Mit der Piratenpartei in den Sozialismus?

Gerade in der Twitter Piraten Bubble so eine Diskussion über Verstaatlichung von Werften…

https://piratenpartei-mv.de/programm/#wirtschaft

Auszug aus dem MV Programm der Piraten:

Seit 20 Jahren wurden in die Werften über 1 Milliarde € als Subventionen von Bund und Land investiert, und gleichzeitig damit die Anzahl der Beschäftigten extrem verringert, die dann „freigesetzt“ wurden.

Wir sind für Übernahme der Werften in Landesbesitz (schon x-mal aus Steuermitteln bezahlt) und Konversion in umweltverträgliche und zukunftsweisende Produktion, keine Produktion von Rüstungsgütern für kriegsführende Staaten.

Hm. Da bleiben für mich noch Fragen offen. In wie fern kann den eine Landesregierung bzw. Staatsbürrokratie die Werfen besser verwalten ohne das weitere Kosten für die Steuerzahler anfallen ?

Auch für einen Staatsbetrieb gibt es 2 Möglichkeiten:

1.) Konkurrenzfähig mit dem Weltmarkt bleiben, modernisieren und Beschäftigte veringern und durch Technik ersetzen um die Produkte günstig anbieten zu können.

2.) Arbeitsplätze schützen und so veraltete Strukturen bewahren die dann irgendwann nicht mehr konkurrenzfähig sind und der Steuerzahler bzw. andere Betriebe durch Steuern die Kosten dann zu tragen haben.

Im Falle von 1 würde das Management eines Staatskonzerns genauso handeln wie eine Privatfirma auch und Mitarbeiter einsparen. Option 2 führt wenn lange genug praktiziert zu nicht mehr vorhandener Konkurrenzfähigkeit. Ok da hat man Arbeitsplätze gesichert aber zu dem Preis das diese den Staatshaushalt mehr belasten als Sie erwirtschaften und infolge dessen Kapital von anderen Bereichen abgezogen werden muss. Das mit den (nicht mehr am Weltmarkt rentablen Betrieben) führte u.a 1989 auch zur faktischen Staatspleite von DDR und Sowjetunion.

Piraten lehnen die Amazon-Ansiedlungen ab. Amazon mit dem Konzept des Billiglohnes, der Steuervermeidung und der Zerstörung von Gewerbe- und Handelsbetrieben sorgt für Altersarmut, Belastung der Sozialhaushalte der Kommunen und ist volkswirtschaftlich schädlich!

Ok, kann man machen. Aber sind die Löhne und Umweltverträglichkeit dann besser wenn Amazon sich dann statt dessen in Ungarn oder Polen ansiedelt und von dort ausliefert ?

Bei den Berliner Piraten werden auch Enteignungen gefordert:

siehe: Piratenpartei Berlin – Zulässig: Volksbegehren „Deutsche Wohnen & Co enteignen“!

Die PIRATEN Berlin begrüßen ausdrücklich, dass es der Initiative „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ mit verstärkter Anstrengung und juristischem Druck gelungen ist, den Senat zu zwingen, endlich das Ergebnis seiner juristischen Prüfung bekannt zu geben: Das Volksbegehren „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ ist zulässig.

Damit ist ein weiterer Schritt zur Verwirklichung des Volksbegehrens möglich.

Die PIRATEN Berlin haben die Initiative bereits von Anfang an unterstützt, unterstützen sie weiterhin, und werden sie in Zukunft auch, beispielsweise bei der erneuten Unterschriftensammlung, unterstützen.

Nungut, Wohnungskonzerne kann man natürlich enteignen. Diese werden dann vor dem Bundesverfassungsgericht oder EUgH auf Entschädigungszahlungen klagen und selbstverständlich recht bekommen. Tja und dann frage ich mich, woher nimmt Berlin dann die vielen vielen Milliarden die dann fällig werden um die Aktionäre dieser Konzerne zu entschädigen ? Das Land Berlin ist ja schließlich ohnehin schon kronisch pleite.

Soll das Geld für die Konzern Aktionäre dann über den Länderfinanzausgleich bezahlt von Steuerzahlern aus anderen Bundesländern nach Berlin fließen ? Ich frage ja nur, weil das Land Berlin wird wohl kaum genug Eigenmittel dafür haben.

Und wer sind denn überhaupt diese Aktionäre, womöglich befinden sich ja unter den Investoren dann auch die eine oder andere Rentenkasse in Deutschland oder den USA. Auch wenn keine Entschädigung fällig würden, es würde dann eben auch Kleinanleger/Sparer hart treffen oder im Falle von Ausländischen Investoren zu diplomatischen Verwerfungen führen.

Und wenn die Enteignung Milliarden kostet, ist dann am Ende überhaupt noch genug Geld für Städtischen Wohnungsbau übrig ?

Werden sich überhaupt noch Investoren finden die dann in Deutschland Wohnungen bauen werden wenn Sie am Ende sowieso enteignet werden ? Also Internationaler Wohnkonzern würde ich mein Geld dann eben in New York, Peking oder Paris in den Wohnungsbau stecken und nicht mehr in Berlin. Wie soll unter diesen Vorrausetzungen dann noch genug Wohnraum geschaffen werden und wer finanziert dann den neuen Wohnraum ?

Jaja ich weiß, die liebe Susanne stellt mal wieder ganz viele nervige Fragen und so. Aber jetzt seid ihr an der Reihe !

Zu “Deutsche Wohnen & Co enteignen” empfehle ich mal wieder einen Blick auf Telepolis. Das ist offensichtlich genau so ein menschlich gescheiterter Verein wie “Fridays For Future”. Schade, dass die ehemals faktenfokussierte Piratenpartei auf diesen Zug aufspringt.

Inhaltlich ist das Enteignen von Wohnungen natürlich auch völlig banane. Wenn es einen Mangel an freien Wohnungen gibt, weil diejenigen, die die Häuser bezahlt haben, sie behalten wollen, dann kann man natürlich schon vorübergehend Wohnungen klauen “enteignen” - und dann?

Wenn ich als Investor annehmen muss, dass meine Investition von der Stadt direkt geklaut “enteignet” wird, dann werde ich nie wieder etwas investieren. Diese unverschämten Diebe “Enteignungsaktivisten” denken offensichtlich nicht weiter als einen Monat in die Zukunft.

Warum bauen die nicht selbst?

Ganz einfach - indem diese Investition und der spätere Werftbetrieb nicht dazu dient den maximalen ROI (return on investment) zu erzielen. … Es sollte ein Mitarbeiter geführter Betrieb sein.

Die Botschaft “der Staat richte alles zu Grunde was er verwaltet” ist ähnlich wie die Nachricht vom “Florida Rolf”.
Die Heuschrecken pusten diese Info in Eure Hohlköpfe, damit sie “privatisieren” dürfen.
So gut wie heute funktionierte die Deutsche Bahn als Staatsbetrieb niemals :rofl:
Die Deutsche Autobahn GmbH ist bestimmt ein großer Erfolg - fragt sich nur: für wen?

ach, Piraten … gähn

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Mitarbeiter geführt ? Das steht aber so leider nicht im Programm !

Frage: Wie sollen diese Betriebe in den Landesbesitz überführt werden ? Wird nicht näher definiert. Aber da gibts ja eigentlich nur 2 Möglichkeiten: Durch Enteignungen oder indem man diese teuer vom Geld des Steuerzahlers aufkauft ?

Wenn Piraten schon den Sozialismus wollen dann sollte auch klar definiert sein wie er eingeführt werden soll. Lenin und Trotzki hatten da damals ein klareres Programm als ihr :slight_smile:

Jaja, meine Eltern kamen aus der DDR, das Land war 1989 eine einzige Ruine. Oder guck mal was die Sozialisten aus Havana oder Venezuela gemacht haben. In Nordkorea gibt es News berichten zufolge gerade eine Hungersnot während Südkorea im Kapitalistischen Wohlstand lebt.

1.) Von privatisieren habe ich nix gesagt. 2.) Nenne mir die Liste der Länder in denen die Staatswirtschaft gut funktioniert hat dann können wir gerne weiter reden !

Tja, 3 mal dürfen die raten woher der Wohnungsmangel in der DDR herkam… Den gabs da nämlich auch wenn auch aus anderen Gründen als im Kapitalismus.

Das zu wenig Wohnungen gebaut werden und die dann noch zu teuer sind hat ja gründe. Die Vorschriften in der Bundesrepzblik treiben ja auch die Preise nach oben ohne Ende. Gerade die Öko Vorschriften dann lohnt es sich für Investoren halt nicht mehr günstige Wohnungen zu bauen et voila es wird alles teurer. Marktwirtschaft 010 aber das verstehen Sozialisten halt nicht.

Deregulieren und in die Marktwirtschaft investieren könnte eine Lösung sein. Nunja, vielleicht rede ich ja hier auch nur Wände an oder so. Früher waren Piraten mal eine Soziale und Liberale Partei. Das hat Sie von der FDP (Liberal aber nicht Sozial) und der Linkspartei (Sozial und nicht Liberal) unterschieden. Eine Neuauflage der Linkspartei mit Internetanschluss braucht niemand, da kann man ja auch das Original wählen !

Es wäre gut, die Beiträge und Beispiele wären nicht völlig sinnfrei.
Man mag zwar blanken Hass auf die Piratenpartei haben, aber das Zusammentragen und Verbreiten von Unwahrheiten über die Piratenpartei und ideologische Schmutzkampagnen, dazu noch in derem Forum vor einer Bundestagswahl, ist zu kritisieren.

Die Unterstützung für eine organisierte Diebesbande ist doch ein konkretes Beispiel.

All dies hat doch mit dem obigen, wirren ideologischen Herumgefasel über Sozialismus und die DDR nichts zu tun

Hier ist das Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestags.
Innerhalb dieses Rechtsrahmen bewegen sich die Berlin Piraten mit ihrer Forderung der Zulassung des Volksbegehrens.
Es sei zudem angemerkt, dass auch in Berlin Wahlen zum AGH stattfinden.

Den wirren Angriffen auf die Piratenpartei fehlt jegliche Substanz.

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Ich persönlich finde eine solche Forderung völlig legitim. Angesichts steigender Ungerechtigkeit, dass einige wenige immer reicher – und alle anderen immer ärmer werden, müssen wir über andere Verteilungskonzepte und vergesellschaftete Unternehmen nachdenken. Zumal wir momentan Privat-Unternehmen ohne Ende mit Steuermitteln subventionieren und nichts dafür bekommen.

Ich persönlich hätte zwar den Begriff Vergesellschaftung besser als Verstaatlichung gefunden – denn bei Verstaatlichung geben wir dem Staat zuviel Macht. Im Grunde müsste jeder Steuerzahler für seine Subventionsgelder auch eine Beteiligung erhalten. Wie z.B. in Alaska, wo jeder Einwohner jährlich Anteile an Gewinnen der staatlichen Ölunternehmen bekommt. Wir alle tragen zum Erfolg der Unternehmen bei durch unsere Arbeit und unseren Konsum. Das wird viel zu wenig berücksichtigt. Wir brauchen neue Konzepte für eine gerechtere Verteilung. Zumal wir die negativen Folgen sehen, wenn Unternehmen zu groß werden und ohne Ende Macht anhäufen. Hier sind die Piraten gefragt mal ideologiefrei neue Verteilungskonzepte und eine neue, gerechtere Wirtschaftspolitik zu denken. In Zeiten des Klimawandels müssen wir sowieso umdenken.

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Unternehmen die Subventionen annehmen müssen dann halt Aktien an den Staat abgeben die in einem Staatsfonds hinterlegt werden. Das wäre dann aber keine Enteignung mehr da dieses Geschäft dann von beiden Seiten freiwillig eingegangen wird, Entschödigungszahlungen und Klagen vor Gerichten würde es dann auch nicht geben. Müsste halt das Subventionsrecht entsprechend angepasst werden !

Über einen Staatsfonds kann der Staat (Mitsprache Rechte über die Anteile) Einfluss ausüben jedoch ohne die totale Kontrolle zu haben da es noch andere Akteure des freien Marktes geben würde und das Management so relativ unabhängig bleiben würde. Im Grunde wäre das wenn es konsequent ausgebaut würde ein Mischsystem aus Sozialismus und Kapitalismus. Also eine art Soziale Marktwirtschaft wenn man so will und genau da sollten wir hinkommen.

Die Geschichte hat ja gezeigt das sowohl Totaler Sozialismus/Kommunismus (Staatspleite/Diktatur) als auch totale Neoliberale freie Marktwirtschaft (Ewiges Wachstum = Klimawandel, Verarmung) ins Desaster führen. Also muss da endlich mal ein Ideologiefreier Weg eingeschlagen werden bei dem Ökologie und Allgemeinwohl eine größere Rolle spielen. Soziale Marktwirtschaft 2.0 oder so.

Ich fände das auch als Wahlkamps Slogan gut, mit dem BGE zur Sozialen Marktwirtschaft 2.0 oder sowas in die Richtung !

Nein - man SOLLTE sie enteignen. Im Übrigen heißt “enteignen” nicht, dass sie für die Übertragung ihres Eigentums ein kleinere, möglichst kommunal organisierte Unternehmen keine Entschädigung erhalten.

Nur ganz allgemein zu deiner Argumentation:
a) Sie ist völlig stichhaltig im Rahmen der bestehenden ökonomischen Spielregeln.
b) Sie tastet diese Spielregeln in keinster Weise an. DAS genau erwarte ich aber von der Politik. Sie müsste eigentlich dafür sorgen, dass ökonomische Gigantomanismen wie Amazon gar nicht erst entstehen. Zu spät - nicht wahr? Also was bleibt uns zu tun? Wir tanzen weiter fröhlich weiter nach der Pfeife dieser “Bigplayer”. Wir lassen sie gewähren. Ist doch total bequem, bei Amazon einzkaufen und meistens auch noch billiger. Bis dato jedenfalls. Also gut - in manchen Bereichen z.B. bei Wohnungen schon nicht mehr. Klar, dass da das ein wenig Volk aufbegehrt; wg. a) mit - da gebe ich dir vollkommen recht - aber mit untauglichen Mitteln. Ich wiederhole: Es ist ZU SPÄT.

Aber niemand soll von mir verlangen, dass ich die Machenschaften von Amazon, Deutsche Wohnen, Google, MS, Apple, der deutschen Autoindustrie… in irgendeinerweise rechtfertige. Ich halte diese wirtschaftlichen Konstrukte (nicht die Menschen, die dort involviert sind) schon mittelfristig für die Totengräber einer zivilisierten Gesellschaft.

Mein Reden - aber ZU SPÄT.

Man hätte das durchaus netter ausdrücken können. Inhaltlich aber korrekt.

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Im Moment läuft es so: Der Staat gibt Milliarden aus, um mal dieses, mal jenes Unternehmen zu retten - und verzichtet auf Gegenleistungen (inklusive Jobgarantien). So rechnet sich das Geschäftsmodell natürlich, und man kann auch Dividenden an die Aktionäre zahlen - aus deinen und meinen Steuern. Keine Ahnung, was daran gut sein sollte.
Die Mindestforderung aus meiner Sicht wäre: Rettung nur gegen Beteiligung, also nicht an die Privatwirtschaft verschenken, sondern einkaufen. Dann hat man auch mehr Einfluss. Und da man weniger Gewinn machen muss, kann man auch billiger verkaufen. Ein Unternehmen in unserem Konzern wird gerade plattgemacht (nachdem man es vor nicht mal einem Jahr gekauft hat), nicht weil es keinen Gewinn macht, sondern weil andere Unternehmensteile MEHR Gewinn machen.
Im Wohnungsbau sieht es ähnlich aus: Staat fördert den sozialen Wohnungsbau (in Thüringen sogar recht eifrig), aber nach 20 Jahren fallen die Wohnungen aus der Belegungsbindung, und der Eigentümer hat eine Wohnung, mit der er machen kann, was er will.
Ich bin inzwischen vehement dafür, die Förderung einzustellen und stattdessen kommunale Sozialwohnungen zu bauen, die bei der Kommune bleiben. Dann muss man nämlich nur den Erhalt bezahlen und nicht den erwarteten Gewinn. Dass das funktioniert, kann man in Wien anschauen. Ich bin da öfters mal beruflich und staune immer wieder, wie viele kommunale Wohnkomplexe da herumstehen.
Das Gesundheitswesen war auch schon mal besser, als es noch nicht privatisiert war - für Patienten und Angestellte. Auch das sollte wieder verstaatlicht werden.
All das hat nichts mit Kommunismus zu tun, oder Österreich, Norwegen, Schweden usw. sind kommunistische Staaten.

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…wird aber ständig erfolgreich so unterstellt. Subtil oder weniger subtil.

Der Staat gibt die Milliarden an Subventionen ja vor allem an jene aus welche sich den meisten Lobbyismus leisten, also nicht unbedingt die Klein und Mittelständischen Unternehmen die das dann mit ihren Steuern auch noch zahlen dürfen während die Mega Konzerne fast 0% Steuern zahlen (Dem Lobbyismus sei dank).

D.h kann man dieses Phänomen auch ganz einfach als legalisierte Korruption deuten. Mein Vorschlag wäre daher: Subventionen abschaffen und dafür dann Steuern kürzen oder das so eingesparte Geld als Bürgergeld ausschütten.

Ja, ok da bin ich mit einverstanden. Rettung gegen Beteiligung. Aber auch das macht nur dann Sinn wenn es sich um Unternehmen mit großer Strategischer Bedeutung handelt.

Ansonsten werden nur die Unternehmen auf Kosten des Steuerzahlers gerettet die sich den meisten Lobbyismus leisten können. Den kleinen Hotelier oder die Dönerbude wird der Staat auch dann weiterhin gnadenlos pleite gehen lassen. Mit Gleichberechtigung hätte das dann hinterher auch nichts mehr zu tun. Ich als Steuerzahler habe dann auch meine Probleme damit die Misswirtschaft von irgendwelchen Managern der Privatindustrie mit meinen Steuerzahlungen auszugleichen. Daher sollte man halt mehr dazu übergehen Firmen die nicht sauber wirtschaften einfach Pleite gehen zu lassen.

Wenn ich als Bürger Bankrott bin kommt ja auch nicht der Staat und bläst mir das Geld in den Hintern um meinen Status und Wohlstand zu retten !

Ok, Kommunalisierung wäre sicher Sinnvoll. Vor allem weil über die Kommunalpolitik die Bürger immerhin noch größeren Einfluss auf die Entscheidungen haben als bei irgendeinem Mega Staatskonzern. Kommunalismus statt Kommunismus, das hätte ja durchaus einiges an Potential.

Dann sollten Piraten vielleicht aufhören Punkte wie Enteignung/Verstaatlichung ins Parteiprogramm zu schreiben. Denn das sind die Wörter mit denen normalerweise eben auch die ganzen Marxisten-Leninisten arbeiten, da braucht man sich dann nicht wundern wenn die Leute dann Piraten mit denen in einen Topf werfen.
Die Forderung wieder mehr kommunalen Wohnraum zu bauen und mehr kommunale Gesundheitsvorsorge zu ermöglichen, das ganze geht ja auch ohne Verstaatlichungen und Zentralplanwirtschaft da es dann eben Sache der Kommunen und nicht des Staates wäre. Das muss man dann aber eben auch klar formulieren ansonsten verstehen die Leute das dann eben als Forderung nach Sozialismus und Staatsbürrokratischer Steuerung.

Die Bedeutung gewisser Worte ist eben durch die DDR in Deutschland definiert und wenn man da eigentlich etwas anderes meint. Dann sollte man es eben auch ganz klar anders formulieren ansonsten gibt es eben sofort wieder diese Ideologische Konfusion.

Nein, auch die Kommunalisierung fördert Korruption und unprofessionelle Entscheidungen.
Das vernünftigste Modell ist stets die Eigenverwaltung unter kommunaler Kontrolle und intern demokratischer Kontrolle.
Das Mietshaus verwaltet und kontrolliert sich erst mal selbst, dann verschwinden plötzlich ganz viele Probleme.
Gemeinschaftseigentum zu verwalten ist ja nichts Neues, ist ja Standard bei Eigentumswohnungen.
Das lässt sich noch einfacher auch auf Mietwohnungen übertragen, da die Mieter direkt von ihren Entscheidungen betroffen sind.

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Deswegen kriegen die Deutschen auch den Unterschied zwischen Sozialismus und Kommunismus nicht auf die Kette. Passiert.

Ich versuche mal mich auf die ersten Punkte von “Susanne” zu beziehen.

Hm. Würden die Privatunternehmen das Geschäft weiterführen, wenn die Steuerzahler keine weiteren Zahlungen (Subventionszahlungen) leisten würden?

Es gibt bessere Möglichkeiten für den Staat als deine 2 genannten. Mit solchen Sätzen wird seit langer Zeit suggeriert, dass es keine weiteren Möglichkeiten gibt. Das ist negativ und schlecht.
Deutschland ist auf dem Weltmarkt nicht Konkurrenzfähig außer in besonderen Schlüsseltechniken. Also fallen deine gewählten Begriffe "Konkurrenzfähig-Weltmarkt-modernisieren und günstig anbieten weg. Vom Punkt 1. bleibt da nicht mehr viel wenn wir bei den Fakten bleiben wollen.

Ich bin der Ansicht, dass wir noch in einem Zeitalter leben in dem wir “bezahlte Arbeitsplätze” brauchen. Folglich sind sie entweder schützenswert oder sie müssen an anderer Stelle neu geschaffen werden. Was wäre denn sonst deine Alternative dazu? Keine Arbeitsplätze mehr und alle die nicht arbeiten leben von staatlichen “Subventionen” (Hartz IV) die dann “WER” zahlt? Vielleicht Google oder Amazon?
Die veralteten Strukturen sind schon jetzt nicht mehr konkurrenzfähig. Warum also kauft ein privater Investor eine solche Firma / Werft? Um Arbeitsplätze zu erhalten? Um soziale Politik zu betreiben? Oder um Gewinn aus einer maroden Firma zu schlagen? Woraus will der Investor denn den Gewinn machen? Er kennt den Weltmarkt. Er kennt die Anzahl der Arbeitnehmer und er kennt Lobbyisten die für die notwendigen Subventionen werben.
Hm, ich will jetzt nicht ketzerisch klingen, aber ich habe das Gefühl, dass deine Argumente sich im Wahlprogramm der FDP leicht wiederfinden und die Wirtschaftsverbände dir uneingeschränkt recht geben, aber für diese Klientel möchte ich nicht auf die Straße gehen oder in die Politik.

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Also der Parteikonsens der Piratenpartei (abgebildet im Programm) ist das BGE, und wenn man dann fragt, wer es zahlen soll, kommt irgendwas von “es gibt viele Möglichkeiten … sollte mal jemand … geh doch zur AfD *block*”. :slight_smile:

Überlebenswichtig für die Menschheit ist es in den nächsten Jahren eine nachhaltige Wirtschaft zu schaffen. In diesem Zusammenhang wird es sinnvoll sein, die Lebensdauer von Produkten erheblich zu steigern und die Möglichkeit der Reparatur und des Upgrades zu schaffen.

Die Folge sollte dann ein massiver Rückgang im Konsum sein und zu einem starken Rückgang der Neuproduktion führen. Letztlich kann dem nur mit der Verkürzung von Arbeitszeit bis hin zum Arbeitsplatzabbau Rechnung getragen werden.

In andren Bereichen hat sich eine Gewinnorientierung negativ auf die Servicequalität und die Zuverlässigkeit ausgewirkt. In diesen Bereichen muss man andere Lösungen finden. Es müssen z.B. auch unrentable Strecken mit ÖPNV versorgt werden, weil sonst viele nicht auf ihr Auto verzichten können.

Alle neoliberalen Wirtschaftsthesen gelten unter Experten inzwischen als widerlegt. Ein immer schwächerer Staat ist nicht die Lösung und die Kräfte des Marktes funktionieren in der Realen Welt schon lange nicht mehr.

Ob man einen nachhaltigen, sozialen und gemäßigten Kapitalismus als Sozialismus bezeichnen kann bezweifle ich allerdings stark.

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Und die Arbeitsplätze?
Alle in die Solarbranche?

Unser jetziges kapitalistisches System beruht doch NUR auf Wachstum. Und somit auch auf unbegrenzten Ressourcenverbrauch.
Wenn nicht VORHER klare sozial-ökologische Änderungen stattfinden wird dieser Versuch der nachhaltigen Wirtschaft den Bach runter gehen.
Wobei wir wieder bei einem BGE wären, aber auch dies Thema haben die Piraten wie so vieles längst verspielt.

Ob man nun Subventionen oder aber ein BGE bezahlt sei mal dahin gestellt. Sicher ist das das Geld dafür irgendwo her kommen muss. Im Kapitalismus kann man eben nur Gewinne besteuern (Bei Verlusten wäre das wenig sinnvoll…)

So oder so müssten dann die Branchen die noch Gewinn erwirtschaften bzw. noch konkurrenzfähig sind immer mehr abgeben um jene die das nicht mehr sind zu subventionieren, also Arbeitsplätze sichern oder BGE auszahlen also Einkommen sichern das der “Freie Markt” alleine nicht mehr garantiert. Frage ist bis wie weit das geht…

Die Weltweit massiv steigende Staatsverschuldung scheint eher darauf hinzudeuten das der Spielraum da schon jetzt nicht mehr gegeben ist. Staatsverschuldung die durch Geldschöpfung gedeckt wird. Welche Probleme und Effekte werden wohl daraus dann mit der Zeit entstehen ?

Übrigens: Lohnt sich mal beim Karl Marx nachzulesen. Das Kapital Band III das Kapitel über den Tendenziellen Fall der Profitrate. Je weiter Technischer Fortschritt und Automatisierung voran schreiten desto günstiger werden Produkte (Weil weniger Lohnarbeit drin steckt), somit auch weniger Spielraum für die Besteuerung für den Staat. Wenn wir also mal Kapitalismus ohne Wirtschaftswachstum aber mit weiter laufendem technischem Fortschritt haben dann ergibt sich daraus:

1.) Mehr Arbeitslose die Alimentiert werden müssen.
2.) Stagnierende oder aber sogar weniger Einnahmen durch Besteuerung.

Die Industrie wird in Zukunft also immer weniger zum Wohlstand des Staates beitragen (können) d.h Dienstleistungen und Wissensökonomie werden dann immer wichtiger. Gerade der Gesundheitssektor etc. Wissen wird die Klassische materielle Ware als wichtigstes Wirtschaftsgut langsam ablösen. Ist Deutschland auf diesen Wandel ausreichend vorbereitet ?

So wie die Digitalisierung hierzulande abläuft wird es was das angeht in Zukunft wirtschaftlich gesehen alles eher mehr ins Mittelmaß absinken. Denn die Erkenntnis das weiteres Wirtschaftswachstum nur noch in immateriellen Wirtschaftsbereichen möglich ist scheint bei unserer Regierung ja noch lange nicht angekommen zu sein.

Kommt darauf an was für ein Wachstum, der Kapitalismus entwickelt sich ja weiter und okkupiert zunehmend immaterielle Bereiche, die Software Industrie usw. würde ich da mit dazu rechnen und Dienstleistungen die besonderes Fachwissen erfordern.