Piraten gegen Parität ?


#21

Wenn der frühere bayerische Landesvorsitzende Stefan Körner Edmund Stoiber einen Mitgliedsausweis übergibt, dann …

Vom Internet schwärmt er auch, “das ist ein Segen für die junge Generation”. Früher habe er Lexika gekauft, heute lese er die Welt im Web. Ideen für Postings auf Facebook habe er, “wenn ich im Auto durch Deutschland fahre”. Zwar lasse er die technische Komponente, das Eintippen und Absenden, einen Mitarbeiter erledigen. Aber wahrscheinlich wirkt dieses Geständnis glaubwürdiger, als würde er sich krampfhaft als Netzprofi gerieren.

“Ich habe jetzt auch einen Mitgliedsausweis der Piratenpartei”, sagte Seehofer. Der CSU bleibe er aber treu. Der Landesvorsitzende der Piraten in Bayern, Stefan Körner, überreichte Seehofer den Ausweis mit der Nummer 1337 auf der Party.


#22

Sorry das ist Quatsch. Die Piratenpartei ist ein chaotischer und anarchischer Haufen, der sich von niemanden, also auch von seinen gewählten Vorständen, etwas sagen lässt. Hier hat keiner Macht die er erhalten kann.

Die fehlenden Strukturen und das anarchische, was jeden Wahlerfolg unmöglich macht ist der Grund für die Situation der Piratenpartei und ja in diesem Klima kandidieren noch weniger Frauen als bei der CSU.


#23

Das tut sie nicht, aber die Doppelmitgliedschaft als solche ist eine der dümmeren Piratenideen.


#24

Was soll daran seltsam sein? Die CSU ist eine Volkspartei. Da liegt die Vermutung nahe, das ihre Mitgliederverteilung in Richtung der Verteilung in der Gesamtbevölkerung tendiert.
Die PP wurde in einem Umfeld von informatikinteressierten Menschen gegründet. In diesem Bereich gibt es (leider) einen sehr kleinen Frauenanteil. Dieser spiegelt sich dann auch in den Strukturen der Partei wieder.

Soll die Partei jetzt dafür bestraft werden, das sie aus diesem Umfeld kommt? Das es in der Vergangenheit massive Versäumnisse gab auch Frauen für Informatik zu begeistern? Denn nichts anderes ist so eine Quote. Sie macht es einer Partei wie den Piraten unmöglich vollständige Listen aufzustellen, weil es wahrscheinlich nicht ausreichend Bewerberinnen geben wird um die Quote zu erfüllen.

Natürlich müsste man mehr Frauen für Informatik begeistern (und es werden ja auch mehr).
Achtung Ironie. Wie wäre es denn da mit einer Quote für Ausbildungs und Studienplätze?


#25

Entweder es wäre sehr ruhig im Vorlesungssaal, oder ich würde irgendetwas anderes studieren, da ich dank Quote keinen Studienplatz erhalten hätte.


#26

Darf ich an dieser Stelle mal auf unsere Vertretung im Europaparlament verweisen, die weiblich ist.


#27

Die übrigens aus Machterhalt nicht wieder antritt.^^


#28

Es ist ja nicht nur Julia. Auch ohne Quote und trotz geringem Frauenanteil haben es Frauen in der PP doch immer wieder an wichtige Positionen geschafft.
Da wären Marina und Kattascha als ehemalige PolGFs im BuVo, da ist Julia als unserer EU Abgeordnete, da ist Anja als unsere Spitzenkandidatin bei der Bundestagswahl. Da ist Swanhild unsere ehemalige Schatzmeisterin usw.
Oder jetzt Sabine als Platz drei der EU-Liste. Und sie ist bestimmt nicht “nur” Platz drei weil sie eine Frau ist, sondern weil die Versammlung Partick und Gilles einfach noch besser zutraute die PP zu repräsentieren.


#29

OK. Der Punkt geht an dich. Nein, dafür sollte keine Partei bestraft werden.

So wie ich gelesen habe, wird das Gesetz sowieso über Umwege vor dem Bundesverfassungsgericht landen.

Auch wenn die PP nicht im Brandenburger Landtag sitzt, so kann sie sich doch trotzdem an den Landtag richten, mit der Bitte um Änderung dahingehend, dass Parteien welche die Parität aus personellen Gründen nicht erfüllen können, davon ausgeschlossen sind.
So ähnlich wie das Fehlen der 5 % Klausel für die dänische Minderheit in SH…
Immerhin hätte sie dann eine klagende Partei weniger am Hals.

Edit :slight_smile:

Man muss aber nicht unbedingt mehr Frauen für Informatik begeistern ( was trotzdem wünschenswert wäre ) sondern mehr Menschen für die PP.


#30

Wenn Du Dir den Mitgliedsantrag der Piratenpartei ansiehst, stellst Du fest, dass das Geschlecht nirgends erhoben und gespeichert wird, da irrelevant.
Datensparsamkeit.

Das wird auch so bei den Toiletten in der Bundesgeschäftsstelle durchgezogen.


#31

Das ist mir klar, hab doch nie das Gegenteil behauptet. Trotzdem scheint es nicht für eine Parität zu reichen, bei mehr Begeisterung für die PP, gäbe es wohl auch mehr Frauen die kandidieren würden.

Ich kann mich noch an die alten Diskusionen erinnern, wo es darum ging, das die Mehrheit der Mitglieder wohl männlich seien.
Das Totschlagargument war dann immer, dass das Geschlecht nicht erfasst wird.


#32

Da kann ich wirklich Gegenteiliges von den Piraten berichten.
Eine geschlechtsabhängige Wahl bei den Piraten oder eine geschlechtsspezifsche Ausgrenzung habe ich in der Piratenpartei bisher nicht kennengelernt.
Es sind sexistische Äußerungen und geschlechtsspezifsche Herabwürdigungen völlig tabu.

Das eigentliche Problem liegt außerhalb dieser Partei in der Gesellschaft und das verwundert auch nicht, wenn man bedenkt, wie sich die Rolle der Frauen in den letzten 100 Jahren verändert hat. Klingt lange, ist es aber nicht, weil die Mutter, die Oma und die Uroma noch in einem völlig anderen Umfeld gelebt und dies weitergegeben haben.

Meine Piratenkollegin übt das regelmäßig mit ihren Schülerinnen indem sie ihnen einen Hammer in die Hand gibt und Elektroschrott zertümmern lässt.
Viele von denen hatten aufgrund ihrer Erziehung noch nie einen Hammer in der Hand.

Wenn man sich ansieht, daß aufgrund der Abiturnote 85% der Tiermedizinstudienplätze in Bayern an weibliche Bewerber vergeben werden und in Folge dann auf dem Lande Tierärzte fehlen, die sich um Kühe, Schweine und Pferde kümmern, dann erkennt man, daß die Erziehung noch einen weiten Weg zu gehen hat, in irgendeiner Form Parität herstellen zu können.
Das Hauptproblem ist die geschlechtspezifische Erziehung und das Schaffen von Anreizsystemen für smarte, angepasste und mitschwimmende Jugendliche.

Piraten sind eine Ansammlung jener revolutierender, nicht angepasster Menschen, die sich von diesem Mainstream unterscheiden.
Schon alleine die Beschäftigung mit diesen neuen Computern, die die Augen kaputt machen, ist ein Bruch mit traditionellen Verhaltensweisen.
In der Folge gibt es mehr Konflikte, weniger weibliche Mitglieder, dafür aber mehr Mitglieder, die ausgegrenzt wurden.
In einer solchen Situation Parität herstellen zu wollen, wäre eine nahezu unlösbare Aufgabe.
Wichtiger erscheint mir, daß man jeden in dieser Partei fördert, integriert und nicht ausgrenzt, völlig geschlechtsunabhängig.


#33

Ich Frage mich, was du mir damit sagen möchtest ? Ich war selbst Mitglied bei der PP und bin durchaus mit ihr vertraut.

Auch weiß ich, das eine Parität heutzutage bei der PP auf Wahllisten nicht hergestellt werden kann.

Seien wir ehrlich, wenn eine Frau politisch Karriere machen möchte, dann nicht bei der PP.
Die Wahrscheinlichkeit in ein Land oder Bundestagsmandat zu kommen ist gleich 0.

Wer sich aber innerparteilich angagieren möchte und von der PP überzeugt ist tritt ihr bei, möchte aber nicht unbedingt für Land oder Bundestag kandidieren. Muss man ja bei der PP auch nicht unbedingt erwarten.

Klingt jetzt alles sehr böse, aber so meine ich das nicht.

Zu dem anarchistisch bei der PP.
So mögen die Anfänge wohl gewesen sein, aber heute sicher nicht mehr.

Anarchistische Bewegungen in Deutschland ( und nicht nur dort ) wachsen und gedeihen, kommen aber besser ohne Partei wie die PP klar.

Sturheit, mangelnde Kompromissfähigkeit, mit dem Kopf durch die Wand wollen, hat nichts mit Anarchismus zu tun.


#34

Allein damit hast Du Dich eigentlich komplett selbst diskreditiert und bewiesen, in welche Richtung diese Diskussion gehen soll(te).
Partei X ist für Bildung, also müssen wir das Gegenteil tun.
Das hat im Landtag NRW schon nicht funktioniert, was sich immer daran beweisen lässt, dass die Grünen oder jede andere Partei, viel zu häufig eigene, fast mit dem Piratenwortlaut identische, Anträge in den Landtag eingebracht hat.

Ich weiß auch nicht wann das zum Normalfall wurde, dass anhand der Person/Gruppe argumentiert wird. Ursprünglich waren Piraten die, die sich auf die Fahnen schrieben “Themen statt Köpfe”. Seit wann danach nicht mehr gehandelt werden soll entzieht sich meiner Kenntnis. Themenbezogen argumentieren, handeln und entscheiden ist wohl nun auch obsolet. Hauptsache die Polemik sukzessive die Ideologie stimmt überein. Ja so wurde schon immer Politik gemacht … #FindeDenFehler

Schauerlich ist dann der Drift, der hier vollzogen wird. Denn man möchte wieder mal das altbekannte Links/Rechts Schema bemühen. Man möchte sich eben nicht mit Argumenten beschäftigen sondern lieber vorwerfen “Du stehst auf der falschen Seite”. Wenn sich @jona_bab dann sogar dazu gemüßigt fühlt seine Politische Einstellung zu erklären, sind wir man wieder weit ab von jeglicher Vernunftbegabter Diskussion.

Mit anderen Worten: Deine Gesamte Argumentationskette ist lediglich dazu geeignet das Feuer eher zu schüren. Es kommen nämlich keinerlei Argumente, es sind nur Selbstbeweisende Behauptungen zu finden die man zusätzlich noch würzt mit Unterstellungen, die ich immer öfter als simple Lügenbehauptungen bezeichne. Ich verstehe auch nicht, wie man so dermaßen weitab … ach egal.

Perfekte Selbsteinschätzung. Aber das ist in dieser Gesellschaft inzwischen ja normal. Die Verbots-Grünen verkörpern die martialischen Auswüchse einer von der SED in Deutschland hervorragend implementierten Gängel- und Bevormundungskultur. Ich bemühe mal nicht das Wort “Diktatur”, da es mir an der Stelle als nicht ganz passend erscheint.

Fazit:
Inzwischen haben viele den Leitsatz - “Im Gegensatz zu Tatsachen, die sich jederzeit und beliebig ändern können, bleibt meine Meinung stets die selbe.” - hervorragend verinnerlicht. Dir ging es nicht ums Thema “Parität”. Zu keinem Zeitpunkt.

Ende der Beweisführung. Punkt.


#35

Eine Benachteiligung die man aufhebt, indem man Frauen in Ämter/Listen zwingt? Das ist Schwachsinn und wird weder Frau, noch Mann, noch anderen Geschlechtsidentitäten gerecht.

Wenn man mehr Frauen in Ämter haben möchte, dann sollte man diese Ämter so attraktiv gestalten, dass mehr Frauen in diese Ämter wollen.

Wenn wir den Ansatz der Quoten weiter verfolgen würden, dann müssten wir bald unser Leben der Erfüllung irgendwelcher Quoten widmen (zu wenige junge Menschen in den Parlamenten, zu wenige Transgender, zu wenige Homosexuelle, zu wenige Arbeiter, zu wenige (ehem.) Arbeitslose, zu wenige XYZ).


#36

An der Stelle verzichte ich alle weiblichen Mitglieder aufzuzählen, die ihre “Karriere” der Piratenpartei verdanken und die Piratenpartei als Karrierestart benutzt haben.


#37

Genauso sehe ich das auch.
Ein Hauptgrund, warum sich viele meiner Geschlechtsgenossinnen nicht oder kaum politisch engagieren ist doch der Zeitfaktor. Wer zwischen (Teilzeit-)Arbeit, Haushalt und Kinderbereuung zerrieben wird, hat schwerlich noch Luft, um seine (bzw. ihre) politische Karriere voranzutreiben.
Wann finden denn Sitzungen oder auch die Stammtische statt? Abends, zur besten Gutenachtgeschichten-Uhrzeit.
Wenn man dann noch mitbekommt, dass in den Parlamenten frisch gebackene Mütter nicht willkommen sind, weil sie nunmal ihr Neugeborenes nicht stundenlang abgeben können. Warum sollte sich das irgendeine Frau antun?


#38

In der Piratenpartei sind Neugeborene immer willkommen, manchmal tragen sie aufgrund meiner Beobachtungen sogar Piraten-Strampelanzüge oder Piraten-Socken.


#39

:slight_smile: Das ehrt die Piraten, ändert aber leider nichts am aktuellen Zustand unserer Gesellschaft. Es werden noch etliche Jahre ins Land gehen, bis jegliche Form des partnerschaftlichen Zusammenlebens gleichwertig nebeneinander bestehen kann. Und das Bestreben sollte sein, jedem und jeder eine politische Teilhabe zu ermöglichen unabhängig von sämtlichen Lebensumständen.
Eine Quote halte ich dabei übrigens auch nicht für ein probates Mittel.


#40

Gleichberechtigung / Gleichstellung heißt für mich, dass ich als Frau genauso die Wahl habe, ob ich mich überhaupt auf eine Liste wählen lassen will oder nicht. Soll ich mich als Frau gezwungenermaßen auf irgendne Liste setzen lassen, nur damit sie paritätisch besetzt ist? Ich will das einfach nicht, weil mir das einfach nicht liegt. Mir liegt es eher, organisatorische Dinge im Hintergrund zu tun, und genau das mache ich hier und hab Spaß daran. In meinen über 9 Jahren hier hab ich mich immer sehr wohl gefühlt, niemals hatte ich das Gefühl, als Frau benachteiligt zu sein oder so. Ganz im Gegenteil, ich habe mich immer einfach nur als Pirat unter vielen gefühlt. Mir hat es ehrlich gesagt am Anfang besser gefallen, bevor zum ersten mal diese dämliche Genderdebatte aufgekommen ist - da hat sich niemand dafür interessiert, ob ich Männlein, Weiblein oder Eichhörnchen bin, ich war einfach ein Mensch und Pirat… Und das und nichts anderes will ich weiterhin sein, und einfach nur das hier machen, was mir persönlich Spaß macht…