München - O-Menzing, Legionellen im Trinkwasser

Hallo meine lieben Bayern-Kollegen <3,

heute fremdrubrik ich mal, weil habe ein Anliegen, bei dem ich denke das politische Hilfe gebraucht werden kann.

In einer Siedlung in München Obermenzing kam es nun in einer Wohnsiedlung zu einem Legionellenbefall. Es wurde auch schon ein Duschverbot ausgesprochen.

Allerdings bessert sich die Situation nicht, deswegen habe ich meiner großen Schwester geraten den Vermieter (Vonovia - vormals Annington) eine Frist von 2 Wochen zu setzen, ansonsten kürzt sie die Miete und meldet Gefahr in Verzug an (sprich ein Subunternehmer des Vermieter wird auf Kosten des Vemieters beauftragt), denn die bisherigen Massnahmen (3x Duschkopffilteraustausch) bringen ja nicht viel.

Deswegen wollte ich mal fragen, ob jemand von Interesse hat hier evtl. tätig zu werden, oder mir einen schlauen Senf zu hinterlassen, wie ich dem Vermieter denn das Leben ein wenig interessanter gestalten kann :smiling_imp:

<3 Dank und einen sonnigen Sonntag Euch,

Nadine

(Kontakt: dini@witt-luckmann.de)

1 Like

Klingt nach einem Fall für eine Anwält*in bzw. Mieterschutzbund falls Mitgliedschaft besteht.

1 Like

ah stimmt, siehst…vor paragraphenblindheit hab ich den mieterschutzbund glatt vergessen, danke <3. bzw. ich werde sie zu ver.di schicken, weil da wird einem auch als neumitglied mit akuten dingen geholfen.

1 Like

OK, hier mein halbwissender Senf:

  1. Insbesondere bei Vonovia lohnt sich doch eine Mitgliedschaft beim Mieterbund oder ähnlichem, meiner Erfahrung nach. Bei jetzigem Beitritt kann man ja schon Info/Unterstützung bekommen. Nur bei juristischer Unterstützung muss man ein paar Monate warten.

  2. Als nicht-Juristin scheint mir hilfreich z.B.
    https://www.berliner-mieterverein.de/recht/infoblaetter/info-17-legionellen-im-trinkwasser-20-fragen-und-antworten.htm. (google search Legionellen & Urteil).

  3. Eigene Erfahrungen: Die Legionärskrankheit kann tödlich sein. Bei uns im Haus ist daran oder an den Folgen eine Frau gestorben, allerdings hatte sie sich diese Krankheit auf einer Kreuzfahrt zugezogen - was häufiger vorkommt.
    Was vielleicht noch von Interesse ist, betrifft die Probenahme. In größeren Wohnhäusern muss man aufpassen, dass die Proben tatsächlich am Ende aller Wasserstränge genommen werden, bzw. dort, wo das Wasser am ehesten stagniert. Vor drei Jahren war das bei mir nicht der Fall. Als ich mich als Betroffene beschwert hatte, kam viel Gegenrede von der ‘tollen’ Genossenschaft, aber auch das Versprechen, beim nächsten Mal auch bei mir eine Probe zu nehmen. Zu dem Zeitpunkt wies der Mieterbund auf meine Anfrage hin daraufhin, dass die Probenahmen nicht in der letzten Wohnung genommen werden müssen, sondern in der Nähe. Das stand/ (steht?) auch so in den technischen Anweisungen, sodass ich mich fragen musste, in wieweit die Immobilienlobby bei dem Erstellen der Anleitungen mitgepfuscht hatte, denn es macht für mich als Naturwissenschaftlerin keinen Sinn. Bei der diesjährigen Probenahme war ich mit bei. Der Probenehmer meinte, dass das Gesundheitsamt die Wohnungen der Probenahme bestimmen, und diese nicht selten mit veralteten Plänen arbeiten. Dies würde in meinem Fall bedeuten, dass ein Ausbau im Dachgeschoss mehr als ein Jahrzehnt nicht der Gesundheitsbehörde mitgeteilt worden war. Der Probenehmer, sicherlich kein Experte, meinte zudem, dass es keine Statistik zu Legionärsfällen gibt, welche sich durch inadäquate Leitungen in Wohngebäuden (im Ggs. zu Kreuzfahrtschiffen und ähnlichen Gefahrenzonen) ergeben haben.

  4. In Deinem genannten Fall könnte man meinen, es handele sich um den akutesten Fall, da schließlich Duschverbot ausgesprochen wurde. Ich würde auch sofort das Gesundheitsamt kontaktieren inklusive etwas Schriftlichem (damit die handeln müssen) und um Rat bitten, was gemacht werden muss von Seiten der Behörden und des Vermieters und was man als Mieter dulden muss, zumal man ja auch beim Nutzen des Wasserhahns Versprühungen verursacht werden können, sodass wie beim Duschen die Bakterien in die Atemwege geraten können. Ähnlich könnte man noch mal das Umweltbundesamt kontaktieren.

Es ist definitiv ein wichtiges und m.E. verschlamptes Thema.
Gruß aus dem nicht so kühlen Norden.

2 Likes