Manipuliert Google Suchergebnisse?

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Google nimmt mit Hilfe von Algorithmen Änderungen an seinen Suchergebnissen vor. Große Unternehmen behandelt man gegenüber kleineren Unternehmen bevorzugt. In mindestens einem Fall, sind Änderungen zu Gunsten eines großen Werbetreibenden (eBay Inc.) bekannt geworden.

Welche gesetzlichen Regulierungen müssten erlassen werden um sicherzustellen das Suchmaschinen wie Google nicht die öffentlichte Meinung manipulieren oder zum eigenen Vorteil kleinere Firmen diskriminieren ?

Deutschland hat sich gegen den Vorschlag Frankreichs durchgesetzt und die Millionen Fördergelder, mit denen eine europäische Suchmaschine aufgebaut werden sollte, lieber in ein Taggingsystem von Bertelsmann investiert.
Nutze einfach das System von Bertelsmann.

Wikipedia ist auch so eine Baustelle

Bertelsmann - der deutsche Urquell der Seriösität und des Scharfsinns…

Ist die Familie Mohn dort immer noch am Ruder, um das “Volk” zu sedieren?

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Google “personalisiert” die Suchergebnisse schon immer. Wenn also 2 Menschen die gleichen Suchbegriffe eingeben, werden sie unterschiedliche Ergebnisse bekommen.

Außerdem platziert google gegen Geld Links auf der ersten Ergebnisseite. Dazu werden “Schlagworte” versteigert. Wenn also die Piratenpartei “Bürgerbeteiligung” ersteigert, muss sie damit rechnen, dass die CDU einfach mehr bietet und den Begriff übernimmt.

So werden immer schon “reiche”/“grosse” gegen “arme” / “kleine” ausgespielt.

Das ist also nicht prinzipiell neu.

Gibt es dazu Quellen, die das beweisen?

Das kann jeder selbst nachprüfen.

  1. Googlesuche ausführen und Ergebnisse ansehen.
  2. Selbe Googlesuche auf einem anderen Rechner und/oder in einer Anonymen-Browsersitzung durchführen.

Zumindest in den für das Marketing relevanten Bereichen erscheint es doch so, als sei der Großteil der Ergebnisse handverlesen und unterschiedliche Ergebnisse entstehen einzig durch Quermischungen, um den Eindruck zu erwecken, die Ergebnisse würden irgendeinem Algo folgen.

Google muß in den nächsten Jahren mit Sicherheit mit hohen Strafen der Wettbewerbsbehörden wegen Mißbrauch der Marktstellung rechnen.
Am Ende schadet es aber auch Google selbst.

Mach mal den Test selbst.

Smartphone per WLan und Google Suche, danach Smartphone per Handynetz und die gleiche Suche.
Suche mit deinem Smartphone per Handynetz und suche mit einem anderen Gerät aus einer anderen Umgebung heraus. (Nachbar, Tab) Die Unterschiede sind frappierend.

Ich kannte mal eine eigenständige Unternehmerin, deren Webseite war in den Googlesuchen nicht mehr zu finden (zumindest an keiner relevanten Position), als sie ihr Google-Konto löschte. Da sie Handgefertigte Dinge EU-weit handelte, war sie auf die Googlesuche angewiesen und somit fehlten ihr dann die Kunden um ihre Unternehmung weiterhin betreiben zu können.

Es gab wohl auch mal Probleme mit YouTube. Einige Leute verdienen ihr Geld mit den Kanälen, die sie betreiben. Doch dann wurden (laut angaben mehrere YouTuber) ihre Kanäle mit einem Schlag viel weniger aufgerufen. Sie meinten, dass Abonenten teilweise keine Benachrichtigung mehr erhielten und sie in Suchanfragen nicht mehr so weit oben auftauchten und damit gefunden werden konnten.

Egal ob die Dinge stimmen oder nicht, die Möglichkeit besteht und niemand kann Überprüfen, was Google tatsächlich getan hat. Ein europäischer Open Web Index würde da schon eine sehr große Bereicherung sein.
Noch besser wird das Ganze, wenn man sich die Möglichkeiten ansieht. Stellt euch einen Suchdienst (basierend auf Open Web Index) vor, der auf Videos spezialisiert ist. Der könnte YouTube die Marktmacht nehmen, indem alle bekannten und halbwegs seriösen Videodienste durchsucht werden und Ergebnisse liefern. Nutzer hätten den Vorteil mehr Videos zur Auswahl zu haben (besonders bei spezialisierten Suchanfragen von Vorteil), Kanalbetreiber könnten andere Dienste als YouTube nutzen und sich damit den Lebensunterhalt sichern. Das Monopol YouTube kann aufgebrochen werden. Und solche Videosuchdienste können in Massen aus dem Boden spriesen, wärend jeder Nutzer sich selbst einen Dienst aussuchen kann, aber gleichzeitig Zugriff auf alle Videos bekommt, ganz gleich welcher Dienst genutzt wird.

@Flummi, um auf deine Eingangsfrage zurückzukommen:
Die Frage sollte weniger sein, ob Suchanfragen diskriminieren dürfen oder nicht, sondern ob eine Grundlage geschaffen wird um die Vielfalt zu fördern.
Manchmal sind auch diskriminierende Suchanfragen von Vorteil und erwünscht. Das können sich auch Dienste des Open Web Indexes zu Nutze machen um z.B. gezielt Seiten von NGOs zu pushen. Will ich eine mir unbekannte NGO suchen, wäre diese diskriminierende Suchmaschine die erste Wahl für mich.

Das Google momentan so ein großes Problem mit den manipulierten Suchanfragen ist, liegt einzig und allein in der Marktmacht als quasi-Monopol begründet. Also sollte die Piratenpartei (meiner Ansicht nach) Open Web Index offiziell politisch fördern und abseits davon keine große Regulierung für Google und Co fordern müssen. Das würde auch die Akzeptanz fördern, da man sich sonst z.B. YouTuber mit vielen Abos zum Feind machen kann (siehe meinen 2. Absatz, wenn Suchanfragen aufgrund gesetzlicher Bestimmungen geändert werden müssen).

Ich glaube Du verwechselst da etwas. Ich schrieb nirgends etwas von diskriminieren noch befindet sich dieses Wort in meinem Wortschatz.

Nein, aber du hast mich nicht verstanden. Ersetze der Einfachheithalber diskriminieren mit manipulieren. Das ist ungefähr das, was ich ausdrücken wollte (der Unterschied ist ein nebensächliches Detail).

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Worte sind Schwerter. Für mich sind Worte eben nicht nebensächlich sondern essentiell.

Trotzdem bleibt auch mit den ausgetauschten Worten eine Vielzahl an Fragen übrig. Weil wie sollten manipulierte Suchanfragen Vielfalt fördern? Zudem, wenn ja . welche? Wer gibt diese Vielfalt vor? Welche ist erwünscht … usw. usf.

Es gibt und gab eine Vielzahl an Bemühungen solche Indexe zu erstellen. Sie alle sind als gescheitert anzusehen, da eine rein handgeschriebene “Datenbank” zu erheblichen Arbeitsaufwand führt, je größer dieser Index wird. Eine “Suchmaschine” wird eben erst dann interessant, wenn man wirklich nahezu 90% aller Anfragen beantworten kann. Google darf meinethalben Geld verdienen, sie sollten jedoch verpflichtet werden eine offene API bereitzustellen, damit sich andere Suchmaschinen/Portale dieser Daten bedienen dürfen. Selbiges gilt auch für Social Media usw. Somit würde es gar nicht erst zu einer so einseitig dominierenden Marktmacht kommen.

Einen Open Web Index samt Suchmaschine gibt es ja bereits als OpenSource. Nennt sich Yacy.

https://yacy.net/

Kann man auf dem eigenen Rechner installieren und nicht benötigten Speicherplatz für die Indexierung zur Verfügung stellen. Desto mehr Menschen mitmachen desto besser wird der Index und die Suchergebnisse. Mann braucht also nicht unbedingt auf Regierungsgelder zu warten um Alternativen zu Google aufzubauen.

Für mich auch, aber in dem Kontext macht es jetzt keinen großen Unterschied, ob ich das eine oder das andere Wort verwende, auch wenn das eine etwas treffender ist. Ich wollte jetzt nur nicht ewig über ein Wort schreiben, wenn es doch eher um die Sache als solche geht.

Hier hast du mich auch missverstanden. Nicht die Suchanfragen sollen Vielfalt fördern, sondern der offene Suchindex, auf dem viele Suchmaschinen aufbauen können, soll die Vielfalt der Suchmaschinen fördern. Ich denke die anderen Fragen beantworten sich nun auch.

Ich würde noch kein Handtuch werfen. Außerdem sagt niemand, dass die Datenbanken handgeschrieben sind - es werden ebenfalls Crawler eingesetzt. Die Datenbanken sind auch nicht das Problem, sondern die darüberliegenden Zugriffsalgorithmen.

Das Geld verdienen ist diesbezüglich uninteressant. Auch Dienste, welche auf einem OWI basieren, können Geld damit verdienen. Offen bedeutet ja nicht “nicht kommerziell”.

Google bekommt dadurch aber nur noch mehr Monopolmacht, da alle Dienste auf (s)einen unfreien Index basieren. Außerdem gibt es noch einen sehr wichtigen Punkt: USA, China und Russland haben je ihren eigenen Suchindex. Wo ist der europäische Suchindex, der für europäische Unabhängigkeit sorgt?

Ich habe mir das gerade mal ein wenig angesehen. Eine wirkliche Alternative scheint mir das nicht zu sein, zumal das auch Datenschutzbedenklich ist, wenn ich das (in meiner kurzen Recherche) so richtig verstanden habe.
Besser halte ich einen Open Web Index, der 100% abgekoppelt von Suchmaschinen ist, welche on-the-top von allen möglichen Organisationen und Firmen aufgesetzt werden können. Siehe SUMA-EV in Zusammenarbeit mit der OpenSearchFoundation.

Nein, aber das würde den Prozess erheblich beschleunigen und eine Etablierung stark vereinfachen. Außerdem wäre das eine Investition, die sich auch wirtschaftlich bemerkbar machen wird und damit für mehr Steuereinnahmen sorgen dürfte.

Kenne ich, leider alles andere als ausgereift und ziemlich Fehleranfällig. (um nur einige Punkte zu nennen)

Wenn Google seinen Suchindex per Öffentlichem Zugriff öffnen müsste? Wirklich? Ja klar, wenn man deren Suchkriterien übernehmen würde. Kann ich die Datensätze aber selbst mit meinen eigenen Indizes verknüpfen könnte, käme ganz etwas anderes heraus. Es geht doch “nur” um die Datensätze, nicht um die Suchroutinen.

Ich glaube du stellst dir das ein wenig zu einfach vor.

Problem 1:
Google ist ein Unternehmen. Sie wollen Geld verdienen. Glaubst du ernsthaft, dass Google ihre Datenbanken gratis zur Verfügung stellen wird? Meiner Ansicht nach muss ein Index nicht nur offen, sondern auch frei sein, um ungehindert Dienste (auch aus der Zivilgesellschaft) drauf aufbauen zu können. Dann weißt du nicht welche Daten in den Datenbanken enthalten sind und welche öffentlich verfügbar gemacht werden. Das ist alles intransparent.

Problem 2:
Es kommen haufen Kosten auf Google zu und Google könnte außerdem geschmälerte Gewinne sehen. Wer würde sie tragen? Am Ende landet das vor einem Internationalen Schiedsgericht. Und Google hat starke argumente, wir könnten ja auch einen eigenen Suchindex betreiben.

Problem 3:
Die Unabhängigkeit Europas ist damit nicht gewährleistet.

Problem 4:
Wenn Deutschland alleine die Entscheidung treffen wird (ohne Europa als Ganzes), würde Google wahrscheinlich sogar für Deutschland die Dienste abstellen und Arbeitsplätze streichen. Alleine die Androhung dürfte die Erfolgsaussicht im Bundestag in Richtung 0 treiben.

Für mich ist der Versuch Google zur Öffnung der Datenbanken zwingen weder erfolgsversprechend und ist so ein wenig wie ein halbgarer “Workaround”, der am Status Quo nur mäßig Änderungen bringen kann. Man verpasst eine Innovation zu schaffen, die das ganze Netz im positiven Sinne ändern kann und Europas Stellung im Netz stark verbessert.

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Wenn es nur um einen einfachen Index geht dann sollten sich die Kosten dafür doch in Grenzen halten. Schließlich geht es erstmal nur darum eine große Menge an text Daten zur Verfügung zu stellen. Diese lassen sich zudem ohnehin sehr gut komprimieren.

Solch ein europäischer Index wäre nicht nur für unabhängige Suchmaschinen interessant. Sondern auch für Sozialforschung, KI Entwicklung, Langzeitarchivierung von Webseiten, ggfes selbst für Ermittlungsbehörden usw.

Zugriff sollte sich über eine API bewerkstelligen lassen. Firmen/Personen die in sehr großem Maße darauf zugreifen wollen müssten sich halt an den Kosten beteiligen, für kleinere Nutzer bzw. Softwareentwickler könnte der Zurgiff ersteinmal frei sein.

Machbar wäre es, nur gewisse veraltete content und verleger Lobbyisten hätten vermutlich ein Problem damit wenn ihre Inhalte dort unentgeltlich indexiert wären und würden gegen solch ein Vorhaben Sturm laufen. Das ist dann denke ich viel mehr ein Problem als die finanzielle oder technische Machbarkeit des ganzen.

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Ich denke da sollte mal jemand mit der Open Search Foundation in Kontakt treten und nach Details fragen. Die stehen bereits in Kontakt mit vielen Menschen/Vertretern aus unterschiedlichen Bereichen (Wirtschaft, Staat, Zivilgesellschaft, …) und haben daher sicher schon ein brauchbares Konzept.

Dein letzter Absatz ist ein guter Punkt, anders wäre die Urheberrechtssache auch gar nicht zustande gekommen. Da muss man sich in der Tat etwas einfallen lassen um sie bestenfalls mit ins Boot zu holen, aber zumindest nicht zu verärgern.

Wirklich? Europa scheint demnach ein sehr zahnloser Tiger zu sein. Ja gut, Europa schafft es ja noch nicht einmal Google und Co. vernünftig Steuern zahlen zu lassen. Von daher … (man möge meinen Seitenhieb verzeihen)

Ja es gibt auch andere Unternehmen, die sich an Gesetze zu halten haben. Merkwürdig, Gesetze zur massenhaften Überwachung, in dessen Folge diese Unternehmen Zugang von Sicherheitsbehörden gewährleisten müssen, sind möglich. Globale Marktbeherrschenden Unternehmen scheint nichts entgegen stehen zu können. Die sind Deinen Worten nach unantastbar.

Wirklich?

Das ist wahr. Marktbeherrschende Stellungen sind zu erhalten. Demnach war die Klage gegen Microsoft vor Jahren schlicht falsch, als es um die Stellung des Internet Explorer als Webbrowser ging und Microsoft daraufhin eine Strafe zahlen musste.

Nicht? Ja stimmt, man wäre immer noch von dem Konzern Google abhängig. Auch die Auswertung der Datenbankindizes ließe sich ja in Europa nicht harmonisieren bzw. steuern. Oder doch? Vorausgesetzt es gäbe einen “freien Zugriff” darauf. Eine “Suchcloud” aufbauen? Wo kämen wir dann nur hin?

Ein inzwischen natürliches Argument - Arbeitsplätze - die ja, wenn man eine API forderte, nicht mit neuen Arbeitsplätzen im sogar selben Geschäftsbereich ausgefüllt werden könnten.

Ja ich stelle mir das alles wirklich viel zu einfach vor. Man kann keine Konzerne zu etwas zwingen. seufz