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Pappe statt Plastik?

plakate

#61

Wieso Hanfseil ? Die Plakate der PP die ich kenne hatten Kabelbinder :sunny:

Ich würde Draht nehmen. Hebt besser.


#62

Nebenbei verstehe ich ja das Problem. Habe ich gefühlte 100 Mal geschrieben, wer aber nur das Lesen will was er lesen will Not my Problem


#63

… und wer meinen Beitrag oben gelesen hat bzw. auf den Link geschaut: Es gibt Hohlkammerplakathersteller, die mit Recyclern zusammenarbeiten, die 100% als Werkstoff für die Autoindustrie recyclen.

Während Karton nur verbrannt werden kann.

Wer dazu weiß, was für Unmengen an Ressourcen die Kartonherstellung verbraucht (z.B. Wasser das danach mit Chemie verschmutzt ist) für den ist eben karton nicht unbedingt = sauber.

Karton wird aus Altpapier gemacht - dazu müssen u.a. Kleber, Farben, opt. Aufheller, Leim etc. gelöst werden um dann die Fasern erneut verarbeiten zu können - sauber ist was anderes.

Leider habe ich außer dem von mir zitierten keinen weiteren Bericht für die Umweltbilanz gefunden. Aber zumindest dieser Bericht sagte, dass Karton hier definitiv hinten liegt.

Dann ist der Schwund größer (oder man betreibt Zusatzaufwand, der die Verwertbarkeit weiter einschränkt sowie enorm Zeit kostet) und es gibt nur noch thermische Verwertung…

Und für die, die von Höxgen auf Stöxgen kommen: Microplastik, das beim Waschen entsteht, landet sicher im Meer - aber Plastik, das stofflich oder thermisch verwertet wird, sicher nicht!


#64

Da man bei den Vordermannplakaten die auch mit Kunststoff-Kabelbinder festmacht

Hier ein weiterer Pirat beim Kleistern


#65

wobei sicher das einfachste und Umweltverträglichste Plakatwände mit affichen-Plakaten sein dürften… hier kann jeder in seiner Gemeinde dafür werben…


#66

Nö, aber in der Luft, jetzt sieh Mal einer an, die Fortschritts und IT Revolutionspartei versucht sich aus dem Schneider zu Reden, plötzlich wenn es um die eigenen Interessen geht ist alles halb so wild :smile:

Wisst ihr was ? Geht mir an Gesäß vorbei. Ich finde es schade für die Menschen die heute und in naher Zukunft geboren werden, mich wird dieses Elend hoffentlich nicht mehr treffen.

Vielleicht solltet ihr Mal eure Köpfe vom PC abwenden und auf auf die aktuelle Umweltsituation wenden.

Mein Gefühl ist, wenn es der PP nützen würde, wäre euch Datenschutz auch egal.
Sorry wenn ich das sage, aber Wendehalspolitik scheint es nicht nur bei anderen Parteien zu geben.


#67

Wir haben Tonnen von Karton, oder denkst du ich hatte vor Karton herstellen zu lassen. ?

( Himmel hilf )


#68

Spannendes Argument.
Wir arbeiten mit Strom, der aus Kohle- und Atomkraftwerken kommt.
Würden wir die Umweltzerstörung in unser Handeln einbeziehen, dann müßten wir Steinmetze sein.

Die Piraten wollen, im Gegensatz zu den Grünen, Fortschritt und Zukunft und haben gleichzeitig die Umwelt im Auge.
Das ist realistische, fortschrittlich Politik und nicht ideologische Totalverweigerung.
In diese unhaltbare Ecke lassen wir uns auch nicht drängen. Dann wären wir in der Tat so unglaubwürdig wie alle anderen Parteien.


#69

Leider seid ihr nicht nur für mich so unglaubwürdig.

Die Grünen aber auch… Es ist ein Dilemma


#70

Wer macht denn Deiner Meinung nach glaubwürdige Politik?
Politik ist immer das mit den Kompromissen, das bringt Nachteile aber auch Vorteile.
Kompromisslose Totalverweigerung ist aber die schlechteste Lösung.
Wird auch der Wähler irgendwann zur Kenntnis nehmen müssen.


#71

Niemand macht glaubwürdige Politik.

Ihr seid wenigstens die, welche sich ansatzweise versuchen damit auseinander zu setzen.
Eher mit mäßigem Erfolg


#72

Man schläft aber besser, da man erkennt, dass es an einem selbst liegt und nicht irgendwelche Anderen Schuld an Allem haben.
Jeder ist eingeladen mitzuarbeiten und eine Lösung zu finden.


#73

Wow, die Antwort gefällt mir ! Respekt !


#74

Nein, einfach nein.

tl; tr

Um es vorweg zu nehmen, auch für die Europawahl werden wieder Hohlkammerplakate bestellt. In den folgenden Zeilen werde ich versuchen zu erklären warum dies eine gute Idee ist und mit ein paar Mythen aufräumen.

Ich mache das mit den Plakaten nun schon sehr lange (über 9 Jahre) und habe mich intensiv mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen beschäftigt.

Begonnen habe ich mit den klassischen Plakaten, auf Pressspanplatte geklebtes Affichenpapier. Sie sind nicht nur sau schwer und unhandlich, sie fressen auch ungemein Ressourcen (Wald) sowie Zeit (aufkleben und trocknen). Werden sie nach der Wahl nicht ordentlich gelagert, was sich zuweilen schwierig gestaltet, da sie durch Wind & Regen leicht durchnässt sind, sind sie vor der nächsten Wahl verschimmelt. Aus gesundheitlichen Gründen möchte die dann niemand mehr erneut bekleben. Ein Großteil wandert somit auf den Müll.

Vor Einführung der Stegplatten aus Polypropylen, auch Hohlkammerplakate genannt, wurden im innerparteilichen Diskurs die Vor- und Nachteile diskutiert und wir haben uns aus folgenden Gründen dafür entschieden.

  • Keine umfänglichen Kleisterarbeiten mehr
  • Ein geringes Gewicht, damit war es nun auch möglich mit Bollerwagen und Leiter loszuziehen, man musste kein Auto mehr mieten.
  • Sie sind witterungsbeständig, lassen sich einlagern und bei der nächsten Wahl wiederverwenden.
  • Sie lösen sich nicht ab oder werden wellig und ein Nachkleben gehört der Vergangenheit an.
  • Zu guter Letzt, wenn man Sie nicht mehr verwenden möchte, können sie an den Hersteller zurück gesendet werden. Sie werden dann zu 100% recycelt und es entstehen neue Plakate daraus.

2013 kamen dann die Pappplakate auf den Markt. Als ich Anfang 2014 die Verantwortung für den PShop übernahm, war es natürlich auch meine Aufgabe, mich mit dieser Thematik auseinander zu setzen. Zugegeben im ersten Moment war auch ich begeistert und dachte „Wow, noch ökologischere Plakate, super“. Ich nahm also Kontakt mit den Herstellern auf.
Nach der ersten Begeisterung stellte sich jedoch schnell Ernüchterung ein.
Zugegeben die Plakate haben auch Vorteile. Sie sind noch einen Tick leichter als die Hohlkammerplakate, und man muss sie genauso wenig kleistern, aber sie sind eben nicht komplett wetterfest. Nach Angaben der Hersteller überleben 15% bis 25% einen Wahlkampf nicht, müssen also ausgetauscht werden. Diese Manpower hatten wir damals schon nicht und heute erst recht nicht und wenn das Wetter sehr feucht wird, wächst die Zahl noch exorbitant an. Die Grünen haben da so ihre Erfahrung mit gesammelt: https://www.tagesspiegel.de/berlin/wahlkampf-auf-oeko-pappe-wahlplakate-der-gruenen-sind-nicht-wetterfest/8624726.html

Weitere Nachteile gegenüber Hohlkammerplakaten:

  • Sie können nicht eingelagert werden, da sie sich über den Zeitraum des Wahlkampfes mit Wasser vollsaugen und bei Einlagerung schimmeln. Sie müssen also zeitnah entsorgt werden.
  • Sie sind nicht recycelbar. Ich habe diesbezüglich mit verschieden Recyclinganbietern gesprochen und ALLE haben mir bestätigt, dass sie lackierte und dann mit PVC überzogene Pappprodukte nicht recyceln können und stattdessen der thermischen Verwertung zuführen. Anders ausgedrückt, sie werden zur Wärme- und Stromerzeugung verbrannt.

Kommen wir zum Preis.
Ein Hohlkammerplakat sollte nicht mehr als 1,60 € bis 1,70 € kosten. (Als Berechnung nehme ich das Mittel 1,65 €).
Ein Plakat aus Pappe kostet 2,36 €.
Zur Europawahl werden wir ca. 40.000 Plakate produzieren.
Dies macht einen Unterschied von 28.400,00 €.
Hinzu kommen dann noch die Kosten vom Austausch der 15-25% durch Wetter beschädigten Plakate.
Also von „sie sind also nur minimal teurer“ können wir hier schon nicht mehr reden.

Bevor jetzt der ein oder andere auf die Idee kommt, bei 40.000 Stk. werden die Plakat aus Pappe doch auch günstiger. Ja, bei einem Motiv. Bei der Kalkulation zu berücksichtigen ist jedoch das wir für die Europawahl ca. 5 Motive haben werden und noch einmal ca. 30 für die gleichzeitig stattfindenden Kommunalwahlen.

“Doppelplakate”
Ja, das Plakat aus Pappe gibt es als Doppelplakate, aber dann kosten sie auch das doppelte.
Und für alle die es nicht wussten, die Hohlkammerplakate gibt es auch als Doppelplakate.
Ist also kein Argument dafür oder dagegen. Auch diese Thematik haben wir bereits ausführlich in der Partei diskutiert. Vorteil, egal ob Pappe oder Plastik, ich brauche nur noch 2 kleine Kabelbinder für die Seite und 2 Stück spare ich. Sie müssen auch weiterhin mit 2 großen Kabelbindern (die Teuren) oben und unten an der Laterne befestigt werden. Nachteil ich bin nicht mehr frei in der Wahl der Motive, also welche Motive ich wo zusammen aufhängen möchte, denn die sind dann vorgedruckt. In Abwägung der Ersparnis von 2 kleinen Kabelbindern, das sind 1,4 Cent, und der freien Wahl der Motive haben wir uns gegen Doppelplakate entschieden. Und für alle die sagen, das ist aber einfacher beim Aufhängen, nein ist es nicht und ich gebe gerne Plakatier-Kurse.


#75

Danke für die auaführliche Antwort.
Mir zeigt dies, dass ich doch in der richtigen Partei bin - hier wird ohne irgendwelche Scheuklappen rational diskutiert und entschieden.
Weiter so!


#76

Ich finde die Diskussion hier ziemlich gut.
Am Ende muss aber jede Lösung auch praktikabel sein. Noch umweltfreundlicher als 100%recykelbar und aus 100%nachwachsenden Rochstoffen wäre es, gar nicht zu plakatieren.
In meinen Augen wäre das aber falsch.
Es muss ein vernünftiger Kompromiss gefunden werden.

Meiner Meinung nach sind die Hohlkammerplakate sicher nciht die beste aller denkbaren Ideen, sie sind aber ein guter Kompromiss.
Wie ein Plakat über die Nutzungsdauer aussieht, ist wichtig. Und da ist der erste Eindruck besonders wichtig: Niemand, der ein welliges, vergammeltes Plakat irgendwo rumhängen sieht, denkt sich: “Oh schön, wie umweltfreundlich!”.


#77

Beim Hersteller? Interessant…

Dann halt die Kabelbinder. Die Dinger fliegen in jedem Wahlkampf genauso überall rum.

Ne, sie müssen den Karton noch selbst aus altem Klopapier anrühren, was denn sonst.

Merke: Wenns in der Umwelt landet ist es immer pfui.

Vermutlich liegts auch an meiner generellen Abneigung gegen Wahlplakate. Was dort an “Inhalt” geboten wird, steht der Hohlkammer der Plakate in absolut nichts mehr nach… Auch die Katzen rechtfertigen ihren Materielaufwand Null Komma Null…


#78

Mit “könnte” kommt man halt nicht weit. Klar “könnte” man die Dinger recyclen. “Die meisten landen in der Verbrennung, obwohl sie überwiegend aus Polypropylen bestehen.” Es reicht also nicht, die Dinger in irgend einen Wertstoffhof zu bringen, das ist in D nämlich alles andere als eine “Recyclinggarantie”. Unter “Recycling” zählt nämlich die gesamte sog. “stoffliche Verwertung”, worunter witzigerweise z.B. auch Vergasung zählt (in Abgrenzung zur “energetischen Verwertung”, die übrigens ebenfalls in der “Recyclingquote” (67 % im Jahr 2016) enthalten ist).
Vor allem Plastik lässt sich derzeit nur sorteinrein kosteneffizient recyclen (ohne Anführungszeichen meine ich hier die exakte Bedeutung, im Sinne von Stoffkreislauf). Deshalb bieten sich diese Wahlplakate auch so an, dann muss man das aber eben auch selbst regeln und darf sich nicht an der “Gelben Tonne” davon verabschieden.


#79

Fänd ich gut. Egal ob die Plakate selbst aus recyclebarem Material sind, die Inhalte sind es seit Jahren.


#80

Jetzt muss ich mal neugierig fragen, wie oft werden Wahlplakate erneut verwendet ?
Werden die von der Europawahl auch bei der nächsten Landtagswahl 2021 verwendet ?

Gleiches Thema, gleiches Plakat ?

Ansonsten sind deine Erklärungen einleuchtend.
Einlagerbar wären “meine” Plakate nicht, die würden in der Tat schimmeln, was belegt dass sie kompostierbar sind. Hauptbestandteil ist Zellulose.

Allerdings würde mich wundern wenn die Hohlkammerplakate öfter als 1 oder 2 mal verwendet werden würden.