Mitgliederschwund

Ich hab das Gefühl, dass uns die Mitglieder < weglaufen>. Wir hatten dieses Jahr schon über 8000 Mitglieder, momentan sind es ~7857 (seit Samstag ~11 Austritte). Woran könnte das liegen? Was sollten wir gegen den Mitgliederschwund tun und wie wollen wir mehr Mitglieder in die Partei bekommen?

nur keine Sorge. Das sind größtenteils keine Mitgliederschwunde sondern Karteileichen, welche nach einer Mahnung über teils seit Jahren nicht gezahlter Beiträge austreten.

Aber trotzdem, deine Frage ist nicht unberechtigt. Wie können wir neue Mitglieder gewinnen und inaktive wieder aktivieren (inkl. Beitragszahlung, und wenn es nur ein geminderter Beitrag ist.)

Gruß
Andi

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Ich denke das Stammtische für neu Mitglieder helfen. Die erlauben es Menschen erstmal die Piraten im persönlichen kennenzulernen und dann kann man sie langsam in die Partei reinführen.

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Also bei mir im KV wird’s von den Aktiven eher mehr als weniger.

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Wir haben dieses Jahr einen Mitgliederzuwachs.
Sehr leicht, aber vorhanden.

Die Zahlen täuschen auf den ersten Blick aus schon genannten Gründen.

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Na ja, ganz so optimistisch wäre ich nicht.

26.12.2018: 4328 stimmberechtigte Mitglieder
26.12.2019: 4289 stimmberechtigte Mitglieder

Ansonsten @Asthmakiddy Die Ankündigung für den Lastschrifteinzug ist verschickt. Und eine anstehende Beitragszahlung ist immer ein Anstoß für diejenigen, die innerlich schon ausgetreten sind, aber der Austritt entweder noch nicht abgechick oder noch nicht bearbeitet wurde. Das ist bei jedem Jahreswechsel so :wink:

Viele Grüße

Lothar

Mein BzV zum
31.12.2018 - 63 Mitglieder
aktuell - 101

Dieses Jahr wurde viel aufgeräumt und durch Art 13 etc. gab es viel Bewegung. Absolute zahlen sagen da nur wenig aus.

OK, dann machen wir das mal plastisch.

Die Differenz aus ein und ausgetretenen zahlenden Mitgliedern:
-39
Das sind
-0,9%

Nicht so schön wie ein Zuwachs, aber auch nicht besorgniserregend.

Und nun wieder zurück zu unseren Chancen und Möglichkeiten neue Mitglieder zu gewinnen.

Gruß
Andi

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Dann mal nach LV aufgeschlüsselt :wink:

LV 2019 2018 Diff Prozent
Ausland 26 24 2 8,33 %
BB 108 100 8 8,00 %
BE 231 235 -4 -1,70 %
BW 464 427 37 8,67 %
BY 689 709 -20 -2,82 %
HB 44 37 7 18,92 %
HE 437 425 12 2,82 %
HH 104 113 -9 -7,96 %
MV 22 15 7 46,67 %
NI 399 369 30 8,13 %
NW 1120 1238 -118 -9,53 %
RP 232 246 -14 -5,69 %
SH 138 119 19 15,97 %
SL 57 42 15 35,71 %
SN 108 114 -6 -5,26 %
ST 41 44 -3 -6,82 %
TH 69 71 -2 -2,82 %
Summe 4289 4328 -39 -0,90 %

(das erste mal, dass ich was positives über dieses Forum sagen kann: Die Tabelle hat es bei Copy&Paste selbstständig umgesetzt :smiley: )

Was ich nicht genau weiss: LVs die in 2019 mit einem Mahnverfahren angefangen haben, die müssten eigentlich gesondert betrachtet werden, weil das immer ein Schub der zahlenden Mitglieder gibt.

Von BW weiss ich, dass die schon länger im Bundesmahnverfahren sind. Da ist der deutliche Zuwachs vermutlich also durch gute Arbeitsweise entstanden. Glückwunsch :slight_smile:

In LVs mit wenig Mitgliedern sorgen schon kleine Zahlen zu großen %-Sprüngen. Da ist es also schwer zu sagen, ob es normale statistische Schwankungen sind oder ob tatsächlich etwas bemerkenswertes war.

Bei LVs mit deutlichen Minus-Zahlen sollten die Vorstände mal schauen, ob sie gegensteuern können (vor allem Aktionen, bei denen Piraten als Piraten zu erkennen sind, helfen i.d.R.)

Viele Grüße

Lothar

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Leider sind auch wieder eine Mitglieder verstorben.
Bei einen Gesamtrückgang von 0,9% dürften mehr aktiv eingetreten, denn ausgetreten sein.

Zumal man diese Zahlen auch mit den Rückgängen der Jahre zuvor vergleichen sollte, der so bis März anhielt.

Fazit: Die Zusammensetzung der Mitglieder verändert sich im Augenblick stark.
Wenn es uns gelingen würde, die Mitgliederzahl zu stabilisieren, dann wäre das schon ein Erfolg.
Wahrscheinlich werden wir aber weiter Mitglieder verlieren, da die Zusammenetzung nach wie vor sehr heterogen ist, viele sich politisch nicht mehr beteiligen, der Output nicht da ist und die Finanzen knapper werden.

Insofern verwundert es eher, wenn die Mitgliederzahl fast konstant gehalten wird.

Wenn ich mich nicht irre, scheint die aktive Beteiligungsrate bei den Piraten über Jahre hinweg bei so 10% zu liegen, d.h. 90% der Mitglieder scheinen passiv zu sein. Aus der Perspektive dieser 90% sehe ich drei Gründe, warum man Mitglied bei den Piraten sein wollte.

Der erste Grund wäre der simpelste, weil nachvollziehbarste: die individuell begründete politische Notwendigkeit, das Piratenprogramm in Deutschland unterstützen zu wollen. Leute die z.B. gegen Überwachung und für mehr Demokratie sind, treten in die Partei ein, um sie zu unterstützen und ihren Ansichten eine parteipolitische Stimme zu geben.

Der zweite Grund wäre wesentlich esoterischer, ich nenne es mal “coolness”. Eine Gesellschaft besteht aus einem Mainstream und diversen sich vom Mainstream abgrenzenden Subkulturen. Dieses Anderssein der Subkulturen ist für viele Menschen attraktiv, es scheint ein Zweck an sich zu sein (“äußerliche coolness”). Die Piraten haben es ja Anno Dazumal mit ihrem Hype selbst erlebt, dass Leute aus coolnessgründen Mitglieder werden. Neben dem Anderssein bezüglich des Mainstreams gibt es noch die soziale Komponente des Gefühls, Teil einer aufregenden, inspirierenden, sinnstiftenden Gemeinschaft zu sein, in der Leute ähnliche Interessen teilen und zusammen Spaß haben (“innerliche coolness”).

Der dritte Grund wären im Internet konsumierbare Inhalte, was ich “content” nennen würde. Es existiert im Internet ein Bedarf an gutem content, und wenn die Piraten den liefern, dann ist das auch unterstützenswert. Content fasse ich hier sehr weit, es reicht von witzigen tweets über investigativem Journalismus im Geiste Wikileaks bis natürlich politischen Stellungnahmen, in denen man als Mitglied seine Ansichten vertreten sehen will. Sprich alles, was die Aufmerksamkeit von Leuten bekäme.

Nun glaube ich, dass der erste, programmatische Grund, ein Mitglied in der Piratenpartei zu sein, mehr oder weniger ausgeschöpft ist. Wer nach mehreren Jahren der 0,x% Ergebnisse immer noch Mitglied ist oder in die Partei eintritt, der hat eine gehörige Portion individuellen Idealismus oder andere individuelle Gründe, die nicht wirklich an andere Leute vermittelbar sind. Für so ziemlich alle Punkte unseres Programms gibt es auch NGOs, die realpolitisch gesehen in ihren jeweiligen Gebieten mehr Einfluss zu haben haben scheinen als die Piratenpartei.

Bleiben noch coolness (Piraten als eigene Subkultur) und content (Piraten produzieren Interessantes), hier kann man einiges reißen. Für die äußerliche coolness müsste man potentiell gegen alle anecken, Kante zeigen wollen. Das vermisse ich persönlich oft, es scheint mir, als ob viele Statements aus einer Art Ängstlichkeit abgegeben oder nicht abgegeben werden, oder anhand einer Logik der (Alt)Parteienlandschaft geschaffen werden.
Für die innerliche coolness… vielleicht mal die Abläufe und Organisationsformen innerhalb der Partei darauf abklopfen, wie sinnstiftend, Enthusiasmus- und Gemeinschaftsgefühl-fördernd sie sind. Wir haben ja z.B. ein großes Problem, dass kaum mehr AGs existieren und irgendwie kein Interesse an ihnen zu bestehen scheint, das könnte strukturelle Gründe haben. Allgemein ein schwieriges Terrain, da sehr viele soziale Faktoren hier mit reinspielen und man aus Individuen bestehende Gemeinschaften nicht mal kurz ändern kann.

Was content angeht, wäre der Optimalfall, dass mehrmals am Tag Interessantes rausgebracht wird. Das ist der klassische Internetweg, Leuten einen Grund zu geben, sich täglich mit den Piraten zu beschäftigen und quasi zu beweisen, dass sich die Aktiven in der Partei mit “guten Sachen”, “sinnvollen Themen”, “dem Wesentlichen” beschäftigen und dies unterstütztenswert ist. Quasi die Parteimitgliedschaft als Patreon-Account. Auch hier könnte man Abläufe und Organisationsformen darauf abklopfen, ob sie dazu beitragen, content zu produzieren. Gegenwärtig scheint das System ja so zu sein, dass hauptsächlich AGs content produzieren müssten (bzw. es in der Vergangenheit taten). Aber da es kaum AGs mehr gibt, gibt es kaum content. Und wenn es kaum content gibt, dann haben wir kaum etwas, was wir passiven Mitgliedern anbieten können. Ein Teufelskreis.

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Das Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2017, das Parteiprogramm und das Grundsatzprogramm dürfte locker Material für 300 Artikel liefern. Ein wenig den Hintergrund und die Beschlusslage in einem flotten verständlichen Schreibstil dürfte Mitglieder und Wähler gleichermassen ansprechen und wird als Blogpost auf der Homepage auch über Google gefunden. Und dann gibt es noch aus 16 Bundesländern Material, dass man verarbeiten könnte. Allein es fehlt an Manpower.

Die Überlegegungen von @Sebulino zu einer Strategie sind interessant, trotzdem wäre es das Wichtigste Neumitglieder an die Arbeitsstrukturen der Piratenpartei heranzuführen. Diese Aufgabe wird an Wichtigkeit nur von der Notwendigkeit übertroffen, diese Strukturen zu schaffen, da sie immer noch nicht existieren. @buvo

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es gibt Leute aus der Basis, die machen einfach, das kommt nicht nur von oben. Wenn wir mehr wären, gäbe es auch mehr

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und es gibt Leute aus der Basis, die brauchen nur eine Idee und würden dann los machen.

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Wir sollten zum einen Intern etwas geregelter laufen. Aber vor allem sollten wir die Menschen zwar nicht zwingen Ihnen aber das Gefühl geben gebraucht zu werden, Ihnen Aufgaben übertragen. Auch Weihnachtsgeiern etc…es gibt tausende Möglichkeiten

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Das Problem ist, glaube ich mittlerweile, dass wir nicht nur in der Außendarstellung, sondern auch programmatisch sehr große Überschneidungen zu einem gefühlten Dutzend weiterer Links-, Bio- und Spaßparteien haben.

Wir treten in Stadt und Landkreis Rosenheim zur Kommunalwahl 2020 im Bündnis mit Die PARTEI, Die LINKE, MUT und der V-Partei3 an. In dieser Gruppierung haben wir nahezu 100% Einigkeit bei allen definierten regionalen Wahlthemen.

Beim vorausgehenden Abgleich der verschiedenen (Bundes-)Wahlprogramme fiel außerdem mal wieder auf, dass es eigentlich gar nicht so viel abzugleichen gibt.

Das führt unter Umständen dazu, dass wir gerade bei den Neueintritten eine starke Fluktuation haben werden, weil sie merken, dass wir halt doch nicht grüner als die Grünen, linker als die Linken oder lustiger als die Partei sind.

Ich werfe mal zwei Ideen für einen besseren Mitgliederzuwachs rein:

  1. Klare, vielmehr EINdeutige, und abgrenzende Positionierung
  2. Regelmäßige Events, sowohl offline, als auch online

zu 1. Vielleicht was mit Internet & Privatsphäre?

zu 2. Vielleicht was mit Internet & Privatsphäre?

Die Vorträge, die @derBorys, @macros , ich und sicherlich noch ein paar andere PIRATEN in den letzten Monaten gemacht haben, könnte man ja z.B. regelmäßig live online streamen und zwischendurch mal ein paar Wiederholungen rausjagen.

So generiert man sicherlich auch das ein oder andere Kreuz auf dem nächsten Wahlzettel und gewinnt bestimmt auch ein paar neue Mitglieder.

Gleichzeitig bindet man die bestehenden Mitglieder und aktiviert sie im Idealfall sogar.

Ich bin gespannt auf Eure Meinungen dazu.

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naja…ich finde es von der “Öffentlichkeitsarbeit” her nicht so spannend von Mitgliederschwund zu sprechen, wenn wir uns gerade das erste Mal seit langem in einen Jahr befinden, in dem man Stabilität erreicht hat, der Mitgliederschwund also erstmalig gestoppt wurde. Da ein gewisser Verlust an Mitgliedern auch normal ist, heißt dies doch, dass wir überhaupt wieder Neue ansprechen.

Ich finde schon, dass wir viel zu wenig Veranstaltungen machen (Ich glaube Stuttgart /Bawü hat das mal monatlich gemacht) Ich denke, die sind auch und insbesondere für die eigenen Mitglieder wichtig.

Gerade die vom Borys, die ich in Mainz erleben durfte war sehr “piratig” und entsprach auch den von aussen an uns herangetragenen Erwartungen (Wir wurden ja von aussen von der Mainzer Fanhilfe angefragt, ob wir da liefern können). Ich gehe davon aus, dass das mit den anderen Referenten ähnlich war.
Also ja, ich finde Cryptopartys und ähnliches “technikaffines Zeug” bestens geeignet die Marke Piratenpartei zu pflegen.

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ja, und die muss man motivieren! Ja, auch durch das Gefühl, gebraucht zu werden. Sie müssen mitmachen und mitbestimmen können. Man muss die Basis nach Ideen fragen, und wenn wer was machen will, das unterstützen und erleichtern.

Nachdem man dies nun seit 5 Jahre erfolglos versucht, zweifele ich die immer wieder gern verbreitete These an.
Die Zahlen sprechen einfach dagegen, insofern verwundert es, dass die Bubble sich stets im Kreise dreht.

Alle Behauptungen in diese Richtung haben sich durchgängig als falsch herausgestellt.

Wenn man keine Partei sein will, sondern eine NGO, dann sollte man einfach aufhören, sich um Mandate zu bewerben.

Man kann doch nicht so zu einer Kommunalwahl antreten, nur um sein Hobby zu pflegen.

Mal so um die Relation zu zeigen.
Eintritte 2017: 191
Eintritte 2018: 110
Eintritte 2019: 588

Durch die Streichungen (Verfahren zum austragen von Mitgleidern die über längere Zeit keinen Beitrag gezahlt haben) sind die Austrittszahlen nicht ganz so leicht zu ermitteln bzw. durch Streichungen etc. nicht ganz so eindeutig zuordbar. Aber wir sind da schon an einer Statistik dran :slight_smile:

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