Organspende - Widerspruchslösung


#1

Ich hab tatsächlich nach kurzer Suche keinen bereits existierenden Faden dazu gefunden, sollte bereits einer existieren: mea maxima culpa.

Wie stehen wir so als Partei insgesamt dazu?

Meine persönliche Ansicht zu dem Themenkomplex habe ich kürzlich in einem Blogbeitrag zusammengefasst, den ich hier gerne als Diskussionsgrundlage nutzen möchte: https://badidol.net/wordpress/organspende/

Kurz zusammengefasst: ich bin dafür, bei der aktuellen Regelung zu bleiben und es als eine aktive Entscheidung für die Spende zu belassen.

Zusätzlich (steht jetzt nicht im Blogbeitrag) könnte ich mir sehr gut eine Lösung wie in Neuseeland oder neulich irgendwo von den Grünen vorgeschlagen vorstellen: jedes Mal, wenn man seinen Personalausweis verlängern muss, muss man auch aktiv eine Angabe pro oder contra Organspende machen. Damit ist zwar der Zwang der Frage da, aber die Entscheidung pro oder contra wird dem mündigen Bürger nicht abgenommen.


#2

Text ist von Sandra Leurs. Ich steh’ dahinter.
https://cryptpad.piratenpartei.de/code/#/2/code/edit/wfqSrvr506YUP+L7m6AVpkMc/


#3

Das ist ja quasi Konsens, letztlich :slight_smile:


#4

Dem kann ich mich nur anschließen. Danke!


#5

Ich finde das Ganze sehr schwer. Klar wäre das ein sehr herber Eingriff in die Freiheit des Einzelnen, aber der, der auf das Organ wartet, wird ja in seiner Freiheit sehr stark eingeschränkt (nämlich im schlimmsten Fall mit dem Tod). Wohingegen der Spender an seinem Organ ja nichts mehr hat, wenn er es abgeben könnte. Außer der Wahlfreiheit verliert er doch nichts.

Eine Entscheidung für etwas ist dem Zwang, sich vorab direkt dagegen ‘ wehren ‘ zu müssen, immer vorzuziehen und in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft sollte das an sich überhaupt nicht erst die Frage, sondern absolut selbstverständlich sein.

Dann ist es eben nicht mehr die Entscheidung für die Organspende, sondern die Entscheidung für das Behalten der Organe.

Angehörige sind, in aller Regel zumindest, diejenigen, die einen noch mithin am Besten kennen und damit eine absolut logische Anlaufstelle für die Frage “ Was glauben Sie, was hätte er/sie gewollt? “, wenn es um die Frage der Organspende geht und der potentielle Spender eben keinen Organspendeausweis hatte. Angehörige und Freunde, denen ich wichtig bin, haben damit kein Problem und wissen, wie ich zu dem Thema stehe.

Das finde ich eine ganz schreckliche Praxis. Angehörige, die in so einem Moment nicht klar denken können, sollen dann in kürzester Zeit nochmal drüber nachdenken, ob ihr geliebter Mitmensch mal was dazu gesagt hat? Da wird dann aber sehr plötlich aus der Freiheit, die man sich bewahrt hat (indem man z .B. gewählt hat, gar keinen Organspendeausweis zu haben), eine sehr starke Einschränkung der Freiheit der Menschen, denen man selber was bedeutet und die einem selber viel bedeuten. Zumal

OK, die Frage “Wollen Sie aktiv widersprechen?” schränkt die Freiheit unzumutbar ein, die Frage “Wollen Sie Spender sein oder nicht?” hingegen nicht? Eigentlich müsste man vorher noch einen Zettel ausfüllen, in dem man die Frage “Wollen Sie gefragt werden, ob sie Organspender sein wollen oder nicht?” beantworten muss. Abseits dessen, dass das inhaltlich für mich das gleiche wäre und ich nur einen semantischen Unterschied sehe, fände ich so eine Regelung aber als Mindestmaß gut.


#6

Doch, die freie Entscheidung darüber, was mit seinem Körper geschieht. Die sollte imho durchaus auch über den Tod hinaus gelten.

Nein, das ist Augenwischerei, sorry. Selbstverständlich ist es ein ganz massiver Unterschied, ob ich mich aktiv dafür entscheide, meine Organe im Todesfalle verfügbar zu machen oder ob ich dem aktiv widersprechen muss, weil ansonsten der Staat es sich herausnimmt, für mich zu entscheiden, dass meine Körperteile nach meinem Tod nicht mehr meine Entscheidungshoheit sind. Geht imho gar nicht.

Wer, außer den Angehörigen, soll es denn sonst wissen? Mag sein, dass ich das aus ehemals beruflichen Gründen und, weil ich halt auch einfach der Pragmatiker vor dem Herrn bin, nicht so eng sehe, aber man fragt halt idealerweise immer den, ders am Besten wissen wird.

Stimmt, ganz streng genommen dürfte man den Angehörigen nicht glauben, sondern im Falle des Nichtvorhandenseins eines Organspenderausweises stur davon ausgehen, dass die Organspende nicht gewollt war.

Ja. Die Frage lautet nämlich gar nicht “Wollen Sie aktiv widersprechen?”, da ist nämlich gar keine Frage, sondern nur ein leiser Hinweis “Also wenn Sie nicht wollen, müssen sie das halt vor sagen, gelle? Feini.”. Der Staat hat nicht zu entscheiden, was mit meinem Körper passiert. Das gilt für mich auch über den Tod hinaus.

Den Zwang, sich mit der eigenen Mortalität auseinandersetzen zu müssen und die Frage alle 10 Jahre beantworten zu müssen, halte ich für deutlich weniger schwerwiegend als “wennde halt net widersprichst, schnibbeln wir dich instant nach dem Tod in Stücke”.

Nochmal, ich bin selbst Organspender. Mir persönlich ist es schlicht egal, denn aller Voraussicht nach werd ich, wenn ich tot bin, meine Organe nicht länger brauchen und wenn sich mit dem Zeugs irgendwas Sinnvolles anfangen lässt, alla hopp, macht halt. Aber das ist eine freie, aktive Entscheidung. Und die hat es bitte auch zu bleiben.


#7

Natürlich sollte die auch über den Tod hinaus bestehen. ich sehe nur nicht, wo die Freiheit angekratzt wird (und sehe voraus, dass wir uns in der Diskussion nicht einigen werden :wink: ).

Ganz allgemein gesprochen: Das darf der Staat. Viele Freiheitsrechte werden eingeschränkt, wenn es einen Grund dafür gibt (von den eingeschränkten Freiheitsrechten ohne Grundlage reden wir mal nicht …). Die oberste Maxime Deutschlands ist die Unantastbarkeit der Würde, erst danach kommen körperliche Unversertheit und Uneinschränkbarkeit der Freiheit. Und für mich (und das kann und darf jeder anders sehen) ist der Eingriff in die Würde einer Person, die auf das Organ zum Leben angewiesen wäre, stärker als die Einschränkung meiner vollen Entscheidungsfreiheit.

So würde ich das zumidnest auch sehen. Bei den Angehörigen ist für mich halt auch das Problem, dass die mit dem Tod der Person klarkommen müssen und dann vielleicht auch nicht die richtige Entscheidung treffen im Affekt. Ein “Achne, war doch nicht so.” gibt es ja nicht. Aber das nur am Rande.

Ja, habe nochmal nachgedacht und gebe dir Recht (dass die Fragen nicht äquivalent sind). Mir ist spontan das profane Beispiel eines Imbisses eingefallen, der fragt “Mit Oliven?” statt “Was möchten Sie?”. Wäre für dich - status quo, wenn man nichts sagt, wird kein Organ entnommen - die Frage “Möchten Sie Organspender werden?” dann genau so schlimm?

Um das aber auf einen Konsens zu bringen: Eine Lösung, dass man aktiv gefragt wird, WAS man will (wie du am Anfang geschrieben hattest), fände ich wahrscheinlich den besten Kompromiss. Auch das ist ein Eingriff in die Freiheit (nämlich die Freiheit, sich einfach nicht damit auseinanderzusetzen), aber ein deutlich kleinerer, als ein implizite Vorwegnahme.


#8

Ich finde auch, dass das ein guter Kompromiss ist.

Man soll ja nicht immer das böse im Menschen vermuten, aber eine Widerspruchslösung würde ja AFAIK auch bedeuten, man muss einen Organspendeausweis dabei haben, wo drauf steht “Nein danke, ich möchte nicht” - und der könnte ja vielleicht auch mal verschwinden, wenn das Organ gerade dringend braucht… (vor ähnlichen moralischen Dillemmata stehen Ärzte ja auch schon bei der Sterbehilfe und manche entscheiden sich nun einmal gegen das Gesetz und für den Patienten)

Wenn ein Kennzeichen im Personalausweis vermerkt würde und das Gesetz so bliebe, dass wenn kein Personalausweis mit “Ja” nicht vorhanden ist, erst einmal Auskunft zum Spenderstatus eingeholt werden müsste, gibt es eventuell weniger “Missbrauch” in der Richtung.

Außerdem gibt es auch viele Religionen bei denen Organspende in manchen Fällen ausgeschlossen sind.

So ist zum Beispiel

  • im Judentum der Hirntod kein Tod, sondern erst, wenn das Herz aufgehört hat zu schlagen
  • im Buddhismus soll der Verstorbene 48h lange unbewegt liegen bleiben, damit der Geist einfacher von einem Körper zum nächsten gehen kann (und bis dahin sind die meisten Organe nicht mehr zu gebrauchen)
  • im Hinduismus ist der Spendenempfänger dem Spender “etwas schuldig”, weshalb dieser noch mindestens ein weiteres Leben im Kreislauf der Wiedergeburt gefangen ist
  • die Zeugen Jehovas dürfen keine Bluttransfusion entgegen nehmen und lehnen deshalb in den ganz streng ausgelegten Fällen auch Organspenden ab

Diesen Leuten von vorne herein zu sagen “Hey, du musst aktiv widersprechen, sonst benutzen wir deinen Körper nach dem Ableben als Ersatzteillager!” hat IMHO auch nichts mit Würde zu tun und schränkt zudem noch die Religionsfreiheit ein, wogegen die Person sich dann aktiv wehren muss…

Wenn man zusätzlich für diese Menschen spezielle Kennzeichnungen schaffen würde (z.B. Zeugen Jehovas - Organ muss von Blut gereinigt werden, Buddhismus: Die Leiche muss eine bestimmte Zeit gekühlt werden usw.), könnte man vielleicht sogar mehr Personen dazu bewegen, freiwillig Organspender zu werden. (Ja / Nein / Mit Einschränkung: B)


#9

Und schon sind wir uns einig :slight_smile:


#10

Dies ist auch medizinisch so. Es gibt vier Todesstadien. Der Hirntod ist das dritte. Die Gleichsetzung des biologischen/sozialen Todes mit dem Hirntod gibt es noch nicht so lange und im Grunde auch nur deshalb, um Organspende überhaupt gesellschaftlich zu ermöglichen.

Zu den Todesstadien zählt zum Bsp. auch das Koma (zerebraler Tod, also Großhirn). Menschen, die im Koma liegen, sind lebensunfähig. Die Chancen, dass ein Mensch aus dem Koma wieder aufwacht, sind sehr gering. Dennoch passiert es. Ich war bereits 2016 live dabei. Ähnlich wie mir wird es den Angehörigen derer ergangen sein, die in den letzten 20 Jahren - zuletzt 2018 - weltweit wieder aufgewacht sind. Es sind wenige. Das heißt aber nicht, dass man deren Überleben mit einem Schulterzucken hinnehmen kann. Da sind wir wieder bei der Würde.

BTW: Viele Menschen haben keinen Spendeausweis, weil sie nicht spenden wollen. Ich lese das immer wieder - ebenso wie die Aussagen, man habe einen Ausweis, weil man Spender sein wolle. Das ist das Grundverständnis der Entscheidungslösung.
Es herrscht also noch große Unsicherheit, was genau überhaupt der Ausweis bedeutet. Ebenso groß ist das Unwissen bei der Bevölkerung, dass der Hirntod als Voraussetzung zur Spende ohnehin nur bei 10% der Sterbenden vorkommt. Es gibt noch sehr viel aufzuklären. Dann allerdings auch mit der vollen Realität und dem kompletten Ablauf, auf den man sich vor der Entscheidung einstellen kann. Das ist bisher noch zu wenig der Fall.

Um das von meiner Seite abzuschließen: Ich empfehle den Arte-Film “Streit um den Hirntod”.


#11

Es gibt kein Recht auf neue Organe.

Wer Spenden möchte, bitte, der darf das auch gerne tun. Eine Spenderpflicht oder so wie ja gefordert ein Opt-Out einzuführen, geht mMn gar nicht.

Die Idee das als Frage an die Ausstellung eines Personalausweises zu koppeln halte ich zwar nicht für schlecht, aus Datenschutzrechtlichen Gründen aber für bedenklich.

Und seien wir ehrlich, so lange “Geld die Welt regiert”, können sich zahlungskräftige auch mal ne neue Lunge leisten. Denn genau das ist das, was die Organspende ziemlich in Verruf gebracht hat.


#12

Ja, und? In einem zivilisierten Land erwarte ich, dass man Menschen hilft, die sich nicht mehr selbst helfen können.

Im Endeffekt sterben deswegen Menschen. Wenn wir nicht Organe aus Ländern importieren würden, die andere Regelungen und deswegen mehr Organe haben, wäre es noch schlimmer. Ich finde, dass das nicht geht.

Das spricht für Lösungen, die für mehr Organe “auf dem Markt” sorgen. Wenn genug für alle da sind, muss ich mir auch keine Organe kaufen.


#13

Hallo,

Schreibe auch meine Meinung nieder :slightly_smiling_face:
Ich finde die Idee in Neuseeland eine gute Idee, man wird nochmal aktiv drauf angesprochen. Ansonsten würde ich es wie vorher belassen, also man muss selbst sagen ob man es will, die momentane Idee von unseren Gesundheitsminister finde ich schlecht.
Aus meiner Sicht wird das was Spahn fordert nichts viel bringen.


#14

Das ist schon sehr konstruiert. Die Mehrheit der Länder in Europa hat eine Widerspruchslösung. Ich habe noch nie von solchen Problemen gehört. In Österreich ist das z.B. so geregelt:

Neben dem dokumentierten Widerspruch im „Widerspruchregister gegen Organspende“ werden auch alle anderen Willensbekundungen bezüglich einer postmortalen Organspende, wie ein in den Ausweispapieren gefundenes Schreiben oder ein mündlich bezeugter Widerspruch im Kreise der Angehörigen, respektiert.

http://www.drze.de/im-blickpunkt/organtransplantation/module/rechtliche-regelung-in-oesterreich

Hier die Länderübersicht. Wir stehen mit unserer bisherigen Regelungen alleine da. An der Karte sieht man auch, dass man als nicht-Spendewilliger im Ausland einen schriftlichen Widerspruch dabei haben sollte…
Das ist sicher vielen nicht bewusst. Ich würde einfach die Widerspruchlösung auch bei uns einführen. Die Niederländer haben das mit Wirkung ab 2020 getan.

https://www.organspende-info.de/fileadmin/Organspende/01_Informieren/06_Gesetze_und_Richtlinien/01_Entscheidungsloesung/BZgA_Gesetzliche_Grundlagen_05_kk_Dekstop.svg


#15

Ich glaube ja, dass sich viele einfach nicht mit der Frage auseinander setzten oder sich damit auseinandersetzen wollen.
Sich aktiv um einen Organspendeausweis bemühen zu müssen, wird daher bei sehr vielen wenn nicht sogar den Meisten einfach nicht passieren. Ohne das eine bewusste Entscheidung dahinter steht.

Zu einem Widerspruch rafft man sich viel leichter auf. So ist die Natur des Menschen.


#16

Natürlich sind die Beispiele konstruiert, aber es gibt ja auch einen Schwarzmarkt für Organe. Die moralische Flexibilität in Extremsituationen muss man meiner Meinung nach bei so einem Thema mit einbeziehen.

Konstruieren wir mal weiter: Wer würde denn einen Arzt verurteilen, der einem 3-Jährigen Kind mit einem Herztransplantat das Leben gerettet hat, weil er den Organspendeausweis unleserlich fand und deshalb eher davon ausgegangen ist, dass die Spende befürwortet wird, statt das Organ zu verschwenden…

In der Zeitung steht dann nachher, dass der Arzt freigesprochen wurde - so what?

IMHO sollte immer geschaut werden, ob ein pro-Spenderausweis vorhanden ist und wenn dieser nicht vorliegt, sollte die Einstellung zur Organspende in einem offiziellen Register geprüft werden.

Das Fehlen eines Ausweises darf meiner Meinung niemals Begründung sein, dass jemand nach seinem Ableben als Organspender angesehen wird. Die Würde des Menschen und die Entscheidung des Einzelnen über den eigenen Körper sollten auch im Tod noch Bedeutung haben.

Da eine verstorbene Person nicht mehr in der Lage ist, die eigene Meinung zu vertreten finde ich, dass die Gesellschaft eine Verpflichtung hat, diese Interessen für die Toten zu vertreten.

Aus diesen Gründen bin ich weiterhin dafür, dass man sich z.B. wie vorgeschlagen beim Verlängern des Personalausweises dafür oder dagegen entscheiden muss. Die Leute zu einer Entscheidung zu zwingen ist deutlich weniger invasiv, als Ihnen die Entscheidung über Ihren Körper abzunehmen.

Da Kinder besonders Schützenswert sind, sollte bei Ihnen (wie in der aktuellen Regelung auch schon) vor dem 16. Lebensjahr davon ausgegangen werden, dass sie nicht Spenden:

Mit 16 Jahren kann man bestimmt von einer geistigen Reife ausgehen, diese Entscheidung für sich selbst zu treffen (und der Personalausweis wird in dem Alter auch das erste Mal beantragt :slight_smile: )


#17

Daraus eine Ableitung zu einer “Pflicht” herzustellen ist … nun sagen wir mal … gewagt.

Ja, ich verstehe das Anliegen und es ist sogar verständlich. Jedoch, wo will man das einklagen? Gerichtshof für Menschenrechte? Es gibt/ist ein Menschenrecht auf Organe eines anderen zu bestehen?

Im weiteren leiten wir nun also daraus ab, obwohl es einen diagnostizierten “Hirntod” geben soll der alle Entscheidungen “einfach” macht, dass ein Mensch durch die Entnahme von Organen nichts mehr spürt? Gibt es da irgend welche praktischen Erfahrungen von einzelnen, wodurch überliefert worden ist, dass nichts mehr zu spüren ist? Ich hörte da von Komplikationen bis hin zu Erstickungsanfällen. Alles nur Postmortale Nervenreaktionen? Aber wie kann ein Körper reagieren, wo der doch tot sein soll?

Also, wer sich das antun möchte um um den Samariter zu spielen, bitte gerne. kein Problem, ich werde tatsächlich in Ehrfurcht verfallen, denn wer sich das zutraut … na ich finde gerade nicht die richtigen Worte.

Daraus aber ein Recht auf Organe abzuleiten, Pardon, Samaritertum per Gesetz gibt es nicht.

Nachtrag:

Ähm, also das ist doch schon recht naiv. Es gibt ja auch keinerlei Überwachung, weil uns das so gesagt wurde. Unsere Daten sind überall sicher …

Nein!
Doch!
Oh!

Bis das Gegenteil so ganz plötzlich eintritt.

Noch ein Nachtrag:

Würde so ein Antrag an den BPT gestellt, er sollte dann schon eine 2/3 Zustimmung haben, denn das ist ein Thema welches eben nicht so einfach ist. Ich würde den Antrag zwar ablehnen, könnte aber damit leben so etwas im Programm zu haben. Jedoch wäre das eine der wenigen Aussagen, die ich auch öffentlich weiterhin in Zweifel ziehen würde. Es gibt Grenzen, die wären hier erreicht.


#18

Darum gehts nicht.

Momentan musst du deine “Entsorgung” sowieso schon regeln. Wenn du das nicht machst, müssen es deine Angehörigen nach dem Tod machen. Ob du beerdigt oder eingeäschert wirst, wo du bestattet wirst, et cetera. Dem wird lediglich die “Pflicht” hinzugefügt, über eine Organspende nachzudenken.
Dadurch leitet sich kein einklagbares Recht auf ein Spenderorgan ab, dadurch soll im besten Fall nur die Zahl der verfügbaren Spenderorgane erhöht werden.


#19

Man hört auch, dass Impfungen Autismus verursachen. Glaubst du den Quatsch auch? Darum geht es bei der Frage auch gar nicht. Wer Angst vor solchen Szenarien hat, muss eben widersprechen. Leute, die ernsthaft den Hirntod anzweifeln, haben sich ja anscheinend damit beschäftigt und werden doch in der Lage sein, ihren Willen irgendwo zu dokumentieren.

Wieder am Thema vorbei. Die Verfügbarkeit von Organen soll erhöht werden, nichts weiter. Das funktioniert mit einer Widerspruchslösung tatsächlich, ohne dass jemand verpflichtet wird, etwas abzugeben.


#20

Das ist mir schon klar. Ich finde nur dieses “Weglassen” jeder Verhältnismäßigkeit bemerkenswert. Wir “streiten” so viel über Opt-Out/Opt-In und hier soll es “plötzlich” per Gesetz kommen? Zudem so völlig unüberlegt, da man im gewissen Sinne ein “Recht auf” daraus machen möchte? Ist das Gesetz erst mal in Kraft, was kommt danach wenn sich heraus stellt, dass es immer noch nicht genügend Organe auf dem Markt gibt?

An den Organspendeskandal kann man sich noch erinnern? Also ist es eine rein Wirtschaftliche Kenngröße, keine Logische? Das würde nämlich auch begründen weswegen man hier ein verpflichtendes Opt-Out einführt, das anderswo - zudem bei weitaus einfacheren Dingen - nicht Gesetzlich verankert werden soll?

Man möge mir das verzeihen, aber es gibt Dinge die sind weder Wirtschaftsgut noch gehören sie in irgend einen “Kreislauf”. Wer das wirklich will, der wird sich so einen Ausweis besorgen. Alles andere ist am Ende “Zustimmung durch weich kochen”. Ich bezeichne das so, weil eben die Argumente so aussehen werden wie “ach die armen Menschen, denen muss man doch helfen”.

Siehe vorherigen Absatz -> Zustimmung durch weich kochen.

PS.

Ohne persönlich zu werden geht es wohl nicht, oder?