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Pappe statt Plastik?

plakate

#21

Da möchte ich bei eurer ( vorbildlichen !) Lösung auch nicht widersprechen. Auch wenn die Recyclingquote in eurem Fall bei 98 % liegt, sind es weltweit doch nur 1%.

Unser Problem ist, wir können ohne Kunststoffe nicht mal mehr Lebensmittel oder Hygieneartikel, Kleider oder Schuhe kaufen.
Rasierklingen, Wurst, Käse, Cremes, Zahnpasta, Platinen, Schüsseln, Kaffeepads und tausende weitere Dinge kaufen wir mit Plastik, irgendwann landet das meiste davon in der Umwelt.


#22

Zu Ende ist das schon gedacht, die Frage ist nur, wir radikal man Dinge umsetzen kann/möchte und wie der größte Effekt erzielt werden kann, damit es keine Rosinenpickerei wird und einem am anderen Ende alles wegbricht.

Ansonsten ging es aber um

Wir könnten uns nicht nur in unserer Gemeinde dafür einsetzen, sondern eine Aktion daraus machen, bundesweit per Serienbrief alle Gemeinden anzuschreiben, die Plakatierungsverordnung einholen und nachfragen, wie sie denn zu gemeindlichen Plakatierungswänden stehen (Umwelt, Verschandelung des Straßenbildes etc) und dies per Pressemitteilungen öffentlich machen.
Wäre eine größere Aktion, die man bei jeder Wahl Europa, Bund, Land, Gemeinde recyclen könnte.

Insgesamt würde das wahrscheinlich eine höhere Einsparung bringen.

Ansonsten ist mir positiv im Wahlkapf Litfaßsäulen-Werbung aufgefallen, da entgegen der normalen Plakatwände diese prominent in der Gegend stehen. Falls man ein pfiffiges Design hätte, würde knallorange Litfaßsäulen extrem auffallen.
Könnte man jetzt überall zum Europawahlkampf buchen, ca. 200 EUR für 10 Tage.
https://www.crossvertise.com/plakatwerbung

Das Problem ist, dass Hohlkammerplakate eine Lebensdauer von mehr als 6 Monate haben, im Prinzip aber nur eine Lebensdauer von 8 Wochen nötig wäre.

Die Haltbarkeitsgarantie bei Vordermann.Plakaten greift erst bei einem Schwund über 50% und auch dann nur bei normalen Witterungseinflüssen.

Problematisch sehe ich bei Vordermann-Plakate eventuell noch das Gewicht (hab ich leider nicht gefunden), die Lagerfähigkeit im Freien, den eventuell höheren Zeitaufwand zum Falten.

Interessant wäre auch bei natureoffice nachzufragen, wie hoch denn den Betrag wäre, den man für ein Hohlkammerplakat zahlen müßte, um dies klimaneutral zu bedrucken.
Spannend ist, dass dieses Siegel scheinbar nur für das Bedrucken verliehen wird.
Kann natürlich auch ein reiner Phantasiebetrag sein, der unabhängig vom tatsächlichen Schaden ist.

Teilweise verwendet man in der Lebensmittelbranche wieder gezielt mehr Kunsstoff, da die Gesamtökobilanz manchmal weniger schlimm ist.

Bei Vordermann-Plakaten bin ich mir nicht 100% sicher, aufgrund der notwendigen Beschichtung und der eventuellen Notwendigkeit des Nachplakatierens bei extremen Wetter, ob das am Ende unserer Umwelt zu gute kommt.


#23

Moment mal, euere Wahlthemen kann euch niemand nehmen, und die Grünen haben das mit dem Plastik nicht im Visier, zumindest nicht als Wahlthema.

Die Grünen haben bei euch auch Themen abgekupfert.


#24

Also ich meine bei einer der letzten Wahlen hat die Konkurrenz Pappplakate eingesetzt und die sind wegen Regen vorzeitig abgestürzt.


#25

Also ich hab ne Menge Papp-Plakate gesehen, die nach kurzer Zeit absolut unansehnlich waren (Zusammengesunken, schlaff herunterhängend).
Von den Hohlkammerplakaten verwenden wir manche von vor 4 Jahren noch - und zwar welche, die immer wieder draußen hingen.
Ob Papp-Plakate umweltfreundlicher sind, kann ich nicht sagen - ich weiß nur, dass z.B. Papiertüten nicht (!) umweltfreundlicher als Plastiktüten sind (es sei den man verwendet eine Tüte weit über 100 mal) und schon gar nicht als die beliebten Baumwolltaschen (die man bei 3000 Einkäufen verwenden müsste um einen Gewinn in der Umweltbelastung zu haben).
“Recyclebar” und “natürliches Material” ist nicht unbedingt gleichbedeutend mit “umweltfreundlich”.
Um nur ein Beispiel zu nennen: Wenn ich Plakatständer (mit Affichen-Plakaten) verwende, habe ich neben dem Aufwand auch noch die 5fachen Fahrkosten (incl. Umweltbelastung), weil viel weniger ins Auto reingeht.
Wenn ich die Papp-Plakate mehrmals kontrollieren / nachplakatieren muss, weil es geregnet hat, sieht die Umweltbilanz auch schlechter aus.
Vielleicht hat aber irgendein Umweltinstitut das Ganze schon mal genauer untersucht?
Kann gerne recherchieren…


#26

Nach kurzem Suchen:
"Wir übernehmen für Sie die Recycling-Arbeit. Schicken Sie uns hierfür lediglich die getrennten Komponenten zurück. Zusammen mit unserem Partnerunternehmen kümmern wir uns um die Wiederaufbereitung des Rohstoffs Polypropylen.
Wir sammeln im Presscontainer Wahlplakate aller Parteien, schreddern diese und liefern sie an die Autoindustrie. Während Mischstoffe, wie beispielsweise beschichtete Kartonagen, letztlich verbrannt oder nur sehr aufwändig getrennt werden, bereiten wir unsere Plakate als Rohstoff auf und führen ihn einer weiteren Verwendung zu.

Moderne Autos werden heute aus vielen Rohstoffen gebaut, einer davon ist Polypropylen aus Recyclingwertstoffen. Um das Fahrzeuggewicht zu optimieren, werden immer häufiger leichte Kunststoffe genutzt."

Also ist nicht nur der Stoff der Plakate sondern ggf. auch der Lieferant ein entscheidender Faktor…


#27

FunFact am Rande zum Thema Stellwände der Gemeinden …
Wiir bekammen gestern Mail einer dieser Gemeinden, die das schon lange
& vorbildlich machen, das dort NUR auf den zur Verfügung gestellten Plakat-
wänden mit Affichen plakatiert werden darf.
Aufgrund der immer größeren Menge an Parteien, die an den Wahlen teilnehmen
gibt diese Gemeinde ab der €uropawahl vor, das auf Ihren Stellwänden nur noch
Plakate der Größe DIN A2 aufgehängt werden dürfen … vor 5 Jahren hatte unser
Kandidat da noch Platz für A0 (obwohl damals schon nur A1 erlaubt waren)


#28

Das sind ja fast Weimarer Verhältnisse.
Es dürfen echt nur noch Plakate von Parteien aufgehängt und geklebt werden, die künftig mindestens 100 Mio € an Spenden einfahren …
duck&wech ,o)


#29

besser ist das *fg


#30

Exkurs:

Um der verfassungsrechtlichen Transparenzpflicht gegenüber allen Parteien Geltung zu verschaffen, sieht die Neuregelung nun vor, dass eine Partei, die sechs Jahre in Folge keinen Rechenschaftsbericht abgibt, ihren Status als Partei verliert (§ 2 Abs. 2 S. 2 PartG neu). Die Neuregelung ist dabei explizit derjenigen nachempfunden, die für die Nichtteilnahme an Wahlen gilt: Nimmt eine Partei sechs Jahre lang weder an Bundestags- noch Landtagswahlen mit eigenen Wahlvorschlägen teil, verliert sie ihren Status als Partei (§ 2 Abs. 2 PartG).

Ob diese mit dem Parteienprivileg des Art. 21 Abs. 2 GG vereinbar ist, kann man bezweifeln. Jedenfalls aber handelt es sich um einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Parteienfreiheit.

https://verfassungsblog.de/mit-kanonen-auf-spatzen-zur-neuregelung-der-parteienfinanzierung/

Eine sehr hohe Anzahl von Parteien gibt überhaupt keinen Rechenschaftsbericht ab.
Aus dem Kopf so ca. 47 von 110 Parteien.


#31

Das war ein Scherz … Sorry … ;o)
Du kennst meinen Zynismus nicht?! ;o)


#32

Tipp am Rande… Papierplakate auf Karton und mit Verdünntem, wasserfesten Holzleim bepinnseln, von beiden Seiten. Hebt auch bei Dauerregen locker 3 Monate.

Wer es exklusiver will, nimmt Wasserbasierenden Klarlack. Hebt länger.
Schon klar, Mehrarbeit, Mehraufwand.

Wird niemand machen, obwohl es Recht simpel ist. Darum bekommen wir das Ruder auch nicht mehr herum, weil jeder denkt “lohnt sich der Aufwand”? Nee, wenn es nur wenige machen lohnt es sich nicht, also machen es alle nicht.

Vielleicht meint man das mit “Schwarmintelligenz” ?

Egal, es soll kein Vorwurf sein, nur eine Erklärung warum wir in Umweltfragen nicht weiter kommen.

“warum sollen wir so ein Aufstand machen, uns einen Nachteil einhandeln, wenn es alle anderen auch nicht machen.”

Ich verstehe das. Es hilft uns nur nicht.


#33

Wenn die Lösung so einfach wäre, würde nix dagegen sprechen, es so zu tun.
Hilft Dir aber nix, wenn die Plakate der Klimawandelbestreiter hängen bleiben und Deine fallen herunter. Ist dann kontraproduktiv.


#34

Ich denke mal, eine Kombination aus “so viel wie nötig, so wenig wie möglich” und Auswahl eines Anbieters, der stoffliches Recycling für seine Plakate anbietet, ist die beste Lösung.
Wir werden gesehen, dass wir noch da sind, und zwar dauerhaft ansehnlich ohne die (wenigen!) Leute zu verschleißen - und schonen bestmöglich die Umwelt.

Ich weiß nicht, wer für die Bestellung der Hohlkammerplakate verantwortlich ist - demjenigen sollte man die Diskussion zukommen lassen / aufmerksam machen…


#35

Ist sie natürlich. Überlesen?
Darüber hinaus gäbe es auch noch Wachs z.B…
Die Wahlplakate sind noch nicht allzu lange aus Plastik, und damals gabs auch schon Wahlkampf mit Plakaten (unglaublich!).

Sorry, aber mit was für “Argumenten”, hier die Vorzüge dieser Plastikplakate gelobt werden sollen, ist mit das Peinlichste in diesem ganzen Forum überhaupt.
Ist bei 0,x% Relevanz an der Stelle wohl nur als Ulk aufzufassen.


#36

Euch ist schon klar, dass Pappe nach der Behandlung mit Lack, Kleister oder Wachs nicht mehr dem Papierrecycling zugeführt werden kann?


#37

Darum gehts nicht. Recycling kommt sowieso nur infrage, wenn es auch gemacht wird, was leider noch viel zu wenig der Fall ist. Bis dahin, sollten Materialien wenigstens biologisch abbaubar sein, damit wenigstens nichts weiter passiert, wenn sie in der Umwelt landen (was momentan unweigerlich passiert). Ansonsten könnte man die Plakate auch aus Metall machen, das lässt sich wohl am besten recyclen…
Wenn die Plakate nachweisbar komplett recyclet werden, kann man das ja machen.
Am besten wären m.M.n. generell abbaubare/recyclingfähige Biopolymere als Plastikersatz.


#38

Die kann man übrigens jetzt schon aus Kot machen ^^


#39

Überlesen, dass die Vordermann-Garantie auf die eigenen Produke bzgl Wetterfestigkeit

  • auf 8 Wochen beschränkt ist und
  • die Wetterbedingungen während des Einsatzzeitraums unter dem des Vorjahres liegen muß und
  • keine extremen Wetterbedingungen wie Stürme, Gewitter, Stark- und Dauerregen vorkommen dürfen und
  • mehr als 50% durch normale Wettereinflüsse zerstört sein müssen?

Das sagt für mich aus, dass die Vordermann-Plakate per se ihren Einsatzzweck nicht erfüllen.
Es hilft uns nicht, wenn es als “normal” angesehen wird, wenn bei “normalem” Wetter 49% der Plakate ihren Einsatzzweck nicht erfüllen.

Es hilft uns nicht, wenn bei Sturm 75% der Plakate durch die Gegend fliegen.

Es hilft uns nicht, wenn bei “normalem” Wetter 60% der Plakate herunterfallen, wir nachweisen können, dass 60% der Plakate bei normalen Wetterbedingungen heruntergefallen sind und dann als Ausgleich 60% der Plakate erstattet wird.

Auch ökologischer Schrott der herunterfällt verschmutzt die Umwelt.
Für eine sachliche Diskussion bin ich immer zu haben, dann aber bitte sachlich.


#40

Die Diskussion macht nur Sinn, wenn wir mehr wissen:

  • Wieviel Energie ist zur Produktion von Plastik- oder Pappplakaten nötig?
  • Wieviel zum Transport von Fabrik zum Auf- und Abhängen und zum Recyclen?
  • Welche Rohstoffe lassen sich mit wieviel Aufwand und wieviel Energie recyclen? (Siehe Diskussion Papier- und Stoffbeutel?) Die Plastikdinger sind komplett recyclebar, kann man im lokalen Wertstoffhof abgeben, wenn man sie nicht lagert und wiederverwendet. Mit Verbund Pappe-Leim muss das erst geklärt werden.
  • Wieviel Zeit braucht man für das Aufleimen? diese Extraarbeit darf man nicht einfach fordern, wenn man dann keine Leute findet, die helfen. Findet man ja auch für Plastikplakate kaum genug.
  • Wir haltbar sind die Pappdinger innerhalb von 8 Wochen, wieviel Nachbesserung ist nötig (wir haben in den letzten Jahren leider allertraurigste Beispiele anderer Parteien gesehen)

Die Diskussion wird erst dann sachlicher, wenn wir auf diese und vielleicht weitere Fragen ehrliche Antworten haben und die vergleichend nebeneinander stellen können.