Mitarbeit am Strategiepapier

Liebe Freunde,

für den Bundesvorstand habe ich ein Dokument zusammengestellt, das ich jetzt einfach mal als Strategiepapier beschreibe.
Mit meinem Eintritt in den BuVo hatte ich eigentlich erwartet, dass es sowas schon gibt - ein Dokument wo grob das Verständnis darüber festgehalten wird, was man in der Vorstandszeit erreichen möchte. Oder eben was man folgenden Vorständen übergibt, weil wir ja verhältnismäßig häufige persönelle Wechsel im Bundesvorstand haben. So ein Dokument gab es aber nicht. Und mittlerweile hab ich die Zeit gefunden, das dann selbst zu schreiben.

Für mich ist der Sinn eines solchen Strategiepapiers, innerhalb des Bundesvorstands ein gemeinsame Verständnis über die Ausgangssituation zu entwickeln/aufzuschreiben, und sich dann darüber zu verständigen, wo man überall Handlungsbedarf sieht. Anschließend kann man dann entscheiden, welchen dieser Handlungsbedarfe man anfängt zu bearbeiten.

Ich kam dann aber an den Punkt wo ich mir dachte, dass das bestimmt für mehr Leute als nur den Bundesvorstand ganz interessant sein könnte. Vielleicht weil ich weiss, dass ihr auch neugierig seid, was andere so denken. Oder wissen wollt, was man als Vorstand eigentlich macht. Oder einfach auch, weil ich denke dass man als Vorstand gar nicht alles sieht, was wo anliegt, und man auf die Hilfe anderer angewiesen ist.

Daher kam ich zum Ergebnis, dieses Papier mit euch allen zu teilen. Davon verspreche ich mir auch, dass ihr die Gelegenheit nutzt euch einzubringen und zu sagen, wenn euch etwas auffällt, das der BuVo auf dem Radar haben sollte.
Das ist absichtlich so formuliert, denn es ist ein Dokument, in dem der Vorstand sich eine Art ToDo-Liste schreibt, und nur der Vorstand selbst kann nachher entscheiden, was er bearbeiten kann und was nicht, nur im Vorstand hat man den Überblick über die verfügbaren (eigenen) Ressourcen. Ihr gebt damit also keinen Arbeitsauftrag. Und es ist auch kein Dokument, in dem Aufgaben schon diskutiert oder gar gelöst werden sollen. Dafür gibt es dann andere Medien, wie zum Beispiel hier.
Sondern es soll erstmal aufzeigen, wo die wesentlichen Stellschrauben sind, mit denen wir als Partei besser werden können. Und so wie ich ursprünglich gedacht hab, dass man innerhalb des Vorstands sich darauf verständigen sollte, so gilt das ja eigentlich für uns alle. Wir alle sollten wissen, in welche Richtung wir gehen, und welche Aufgaben da noch vor uns liegen.

Zur Vorgehensweise: Das ganze ist bei Gitbooks gehostet, mit einer dazugehörigen Seite bei Github.com. Dort kann man Anmerkungen hinterlassen, oder gleich Änderungen eintragen und vorschlagen. Wer aber damit nicht so gut zurecht kommt, der kann mir auch gerne eine email schreiben. Das alles steht aber auch in der Einleitung als Erklärung.

Als Einführung und Erklärung hab ich einen kleinen Video gedreht: https://www.youtube.com/watch?v=P2P6I8D0OAQ

Wer direkt zum Papier möchte, der findet das hier: https://strategie.sebastian-alscher.de

Cheers und vielen Dank - Sebulino

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Yo, das ist in etwa das, was ich mir seit Dez 2015 wünsche. Dabei sollte das von allen / jenen entwickelt werden, die sich als Piraten fühlen oder bezeichnen. So etwas soll ja hier nun stattfinden - das gefällt mir gut. Ich werde weiter mitlesen.

PS: Wir sehen uns in der Zukunft.

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Es ist so ruhig hier. Seid ihr noch eine “mitmach Partei”

einiges an Anregungen und Anmerkungen ist schon auf Github, Es gab auch wohl etwas an Diskussionen im Mumble. Aber eigentlich wäre es natürlich gut, wenn das hier auch Resonanz findet, gebe Dir recht.

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Wenn ich mich richtig entsinne, ist das Strategiepapier eine Art “to-do-Liste” des Vorstands, in der man Sachen anschauen und vorschlagen kann. Dann hab ichs mir halt angeschaut und auf github etwas vorgeschlagen. ¯\_ (ツ) _/¯

Wer will, kann auch gerne an einer Medien- und Marketingstrategie mitmachen.

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Echt gut. Habe ich mir schon lange gewünscht. Top Vorstand

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Aus gegebenen Anlass zitiere ich mal aus einem Artikel über den ehemaligen münchner SPD-Fraktionschefs, weil es auch mein größter Kritikpunkt der Piratenstrategie ist:

Zuletzt sei ihm aber das Verständnis für seine Partei abhanden gekommen. Sie verspiele seit Jahren das Vertrauen der Menschen und werde überwiegend als dissonant wahrgenommen. „Oder anders ausgedrückt: Man weiß eigentlich nicht mehr, welche Politik man bekommt, wenn man SPD wählt“, kritisiert er. „Mein Eindruck ist, dass sich die SPD damit gar nicht auseinandersetzt oder sich mit der Frage beschäftigt, von wem möchte sie eigentlich gewählt werden?“

Laut Platon ist eine Demokratie “die Herrschaft aller, vor allem zum eigenen Vorteil”. Im Laufe der Geschichte haben sich verschiedene Parteien und Ideologien etabliert, die zumindest ursprünglich ein bestimmtes Klientel repräsentierten (Liberale: Bürger, Sozialisten: Arbeiter, etc.). Warum sollte es bei den Piraten anders sein? Sind denn nicht Piraten und allgemein Internet-Poweruser unsere Stammwähler?

Im Strategiepapier und auch sonst fristen diese Stammwähler ein Schattendasein. Ich weiß nicht, ob sie als Selbstverständlichkeit gelten (“Netzpolitik steht doch im Programm”) und deswegen ignoriert werden, oder ihre Existenz schlicht vergessen wurde und auf ihrem Rücken stetig versucht wird, neue Wählerschichten zu erschließen (“Flyer zum Thema x für Wählerschicht y”). Es sollte doch, falls jene Stammwähler tatsächlich existieren, entsprechend bei jedem Schritt, der im Namen der Partei geplant oder unternommen wird, mit einem Auge geschaut werden, wie es dieser Stammwählerschaft dienen würde.

Das mag sich vielleicht anstrengend anhören und als ob nur noch weitere Steine in den Weg des Parteiwirkens gelegt werden, aber eigentlich ist das Gegenteil der Fall. Gegenwärtig scheint nämlich regelmäßig auf abstrakter Ebene das Rad neu erfunden und wieder verworfen zu werden. Das ist für Menschen anstrengend, denn Menschen brauchen Routinen. Nehmen wir die Existenz jener Piratenstammwähler an und nehmen wir sie ernst, so finden wir ja auch sofort in jeglichem Bereich irgendwas, was entsprechend gepitched/geframed und somit öffentlichkeitswirksam beworben werden kann, z.B. Pflege: Ethische Probleme mit Pflegerobotern, Chancen von AI-Überwachung von Patientenlebenssignalen; Drogen- und Suchtpolitik: Darknet Markets, Übersicht von Research Chemicals; Inneres/Kultur: Abschaffung von Rundfunklizenzpflicht im Internet, etc. pp.

Aber es stellt sich für mich erst mal die Frage, ob diese “Piratenstammwähler” für die Piraten definiert und bekannt sind. Also die Antwort auf die Frage, von wem die Piraten überhaupt gewählt werden.

Ich habe ein praktisches Beispiel für diese vielen Worte: als die Piraten-Gamescomdelegation nach Hause kam und viele Videos mitbrachte und diese veröffentlichen wollte, wurden sie vom Youtube-Team erst mal angeschnautzt, dass dies nicht möglich sei, weil User es angeblich nicht mögen, wenn viele Videos zugleich veröffentlicht werden. Dann wurde ein Plan ausgearbeitet, wie man innerhalb von einer Woche alle Videos veröffentlichen kann, aber die letzten wurden mWn erst nach zwei-drei Wochen veröffentlicht, als die Gamescom natürlich längst irrelevant war. Hier werden also zwei Logiken offenbar:

  • Piraten wollen Videos von Piraten auf der Gamescom, deswegen gleich alles veröffentlichen

  • Der Follower eines Youtube-Accounts könnte durch zu viele hochgeladene Videos in seinem Feed gestört werden und somit den Account unfollowen

Letztere Logik hat sich durchgesetzt. Zu Recht? Machen wir für den Stammwähler Politik oder für Durchschnittswähler?

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Volle Zustimmung.

Genau. Parteien sind meiner Ansicht nach, nicht nur dafür da Problematiken in den Vordergrund zu rücken (das machen auch Lobbygruppen und Medien), sondern Lösungen und Konzepte anzubieten, welche realistisch umsetzbar sind. Denn das ist man dem Stammwähler bzw. Wähler schuldig (wenn man den Wähler ernst nimmt):Realistische Konzepte, die zudem neu und innovativ sind.

Wenn nur apokalyptische Horrorszenarien von Totalüberwachung entworfen werden und nur Lösungen und Konzepte entworfen werden, welche zur Hälfte ausgearbeitet und durchdacht sind, dann wird das nichts.

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