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Neuausrichtung der Piratenpartei


#53

Sorry für das Fullquote, aber verdammt noch eins - JA - so ist es! Ich unterschreibe hier jede einzelne Zeile. Nur eines möchte ich noch hinzufügen:

Vorstände die die Kommunikationsstrukturen zerfasern wollen, also sich über getroffene Entscheidungen hinwegsetzen möchten, auch denen gehört das Handwerk gelegt. Regeln und vorhandene Strukturen sind von allen zu nutzen und nicht zu ignorieren bzw. so zu kommunizieren, dass das ja nicht für alle gültig sei.


#54

Ich hätte noch ein Thema für den Europawahlkampf - Symbolpolitik mit großer Auswirkung

  • Wieso nicht die europäische Flagge mit 26 statt 12 Sternen und flexibler gestalten?

Entweder den Kreis auf 26 erhöhen durch die Verkleinerung der Sterne oder Vergrößerung des Kreises. Es könnten auch zwei Kreise aus Sternen gebildet werden, ein innerer Kreis aus den 12 Gründungsmitgliedern und ein äußerer Kreis mit 14 Neuen-Mitgliedern durch die Osterweiterung. Bei einem neuen Mitglied wird sofort ein neuer Stern hinzugefügt, bei einem Austritt sofort ein Stern entfernt.

  • Wieso die europäische Flagge nicht bunter und integrativer gestalten?
    Beispiel Union Jack: Dort sind alle vier Länder des Vereinigten Königreichts integriert.
    Die Sterne könnten in den Farben der Länderflaggen gestaltet werden.

  • Wieso einen Phoenix mit Mistelzweig als mythologische Gestalt der EU kreieren?
    Ein Mix für die Hoffnung der Taube mit Mistelzweig nach der Sinnflut (Bibel) und der Auferstehung des Phoenix aus der Asche aus der griechischen Mythologie.

  • Wieso die EU-Bürger nicht selbst über einen “Gründungsmythos” abstimmen lassen?


#55

Es ging mir in erster Linie darum, sich auf die Themen zu konzentrieren, die die verbliebenen Mitglieder der Piratenpartei auch vertreten wollen. Siehe erster Beitrag im Thread.

Die Mannschaft, die den Karren zieht bestimmt auch die Beladung des Karrens.

Die alten Themen bleiben schnell mal in der PPartei zurück und die Vertreter der alten Themen sind längst “über alle Berge”. Das würde uns bei einem Neustart auf die Füsse fallen.


#56

Ja, ähm, neee … :o)
Symbolpolitik haben wir seit der AVEU14 genug gehabt. Das ist eher ein Thema für die Grünen, die sich mit solchen “Lächerlichkeiten” aufhalten.

Das würde nur die Flaggenindustrie aktuell fördern …

Ich verstehe die Intention dahinter, aber ich glaube es gibt dringendere Probleme die Europa zu lösen hat. Ich füge da auch mal ein Schlagwort ein: “Wir würden gern Europa den Begriff der Sozialunion hinzufügen und nicht nur eine Wirtschafts- und Währungsunion haben”.


#58

Sehr schöne Idee - volle Unterstützung dafür


#59

Wenn es ein Sozialunion geben soll, dann müssten die Mitgliedsstaaten transparenter werden (damit sicher gegangen werden kann, dass die finanziellen Mittel nicht versickern) und ein Großteil der Souveränität der Staaten aufgegeben werden. Und welche Sozialpolitik soll dann verfolgt werden? Die Sozialpolitiken der Mitgliedsstaaten unterscheiden sich doch ganz erheblich.


#60

grins
Ja gugg! Wie schnell man aus der Thematik heraus ableiten kann? Weil wieder ein Piraten.Thema -> Transparenz. ;o)

Eigentlich hast Du Dir die Antwort ja selbst geliefert, sie steht nur vor der Frage. ;o)

Die Mitgliedsstaaten unterscheiden sich gewaltig, natürlich. Und es gehört in gewisser Weise dazu, Teile der Souveränität aufzugeben. Die Frage ist aber, ob das Wort “aufgeben” tatsächlich an der richtigen Stelle steht? Sicher, Hardliner und ausnahmslos Wirtschaftspolitiker, denen ist es ein Graus ihre so heiß geliebte Wirtschaftsunion mit einer “Sozialunion” teilen zu müssen. Weil was gehört denn im schlimmsten Fall noch dazu? Ach jaaa! Ein einheitliches Steuerrecht! Also die Währungsunion will man, aber dann bitte nicht alles, nur das “gute”, das die Profitgier stillende! Nicht umsonst hat man das Wort Finanzunion nicht gewählt, es würde ja zu dummen Gedanken führen.

Es sagen doch schon die Worte, dass die EU so wie sie jetzt tickt, fast ausschließlich Wirtschaftsinteressen berücksichtigt. Das Spiel mit den Worten, ist hier der Schlüsselsatz. Eigentlich ausschließlich. Stelle doch mal völlig unbedarften Leuten die Frage, weswegen wir eigentlich nur von einer “Wirtschafts- und Währungsunion” sprechen, nie aber auch die Rede von Sozial oder gar Steuerunion die Rede ist? Das “aufploppen” der Gedächtniskerzen über den Köpfen und der “AHA-Effekt” ist bemerkenswert. ;o)

PS. Also eine “sich selbst beantwortende Frage, die alle verstehen” ;o)
PS2: Mach mit der Frage mal Wahlkampf. Oh es würden so viele nachdenklich werden … ;o)
PS3: Ach ja, Piraten haben ja jetzt Programm und Antworten. Fragen sind out. #KopfTisch


#61

dafür verwendet man (Schäuble) den Begriff Fiskalunion => Fiskalunion


#63

So, nun hab ich endlich den richtigen Link wiedergefunden.
Das Tool heisst Democracy App und wurde von Magnus und Ulf entwickelt.
Democracy Deutschland


#64

Und das läuft dann schon länger? Oder ist das auch noch in der Testphase? Hab es mir jetzt mal als App runtergeladen…


#65

Ein guter Ansatz.
Eventuell zugunsten der Beteiligung und Einfachheit bei der Auswertung als Multiple Choice Umfrage auf Basis vorgegebener Themen.


#66

Ich finde die Piraten sind eben gerade in einer Position etwas riskieren und wagen zu können, denn sie haben bei den derzeitigen sowieso schon niedrigen Umfragewerten wenig zu verlieren. Die Piraten könnten den Sprung nach vorne wagen.

Es gibt bestimmte Boost’s auf die Kleinparteien setzen können und die sie schnell nach vorne bringen können. Meiner Meinung nach sind das drei Dinge:

  • Unkonventionalität im Auftreten
  • festgefahrene öffentliche Diskurse durch neue Ansichten aufbrechen
  • ein Alleinstellungsmerkmal bzw. ein klares Konzept, am besten noch mehrere. Bei den Piraten war das 2009 das Konzept der “Liquid Democracy”.

Ausgangspunkt ist das Konzept oder Programm. Allerdings sollten alle drei Dinge möglichst ineinander übergreifen, denn ohne das eine ist das andere weniger wert.

  • Was bringt ein gutes Konzept, wenn es nicht an den Mann/Frau gebracht werden kann?
  • Was bringt Unkonventionalität, wenn doch nur das Gleiche wie die anderen gesagt wird?
  • Was bringen neue Ansichten, wenn kein Konzept dahinter steht?

#67

Der Ansatz mag gut sein, die meisten sind nur zu dämlich das zu verstehen was geschrieben wird.

Ich geb’s auf, weil so viel Dummheit ertrage ich nicht länger.


#68

Schon der Ansatz ist sinnlos. Wir wollen uns auf Kernthemen festlegen wie Aldi sich auf gewisse Produkte in der Hoffnung, dass der Kunde sie kauft.Wir wollen also einen neuen Aldi aufmachen mit besseren Produkten? Nein danke, das bisherige Angebot reicht und ist überflüssig.
Oder bieten wir ein neues Gesellschaftsprinzip, bei dem es nicht um Produkte geht, sondern darum, wie wir leben wollen? Offensichtlich ist das bisherige im Zerfall. Die Hoffnung auf ein Gestern, so als könnte das Gewitter vorübergehen, zeigt nur, dass die Zeitzeichen nicht erfasst wurden.
Der Hinweis auf das, was Zukunft wird, heißt Populismus! Die heutigen populistischen Tagesforderungen, ob rechts oder links, sind abwegig. Aber das Ziel, selbst zu regieren und nicht mehr von Eliten regiert zu werden, ist richtig. 80 % der Bevölkerung ist mit der Parteiendemokratie unzufrieden. Die Piraten schienen mal eine Alternative anzubieten und wurden deshalb gewählt. Aber aus der Hoffnung wurde ein Furz.
Die Piraten stehen auf dem Boden des GG. Der bei den Beratungen zum GG federführende Th. Heuss meinte: „Das Volk ist ein bissiger Hund.“ Und daher verpassste er dem Volk im GG einen Maulkorb: Keine Abstimmung über die Verfassung, keine Wahl des Präsidenten durch das Volk. Kein Recht des Volkes, bei Sachfragen zu entsheiden. Man kann nicht auf dem Boden des GG stehen und Demokrat sein. Und die Piraten sind gehirngewaschene „Demokraten“.
Den Piraten war die Mitgliedschaft in mehreren Parteien recht, weil Beratungen als Zusammenstoss von Parteimeinungen keine Beratungen sind, sondern ein Überstimmen der Minderheit. (Im Bundestag wird nicht beraten.) Demokratie ist nicht Abstimmung, auch nicht Volksabstimmungen. Demokratie ist Beratung. Das zur Kenntnis nehmen der Meinung anderer. Wenn so eine gemeinsame Linie gefunden wurde, ist die Abstimmung eigentlich unwichtig, denn die Mehrheit wurde durch die Beratung erreicht.
Es gibt gute Beispiele einer deliberativen Demokratie: Wie Irland bei Verfassungsänderungen vorgeht oder wie Island seine Verfassung beschloss (die vom Parlament blockiert wird). Die dt. Piraten sehen so etwas noch nicht mal am Horizont. Klarmachen zum Ändern. Aber die Piraten wollen nur verbessern.
Fettgedruckter Text


#69

Deliberative Demokratie hört sich nach einem wieder warmgemachten Konzept aus dem letzten Jahrhundert an, der Räterepublik. Mit den heutigen technischen Möglichkeiten kommt man längst über eine bloße deliberative Demokratie hinaus. Das Konzept ist verstaubt und sollte nicht wieder aus den alten Bauernschränken herausgeholt werden, weil es ein paar Historikern gefällt und sie eine historische Kohärenz in ihren Modellen sehen wollen. Die Piratenpartei ist eine linksliberale Partei und kein feuchter Sovjet-Traum.

Ursprünglich waren Sowjets die aus den Revolutionen von 1905 und 1917 hervorgegangenen basisdemokratischen Arbeiter- und Soldatenräte, die jedoch schon bald nach der Oktoberrevolution 1917 von den Bolschewiki dominiert und entmachtet wurden.

Für Direkte Demokratie und Bürgerbeteiligung. Keine faulen Eier, die weder Fisch noch Fleisch sind und das Gegenteil von dem bewirken, was eine liberale Demokratie auszeichnet.


#70

Die Kronstädter Matrosen waren die Elite-Soldaten der Oktober-Revolution. Sie waren es auch, die “Alle Machte den Räten, keine Machte der Partei” forderten und von den damaligen Eliten dafür erschossen wurden. Als Deliberative Demokratie wird heute diskutiert, was vor 2500 Jahren als Demokratie geboren wurde. Nur das ist Demokratie. Demokratie heißt Volksherrschaft. Aristoteles: “Demokratie ist regieren und regiert werden.” Für einen Perikles haben wir keine Demokratie, sondern eine Parteien-Oligarchie. Bundeszentrale für pol. Bildung (BpB): “Herrschaft aber muss … eingeschränkt sein, und dies auch dort, wo der Demos herrscht.” Also herrscht der Demos nicht, sondern Eliten, die bestimmen, was der Demos darf.
BpB: “Die politische Theorie antiker Denker wie Platon und Aristoteles gilt als wegweisend für die Entwicklung der modernen Demokratie.” Richtig: Feinde der Demokratie bestimmen, was die richtige Demokratie ist, ihre “liberale” Demokratie. Und daher heute der Populismus.


#71

ja, richtig. Heute herrscht derjenige, der das Geld entstehen lässt.