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Lernen von den Tschechischen Piraten


#1

Politico hat den Erfolg der tschechischen Piraten zu anayliseren versucht:
https://www.politico.eu/article/czech-pirate-party-anti-establishment-ivan-bartos-ahoy/

Was können wir von ihnen lernen? Oder ist die Situation nicht vergleichbar?


#2

Die Tschechischen Piraten erleben im Moment ist dasselbe was die Berliner 2011 hatten.die etablierten Parteien haben sich so diskreditiert, dass eine Menge Wähler bereit sind etwas anders neues auszuprobieren, mit frischen Leuten mit einer Spur Idealismus und einer positiven Einstellung.

In Deutschland haben wir diese Chance nicht genutzt im Gegenteil wir haben sie in Rekordzeit vergeigt.
Möglicherweise haben die Tschechen dabei von uns gelernt, wie man es nicht machen darf.


#3

Pirate Chairman Ivan Bartoš. “But we’ve been growing every year because we work hard every day.”

Pirate parties may bring to mind hackers and digital disruption for many, but the Czech Pirates have cultivated a professional and competent image, analysts say.

“Their leading figures are professionals. Many of them have Ph.D.s, and they speak like professionals,” said Brunclík, the Charles University academic.

Bei den deutschen Piraten steht Vernetzungskompetenz und Cliquenbildung völlig unabhängig von der inhaltlichen Kompetenz im Vordergrund.

Inhalte sind für die deutschen Piraten immer Teufelszeug.

Es gab und gibt Personen, die in den AGs echt gute Arbeit machen, bei uns dominiert aber der Generalsekretär und der Schatzmeister.
Wer bei den deutschen Piraten seine Beziehungskiste strickt, hat keine Zeit sich mit Inhalten auseinanderzusetzen, entsprechend fachlich inkompetent ist das Auftreten.

Lieber Herzchen bei Twitter verteilen, mitschwimmen, mit niemanden inhaltlich “streiten”.
Und immer schön schreiben, dass die anderen unmenschliche Arbeit leisten und alle ganz super sind. Irgendwoher müssen die Stimmen ja kommen, damit man Ämter besetzen kann.

Immer schön die Meinung vertreten, das Volk solle repräsentiert werden, da es nur um Verwaltung ginge, vollig unabhängig von Wissen und Fähigkeiten.

Zuletzt ist mir dies wieder bei den Cryptoparties aufgefallen.
Niemanden, und mir erst recht spät, ist aufgefallen dass sich eigentlich die Inhalte einer solchen Cryptoparty aufgrund der heute vielfach genutzen vernetzten Geräte um ganz neue Themenbereiche verändert hat.
4 bis 5 Jahre völliger inhaltlichen Stillstand, wir kürzen dann mal das Parteiprogramm.

Das ist keine inhaltliche Führung, keine Oppositionsarbeit mit inhaltlicher Auseinandersetzung. Lieber werden Merkel, Spahn, Maas, Habeck oder Nahles persönlich attackiert.
Dass man es auch anders könnte sieht man beim Urheberrecht.
Und mit Patrick besteht auch wieder die Chance sich inhaltlich auseinanderzusetzen, was aber auf der anderen Seite so mancher Verwaltungsschatzmeister nicht mag.

Entschieden wird das alles in Deutschland vom Schatzmeisterclub.
Mehr braucht man da wohl nicht schreiben.
Bei den Tschechen entscheiden nicht die Schatzmeister, ob Wahl oder ob keine Wahl.
Bei uns schon.


#4

"Lasst uns auf sie los" ist der Wahlwerbespruch der tschechischen Piraten. Zwar seriös, verbal und argumentativ, aber nichtsdestotrotz bissig. Wir wurden von den Wählern gewählt, um auf die anderen Parteien los zu gehen und die ganzen Missstände aufzuheben, das ewige ideologische Bla Bla, die Korruption, oder auch die Politik aus irgendeiner falschen moralischen Überlegenheit; welche die eigenen Pressetermine aufbessert, den Bürgern allerdings nur schadet. Wir wurden dafür gewählt, für Freiheit und Bürgerrechte einzustehen und für eine rationale faktenbasierte Politik.

Die Tschechen tun das, tun wir das? Sind wir bissig, feuern gegen jede der im Bundestag vertretenen Parteien und stehen für unsere Positionen in Diskussionen argumentativ ein - oder flüchten wir uns lieber Tag für Tag in unsere Komfortzone und jeder mit gegensätzlichen Meinungen, der irgendwie zu uns durch dringt, wird auf Twitter, oder sonst wo, geblockt?
Folgen wir in unserer Denkweise Zahlen, Daten und Studien, schauen was ist und wie derzeit bestehende Probleme effektiv gelöst werden können - oder singen wir wie Pipi Langstrumpf “ich mach mir die Welt, widde wie sie mir gefällt” und philosophieren über eine Blümchen-Fantasy-Welt, welche mit der real existierenden nichts zu tun hat und sagen bei jeglicher legitimer Kritik und konträrer Fakten-Überprüfung “wir sind halt unserer Zeit voraus”?
Machen wir unsere eigene Politik, stehen für Freiheit und Bürgerrechte ein und gehen rational und mit Fakten gegen die Positionen der anderen Parteien an - oder sind wir insgeheim eigentlich ein Vertreter einer der etablierten Parteien und nur bei den Piraten, weil man bei den anderen ja angeblich nicht mitmachen könne und verunglimpfen wir jeden, der unsere Meinung nicht teilt, wahlweise mit dem K-Wort oder dem N-Wort und beweihräuchern uns danach selbst?

Wir sind nicht die Piratenpartei, weil wir so aussehen, uns so kollegial verhalten, oder so stinken wie Piraten… Wir sind die Piratenpartei, weil wir das Schiff übernehmen wollen! Wir sind Piraten, weil wir die Korruption, das Fehlen von Fakten und die scheinheilige Symbolpolitik nicht weiter ertragen wollen! Wir wollen das Schiff entern und das Ruder rum reißen, weil die Einschränkung der Bürgerrechte und die ausufernde Überwachung das Schiff mit Karacho gegen die Klippen steuert!

Deswegen sagen wir den Wählern zur Europawahl und auch zu allen anderen Wahlen: “Lasst uns auf sie los!” Und zwar mit Sakko und Fakten bewaffnet und nicht mit Twitter-Block-Listen und Taschentüchern.

Das können wir von den tschechischen Piraten lernen.


#5

Ich begehe mal Ketzerei und weise auf folgende Aussage hin:
“Bartoš said his party would work with anyone in parliament, even the Communists or the far-right populist SPD, to implement its program.”

Und um den anderen Flügel zu verstören:
“One Pirate proposal suggests the government transfer the tax burden from workers to certain sectors, such as coal mining and telecommunications, and eventually introduce a universal basic income.”


#6

Das ist keine Ketzerei, das ist alles in allem vernunftbegabtes handeln. Will hierzulande nur kaum einer etwas von wissen.

Du verstörst doch auch damit keinen, da universell statt bedingungslos doch passt.


#7

Alles konform mit der internationalen Piratenbewegung.
Nur die deutschen Piraten haben ein Problem und es ist ihr Problem.

Ideologiefreie Politik.
Über Inhalte gute gemeinsame Politik machen.
Keine Links-Rechts-Schlachten, die die deutsche Piraten-Politik prägten und prägen.

Der Name der Idee unterscheidet sich nach Sprachraum; so wird das Konzept zum Beispiel in den USA hauptsächlich unter den Namen Basic Income Guarantee (BIG) und Unconditional Basic Income (UBI) , auch Universal Basic Income , diskutiert.


#8

Ja, so war das. Die guten alten Zeiten, 2011.
Der Erfolg der Piratenpartei basierte auf einem großen Missverständnis.
Viele haben die Piraten gewählt, ohne viel über sie zu wissen.
Und viele Piraten haben diesen Erfolg nicht verstanden.

Auch Protestwähler sind politisch interessierte Menschen, die nach einer Stimme suchen die unmissverständlich für sie zum ausdruck bringt: “So kann das nicht weiter gehen!”.
-> PIRATENpartei

Ich habe den Eindruck, Piraten feuern nur auf Braune und Grüne.
Und ja, viele Piraten sind überempfindlich und blocken schnell.

Ja, viel Schönrederei.

Oberflächlich betrachtet ist der Unterschied zwischen Piratenpartei und den “Altparteien” (ich mag das Wort) in den letzten Jahren immer kleiner geworden.
Weil man denkt “Wenn wir uns nur weit genug professionalisieren, werden wir automatisch auch so erfolgreich wie die Großen”.
Einerseits finde ich eine gewisse Professionalisierung gut, weil gut eingespielte Teams und Abläufe gegen Störungen schützen.

Aber andererseits ist es zu kurz gedacht denn…
Auch wenn eine Kleinpartei ein tolles Programm hat und sehr professionell arbeitet, und damit die intelligenten rational denkenden Wähler ansprechen will, werden diese eben auch intelligent genug sein um zu wissen, dass diese Kleinpartei sehr wahrscheinlich nicht einmal über die 5% kommen wird und ihre, für sie wertvolle Stimme, hier verschenkt wäre.

Und wenn man tatsächlich mal jemanden dazu überreden konnte die Piraten zu wählen, wird dieser spätestens nach der Wahl, wenn er vergeblich nach dem Piratenbalken sucht, sich darüber ärgern, und das nächste mal von derlei Dummheiten Abstand nehmen.
Das kann gar nicht funktionieren.

Um als Kleinpartei den Sprung über die 5% Hürde schaffen zu können, muss man begeistern und mitreißen können…
Man muss bei einem Wähler derart viel Eindruck hinterlassen, dass dieser denken muss:
“ich bin sicher nicht der einzige, der das toll findet und das wählen wird.”
.
Das geht nur über Emotionen. Denn wer emotional handelt kann gar nicht so viel über Erfolgsaussichten nachdenken.

Bei den Grünen ging das damals auch so: die Menschen machten sich immer mehr Sorgen um ihre Gesundheit, ihre Kinder und die Umwelt im allgemeinen. Sie haben die Grünen auch aus Angst, als Protest gewählt.

Bei den, von den heutigen Piraten propagierten Themen, wie Datenschutz, Digital- und Netzpolitik… sehe ich dieses Potenzial nicht. Die anderen Parteien kümmern sich doch (irgendwie nebenbei) darum. Das passt schon… ist nicht so wichtig.

Aber das herumgeeiere der Regierungsparteien in Sachen fossile vs. erneuerbare Energien, Klimawandel, Dieselschummeleien… hilft nun wieder den Grünen weil die Leute angst haben, oder weil sie die ungerechte Behandlung der Dieselfahrer durch den Staat zornig macht…

Genau!


#9


Ab 8:35
Ein Freund von Ulrich Wickert sagte:
“Ich kenne einen Meister, der hat einen Handwerksbetrieb, war immer SPD-Wähler und der sagte
‘Jetzt wähle ich AfD. Weil wir ein Problem mit den Lehrlingen haben. Ich muss dem Lehrling Schreiben und Rechnen beibringen, der kommt auch nicht pünktlich… usw. Hier funktioniert etwas in der Gesellschaft nicht und deswegen wähle ich jetzt aus Protest die AfD.’.”

Wickert: “Ich kann mir vorstellen, dass es eine ganze Reihe von Leuten gibt die das tun… Ich finde das entsetzlich. Aber deren Denken ist anders. Der Meister ist vielleicht noch nie im Leben demonstrieren gegangen und das ist seine Art zu reagieren.”

Und weiter: “… im Osten, Leute denen es gut geht, die Ärzte und Anwälte sind… die sich als heute immer noch als Verlierer sehen. Wir sehen nicht deren Identitätsprobleme.”


#10

Es gibt so viele “Verlierer” - national und International - da kann man 5-10 erfolgreiche Protestparteien gründen.
Rentner, Mütter, Väter, Flüchtlinge, prekär beschäftigte, ehemalige Mittestländler und und und

Ich bin der Meinung, wenn man eine Partei so aufstellen könnte, dass man mehrere dieser v.g. Gruppen davon überzeugen kann, in dieser Protest Partei einen wirksamen Konter zur gegenwärtigen “Lobbypolitik” geschaffen hat und die eine Regierung bilden kann, der nicht der Vasall der Trumpies ist, dann würde die Zustimmung schneller wachsen.


#11

Vollkommen richtig, wir sind viel zu zahm.


#12

@jona_bab: Schöne Worte. Mögen sie in die Großhirnrinde möglichst vieler deutscher Piraten einsickern.


#13

Natürlich ist “Lasst uns auf sie los!” ein guter Slogan…
Genau aus diesem Grund sind Piraten 2011/12 auch in Deutschland in Länderparlamente gewählt worden.
Denn damit bedient man GENAU wen? Die Unzufriedenen in der Gesellschaft!
Und das sind Wechsel- und Protestwähler.
GENAU die Wählerklientel also, die jede neuere Partei benötigt um nach oben zu kommen. Und diese Wählerklientel haben wir 2011/12 sogar ohne diesen Slogan bekommen, da genügte ein “Klar machen zum Ändern”! (was aber für den Wähler aber nichts anderes bedeutet hat)

NUR, - blöd ist wenn dann diese Wähler schnell merken, dass dies in eine „Protest-Partei“ gesetzte Bild gar nicht mit den Zielen und dem Wirken der Partei übereinstimmt, die sie gewählt haben.
Und diese Partei eigentlich nur eine weitere Partei mit etwas anderem guten Programm ist?
Und diese Partei gar nicht bereit ist, andere „in den Arsch“ zu treten?

DANN passiert genau das, was der Piratenpartei passiert ist. Sie wird für die oben angesprochene Wählerklientel völlig uninteressant.
UND wenn diese Partei dann auch nach diesen schlechten Wahlergebnissen nicht merkt, dass überzeugte Stamm- und Programmwähler gar nicht vorhanden sein können, dann geht es immer mehr bergab.

Und jetzt wieder diesen “Lasst uns auf sie los!” Slogan hervor zu holen, würde erst mal bedeuten, einzusehen, dass ein gutes Programm zwar schön und gut ist. Aber die wenigsten Wechselwähler hinter dem Ofen hervor lockt, und schon gar keine Protestwähler.
Das aber JEDE neue Partei genau diese benötigt um gewählt zu werden. Und da sind wir Piraten ja mit unserer Fokussierung auf mehrere hundert Seiten Programm, statt „Konfrontations- Slogan“ meilenweit von entfernt.
Slogan wie “Piraten wählen”, “Sozial, Digital, Transparent” “Freu dich aufs Neuland”, oder jetzt “Freiheit. Würde. Teilhabe.” sind zwar Themen bezogen, könnten aber genau so gut von (fast) jeder anderen Partei stammen!

Und wenn wir dann noch, wie z.B. bei der „Volkstrojaner-Kampagne“ vor der Bundestagswahl, (die ja keine wurde) sofort vor Heise, Netzpolitik, Saskia Esken und Dobrindt einknicken, dann wird uns auch der “Lasst uns auf sie los!” Slogan nicht viel helfen…


#14

Ich lass den mal hier. Spannender Artikel :slight_smile:


#15

Ich greife mal ein paar Sätze aus dem Artikel raus, die ich für besonders gewichtet halte:

Zitate Anfang

“Die Piraten kümmern sich um Themen, die nicht ideologisch besetzt sind – liberale Themen, die bei linksgerichteten Wählern genauso anklingen wie bei Konservativen. Sie schaffen es, sich als Partei zu präsentieren, die außerhalb des Rechts-Links-Spektrums steht und die deshalb von beiden Seiten aus gewählt werden kann.”

Drei Aspekte, urteilt Mikulas Ferjencik selbst, machten die Piraten in Tschechien so erfolgreich: Zum einen sei da natürlich der Protest gegen die etablierten Parteien, dazu komme eine Politik der Mitte, während andere Parteien in Tschechien eher auf die ideologischen Lager schauten. Und dann gebe es noch den dritten, den wohl entscheidenden Grund: den Generationenwechsel.

In diese Lücke stießen die Piraten vor. Ihr Konzept ist in Tschechien ein Neues: In ihren Auftritten polarisieren sie nicht, sondern geben sich betont sachlich.

Zitate Ende

Entgegen der Meinung einiger bei uns in der Partei, bin ich der Überzeugung, dass die Lücke, in welche die tschechischen Piraten vorgestoßen sind, auch im deutschen Parteien-Spektrum existiert. Unser Problem ist denke ich, dass wir uns viel zu sehr von den anderen Parteien und deren Ideologien beeinflussen lassen und keine eigene “Politik-Schule” betreiben/haben. Weshalb in Deutschland regelmäßig Abkehr von den Grundwerten der europäischen Piraten-Bewegung genommen wird.

Wenn wir uns hauptsächlich als rational, wirtschaftlich ausgewogen und gesellschaftlich liberal definieren, füllen wir die Lücke - Wenn wir allerdings das Lagerdenken der anderen deutschen Parteien mitspielen und uns entweder dem einen oder dem anderen Lager anschließen, machen wir uns überflüssig.


#16

Nun ja, was du da schreibst, schreibt auch die FDP von sich, und dies schon seit Jahrzehnten. Und ja, da sie sich oft nicht daran hält ist eine Lücke entstanden.
Aber genau so gut sind Lücken vorhanden bei der SPD, die sich nicht an ihr sozial hält, oder bei der CDU/CSU, die sogar oft den christlichen Gedanken mit Füßen tritt.

====

Du hast bei deiner Aufzählung ein Zitat vergessen welches sehr wichtig ist:

Politologe Kamil Svec von der Prager Karls-Universität:

„Der Piratenpartei ist es gelungen, auf der Welle mitzuschwimmen, die neue Gesichter nach oben trägt. Ihr Erfolg kommt weniger daher, dass sie Piraten sind, als daher, dass sie zu einer Zeit in die Politik eingestiegen sind, in der die Wähler nach Alternativen zu den bisherigen Parteien suchen.“

Und genau dies ist das was ich oben in diesem Thread beschrieben habe, in Bezug auf unsere Wahlen in 2011/12.

Danach werden sich auch die tschechischen Piraten bewähren müssen, haben aber hoffentlich aus Deutschland gelernt.
Wichtig ist, dass dabei gute Ideen die Außenwahrnehmung bestimmen, nicht der Streit innerhalb der Partei.
Gute Ideen und Anträge gab es auch bei unseren 4 Landtagsfraktionen, aber anstatt diese GEMEINSAM nach außen zu tragen und zu vertreten, haben viele Piraten bewusst “die Fettnäpfchen” gesucht die natürlich auch vorhanden waren. Und das Schlimme war, diese Fettnäpfchen wurden nicht von anderen Parteien oder den Medien “aufgedeckt”, sondern wir haben den Medien diese “brühwarm” geliefert.
Und dies ist leider bei den Piraten in Deutschland (in Teilen) immer noch so. Siehe die “Angriffe” auf gewählte Kandidaten zur EU-Liste, oder der “Kampf” um abgestimmte Programmpunkte, oder jetzt die “Paritäts-Diskussion” - Und immer alles schön in der Öffentlichkeit (Twitter).

Und auch innerhalb der Partei bringen “Dauerdiskussionen” über Themen und Personen die Partei keinen Schritt nach vorne. Es muss und darf gerne vor Beschlüssen und Wahlen “hart aber fair” diskutiert werden, nur sollten Mehrheitsbeschlüsse zumindest eine öffentliche Diskussion beenden.

Wir können noch so viele “Lücken” finden in die auch in Deutschland eine Partei hinein stoßen könnte, spätestens bei der nächsten Wahl will auch der (Wechsel- oder Protest-) Wähler wissen warum er uns weiter eine Chance geben soll…

Und wenn dann “abgerechnet” wird, sollte bei den Ergebnissen wenn möglich nicht folgender Satz im Vordergrund stehen:

“Wir sind eine Partei der Meinungsfreiheit, da darf jedes Mitglied jedes Handeln und alle Beschlüsse aus der Partei öffentlich und lautstark angreifen”

Denn da haben deutsche Wahlergebnisse der letzten 4 Jahre eine sehr, sehr deutliche Aussage zu getroffen.


#17

Nö,
die Ursache in Deutschland liegt in völliger Intoleranz, dem Nichtertragen von Kritik und der damit verbundenen mißbräuchlicher Verhängung von Ordnungsmaßnahmen.
Daß dann jetzt immer noch herumgeistert, Kritik und andere Meinungen müßten nach Beschluß eingestellt werden, ist der völlig falsche Weg.
Wir wollen keine manipulierten Abstimmung, damit die Kritik endet.

So einfach, wie sich viele denken, ist die politische Auseinandersetzung nicht.

Das Strickmuster, keine Meinung haben und keine Meinung öffentlich äußern, damit man dann an der Macht alles so hindreht unter Mißachtung demokratischer Regeln, wie es einem perönlich gefällt, ist der falsche politische Ansatz.

Mehrheitsbeschlüsse machen nur Sinn, wenn vorher ausgiebig diskutiert und anschließend fair abgestimmt wurde. Ärger gibt es in der Regel nur, wenn das Verfahren nicht fair war.

Irgendwelche Seilschaften, die bei der Marina Kassel irgendetwas aushecken, werden in der Partei keine Akzeptanz finden.


#18

JA; - ein immer wieder gerne gebrachtes Argument OHNE jede Aussagekraft.
Natürlich wird jetzt das Argument der Geld- und Zeitelite kommen, welches aber gerade in Bayern durch eine BGE Abstimmung für ALLE bayrischen Piraten nach dem Würzburg Parteitag ad absurdum geführt wurde.

Aber symptomatisch, dass dies immer wieder als Argument genommen wird!


#19

Und sorry, wenn ANGEBLICH auf der Marina Kassel “irgendwas” ausgeheckt wurde, dies aber dann auf einem Parteitag die Mehrheit fand, war wohl eine große Akzeptanz da!


#20

Nein, das BGE ist ein typisches Beispiel.
Es sprechen soviele Argumente für eine BGE, daß Du das auf jedem Parteitag neu abstimmen kannst und es kommt immer wieder zum gleichen Ergebnis.
Da braucht es kein erzwungenes Ende der Debatte, denn die Gegner sind chancenlos.
Da kamen in den letzten Jahren keinerlei neue Argumente, die die Position irgendwie hätten erschüttern können.