Piraten bei 19.5%

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Die aktuellen Umfrage Ergebnisse aus Tschechien, piraten stehen nun bei 19.5% und sind somit zweitstärkste Partei im Lande.

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Zu einer der stärksten Oppositionsparteien hat sich innerhalb weniger Jahre die Piratenpartei entwickelt. Sie steht für absolute Transparenz, konsequente Korruptionsbekämpfung - gerade auf lokaler Ebene - sowie eine effizientere und kostengünstigere Verwaltung.

Selbst die Deutsche Presse berichtet schon ausführlich von den Tschechischen Piraten. Mit diesen Themen sollte sich doch auch hierzulande etwas reißen lassen.

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Mhm - ja. Ganz bestimmt. Die Frage ist, wer die Leute sind, die “reißen”.
Heute ist wieder RK - komm’ doch mal hin.

Ja die FDP ist mal aus dem Bundestag raus geflogen und hat wieder den Einzug geschafft.

Na dem würde ich aber heftigst widersprechen. Die PIRATEN waren Anfang der 10er in mehreren Landtagen vertreten. Die Zeiten sind freilich (erst mal) vorbei.
Aktuell sitzt Patrick Breyer im EU-Parlament und macht dort - wie seine Vorgängerin - einen prima Job. Und auf kommunaler Ebene gibt es auch ein paar Mandatsträger.
Richtig ist - vom Einzug in den Bundestag sind die PIRATEN im Moment meilenweit entfernt; genau wie die meisten anderen “progressiven Kleinstparteien”. Man ™ wird wohl über kurz oder lang nicht umhin kommen, ernsthaft über Fusionen nachzudenken, denen man sich derzeit allseits standhaft verweigert. Falls ich jemanden*in damit böse getriggert haben sollte - ist halt meine Meinung.

Es ist Definitionssache. Spannend wäre es doch erst geworden, wenn die Piraten 2013 in den Bundestag eingezogen wären. Das hätte noch eine wesentlich nachhaltigere und größere Wirkung entfaltet. Ich vermute die Parteienlandschafts sehe heute sehr anders aus, wenn die Piraten das geschafft hätten. Denn dann hätten sie sich etabliert und ihre Ideen hätten nicht mehr so ignoriert oder lächerlich gemacht werden können, wie zuvor geschehen.

Und zwar negativ.

Sehe da keine Partei mit der die Piraten bundes- oder landesweit zusammenarbeiten könnten. Auf kommunaler Ebene ja, aber die Bundes- und Landesorganisationen der anderen Parteien sind doch bescheiden, da fast überall strategische Strippenzieher statt Demokraten.
Das Problem der kleinen Parteien ist doch, dass sie per se nicht willens sind, Kompromisse einzugehen, sondern ihr Ding machen wollen oder gar nicht.

Die größeren Konstruktionen sind ja intern so unbeliebt, da an jeder Ecke die eigenen Ideale verraten werden. War bei den Piraten nicht anders.

Nuja, jede dieser Kleinstparteien hat halt ihre eigene kleine Machtelite welche dann fürchtet an Einfluss zu verlieren… Daher, ganz realistisch betrachtet gehe ich nicht davon aus das das funktionieren wird.

Die Piratenpartei als größte der progressiven Parteien sollte halt mal mehr in die Offensive gehen und versuchen den anderen Wähler/Mitglieder abzujagen.

Weil es an Ordnung und Infrastruktur gemangelt hat, eine größere Konstruktion somit gar nicht möglich gewesen ist und im Chaos zerbröselt ist. Mit dem BEO scheint sich ja erst jetzt eine digitale Infrastruktur heraus zu kristalisieren mit der was größeres möglich wäre.

Mir fallen da auf Anhieb mindestens drei ein.

Und das scheint wohl für alle Kleinen zu gelten - inkl. der Piraten. Man dümpelt lieber unter fünf, dann unter einem und schließlich auch unter dem halben Prozent herum, um nicht nur von parlamentarischer Mitwirkung, sondern auch von den finanziellen Zuwendungen, die einem nach PartG zustehen, “verschont” zu bleiben. Irgendwann löst man sich dann auf und gründet einen neuen elitären Verein, dem nach ein paar Jahren das gleiche Schicksal widerfährt. Oh - lasst mich diese herrlichen Mechanismen der modernen Demokratie lobpreisen! Sie funktioniert so prächtig - vor allem für die, die in der gepolsterten Ecke sitzen und vor Lachen nicht in den Schlaf kommen.

Nicht nur das man isoliert sich ja auch in seinen Parteiinternen Kleingruppen die dann auf externen Plattformen vor sich hin chatten und irgendwas machen aber man als Außenstehender oder selbst Basismitglied nicht recht weiß wer wie wo was macht…

Die Außenwirkung bleibt klein da zu wenig öffentlich kommuniziert wird, obwohl das vermutlich wichtiger wäre als die formalisierten PMs.

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Aussage 1.

Aussage 2 - wobei ich mittlerweile vorsichtig mit “die größte” sein würde.
Meine Frage dazu: Wie soll das unter den Bedingungen von Aussage 1 funktionieren, wo doch zumindest die meisten Mitglieder dieser Parteien selbst elitär sind und daher zu “ihrer Machtelite” stehen? Also mal in die jüngste Vergangenheit geschaut - so richtig erfolgreich waren die PIRATEN mit dem Ansatz offensichtlich nicht.

Ich hoffe ja, dass der Schein nicht trügt und dass sich nicht wieder Leute finden, die den Ansatz aufgrund ihres Elitedenkens wirksam zerstören.

Diesen Aspekt sollte man nicht vergessen. BTW: Warst du gestern bei der RK? :innocent:

Ach ja - einen hätte ich da noch:

0,5% kann man als Piratenpartei bei der Bundes- und Europawahl immer erreichen.
Wenn nicht, dann hat man die falschen Personen in einen Bundes- und/oder Landesvorstand gewählt.

Ansonsten ist das mit den Parlamentssitzen ein weiterer Mythos der Piratenpartei.
Sehe das gerade bei einer anderen frustrierten Kleinstpartei, deren Vorschläge abgelehnt wurden um dann umgesetzt zu werden.
Da kann man gerne frustriert sein.
Aber wenn man an der Sache an sich etwas ändern möchte, dann müßte man zufrieden sein.

Die Frage ist daher, was man will man.
Hängt man irgendwelche Plakate mit Köpfen auf, die man gerne in einem Parlament haben möchte, oder will man die Wahl nutzen, sein Anliegen in der Bevölkerung zu verankern?

Bis auf Patrick waren alle Köpfe in den letzten 14 Jahren Fehlgriffe!

Ich würde mal sagen das fast alle Wähler gar nicht wissen wer da im Vorstand sitzt. Solange die da nix über die Massenmedien/Social Media mitbekommen bleiben da eher die Themen hängen weswegen Piraten gewählt wird.

Ein Problem der Basisdemokratie ?

Also wenn halt auf dem BPT derjenige gewählt wird der die geilste Rede hält und die Masse emotional mitreißt anstatt die tatsächlich fähigsten. Ohne Ponader, Lauer und andere Narzistische Selbstdarsteller würde die Partei womöglich ganz anders dastehen.

Direkte Demokratie ergibt eben nicht immer auch die besten Ergebnisse, Die erhoffte Schwarmintelligenz ist ausgeblieben.

So ist es.
Wenn man mit Menschen etwas gemeinsam tut, kann man relativ schnell die Sozialkompetenz eines Menschen einordnen.

Genau an dieser Parteiarbeit hapert es.
Solange man sich an diesem Grundfilter vorbeimogeln kann, wird man Personen auswählen, die keine Kompetenz haben, eine Partei zu führen oder Mitglieder und Wähler in einem Parlament zu vertreten.

Das ist aber vornehmlich ein Problem des Internets. Denn all dies kann man online am Schreibstil nicht erkennen und die paar Stunden auf einem Parteitag reichen dann eben dazu auch nicht aus. Ein Problem das man so nicht gesehen hat.

Die alten Offline Parteien haben damit dann natürlich weniger zu kämpfen. D.h wären mehr Offline Events für Piraten vermutlich auch nicht schlecht, und wenn es nur mal eine gemeinsame Wanderung oder Grillfest ist. Ok, corona macht das gerade etwas schwerer aber nur so als Idee.

So ist es.

Aber es funktioniert mit Einschränkungen auch Online.
Man merkt da z.B. relativ schnell, ob Person sich überhaupt für die Meinung anderer interessiert oder ob es um Selbstdarstellung geht.

Aber auch klassische Parteien haben das Problem und deren Auswahl erfolgt primär nach rhetorischen Fähigkeiten, Aussehen oder kumpelhaftes Verhalten und Unterordnung.

In der Regel läuft das so ab, dass jemand kommt, über ein Thema referiert und dann gehen alle nach Hause. Da geschieht die Selektion nur auf der untersten Ebene im Ortsverein.
Auch die erarbeiten jenseits eines Kommunalwahlprogrammes nie etwas gemeinsam.
Von dieser Sicht aus, hätten wir viel bessere Chancen Teamworker zu finden.

Nein. Schaut euch doch mal das Ergebnis von 2013 an:

grafik
(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Bundestagswahl_2013)

Wenn die Piraten auf 5 Prozent gekommen wären, hätte es ein Ro-Rot-Grün-Orange-Koaltition mit dem verbindendenden Element Digitalisierung gegeben. Damit wäre die BRD meilenweiter, als sie es heute ist und die AfD hätte nie so hohe Prozentzahlen eingefahren. Die FDP wäre wahrscheinlich noch nicht wieder im Bundestag.

Und auch wenn keine Rot-Rot-Grün-Orangene-Koalition zu Stande gekommen wäre: Die Piraten hätten aus der Opposition im Bundestag wesentlich besser ihre Themen vortragen können.

Imagine…

Sie hätten gar nichts …
Sie waren in Landesparlamenten und haben sich selbst blockiert.
Als ich sie in NRW besuchte hatten sie gerade ihre Büros neu eingerichtet und schon gab es Zoff.
Es war überhaupt niemand da in der Partei, der das Wort “Gemeinsam” oder in “Gruppen arbeiten” kannte.

Das finde ich jetzt ein bisschen konservativ gedacht. Schau dir doch die Grünen in den 80ern an, da war auch nur Streit. Was erwartest du von Nerds, Außenseitern und Besserwissern, die sich für die Avantgarde halten? Das “Gemeinsam” entwickelt sich über die Zeit und ist nicht einfach so da.

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