Maßnahmen gegen Gewalt an Kindern - Tabubruch die Erziehung der Anderen

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Das Gewalt schreklich ist und Gewalt gegen Kinder abscheulich ist, ist uns allen klar.
Nicht umsonst gibt es die UN Kinderrechtskonventionen, nicht umsonst ein Jugendamt und viele soziale Einrichtungen. [1]
Eltern und sozial Arbeitende bekommen Schulungen zu Preventionen angeboten und die Polizei versucht zusammen mit dem Jugendamt und der Judikative Kinder zu schützen.
Dies alles, wenn es auch in einigen Punkten noch verbessert werden kann/muss, ist schon ein Anfang.

Was meiner Beobachtung nach aber aktuell fehlt, ist die gesellschaftliche Aufklärung und die Ermutigung zum besonnenen Handeln.

Kurz zur Erklärung, was ich letztens mitbekommen habe:
Ich komme aus dem Fittnessstudio und bemerke zwei Personen die über einen Mann herziehen.
Dieser Mann hat seine Tochter wegen irgendetwas so sehr an den Haaren (in aller Öffentlichkeit) gezogen, dass dieses um den Schmerz zu vermeiden auf Zehenspitzen laufen musste. Gleichzeitig hat der Vater dem Kind gedroht die Sache der Mutter zu erzählen, sodass das Kind weinend flehte dies zu unterlassen.
Die Personen vor dem Fittnessstudio haben nicht reagiert und auf Nachfrage warum sie dies nicht taten drei Dinge gesagt:

  1. Das geht mich doch nichts an
  2. Das ist seine Erziehung, da mische ich mich nicht ein
  3. Am Ende hätte er mich noch angegriffen

Auf Nachfrage was sie getan hätten, wäre es ihr Kind:

  1. Ich hätte ihn in den Boden gestampft
  2. Ich hätte ihn die Nase gebrochen

Soweit zu dem worauf ich hinaus will.
Ich finde wir (und die Regierung) sollten in der Gesellschaft Aufklärungsarbeit leisten, wie man in einer solchen oder ähnlichen Situation reagiert. Man muss den Leuten die Angst nehmen zu reagieren und dann alleine gelassen zu werden. Man muss die “Erziehungshoheit” der Eltern für die Augen der Gesellschaft sinnvoll relativieren.

Gewalt geht uns alle etwas an und auch wenn hier die Kinder im Fokus stehen, sollten wir ein Selbstverständnis für die folgende Priorität schaffen:

  1. Reagiert!
  2. Reagiert rechtzeitig!
  3. Reagiert angemessen und besonnen

Der öffentliche Raum sollte für jedes Kind ein sicherer Raum sein. Es sollte eines jedens Pflicht sein, diese auch fremden Kindern, auch gegenüber dessen Eltern zu schaffen. [2]

Was können wir jetzt als Partei tun?
Wir könnten Infoblätter, Plakate, Flyer eine ganze Werbekampagne; mit Preventionsmaßnahmen und Interventionsvorschlägen verbreiten.
Wir könnten das Tabu der Erziehung der anderen, der Erziehungshoheit brechen.
Und wir sollten dieses Tabuthema mit Nachdruck in jede mögliche Richtung pressen; ja auch zur aktuellen Regierung.

[1] UN-Kinderrechtskonventionen
[2] https://www.kinder-und-jugendrechte.de/im-fokus/gewalt-gegen-kinder-betrifft-uns-alle

Arbeite deine Ideen dazu doch einmal aus und reiche Sie auf dem nächsten Parteitag zur Abstimmung für das Parteiprogramm ein. Je nachdem kann man dann ja darauf etwas aufbauen.

Mehr Zivilcourage würde dem Land sicher nicht schaden.

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich kein Tabu feststellen:
mein Sohn, 10 Jahre alt, ‘diskutiert’ brüllend mit mir, weil er allein zum Sport gehen soll. Daraufhin bekomme ich ‘Erziehungsratschläge’, von wegen mangelnder ‘Durchsetzungskraft’.
Übrigens: körperliche Züchtigung ist verboten, nicht nur im öffentlichen Raum.
Es besteht offensichtlich ein Missverständnis darüber, dass ‘Erziehungsberechtigung’ keine ‘Erziehungsgewalt’ bedeutet.

Es besteht eine tatsächliche Diskrepanz bez. Altersgruppe und gesetzlichem Rahmen, das treffendste Beispiel sind die etwas älteren Kaliber mit ihrer “ach, ein Klaps hat uns auch nicht geschadet”-Argumentation. Tatsächlich bewegen sich ebendiese Personen bei Durchführung derartiger “Ordnungsmaßnahmen” glücklicher Weise inzwischen im strafrechtlich relevanten Bereich (sowohl #Würde des Menschen als auch #körperliche Unversehrtheit). Diesen eindeutigen Rechtsrahmen zu vermitteln sollte eigentlich nicht Aufgabe von Parteien sein, aber es schadet nie, den Schutz der Schutzbedürftigen laut einzufordern.

In unserer parlamentarischen Demokratie ist es Aufgabe der Parteien, fragwürdige Themen zur Diskussion zu stellen: warum verliert mit dem Tod des Ehemannes die hinterbliebene Witwe und ihre minderjährigen Kinder den Familienstatus? Was ist am Ehegattensplitting ‘Schutz von Ehe und Familie’?
Die Einführung des ‘Kindeswohl’§ ist in erster Linie ein Streit ums Geld und Erziehungs’gewalt’ und eine ABM für Scheidungsanwälte und Familienrichter. Warum individualisieren wir denn nicht endlich die ganzen Ehe-Familien-Versicherungstarife und Steuerklassen und gewährleisten ein bGE jedem Menschen vom ersten bis zum letzten Atemzug?