Ostdeutsche Tendenzen der öffentlichen und privaten Meinungsäußerungen im Vergleich zur DDR

Tags: #<Tag:0x00007f4abccb4c70>

Selbst sprachlich scheint in den letzten Jahrzehnten einiges verloren gegangen zu sein.
Es ging um die schlichte Erkenntnis “Make Love not War”, die dann tatsächlich durch den Bürgertum-Kapitalismus, Regelungswahn und Konfrontation abgelöst wurde.

Zu Zeiten der DDR war Kapitalismus im Westen völlig out, wie man schon am Siegeszug von Jeans und Shirts erkennen konnte. Dass einen die Eltern im SUV in die Schule fahren, konnte sich keiner erlauben, es sei denn ihm waren seine eigenen Eltern peinlich.

So ist das mit Ideologien.
Schade das Du nicht bemerkst selbst einer Ideologie hinterher zu laufen.

2 Likes

Es ist mir bewusst, dass ich die Ideologie der Freiheit von Menschen in einem Staat vertrete, den Schutz ihrer Persönlichkeitsrechte, den Schutz vor Überwachung, freie Berufswahl, das Recht vor Mauerschützen geschützt zu werden, das Recht vor staatlichen Übergriffen, Reisefreiheit, …

Gut, damit ist der erste Schritt gemacht.
Kannst Du Dich mit dem Gedanken anfreunden, dass jeder Mensch oder gar eine ganze Gesellschaft, “Freiheit” anders bewerten/definieren könnte als Du es tust?

Könntest Du im weiteren unter Umständen akzeptieren, diesen Gruppen ihre Definition zu lassen statt stetig zu erklären, das es nicht deckungsgleich mit Deiner Überzeugung ist? Hier geht es um das primäre “verstehen eines Zusammenhangs”, nicht um “das Verständnis”. Beides sind grundlegende Unterschiede.

1 Like

Nö, kann ich leider nicht.
Ich kann aber auf die folgende wissenschaftliche Ausarbeitung des Deutschen Bundestages verweisen.

Menschenrechte und Verfassungswirklichkeit in der DDR

Dann bist und bleibst Du lediglich Ideologe. Ideologien hatte man im Osten genug, wundere Dich also nicht über die aktuelle Entwicklung. Du bist somit Teil des Problems. Gratulation.

2 Likes

Leider wahr.

@GG79
Mein Vater bekam übrigens in der DDR Safariurlaub geschenkt (er arbeitete als einfacher Matrose auf einem Schiff). Mich würde es arg wundern, wenn es soetwas heute auch noch gäbe. Zugegeben, man brauchte überhaupt erstmal das Vertrauen der Regierung um so einen Beruf ausführen zu können. Aber das sind Geschichten, die erzählen ehemalige DDR-Bürger weiter und sind nichtmal verklärt (was nicht heißt, dass es nicht auch ab und zu geschieht).

Jetzt erkläre mal meinen Vater, dass er damals unfrei war. Da bin ich mal gespannt.

1 Like

Um was wetten wir? Es wird so Aussagen geben wie: “Er war privilegiert” oder “Systemhörig” oder “einer der wenigen” oder so etwas in der Art. Auf jeden Fall ist es nichts wert was er da erhalten hat. Genauso wenig wie das Gesundheitssystem etwas wert war oder die Bildung oder die Menschen die da lebten und überhaupt gab es da keinerlei Werte. Der einzige Wert ist der Wert des Kapitalismus in seiner heiligen Neoliberalen Form, wo sich alles von selbst und ganz allein reguliert. Diese historischen “Wahrheiten” sind tief verankert in dieser Gesellschaft. Das ist wie mit der Werbung: “Klinisch rein waschen, nur dann bleibst Du gesund”. Werbung die den Menschen suggeriert etwas benötigen zu müssen, was sie eigentlich gar nicht brauchen.

Verflixt, das habe ich tatsächlich vergessen zu erwähnen. Leute, Leute, Leute, justiert mal Eure Vorstellungen.

1 Like

hätte er die Reise buchen können? nö

1 Like

Dann eben noch mal:
Die Bundesrepublik und die DDR sind am 18.Sept. 1978 der UN-Charta beigetreten.
Damit haben sie die UN-Menschenrechtskonvention akzeptiert.

Die Gruppe, von der Du sprichst, die DDR, hat folgende, verbindliche Erklärung zur Definition des Freiheitsbegriffes akzeptiert und als ihre Regel definiert:

Artikel 12 (Freiheitssphäre des Einzelnen)*

Niemand darf willkürlichen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, seine Wohnung und seinen Schriftverkehr oder Beeinträchtigungen seiner Ehre und seines Rufes ausgesetzt werden. Jeder hat Anspruch auf rechtlichen Schutz gegen solche Eingriffe oder Beeinträchtigungen.

Artikel 13 (Freizügigkeit und Auswanderungsfreiheit)

1. Jeder Mensch hat das Recht, sich innerhalb eines Staates frei zu bewegen und den Aufenthaltsort frei zu wählen.
2. Jeder Mensch hat das Recht, jedes Land, einschließlich seines eigenen, zu verlassen und in das eigene Land zurückzukehren.

Diese Regeln des Freiheitsbegriffes galten ab 18. Sept. 1978 verbindlich und waren von jedem Bürger der DDR umzusetzen und zu akzeptieren.

Insofern ist die Behauptung, es gäbe gar keine blühenden Landschaften, wenn man statt in einem Unrechtsstaat in einen Rechtsstaat leben darf, dann doch etwas sehr makaber.

Da er regelmäßig im Ausland war und scheinbar nicht flüchtete, warum sollte man ihn in der hinsicht misstrauen? Kann natürlich gerne mal nachfragen welche Möglichkeiten er persönlich hatte.

Jawohl Herr Oberlehrer. Du hast Recht Herr Oberlehrer. Ich, meine Familie, wir alle, haben Schuld auf uns geladen. Den Vertrag hat jeder einzelne Bürger unterschrieben, weswegen alle verantwortlich gemacht werden müssen! Du hast als einziger eine reine Weste. (Was für ein Wortwitz!)

Ich möchte in Deiner Welt nicht leben. Klinisch rein. Aber so sind sie halt … die Besserwessis …

Zum Glück ist das in der freien BRD nicht mehr so. Hier gibt es - abgesehen von § 130 (3) StGB, der aus liberaler Sicht eigentlich andauernd einige philosophische Fragen eröffnen müsste - keine Tabus, für deren Missachtung man um seine Existenz fürchten müsste, nicht wahr?

Ob das Kandidaten der AfD auch so sehen?

1 Like

Im Sinne der Wiedervereinigung kann man vieles ausklammern.
Aber in der Art, wie eine Minderheit der Deutschen im Osten derzeit versucht zu spalten, kann der Osten nur verlieren.

Den Anspruch auf blühende Landschaften und die Neudefinition, was Freiheit sei, würde ich im Sinne der Wiedervereinigung nöglichst schnell einmotten.

Das ist - verdammt - tatsächlich eine der ganz wesentlichen Fragen.
Das Gefühl - nur weil man nicht “Mainstream” ist - beruflich eingeschränkt zu werden, sei es nun von Staatlicher oder Privater Seite, verbindet im Osten noch viel mehr jeder mit der eigenen und bitte nie wieder herrschenden Vergangenheit. Ich bezeichne die AfD ja schon immer als ein Paradoxon.

Das aber noch zu erörtern würde hier zum Thema aber alles sprengen.

1 Like

Sogar den Fakt, dass die Deutsche Einheit gar nichts “wiedervereinigt” hat, anscheinend. Ich finde, gerade Piraten sollten sich um eine präzise Wortwahl bemühen.

Ich würde die derzeit führenden Massenmedien nicht “eine Minderheit der Deutschen” nennen.

1 Like

Die Kernaussage, die für Leute, die die damals tatsächlich noch etwas sozialere Marktwirtschaft mit der Muttermilch eingesogen haben, zweifellos schwer zu verstehen ist. Die DDR war ein Unrechtsstaat. Daran gibt es qualitativ nichts zu deuteln. Sie war aber quantitativ bei weitem nicht so ungerecht wie z.B. Rumänien zur gleichen Zeit oder Nordkorea heute oder China…vermutlich in ein paar Jahren.
Aber geht es denn bei uns gerade in allen Lebenslagen gerecht zu? Sind wir tatsächlich so frei, wie uns das die “Leitmedien” suggerieren?
Damals entschied in erster Linie der “politische Standpunkt” über das eigene Fortkommen. Heute entscheidet die Zahl auf dem Bankkonto. Damals waren alternative Meinungen problematisch, heute hat man ein Problem, wenn man so arm ist, um sozial abgehängt zu werden. Damals konnte man nicht reisen, weil man’s nicht durfte, heute können’s viele Leute nicht, weil sie’s nicht bezahlen können.

Zurück zu @Flummi 's These: Die Freiheit von der absoluten Fokussierung auf Geld gab es tatsächlich. Und die Stasi war bei weitem nicht so allgegenwärtig, wie man das immer gern darstellt. Alles in allem war der Zusammenhalt zwischen den Leuten sogar besser als heute. Ihr könnt jetzt über dieses Statement, gemacht aus meiner Erfahrung heraus, herfallen, mir die Erfahrung selbst aber als alten Ossi nicht nehmen.
Nein - ich will die DDR definitv nicht zurück. Eine korrupte politsche Führungsclique, die nicht wirtschaften kann ist mir noch deutlich unsympathischer als eine aus dem Sektor der Ökonomie selbst, die es zumindest einigermaßen, wenn auch immer schlechter hinkriegt. Die freie Meinungsäußerung gerät zwar in den härter werdenden Zeiten mehr und mehr unter Beschuss (nicht nur von den staatlichen Organen - man muss sich auch im beruflichen Umfeld opportun verhalten, um klar zu kommen), verglichen mit dem damals vorhandenen Risiko, einfach mal einkassiert und weggesperrt zu werden, kann ich mit dem aktuellen Zustand (noch) gut leben.
Schlussendlich: Für die DDR, würde sie noch existieren, gäbe es keine globalen Probleme - Umweltpolitik hat auch vor 30 Jahren fast gar keine Rolle gespielt…was aber wiederum nicht heißen soll, die gegenwärtige Bundesrepublik würde sich genügend darum kümmern.

Jetzt habe ich wieder einen ellenlangen Psalm abgesondert. Eigentlich lohnt die Diskussion nicht. Wir sollten versuchen, das Eröffnen einer neuen Fronlinie Ost vs. West zu vermeiden. Wenigstens in diesem Forum.

Außerdem ist bald WE und die Sonne scheint.

2 Likes

Freu dich schon mal auf die Zeit, in der die Berliner Führungsclique (“rot-rot-grün”) auch in anderen Bundesländern “regiert”.

“WAS? Wieso bin ich dann überhaupt hier?” :smiley:

Ich halte diesen Vergleich mit Honni & Co für unzulässig. Aber immerhin - netter Versuch.