Künstliche Intelligenz für Jobs und Bewerber

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In den USA scheint es sich langsam zu etablieren das künstliche Intelligenz bei der Besetzung von neuen Stellen mitentscheidet und herangezogen wird um die Eignungen von Bewerbern zu prüfen. Daran gibt es natürlich berechtigte Kritik. Zum Einen was den Datenschutz angeht zum anderen aber auch weil so Entscheidungen über Lebensläufe und Karrieren an die Software einiger weniger Anbieter delegiert wird.

Ein Persönlichkeitsprofil erstellt von einer künstlichen Intelligenz: Kurze Videoclips, aufgenommen mit einer Kamera, sollen genügen, um Mimik, Gestik und Sprache der Bewerber zu analysieren und die Persönlichkeitsmerkmale abzuleiten.

Ich frage mich wie das ist wenn sich an dem Markt am Ende dann einige wenige Anbieter durchsetzen. Wenn sehr viele Firmen die gleiche KI einsetzen die nach den gleichen Maßstäben entscheidet dann wird das doch dazu führen das Menschen die von dieser KI niedrig bewertet werden gesamtgesellschaftlich wesentlich schlechtere Lebenschancen erhalten werden. Bei Menschlichen Personalern kann es sein das einer mich nicht mag, ok bewerbe ich mich bei jemand anderen und da passt es vielleicht. Wenn nun eine KI von tausenden Firmen eingesetzt wird, dann könnte das schon eher dazu führen das Menschen breitflächig bevorteilt bzw. benachteiligt werden.

Wollen wir wirklich das Proprietäre Software deren Quellcode und Entscheidungskriterien nicht offen liegen über die Lebenschancen von Menschen entscheiden ? Wie sollten solche Angebote reguliert werden um Probleme zu verhindern, oder wäre es aus gründen der Fairness nicht besser den Einsatz solcher Software gleich ganz zu verbieten ?

Naja, läuft es jetzt so viel besser? Bzw. kann es noch schlechter werden wie jetzt? Überforderte Personaler melden sich mit standardisierten Rückmeldeschreiben zurück, in denen sich zwar für die Absage entschuldigt wird, jedoch auch keinerlei Begründung gegeben wird, warum und wieso.

Also ich bin dafür, denn viel schlechter als jetzt kann es nicht werden. Die Piraten könnten da ja gleich mal bei der Wahl von Vorsitzenden oder sonstigen Bewerbungen testen. Vllt kämen da bessere Ergebnisse raus.

Dennoch handelt es sich um Individuen die entscheiden. Mag dich einer nicht, dann hast du ggfs bei einem anderen gute Chancen…

Wäre das mit KI Systemen die vermutlich sehr viel standardisierter Entscheiden immer noch so ? Wäre da nicht ein Risiko das es mehr zur Spaltung der Gesellschaft beiträgt und wie könnte man dem begegnen ?

Achso, dann habe ich es falsch verstanden. Ich dachte die Algorithmen sortieren und filtern Bewerbungen nach zuvor bestimmten Kriterien.

Nö, denn wenn du davon ausgehst, dass jetzt alles fair zugeht, dann liegst du komplett falsch. Ich sehe es als Chance für mehr Gerechtigkeit. Ist genau wie bei sozialen Medien, wird nur offensichtlicher, wie ungerecht die Welt ist, Aber die Welt ist nicht ungerechter, als sie es zuvor war.

Zussammengefasst: Wenn so etwas eingeführt würde, dann würde es eine offene Debatte ermöglichen, die ohne diese digitalen Instrumenten gar nicht möglich wäre, da diese himmelschreienden Ungerechtigkeiten hinter Instransparenzen versteckt werden. Offensichtliche Ungerechtigkeiten sind mir immer wesentlich lieber, als verborgene.

Wenn es künstliche Intelligenz gäbe, dann bräuchten sie gar keine Bewerber …

Diese selbstlernenden Systeme lernen aus ihren Testdatensätzen die Vorurteile der Personaler bei früheren Einstellungsverfahren und scheiben sie als Pseudoneutral fest.

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Naja, dass wäre nach @CraWler Beispiel nicht möglich. Da die Software ja selbst über mehrere Unternehmen hinweg standardisiert ist bzw. mehrere Unternehmen nützen die gleiche Software. Hier:

Da ist es dann ja unwahrscheinlich, dass alle Personaler die gleichen Kriterien haben. Ich gaube das allein dadurch, dass die KI über mehrere Unternehmen hinweg verwendet wird dafür gesorgt wird, dass der einzelne Personaler weniger Macht hat. Also nicht nur, dass ein Bewerber bei mehreren Unternehmen zugleich weniger Chancen hat, auch die Personaler in diesen Unternehmen haben weniger Macht.

Nehmen wir mal an Microsoft würde den digitalen Einstellungsassistent auf den Markt bringen und hätte damit ein Quasi Monopol von 90% Marktanteil. Dann wäre der gleiche Personalmanager überall auf der Welt im Einsatz und würde seine Vorurteile überall gleichförmig einbringen.

Menschliche Personaler sind auch nie von Vorurteilen, aber jeder hat sagen wir mal ein sehr unterschiedliches Muster an Vorurteilen das individuell variiert. So das man in der einen Firma Karriere macht, in einer anderen aber nicht landen kann.

Wenn jetzt die gleichen oder sehr ähnliche Systeme überall im Einsatz sind dann würde dieser Effekt nicht mehr greifen. Einige Bewerber die dem gewünschten Profil sehr gut entsprechen hätten dann flächendeckend überall sehr viel bessere Chancen während andere die dem was das System als gewünscht einstuft nicht entsprechen überall Nachteile hätten. Sollte das Szenario eintreffen würde dies die Tendenz zur 2 Klassengesellschaft verstärken.

Die Macht könnte dann am Ende auf den Konzern übertragen werden der den Höchsten Marktanteil bei KI Personalern besitzt. Es wäre also eine noch viel weiter gehende Konzentration von Macht in den Händen weniger gegeben als jetzt.

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Naja, es könnte ja auch Alternativen, wie eine Opensource-KI geben. Die Unternehmen die diese dann nützen, wären dann vielleicht bei den Bewerbern mehr angesagt.

Praktisch alle Personaler schauen auf:
Lückenlose Lebensläufe
Das du innerhalb deines Fachgebietes geblieben bist
Ob in deinem Lebenslauf die gleichen Stichworte Auftauchen wie für die Stelle die zu vergeben ist

Das können die KIs auch, eigentlich braucht man dafür nicht mal KI.

Ja, aber ich wüsste z.B. wie die KI befördert werden könnte. In dem z.B. gesetzlich vorgeschrieben wird, dass jeder Bewerber das Recht auf ein individuelles Rückschreiben hat, in dem im klar offen gelegt wird, warum er nicht für die Stelle in Frage kommt.

Das würde zu einer enormen Mehrbelastung der Personaler führen, die dann nur von einer Ki gelöst werden könnte. Die KI werden auf diese Stichtworte programmiert und schreiben dannn im Rückschreiben klar aufgelistet und möglichst noch mit Prozentwerten, warum die Bewerbung keinen Erfolg hatte. Das Rückschreiben erfolgt dann auch nach weniger Minuten und nicht erst nach mehreren Wochen, wie bei den Personalern. Ich sehe viele Vorteile.

Zusammengefasst: Hier ist der Gesetzgeber gefragt die KI zu pushen.

Wie beurteilt man ob ein Bewerber in Team passt?
Personaler und Arbeitgeber setzen dazu alles mögliche ein z.B. persönliche Treffen, NLP, Myers-Briggs, auspendeln oder Horoskope.

Kreativität sehr schwierig nach der Papierform zu beurteilen.
Persönlichkeitsentwicklung schwierig zu erfassen.
Selbstständiges Arbeiten und die Fähigkeit Probleme frühzeitig zu erkennen und zu lösen, schwierig.

Sicher sehr spannend ich beobachte das sehr gespannt. Übrigens Studienabbrecher wie Bill Gates wären wohl in keiner Firma angestellt worden.

Ne, der Bill, wäre genau wie der Mark von Facebook, in beinahe jeder Firma eingestellt worden. Die haben beiden an sehr renomierten Unis studiert. In Amerika reicht es schon an einer renomierten Uni studiert zu haben um eingestellt zu werden. Also ich glaube die hätten beide überhaupt keine Probleme gehabt und die hätten auch ihr Studium abgeschloßen, wenn sie sich hätten irgendwo bewerben wollen. Die hatten eben schon während ihres Studiums gute Geschäftsideen, sodass sie gar nicht die Notwendigkeit gesehen haben einen Abschluss zu machen. Also das Beispiel hinkt gewaltig.

Zusammengefasst: Ich bin dafür ein Schritt nach dem anderen zu gehen. D.h. erstmal dafür sorgen, dass KI mehr gepusht wird und dann im zweiten Schritt dafür zu sorgen, dass die Verfahren transparenter werden. Weil wieso soll man etwas regulieren, dass in der BRD noch gar nicht richtig vorhanden ist? Spielt ja , wie @CraWler in dem Beispiel gezeigt hat, bisher maximal in den USA eine Rolle.

Naja, wenn ein Bewerber überall besonders gute Chancen hat, dann nützt das den Unternehmen, die ihn anstellen wollen auch nicht viel. da er ja solange er nicht Freiberuflich oder Selbstständig tätig ist, nicht für mehrere Unternehmen zugleich arbeiten kann. Also ich glaube im Gegenteil: In Zukunft wird es mehr Leistungsgesellschaft und weniger Klassengesellschaft geben, da mehr Leute freiberuflich und selbstständig tätig sind und nicht mehr nur für ein Unternehmen arbeiten und die Algorithmen mehr nach dem Leistungsprinzip filtern und nicht nach Sympathiepunkten.

Ein weiterer Grund so etwas wie ein bedingungloses Grundeinkommen einzuführen. Denn in einer Leistungsgesellschaft muss es im Sinne der Solidarität auch leistungsloses Einkommen geben.