"Personalchefin der Arbeitsagentur droht Rauswurf", wie kommt so eine Diskrepanz in der Bewertung zustande?

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Vor allem Holsboers Verhältnis zur Arbeitgeberseite im Verwaltungsrat gilt als schwierig, was deshalb erstaunlich ist, weil die 42 Jahre alte Münchnerin vor ihrem Amtsantritt vor zwei Jahren selbst jahrelang für die Arbeitgeber in dem Gremium saß und über dieses Lager überhaupt erst auf ihren heutigen Posten kam. Im dreiköpfigen Vorstandsgremium sollte Holsboer einen Gegenpol zum Vorsitzenden Detlef Scheele bilden, der Mitglied der SPD ist und als Vertrauter von Bundesfinanzminister Olaf Scholz gilt. Aus der Sicht mancher Arbeitgebervertreter hat sich diese Hoffnung offenbar nicht erfüllt.

Dem Bericht zufolge hat Holsboer auch unter Gewerkschaftsvertretern den Rückhalt verloren. Der Vorwurf laute, sie sei führungsschwach und stecke inhaltlich immer noch nicht in der Materie.

Führende Mitarbeiter der Arbeitsagentur widersprechen dieser Darstellung allerdings vehement. Sie glauben, dass es in dem Machtkampf eher um die grundsätzliche Ausrichtung der Behörde geht. Die Personalchefin wird als hochkompetent und führungsstark beschrieben; sie hinterfrage Prozesse und kümmere sich um Themen wie zum Beispiel die Arbeitskultur – diese Art der Erneuerung löse womöglich bei manchen Angst aus, heißt es. Eine junge Frau als Führungskraft, die noch dazu selbstbewusst auftrete, sei auch „nicht für jeden leicht zu schlucken“, sagt einer.

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