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Kritik am Social-Media-Verhalten der Basis


#21

Das erkennst Du dann, wenn am Ende die Satzung geändert wird, um solche Fälle in Zukunft zu vermeiden. Hat mit Profilierung von einzelnen Personen gar nichts zu tun, die geht nämlich anders und zwar öffentlich draufhauen.

Für die Betroffenen wäre genau dieses Draufhauen aber die richtige Strategie gewesen mit Personen umzugehen, die völlig unfähig sind, ein politisches Amt auszufüllen und von denen man auch nicht möchte, irgendwo und irgendwann politische Verantwortung zu übernehmen.

Social Media gibt Dir halt die Möglichkeit auf Vorstände einzuschlagen.
Um dies abzufangen, müssen politische Vorstände genauso wie Unternehmen Kanäle öffenen, Kritik entgegennehmen zu können.
Mit den althergebrachten Mitteln wie Ausgrenzen, Kritik abwürgen, Stummschalten, Herabwürdigen. Verklagen, Nötigen geht das halt nicht.

Eine Organisation, die meint, mit diesen althergebrachten Mitteln Macht ausüben zu wollen, wird nicht erfolgreich sein. Aber Du hast zig Personen auch in diesem Forum, die immer noch auf dieser Welle schwimmen und gar nicht merken, welche Veränderungen mit Social-Media verbunden sind, dass sie das Loch gar nicht wie früher stopfen können.
Jetzt sieh Dir mal den Titel an.
Da wird Kritik an der Basis geübt. Kann man in der TopDown Welt machen.
in der Social-Media BottomUp-Welt geht es aber nicht darum, dem Kunden zu sagen, wie doof er ist, sondern darum, was kann Top tun, damit Bottom zufrieden ist.
Es sind unzeitgemäße Hierarchie-Vorstellungen, “ich bin gewählt also habe ich die Knöpfe in Hand”, die diese Partei prägen.
Die Gewählten sind Dienstleister und sie möchten etwas von der Basis, also müssen sie sich bemühen.
Was kann und sollte das Social Media Team tun, damit die Basis ihre Beiträge verbreiten.
Welche Erwartungen gibt es auf Seiten der Basis?
Da fehlt es am Dialog und dem ständigen Nachfragen, was sollte getan werden?
Social Media ist Menschen einbinden.
Geht aber nur, wenn man nicht von Oben seine Meinung unten reinpressen will.


#22

Die Piratenpartei ist ja offensichtlich keine erfolgreiche Organisation. Dies vor allem auch weil Leute meinen öffentlich draufhauen zu müssen.

Wenn es keine geeigneten Strukturen gibt innerparteilich Kritik zu äußern, dann ist richtige Weg solche Strukturen einzufordern, vielleicht sogar über Satzungsänderungen.

Üblicherweise ist eine Partei ein Team und man trägt durch sein Verhalten zum Erfolg des Teams bei oder man schadet durch sein Verhalten dem Team. Meistens gibt es dafür Messgrößen, manche davon sind “objektiv”. Für Parteien ist das z.B. ihre Wahlergebnisse und ihre Mitgliederzahl.

Das öffentliche draufhaun hat dazu geführt der Partei das Bild einer zerstrittenen, handlungsunfähigen Gruppierung zu geben, die nicht in der Lage ist Verantwortung für das Gemeinwesen zu übernehmen.

Als Folge ist die Mitgliederzahl von ca. 35.000 auf ca. 8.000 das ist weniger als ein viertel. Die Wahlergebnisse z.B. in NRW sind in dem Zeitraum von über 7% auf unter 0,5% was deutlich weniger als ein Zehntel ist. Die Zufriedenheit der Mitglieder ist zwar nicht objektiv, aber sie hat erheblich abgenommen.

Wer Erfolg haben will, der stellt schädliches Verhalten ab. Wer nicht bereit ist aus Fehlern zu lernen wird auch in Zukunft keinen Erfolg haben.

Die meisten Menschen, die sich für Vorstandsämter bei der Piratenpartei verfügten im Vorfeld über keine Erfahrung in der Führung von Organisationen oder wenigstens Gruppen von Menschen und haben daher selbstverständlich Fehler gemacht. Führung bedeutet dafür zu sorgen, dass die Mitarbeiter ihren Beitrag zum Erfolg effektiv und zufrieden beitragen können. Und ich stimme dir zu, dass Menschen ohne die Fähigkeit zu führen sehr leicht in die Rubrik Befehl und Gehorsam rein rutschen.

Führung bedeutet in erster Linie auch Verantwortung zu übernehmen und nicht wie es bei Piraten oft verstanden wird Dienstleiter für Verwaltungsaufgaben zu sein. Verantwortungsvolle Führung bedeutet daher meist Aufgaben an qualifizierte Menschen zu delegieren und möglicherweise vorher um ihre Mitarbeit zu werben.

Der erfreulichste Teil an Führung ist es funktionierende Strukturen zu schaffen, mit dem Team Probleme zu lösen und mit motivierten Mitarbeitern zum Erfolg des Ganzen beizutragen.

Es gibt aber auch den unerfreulichen Teil. Führung kann dann auch mal bedeuten, das Störungen beseitigt werden müssen und Störer aus der Organisation entfernt werden.

Ja “einschlagen” also die Anwendung von Gewalt über Social-Media ist möglich genau so wie eine Gruppe Menschen im realen Leben zu einem Lynchmob werden kann. Das ist aber kein demokratischer Ansatz…
Unter anderem deshalb sind Social-Media nicht als Instrument einer demokratischen und konstruktiven Politik geeignet.

Ziel dieses Threads sollte sein Mitgliedern der Basis positive und negative Beispiele dafür zu geben wie sie durch ihr Verhalten in den Social-Media zum Erfolg der Piratenpartei beitragen können.

Was du geschrieben hast, halte ich für ein sehr negatives Beispiel.


#23

Warum - so frage ich - verstehst Du den Sinn des geschriebenen nicht? Das ist mir echt schleierhaft.

Er hat es doch genau da geschrieben! Es wurde sogar ein zweites Mal genauer erklärt!

Dieses ganze - “Ich antworte nur auf das was mich triggert, nicht auf das was geschrieben steht” - das nervt wirklich.


#24

Oh ich habe es sehr gut verstanden.

Leider tun Social-Media genau das was er ja nicht möchte Ausgrenzen, Kritik abwürgen Menschen herabwürdigen und sogar Gewalt anwenden (Social Media gibt Dir halt die Möglichkeit auf Vorstände einzuschlagen.)


#25

Der entscheidende Punkt ist, dass wir eine Social-Media-Partei sind.
Interessant ist dabei, dass sich diese Personen durchgesetzt haben und aufgrund ihres Verhaltens Zuspruch fanden.
Desto radikaler, desto mehr Zuspruch.
Ausgleich, Dialog und Vermittlung zwischen den Positionen geht dabei unter und ist unerwünscht.
“klare Kante” statt “wischiwaschi”
Siehe USA-Donald.
Das Ergebnis ist hier wie da verheerend und repräsentiert nicht das Menschenbild der demokratischen Mehrheit.

Die spannende Frage ist jetzt, was passiert, wenn wir den Basisentscheid einführen.
Werden wir radikaler, mehr auf Konfrontation aus sein, oder werden wir offener und mehr dialogfähiger?

Liquid Feedback war am Ende primär auch Konfrontation.

Wer Social-Media-Kanäle nutzt, sollte wissen, dass es am Ende kracht und die eigenen Ideen nicht umgesetzt werden, da es einfach zu einem Konflikt mit der Gegenposition kommt und dann auch niemand von seinen Extrempositionen abweichen mag.
Denn wir haben ja alle gelernt, Kompromisse, Toleranz und Ausgleich ist Schwäche und wird von der KlareKante-Fraktion abgelehnt.

Kann man gerne machen, würde darüber hinaus aber das mit den ganz kleinen Runden der Stammtische und Squads bei den Planungen nicht vernachlässigen, denn nur die können überhaupt etwas im persönlcihen Gespräch mit ganz normalen sozialen Verhaltensweisen etwas bewegen.

Verändern kann man nur etwas mit Menschen, die die Funktion Zuhören geerbt oder erlernt haben.
“Sozialen Medien” mit Abschaltfunktion fehlt die Eigenschaft “sozial”.


#26

Ich hoffe wir sind weit mehr als das, denn wenn wir das wären, sollte die Piratenpartei besser aus dem Parteienspektrum verschwinden.

Ich fürchte wenn man Soziologen fragt, ist das eine “normale” Entwicklungen in Gruppen.

Der Wunsch nach einem Übervater der alles Regelt ist groß …

Das hängt davon ab …
Piraten vergessen gerne die Schritte Information, Analyse, Lösungen suchen, mit anderen informierten Menschen diskutieren und für den eigenen Standpunkt werben bevor man eine Debatte startet. Auch die Debatte wird gerne weggelassen und gleich zur Abstimmung übergegangen. Wenn das beim Basisentscheid so bleibt, dann ist die Richtung eher Konfrontation.

Liquid Feedback ist eine Software mit der nach Abschluss der innerparteilichen Meinungsbildung und der Bildung einer Mehrheitsmeinung, eine Beschlussvorlage erarbeitet werden kann der möglichst viele Mitglieder zustimmen können. Dabei können Vorschläge gemacht werden, wie die Vorlage formuliert werden kann, so das ein maximaler Konsens möglich ist.

Piraten haben es nur als Abstimmungstool genutzt ohne vorherige Debatte oder Meinungsbildung. DAS Projekt musste so scheitern. Die Entwickler von Liquid Feedback haben sich ausdrücklich von der Missbräuchlichen Nutzung ihrer Software durch die Piratenpartei distanziert.

Der Ton macht die Musik, selbstverständlich könnten Piraten Social-Media auch höflich und sachlich benutzen. Die meisten Berufstätigen machen das jeden Tag im Job. Schlechtes Arbeitsklima ist schlecht für das Geschäft, Wer mit Kunden so redet wie auf Twitter, wird in den meisten Branchen einen neuen Job brauchen.

Eine Debattenkultur kann natürlich auch aus dem RL kommen.

Das ist wohl wahr.