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Künstliche Intelligenz


#21

Vielleicht sollten wir eher die praktische Bedeutung betrachten und da raus dann was brauchbares für die Partei produzieren.

Ich sehe die Praxis so:
Das Informationszeitalter ist praktisch am Ende, wir stehen an der Schwelle zum Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. Dabei befinden wir uns aber immer noch - nicht philosophisch - sondern praktisch in der Zeit der Fortschreitenden Digitalisierung unserer Welt. Diese begann mit den ersten Taschenrechnern und Computern, dann kamen die Netzwerke, das Internet und nun endlich die Künstliche Intelligenz. Ich schreibe “endlich” weil hier zwischen Theorie und Praxis ca 50 Jahre liegen.

Es ist wichtig, die KI als Teil der Digitalisierung zu betrachten, da wie bei allen Fortschritten zuvor ein weiterer Teil unserer Welt digitalisiert werden wird. Ganz praktisch - nicht philosophisch, die Philosophie würde ich ohnehin lieber den Philosophen überlassen.

Es besteht nun die Chance, Arbeiten von Maschinen erledigen zu lassen, die vorher wegen des vermeintlichen Anspruchs, noch den studierten Menschen vorbehalten waren.
Das ist aus Sicht der Menschheit super, für den Betroffenen erstmal Kacke,

Aufgabe für die Politik:
Vorausschauend die Entwicklung erkennen und Weichen stellen, damit nicht so eine Scheiße passiert wie bei den letzten Fortschritten in der Digitalisierung. Gesetzgebung, Verwaltung, Sicherheit nach innen und außen hinken der Entwicklung gewaltig hinterher, zum Schaden für unsere Gesellschaft.

Kann selbst auch nicht sagen, was zu tun ist, anhand der bisherigen Ergebnisse bin ich mir aber sicher, dass die anderen Parteien da noch viel weniger Plan haben als wir.

"Neuland" war kein guter Spruch, sondern eine Bankrotterklärung der Regierung!

Vorschlag zur Diskussion:

  1. Welche Tätigkeiten fallen wahrscheinlich in den nächsten 20 Jahren der Digitalisierung zum Opfer?
    und
  2. Welche neuen Tätigkeiten ergeben sich durch die Digitalisierung? Hier ist Kreativität gefragt!

Für eine BGE affine Partei wäre grade Punkt 2 besonders wichtig, da wir doch der Meinung sind, dass der Mensch nicht faul, sondern tätig/nützlich sein will.

Ui, ich hoffe der Post ist nicht zu lang, bedanke mich bei allen die mir bis hier hin gefolgt sind!


#22

Das Problem ist, dass du die Kriterien einer Entscheidung im konkreten Einzelfall nicht nachvollziehen kannst und bisweilen nicht mal die Kriterien benennen kannst, die die KI für sich entdeckt hat.

Dieser Zustand ist sowohl menschlich wie auch juristisch unhaltbar. Du kannst dich z.B: heute dagegen wehren, wenn die Schufa deine Straße als “minderzahlungsfähig” eingestuft hat, weil das nichts mit dir persönlich zu tun hat. Wenn aber die KI entdeckt hat, das im Ausgangsdatensatz Menschen mit einem “c” im Nachnamen öfter Zahlungsunfähig sind, dann kann man die Diskreminierung nicht mehr nachvollziehen.


#23

Ich bitte Dich, eine Diskussion auf “Meta-Ebene” wird der Sache niemals gerecht.

Wir können uns gerne darauf einigen, dass für Juristen einzelne Anwendungen, die auf KI basieren, problematisch sind. Aber auch hier macht es Sinn, das am konkreten Beispiel zu besprechen, als auf Meta-Ebene.

Bei Deinem Beispiel verhält es sich so:
Jemand muss der KI explizit vorschreiben, die Buchstabenfolgen in Namen auszuwerten. Von alleine macht die das nicht!


#24

Erinnern wir uns:

Die KI die Microsoft auf Twitter losgelassen hat, wurde innerhalb von Stunden ein rassistisches Arschloch.
Die KI die “neutral” die Bewährungsprüfung in Kalifornien unterstützen sollte, hat wegen des lernens aus rassistischen Entscheidungen, dann selber rassistische Empfehlungen gegeben.

Jede KI ist nur so schlau wie der, der sie einsetzt und dass werden genug Leute sein die keine Ahnung von KI haben.

Eine Firma die Job-Interviews mit KI auswertet, hat ein ganzes Team dahinter die praktisch jede Entscheidung nachprüfen und gegebenenfalls nachjustiert.

Aber z.B. in der Bilderkennung und im Sprache transkribieren etc. ist KI ganz groß.


#25

Genau genommen ist das falsch. Eine KI hat überhaupt keine Empfindungen.


#26

Nein, das geht an meiner Aussage vorbei. Natürlich kannst du insofern nachvollziehen, was die KI gemacht hat, als du zwischen jedem Schritt den Speicher protokollieren kannst. Dann hast du lückenlos gesehen, wie die KI vorgeht. Deshalb ist es aber noch nicht verstanden und die Lösung der KI kann man nicht unbedingt sinnvoll einordnen.


#27

Zum Verständnis:
Es gibt verschieden Arten von Algorithmen die eine KI implementieren können.
Was diese dann daraus mache hängt davon ab wie sie mit Daten gefüttert werden. Das ist komplizierter als es den Anschein hat. Total wichtig dabei: Man muss im Vorraus wissen, was man nachher von der KI wissen will.
Natürlich lässt sich das auch so gestalten, dass die KI ohne Abfrage aus weiteren Daten Aktionen vorschlägt und im Falle von Robotern diese auch gleich ausführt, was ggf wieder zu neuen Daten führt.
Das muss man aber alles gar nicht machen, genau genommen ist die letzte Variante gar nicht relevant.

Aktuell interessant: KIs die selbsttätig Daten organisieren und bereitstellen.

Interessant für Mediziner, Juristen, Trendforschung, Meinungsmanipulation…


#28

Warum nennt ihr Beispiele aus dem Bereich Machine Learning und Mustererkennung, wo der Titel doch “KI” ist?


#29

Dachte „Vorschreiben“ wäre Programmieren und „von alleine“ wäre KI!


#30

Ne.
Eher so wie ein Automobil von alleine fährt.


#31

Autonome Fahrzeuge sind für mich nur programmiert. KI ist für mich, wenn ne Maschine selber lernt, also nicht nur Schlüsse zieht und entsprechend handelt (Temperatur zu hoch, Heizlüfter schaltet aus oder Fußgänger bim Weg, also ausweichen oder bremsen), sondern sich auch aufgrund selber gesammelter Daten, selber programmiert. Z.B. Datenvergleich zeigt, dass Chantalles und Kevins eine schlechtere Zahlungsmoral haben und erhalten somit ein schlechteres Scoring. Oder Gestaltungen mit Anordnungen im goldenen Schnitt werden häufiger angeklickt und länger betrachtet, also werden Objekte entsprechend angeordnet.


#32

In meiner Lesart des Themas bekommt die KI Eingaben und eine zu optimierende Funktion. Die Buchstabenfolge auszuwerten muss ihr niemand sagen, solange sie in den Menschen die mit c beginnen ein lokales Minimum findet.


#33

Ich glaube, wir reden hier kolossal aneinander vorbei und jeder verbindet mit KI ein anderes Thema. Vielleicht sollten wir erst einmal definieren, was KI überhaupt ist und dann, wie wir damit umgehen wollen. KI ist groß und komplex und hat viele Facetten.


#34

Lokales Minimum?
Von was?

Egal. Es ist wie ich sagte.

Für eine KI sind Namen sprichwörtlich Schall und Rauch, solange man ihr keine Funktion zur Bewertung liefert und sie zu deren Verwendung “zwingt”.

Zunächst aber wird geklärt ob dies überhaupt sinnvoll ist. Zeit ist Geld gilt ja nun auch für CPUs.

Am Beispiel: Die KI verarbeitet u.a. Farbwerte von irgendwas, macht es Sinn sie zusätzlich noch die Namen der Farben zu untersuchen zu lassen?
Falls ja, in welcher Sprache?


#35

Das ist nur 1/3 der Wahrheit:

  1. Der Ansatz sie durch “normale” Software zu steuern wird nicht mehr verfolgt, soweit ich weiß.

  2. Der Plan ist, sie durch fertig “angelernte” KI-System steuern zu lassen. Wobei es sich - soweit man das wissen kann - um mehrere KIs handelt. z.B. eine, welche die Kamerabilder auswertet oder irgendwelche Sensoren. Wie das am Ende in der KI landet, welche die Entscheidungen trifft, das ist die hohe Kunst! :slight_smile:

  3. Unabhängig von 2. werden die KI mit Daten von realen Fahrten “belehrt”, Tesla ist hier Vorreiter, soweit ich weiß. Andere machen das übers Internet mit Billigarbeitskräften: Die gucken Fahrtvideos und klicken Sachen an…


#36

Hier mal ein wichtiges Fakt zum Verständnis von KIs der Kategorie “Neuronales Netzwerk”:

Das Anlernen braucht 1000x soviel CPU wie das Abrufen von “Erkenntnissen”.

Wenn irgendwann Quantencomputer in der Lage sind TBytes zu verarbeiten, dann können wir uns gerne hier über “Superintelligenz” unterhalten.

Aktuell bringt uns das nicht weiter.


#37

Und genau diese Art von Diskussion “der Schwager meiner Oma hat gehört von einem Roboter” schreckt leider ab. Ich habe im Studium 2 Semester über die Methoden der KI gelernt, vor 15 Jahren. Ich habe heute keine Ahnung mehr, was da aktuell läuft. Und dann kommt Avanti Dilettanti und erklärt die Welt. Das finde ich abschreckend!


#38

Nur mal so als Basis: https://en.wikipedia.org/wiki/Superintelligence


#39

Danke. Gibt auch Links zum Thema auf Deutsch…

So langsam gewinne ich den Eindruck, dass sich hier eigentlich niemand für KI und deren Bedeutung für aktuelle Politik interessiert.

Traurig.


#40

Erklär doch mal, was du darunter verstehst.

Gruß
Andi