Neuer Leak: Wie Überwachungsdaten zur Manipulation verwendet werden

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Neue Geleakte Dateien geben Aufschluss wie illegal von Facebook weiter gegebene Nutzerdaten dafür verwendet werden Menschen zu manipulieren indem man ihnen ganz individuell auf Sie zugeschnittene Wahlkampf botschaften zukommen lässt. U.a werden diese illegalen Datensätze vor allem von rechtspopulistischen Bewegungen weltweit verwendet um Fake News zu streuen.

In dem Zusammenhang ist auch der Netflix Dokumentafilm “The Great Hack” sehr zu empfehlen indem Whistleblower aufdecken wie Zuckerberg durch illegale Datenweitergabe auf der ganzen Welt Rechtspopulisten und Rassisten geholfen hat Wahlen zu gewinnen. U.a wurden diese Operationen zur Manipulation von Wahlen auch von Facebook Mitarbeitern direkt begleitet. Netflix hat mit diesem Film wie ich finde ein Meisterstück des investigativen Journalismus geschaffen, wer kein Netflix hat findet den Film natürlich auch auf Piratebay und co. Den Film sollte aber jeder Pirat gesehen haben, denn da wird gezeigt welch drastische Folgen die Überwacherei schon jetzt hat.

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Ach ja nein. Ich finde es schon etwas paranoid, wenn die Leute so hinter allem und jeden Verschwörungstheorie und Manipulation und so sehen tun. Wenn die Werbung personalisiert ist, ja dann hab ich ja auch mehr von also wenn dann da die Werbung so Sachen bringen tut die mich interessieren. Ja so erfährt man dann eben neue Dinge und Ansichten, weiß von neuen Produkten. Politik darf ruhig etwas Geld investieren, um mich zu informieren. Das schlimmste was da ja so passieren kann ist das ich da was neues lerne was ich noch nicht wusste und dann so meine Entscheidung ändere. Wahlwerbung macht jede Partei, jetzt mit Daten nur noch so viel besser weil endlich extra nur für mich.

Gibt leider keinerlei konkrete Zahlen zur Effektivität. :confused: Vielleicht isses ja nur Schlangenöl.

Blubb, blubb. Welcher Pirat will denn so einen Unsinn?

Ordne ich jetzt einfach als Provokation ein, da personalisierte Werbung ja gar keine Werbung ist, sondern zur Verdummung führt, mit dem Ergebnis, dass man jeden Tag für den Rest seines Lebens Haferbrei isst.

Konkrete Zahlen wird man da wohl kaum bekommen.

Es würde mich nicht wundern wenn das bei den eher Bildungsfernen durchaus wirksam ist. Diese Rechtspopulistische Propaganda scheint ja schon bei sehr vielen zu wirken. Anders kann ich mir diesen Rechtsruck in der Gesellschaft welcher ja zeitgleich mit dem Aufstieg von Social Media begonnen hat kaum erklären. Konzernen wie Facebook kann’s ja nur Recht sein wenn Rechtspopulisten regieren und dann die Unternehmenssteuern senken, anstatt das diese beim Wahlsieg von Linken Parteien erhöht werden.

Was glaubst du denn wer hierzulande die AfD und ihre Propaganda finanziert ? Reiche Säcke die nicht wollen das die frustrierten progressive Parteien wählen.

Naja, SM kann wohl schwerlich als Sündenbock für den Rechtspopulismus herhalten. Die AfD war ja vor Ende 2015 ja praktisch irrelevant. Deren Erstarken liegt ja an der Flüchtlingskrise als Auslöser.

SM vereinfacht natürlich die Verbreitung von Propaganda, aber die gabs davor ja auch schon, nur ist sie nicht bzw. weniger auf fruchtbaren Boden gefallen. Die Grundproblematik ist doch, dass der deutsche Staat, die deutschen Parteien und die Soziale Marktwirtschaft nicht auf die Moderne vorbereitet sind und das führt dazu, dass Protestwähler radikalere Parteien wählen.
Oder anders ausgedrückt: CDU und SPD sind schon seit längerem am Verkacken, Probleme stauen sich auf, werden unter den Teppich gekehrt oder wegerklärt, und deswegen wählen jetzt Leute Grüne oder AfD.

Das Silicon Valley war und ist ziemlich links, allein facebook hat erst letztens angefangen, sich den Republikanern anzubiedern. Die ganze Anti-Hatespeech-Geschichten in SM, die seit Jahren und speziell seit der Wahl Trumps passieren, sind ja auch ziemlich links (RIP Alex Jones).

Zufällig noch diesen Artikel gefunden: Sind die Linksliberalen mitschuldig am Aufstieg des Rechtspopulismus?

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Hier hat wohl niemand pauschal ein Problem mit politischer Werbung.

Das kann schon ein Problem sein:
Wenn eine Partei mit nen Flyer in den Briefkasten wirft, sehe ich, mit welchen Botschaften sie wirbt und kann gucken, ob sie mir gefallen.

Hochpersonalisierte Werbung hat das Problem, dass eine Partei mit im Prinzip genau das versprechen kann, was ich will.

Plakatives Beispiel:
Ich streite mich seit langem mit meinem Nachbarn, weil mich sein Grillen auf dem Balkon stört. Wenn jemand jetzt Flylerwerbung für oder gegen ein Grillverbot macht, lässt sich damit ggf. eine Stimme (von mir oder dem Nachbarn) gewinnen. Wenn jemand personalisiert mir verspricht, das Grillen zu verbieten und dem Nachbarn verspricht, die Position von Grill-Willigen zu stärken, kriegt das unter Umständen niemand mit.

Also nicht, dass es so laufen müsste oder dass zielgruppenspezifische politische Werbung/Ansprache immer doof wäre. Aber sie sollte zumindest möglichst transparent sein (so dass es weniger wahrscheinlich ist, dass eine hinreichend finanzstarke Partei damit durchkommt, massenhaft widersprüchliche Botschaften zu senden).

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Personalisierte Werbung ist zudem nur in Zusammenhang mit Überwachung möglich. Wenn jemand sich irgendein Amazon Alexa ins Zimmer stellt und dann mit der AGB zustimmt das dann jedes Gespräch für werbezwecke ausgewertet werden darf. Da könnte man ja noch sagen selbst schuld.

Es dürfte aber absehbar sein das solche Daten dann für politische Werbung/Manipulation verwendet werden und dann sitzen die Agenturen und Konzerne die 1.) über die Daten verfügen 2.) Welche auch das Geld haben sich personalisierte Werbung zu kaufen am längeren Hebel.

Dann wäre das wie in den USA wo der Milliardär mit dem größten Wahlkampfbudget Präsident wird. Oder eben irgendein Konzern Günstling dessen Wahlkampf entsprechend finanziert wird. Mit Demokratie hat das dann nix mehr zu tun. Entsprechend ist es sinnvoll personalisierte politische Werbung konsequent zu verbieten.

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Fand zufällig einen interessanten, längeren Text auf Englisch im Kontext dieses Threads, hier ein übersetzter Ausschnitt:

Wenn Ihnen jemand die goldene Frage stellt, “warum die Privatsphäre wichtig ist” oder warum er sich darum kümmern sollte, dass jemand ihn verfolgt, gibt es nur einen Grund. Das Eindringen in die Privatsphäre gibt jemandem, der im Besitz der Informationen über Sie ist, eine Entscheidungsgewalt über Sie. Dies ist der einzige Grund, warum die Privatsphäre einen Wert hat. Menschen, die im Besitz Ihrer privaten Daten sind, können die Preise von Produkten und Dienstleistungen erhöhen, um mehr Geld aus Ihnen herauszuquetschen, sie können Ihr Kaufverhalten manipulieren, sie können Ihre Emotionen und sogar Ihre psychologischen Zustände manipulieren, indem sie Messages, Feeds, Posts und Nachrichten in Ihren sozialen Medien erstellen, sie können eine gewünschte Reaktion von Ihnen erzeugen, die ihrer Position zugute kommt (eine Praxis, die oft zum politischen Vorteil eingesetzt wird), sie können Ihr reaktives Verhalten auf eine Weise orchestrieren, die vor Gericht gegen Sie verwendet werden kann. Psychologen, Marketingspezialisten, Aktivisten und Propagandisten sind bereit, für jeden Datenpunkt über Sie zu töten. Je mehr sie wissen, desto mehr füttern sie ihre Algorithmen, die Sie wiederum zusammen mit anderen Menschen, von denen Sie vielleicht dachten, Sie hätten nichts gemeinsam, in eine Kiste einordnen.

Nichts von all dem passiert im Geheimen. Das ist alles etwas, das wir jeden Tag in kleinen Dosen Stück für Stück miterleben. Irgendwann wurde über alles in den Medien berichtet, es gab Leute, die dagegen waren. Einige von ihnen haben mit der Zerstörung ihres Rufes durch fabrizierte Empörung und “cancel culture” zu kämpfen, obwohl sie die Grundfiguren der Bewegung sind, die wir so dringend brauchen [z.B. Stallman]. Es gibt Spaltungen unter den Menschen, die durch die algorithmische Strukturierung unserer Online-Interaktionen noch verschärft werden. Das einzige, was daran geheim ist, sind die Algorithmen selbst, die durch ungerechtfertigterweise erweiterte Urheber- und Patentgesetze streng geschützt sind. Wenn wir uns zurücklehnen und nichts tun, werden wir in einer Welt aufwachen, in der die individuellen Freiheiten keine Bedeutung mehr haben, weil die nationale Sicherheit und Profit an erster Stelle stehen.

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der Browserverlauf und ein mal ein Pixel Grafiken sowie ein paar Likes und Info wie lange ein User auf der Seite $X war reichen für ein Profiling. Dazu Überweisungen, Kreditkartendaten und Handydaten / Bewegungsprofile …

YouTube weiß immer noch nicht, welche Videos mir gefallen. Irgendwie zeigts mir immer den Standardmüll an anstelle von den Kanälen, die ich regelmäßig besuche. :thinking: Man kanns den Maschinen auch schwer machen, macht nur kaum jemand.

Vielleicht will Google bzw. YouTube ja das du dir den ganzen Standardmüll anschaust. Wenn für diese Videos die meisten Werbeanzeigen gebucht wurden.