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Pappe statt Plastik?

plakate

#1

Nachdem ich noch nicht so lange dabei bin weiß ich nicht, ob man sich über das Thema bei die den Piraten schon mal Gedanken gemacht hat… Aber nach dem der Wahlkampf in Bayern dieses Jahr, welcher mein erster Wahlkampf überhaupt war, so ziemlich das “unnachhaltigste” und unökologischste war, was ich seit Jahren gemacht habe und das für mich selbst nicht noch einmal so mit meinem Gewissen und meinen eigenen Grundsätzen und Werten vereinbaren kann, wollte ich das hier mal zur Diskussion stellen:

Werden zur Europawahl wieder “Plastik-Hohlkammerplakate” bestellt?

Wenn man sich z. B. die folgenden beiden Zitate ansieht, würde das meiner Meinung nach eigtl. nicht passen.

Wir wollen eine gesunde und natürliche Umwelt erhalten. Dies bedeutet die Minimierung von schädlichen Einflüssen auf unsere Umwelt, sowie den Schutz und die Wiederherstellung von Naturräumen.
Quelle: Grundsatzprogramm der Piratenpartei Deutschland

Wir PIRATEN setzen uns für eine ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltige Entwicklung ein. Darunter verstehen wir einen verantwortungsvollen und generationengerechten Umgang mit den zum allgemeinen Wohlergehen notwendigen Ressourcen immaterieller oder materieller Art.
Quelle: Bundestagswahl 2017 der Piratenpartei Deutschland

Kurz zu den Grundlagen: Überall wo man keine Plakatwand hat, an die man ein Affichen-Plakat hängen kann und auch keine entsprechenden Aufsteller selbst aufstellen kann oder möchte, bringt man ja üblicherweise Hohlkammerplakate (meist an Laternenmasten) an.
Diese Hohlkammerplatakte werden meist aus Polypropylen hergestellt und sind aus verschiedenen Gründen nicht gerade besonders ökologisch oder nachhaltig.

Viele andere Parteien und NGOs setzen deshalb schon länger auf nachhaltigere Alternativen wie z. B. Plakate aus Recyclingkarton. Diese haben inzwischen eine ähnlich gute Haltbarkeit und sind auch im Preis kaum teurer als die Plastik-Variante.
Zum Beispiel kosten 500 DIN A1 Hohlkammerplakate bei wir-machen-druck.de 1066,27 € (brutto).
Ebenfalls 500 DIN A1 aus “>90 % aus recycelten Holzfasern” kosten bei vordermann-plakat.de 1180,00 € (brutto).
Sie sind also nur minimal teurer, dafür erhält man sie aber auch als “Doppelplakate”, welche das Aufhängen vereinfachen und dazu auch noch einen Teil der Kabelbinder sparen. Und entsorgen kann man die Plakate später im Papiermüll und dort können sie wieder entsprechend recycelt werden.

Jetzt würde mich eure Meinung dazu interessieren. :slight_smile:

  • Ich bin für solche umweltschonenderen “Papierplakate”
  • Ich bin für die klassischen Hohlkammerplakate aus Plastik
  • Ich bin grundsätzlich gegen Plakate
  • Mir ist es egal, aus welchem Material die sind

0 Teilnehmer


#2

Kann ich verstehen und es geht mir auch immer so.
Ich mag diese "Plastik-Dinger "auch nicht sonderlich. Aber leider haben die Teile auch einen unschlagbaren Mehrwert.

  1. sie sind leicht, kompakt, lassen sich leicht und in Mengen transportieren
  2. sie können nass werden und weichen nicht auf
  3. die Papierplakate fallen bei Nässe nicht ab
  4. leider billiger als Holz/Kleber/Papier
  5. lassen sich wesentlich einfacher lagern
  6. kaum Aufwand in der “Herstellung”, wenig Manpower nötig und man braucht dafür keinen Platz zum kleben

Alles in allem, ja es ist ne üble Materialschlacht. Am Ende muss man abwägen ob man Menschliche/Finanzielle Ressourcen schonen will oder “diese Umwelt”. Ich meine, die Plakate machen im Grunde keinen Dreck.


#3

40.000 Tonnen Kunststoff pro Jahr machen keinen Dreck ? Diese Zahl bezieht sich nur auf die BRD, und das üble daran, jeder denkt so, und so kommt man auf 40.000 Tonnen …:-1:

Hey , ich will dir nicht ans Bein pissen, echt nicht.
Wir sind einfach nicht sensibel genug dafür, wir denken immer “das bisschen macht doch nix”…

Macht es in der Tat nicht, aber wenn es 80 Millionen Menschen tun, macht es was.

Wer hätte gedacht, dass wir mit dem verheizen von Kohle und Öl unser Klima abschießen ?

Wer hätte gedacht, dass es im Pazifik mal ein “Plastikstrom” geben wird, und wer hätte gedacht, das sich das Zeug mal in uns als "Microplastik " findet… also ich nicht.

Wir alle, auch ich haben dazu beigetragen, und wir sollten alle das realisieren, Plastik wird uns nach dem Klimawandel in die Nächste Katastrophe führen, auf ganz subtile Art, es killt die Nahrungskette


#4

Wenns nach mir ginge würde ich das plakatieren komplett abschaffen. Wir müssen auch kein Holz verbraten…

Aber dann gibts ja so $Leute …


#5

Mann kann Plakate auch auf Papier Drucken, sie müssen ja nicht 100 Jahre heben.


#6

… die dann auf Holz geklebt werden müssen, was jemand machen muss, was zusätzlich Geld/Zeit kostet … kaum zu transportieren ist (Gewicht) … und halten tun se 2 Tage … (wenns ordentlich mistet draußen, es sei denn die Erderwärmung findet statt, dann regnet es ja kaum noch)

Noch mal, ich habs oben aufgelistet Vorteile/Nachteile und auch gesagt - Weg komplett damit.


#7

Fünf Parteien sagen zu – die Grünen nicht

CDU und Linke, SPD und FDP alle haben gesagt: Da machen wir mit. Nur die Grünen nicht. Weil die nicht mit Polypropylen arbeiten, sondern mit beschichteter Pappe, das sieht zwar auf den ersten Blick ökologischer aus als Polypropylen, lässt sich aber später nur mit deutlichem Mehraufwand trennen und recyceln.

Persönlich bevorzuge ich gemeindliche Plakatwände, auf die Affichen gekleistert werden.
Sollte man als Partei auch unterstützen und die Gemeinden dazu anregen.
Neben dem ökologischen Vorteil werden damit auch die öffentlichen Plakatschlachten unterbunden.

Da die Plakate von Natur aus nicht kaputt gehen, kann man auch 70 bis 80% der Plakate für den nächsten Wahlkampf wiederverwenden. Deswegen auch mein Vorschlag mindestens 1 wiederverwendbares Plakat designen, z.B. nur mit “Piraten wählen” oder “Piraten sind für Freiheit” etc.

Jedesmal neues Design bedeutet in der Tat jedesmal alles wegwerfen.

Holzständer mit Papierlakaten hinterlassen auf jeden fall einen schlechteren C02-Fingerprint. Deswegen war es auch gut in München die Plakatständer bis zur Europawahl stehen zu lassen und sie in der Zwischenzeit für Hinweise auf politische Veranstaltungen der Piraten zu nutzen.
Ist aufwändig, aber umweltfreundlich.

Am umweltfreundlichsten sind aber mit Abstand die verpflichtenden Plakatwände, sofern dort nicht Hohlkammern hingetackert werden. Der Ansatz erscheint mir erfolgversprechender zu sein.
Geht in Landshut, Altdorf, Kumhausen, Buch am Erlbach, Moosburg, Geisenhausen, Rottenburg und Kahl am Main und vielen anderen Gemeinden hervorragend.


#8

“Trennen und Recyclen” ist auch der falsche Weg.
Vermeiden ist der richtige Weg. Leider glauben viele Menschen noch, wenn sie brav nach Wertstoffen Sortieren verschwindet das Problem.
In der Tat verschwindet es, meist nach China oder Indien. Dort wird das Zeug verbrannt, oder landet gehäckselt im Ganges oder sonst wo.


#9

Fast vergessen:
Wichtig ist natürlich gezielt plakatieren und nicht streuen.
Pro Gemeinde 2, 4, 6, 8 und auch mal 10 Plakate und nicht ganze Straßenzüge mit 3 oder 4 Plakaten übereinander.
Man muß nur überall “Hallo” sagen, “Wir sind da” uns gibt es.
Ob jemand im Wahlkampf 10mal unser Plakat sieht oder 100mal, macht keinen Unterschied, aber Nullmal ist nicht existierend.


#10

Hm. Im Piraten-Shop steht bei den Hohlkammer-Plakaten “100% recycelbar”.


#11

Da kann man natürlich ruhig schlafen.

Zum einen Kunststoffrecycling zu Granulat, auch werkstoffliches Recycling genannt. Das rohstoffliche Recycling beschreibt die Auftrennung der einzelnen Kunststoffe in ihre Einzelteile mittels Pyrolyse. Das dritte Verfahren ist die thermische Verwertung von Kunststoff . Diese Methode ist zur Rückführung von Kunststoffabfällen gedacht, die nicht zu Mahlgütern oder Granulaten verwertet werden können. Bedingt wird dies durch technische, umweltrelevante oder auch wirtschaftliche Gründe. Gelagert werden dürfen solche Kunststoffe seit der Abfallablagerungsverordnung aus dem Jahre 2005 nicht mehr. In diesem Fall bietet die thermische Verwertung von Kunststoff die ökonomischste Art des Recyclings. Zudem ist durch die Verbrennung auch eine energetische Verwertung verunreinigter, belasteter oder auch stark vermischter Kunststoffe möglich. Diese müssten ohne thermische Nutzung zur Energiegewinnung unrentabel getrennt und aufbereitet werden. Eine weitere Möglichkeit zur thermischen Verwertung von Kunststoff liegt in der Nutzung von Altplastik.

## Wärmeinhalt von Kunststoffen nutzen

Die thermische Verwertung von unterschiedlichem Kunststoff hat den Grundgedanken, den Wärmeinhalt verschiedenster Kunststoffe zu nutzen. Dabei dienen die unterschiedlichen Restsorten und verunreinigten Kunststoffabfälle als Ersatz primärer Brennstoffe wie Kohle, Erdöl und Gas.
https://aurora-kunststoffe.de/wp/thermische-verwertung-kunststoff/


#12

Wir werden alle störbän! - Vielleicht mal evidenzbasiert?
[Wiki Polypropylen](https://de.wikipedia.org/wiki/Polypropylen-Recycling](https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Polypropylen&action=edit&section=23)]

Grundsätzlich ist Polypropylen gut recycelbar, jedoch ist der Recyclinganteil derzeit noch schwach ausgeprägt. Im Jahr 2017 lag dieser weltweit bei weniger als 1 %[44], einem der niedrigsten Recyclingwerte aller heute gängigen Verbrauchskunststoffe. Eine besondere Herausforderung stellt hierbei der Einsatz für Lebensmittelverpackungen dar. Um Verunreinigungen im recycelten Material zu vermeiden, sind spezielle Verfahren oder geschlossene Recyclingkreisläufe erforderlich.)

Der Kunststoff hat einen sehr hohen Energiegehalt. verbrennt so sauber wie Erdgas und hat ein “Vorleben” als Hohlkammerplakat. Wat is daran so schlimm? Ah - ich ahne es - Du hast eine neue Geschäftsidee: Kunststoffpfand


#13

Ich glaube, du hast mich leider falsch verstanden. Ich bin nicht dafür, dass wir Holzaufsteller hinstellen wo wir Papier-/Affichenplakate aufkleistern. Ich bin dafür, Pappplakate, aus Recyclingkarton zu verwenden.
Das Prinzip dabei ist exakt*, das gleiche wie bei den Plastik-Hohlkammerplakaten, nur dass sie eben nicht aus erdölbasiertem Plastik, sondern aus Altpapier hergestellt werden.
Ich habe *, geschrieben, weil es einen Unterschied gäbe, der allerdings optional ist: Das arbeitserleichternde und materialschonende “Doppelplakat”, das sind z. B. zwei A1-Plakate, die auf einen großen Karton gedruckt werden, der entsprechend gefaltet wird. Das erhöht zusätzlich die Stabilität und erleichtert eben das Aufhängen und spart Kabelbinder, zumindest auf der einen Seite.

Siehe zum Beispiel: http://www.vordermann-plakat.de/

Nein, eben nicht. Siehe oben. :wink:

Auf der Webseite steht:

Vordermann-Plakate werden im Altpapier Ihres örtlichen Recycling-Unternehmens (das nach EN 643 recycelt) entsorgt. Das Material kann in die Kategorien 2.10 bzw. 2.11 der „European List of Standard Grades of Recovered Paper and Board“ nach EN 643 eingeordnet werden.
Quelle: http://www.vordermann-plakat.de/

Ob sie aufgrund dieser dünnen Beschichtung schlechter Recycled werden können, kann ich nicht bestätigen. Aber dass die Plastikplakate i.d.R. so gut wie überhaupt nicht recycelt werden (<1%, wie @ukw auch geschrieben hat) und außerdem aus Erdöl und eher seltener und wenn dann nur zu einem ganz kleinen Teil aus Recycling-Material hergestellt werden.

Leider steht im P-Shop immer viel, was am Ende leider oft nicht stimmt. Zum Beispiel stehen bei dem T-Shirt ein FairWear- und ein ÖkoTex-Siegel. Auf den gelieferten T-Shirts ist beides nicht zu sehen…

Ich stimme dir zu, dass Plakatwände wohl am besten wären. Da kann man aber nicht mehr tun, als sich in seiner Gemeinde dafür einzusetzen und zu hoffen, dass sich was ändert.

Welche Plakate wir kaufen, haben wir selbst in der Hand.

Und bis es überall gemeindliche Plakatwände gibt, könnten wir doch ein wenig Plastik einsparen. :wink:


#14

Weiß jemand genauer, wie stabil bzw. wetterfest diese Vordermannplakete im direkten Vergleich zu den Plastikdingern sind?


#15

Reicht das ?

Du schreibst ja selbst, Polypropylen wird grad mal zu 1% recycelt, aber Polypropylen ist noch laaange nicht der einzige Kunststoff.
Und gemein wird es wenn die Kunststoffe nicht sortenrein sind, sondern miteinander verbunden so dass sie nicht getrennt werden können, dann kann auch nicht sortenrein recycelt werden.


#16

Ich sage da nur “Weichmacher”.

Das Thema ist im Prinzip endlos. Würde am Ende aber bedeuten, dass man die gesamte Problematik neu durchdenken muss, eben nicht nur speziell auf Wahlplakate. Das wäre am Ende dann nur ein großer Punkt, innerhalb des Themas.


#17

Ein Punkt den die PP bei der Europawahl für sich nutzen könnte :wink:


#18

Durchaus, aber im Moment sieht es ja eher so aus, als ob wir von den Grünen platt gehauen werden sollen, weil Julia mehr Aufmerksamkeit hatte als die Grünen.


#19

was in der oben erwähnten Aufzählung von Josef nicht enthalten ist, ist eine weitere Variante, die unsere Münchener gewählt hatten … “normale Hohlkammer-Plakate”, die allerdings von vornherein mit einem kleinen Aufpreis versehen, wieder abgeholt werden und dann dem Recycling zugeführt werden.

Und, nein, die Recyclingquote ist hier mit ziemlicher Sicherheit NICHT bei nur 1%. Ich arbeite selbst im Kunststoffbereich und weiss, das wir, wenn wir unsere Kunststoffe sortenrein trennen könnten dafür sogar noch Geld bekommen würden.
Recyclat ist im Kunststoffbereich absolut üblich, solange die Materialien sortenrein vorliegen, nud das tuen sie hier …


#20

Das ist ja auch kein Wunder, schließlich haben die Grünen ihren besten EU-Parlamentarier in die Provinz nach SH geschickt.