtplans” (siehe HeadoN)
    Im zweiten Schritt dann konkrete öffentlichkeitswirksame Aktionen durchführen (kann auch im “Schlachtplan” diskutiert werden) und zu guter letzt der Wahlkampf.
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zuträglich sicherlich …
aber, das Ganze kann nur klappen, wenn wir die dann für die Durchführung zuständigen Landesverbände von vornherei mit ins Boot nehmen.
Daher hätte ich bei einer “normalen” AG, in der “wer will” teilnehmen kann tatsächlich etwas Bauchweh …
Die Entwicklung muss, wenn sie nicht ins Leere laufen soll, von vornherein von allen Beteiligten im Konsens geschehen …

@TygKF:
Was und wie eine AG bei euch funktioniert, weiß ich leider nicht wirklich. Da habt ihr mehr Ahnung. Aber was du sagst klingt sehr schlüssig und sinnvoll. Was könnte man denn machen um alle wichtigen Eckpunkte wie Landesverbände ins Boot zu holen und gemeinsam dran zu arbeiten?

Nochmal zu 2 anderen Posts:

Da ich mir bewusst war, dass ich dich eventuell missverstanden habe, schrieb ich auch “Wenn du XYZ meinst, […]”. Aber jetzt habe ich es verstanden, danke.

Was durch Medien begünstigt wurde. Mit Aufklärung meine ich aber, dass die Diskussion (ist ein anderer Begriff für “Streit”) grundsätzlich mit zur Partei gehört um auf bessere Ergebnisse zu kommen. Sicher sind öffentliche Mimimis nicht hilfreich, aber den Effekt (auch bezüglich der Nachrichtenmedien) kann man damit abmildern und gegebenenfalls umkehren.

Das wollte ich gleich mit meinem ersten Post ausdrücken.

Natürlich müssen alle LVs mit im Boot sein. Den Hauptaugenmerk habe ich halt auf die gelegt die Wahlkampf haben in den nächsten 2 Jahren da diese Meiner persönlichen Meinung nach als erstes Unterstützung brauchen.

Ohne die Unterstützung vieler Mitglieder wird das sowieso nichts werden. Ich denke nicht das es ein Projekt ist was man mit 5 Leuten oder so stemmt.

“GRUMMEL!!!”

Ok, wir reden wohl immer noch aneinander vorbei.
Was aber auch nicht schlimm ist. :wink:

Ich denke die Methode “Aufklärung dass Streit gut und produktiv” sein kann, (Diskussion sieht anders aus!) versuchen wir nun seit mindestens 2011.
Den Erfolg sehe ich nirgendwo, aber versuchen wir es weiter. Irgendwann lese ich dann bestimmt mal, in den Medien, Piraten streiten nicht, ihre Querelen sind aktive und sinnvolle Diskussionen!
Bis dahin ziehe ich mich hier mal raus, mein Standpunkt sieht halt anders aus. Aber wie gesagt, noch haben wir ein paar Jahre. :innocent:

Nicht wirklich. du verstehst nur scheinbar nicht worauf ich hinaus möchte. In einer Gesellschaft mit so viel unterschiedlichen Leuten, bei der Diskussionen zum Standardprogramm gehören, ist es ganz normal, dass es auch solche Querelen gibt. Die Bevölkerung nimmt nun aber zweierlei war. Einmal diese Leute auf Twitter und Co und zum anderen die allgemeinen Diskussionen, die ebenfalls uneinigkeit suggerieren. Beides liegt so eng nebeneinander, dass ein aufgeklärter Bürger (der immernoch nicht alles wirklich mitverfolgt) dann einfacher diese Querelen ignorieren kann, weil er sie mit zur offenen Diskussionskultur einordnet. Sprich durch eine Aufklärung macht die Piratenpartei auch die Querelen zumindest teilweise unschädlich.

Und natürlich ist es besser dafür zu sorgen, dass soetwas intern bleibt, aber wie willst du das komplett verhindern? Und je größer die PIRATEN werden sollten, desto mehr solcher Leute gibt es potenziell.

Ist bei mir bisher nicht angekommen, tut mir leid. Da ich selbst sehr gerne diskutiere konnte ich mir das lediglich zusammenreimen, dass es Parteiintern auch so aussehen muss. Und die “Streitereien” habe ich nicht auf Twitter oder sonst wo mitbekommen, sondern nur aus Nachrichtenmedien. Ohne irgendjemanden jetzt zu nahe treten zu wollen, aber irgendetwas scheint da ja nicht funktioniert zu haben, wenn ihr es seit 8 Jahren versucht und es nichtmal ich als Interessierte mitbekommen habe, dass ihr es versucht.

Ich verstehe nicht, dass ihr Euch auf die anstehenden Wahlen fixiert und konzentrieren wollt. Die Bundestagswahl 2021 in den Prioritäten als wichtig einstuft. Klar, man macht normalerweise Politik um über Wahlerfolge in Regierungsverantwortung zu kommen.

Aber davon ist die Piratenpartei Deutschland Lichtjahre entfernt.

Ich würde mich auf ein Reset oder Restart konzentrieren als zu jeder Wahl mit der gleichen Truppe 0,x % zu holen. Ihr erzeugt doch nur noch Frust.

Ich bin der Meinung ein offen dokumentierter Umbau der Piratenpartei Deutschland hätte s p ä t e s t e n s 2017 stattfinden müssen. Nun ist der Name Piratenpartei schon so verbrannt, dass sogar noch eine Neue Bezeichnung/ Name nach dem Umbau der 0,x% Partei gefunden werden müsste.

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