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Neue Partei-Abspaltung der AfD


#1


“Sachsen-Anhalts ehemaliger AfD-Landeschef André Poggenburg ist aus der Partei ausgetreten. Als Grund nannte er Differenzen mit der Parteiführung. Die hatte ihn erst kürzlich wegen rechtsextremer Äußerungen für zwei Jahre von allen Ämtern gesperrt. Poggenburg soll bereits eine neue Partei gegründet haben mit dem Namen “Aufbruch deutscher Patrioten – Mitteldeutschland” (AdP). Darin könnte Sprengkraft für eine neue, völkisch-rechte Bewegung stecken, befürchtet Michael Lühmann vom Institut für Demokratieforschung Göttingen im Gastbeitrag.”

Wie beurteilt ihr die Geschehnisse?


#2

Grundsätzlich bleibt erst einmal abzuwarten, wie sich der rechtsradikale Flügel der AfD hier verhält. Insofern der nicht in Massen mit abwandert, ist das neue Konstrukt schon fast wieder eine Totgeburt. Siehe Petry und ihre “blauen”.

Inhaltlich würde es auch der Abspaltung nichts bringen, wenn sie lediglich bisherige AfD-Positionen vertreten. Es wird also eine nochmalige programmatische Radikalisierung erfolgen, schon allein um den Abstand zur bisherigen Partei zu verdeutlichen. Inwieweit das dann eine umgehende Beobachtung durch den Verfassungsschutz zur Folge hat kann man noch nicht seriös abschätzen.

Diese nochmalige Radikalisierung könnte u.U. dazu führen, dass auch Anhänger von bisherigen (Neo)Nazi-Parteien sich diesem neuen Konstrukt anschließen. Damit besteht aber eben auch die Gefahr, dass es nicht nur bei Mitteldeutschland bleibt, sondern sich dann schnell auch ausbreiten könnte. Insofern dies eintritt wäre die Folge dann die "völkisch-rechte (für mich ein Euphemismus, weil das sind offen Rechtsradikale) Sammlungsbewegung entstehen.

Blöder Nebenaspekt: Die AfD könnte es dann kommunikativ nutzen und auf die Neuen zeigen: “Das sind die Nazis, nicht wir.”

Realistische Wahlchancen dürfte dieses neue Konstrukt bei den anstehenden Wahlen im Osten keine haben.

Das einzig “Positive” dürfte sein, dass jede Abspaltung der AfD Stimmen kosten wird.


#3

Ich günstigsten Fall spaltet sich der nationalkonservative Flügel der AfD ab und die Restpartei wird gemäßigter. Wobei das in die andere Richtung ja auch nicht geklappt hat, siehe Blaue und LKR. Interessant ist auf jeden Fall, dass eine Zersplitterung rechts der Mitte der AfD nicht so ganz schaden bzw. sie besser damit umgehen.


#4

Hmm… “Nationalkonservativer Flügel”…

Trifft es nicht so ganz. Als “Nationalkonservativ” würde ich die CSU bezeichnen.

Innerhalb der Afd werden bis heute Leugner des Holocaust geduldet, wohlwollend.
Die Afd ist eindeutig rechtspopulistisch, geprägt durch Fremdenfeindlichkeit, und ppopulistischer Hetze, und was sich da abspalten will, ist eindeutig rechtsradikal.

Die Afd hat sich als politische Basis für verzweifelte NPD Wähler etabliert.

Just my 5 cents


#5

Ich zitiere mal einen Journalisten, der das zwar zu einem gänzlich anderen Thema sagte, die Aussage aber eine gewisse Allgemeingültigkeit besitzt.

Solche Informationen schaffen es in die Schlagzeilen, weil sie skandalös genug sind.

Die Sprengkraft liegt hier weniger in der neuen Partei und des Gründungsmitgliedes an sich, sie liegt hier eher (mal wieder) bei den Medien und deren Umgang damit. Je häufiger sich deren Protagonisten in den Medien tummeln dürfen, desto mehr Relevanz und Aufmerksamkeit wird diese Partei bekommen.

Ein Abwandern aus der A*D hin zu dieser Partei halte ich in großem Maßstab eher für ausgeschlossen. Es geht um die Geldtöpfe, an denen die Mitglieder eher interessiert sind als an Programmatischer Arbeit. Wie gesagt, es ist eine Kombination. Schweigt die Presse den Typen jetzt tot, wars das und keiner mag sich aufraffen Unterschriften usw. zu sammeln. So ohne Geld, Ansehen? ,o)

Nicht bei dieser Presseaufmerksamkeit. Die können sich - egal was passiert - als Opfer stilisieren. Das verkauft sich immer gut. Sieht man doch im Fall Magnitz. Völlig egal was da wirklich passiert ist, man ist geneigt diesen Blauen Trotteln eher zu glauben als der Presse. Noch Fragen? Ich leider nicht. Das bekommt man nicht von jetzt auf gleich durchschlagen.