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Kritik am Social-Media-Verhalten der Basis


#1

Ich denke es ist nur fair, auch darüber zu reden wo die Defizite der Basis liegen.

Es wird zum Beispiel viel zu wenig retweeted was die Partei auf den Social-Media-Kanälen verbreitet.

Und noch schädlicher es wird öffentlich widersprochen und das nicht selten unqualifiziert.

Fröhliches diskutieren!


#2

Wo fange ich am besten an?
Dort, wo Amtsträger ihre Äußerungen in Sozialen Medien als “privat” deklarieren? Wo die Qualität von Äußerungen an der sich äußernden Person festgemacht wird (Stichwort “Trollerei”)? Wo durch offizielle Parteiaccounts die politische Einstellung des Accountbetreibers sichtbar wird und nicht die der Partei?
Stichwort Basisdemokratie?
Unqualifizierte Kritik der Basis? Wir wären schon einen gewaltigen Schritt weiter, wenn es ausreichend qualifizierte Beiträge zum Retweeten gäbe…


#3

Bitte beim Thema bleiben Kritik an der Nutzung offizieller Parteiaccounts bitte hier:

Amtsträger mit “Privataccount” sind unprofessionell. Das ist ein Problem.

Es schwächt die Aussendarstellung jeder Organisation wenn den offiziellen Verlautbarungen öffentlich widersprochen wird. Berechtigte Kritik kann zeitnah den zuständigen Leuten in der ÖA Übermittelt werden, die Fehler gerne korrigieren. Allerdings sind die Beiträge meistens von Fachpiraten eingebracht oder kontrolliert worden. Natürlich können Fehler trotzdem passieren.

Allerdings geht es bei Widerspruch oft eher um mangelnde Sachkenntnis des Kritisierenden oder um abweichende Meinungen. Die über offizieller Accounts verbreiteten Meinungen sollten vom beschlossenen Parteiprogramm gedeckt sein. Das wird soweit ich weiß im Vorfeld geprüft. Natürlich machen Menschen Fehler, aber auch hier gilt: Der richtige Weg ist die Benachrichtigung des ÖA-Teams, dass das prüft und gegebenfalls korrigiert.


#4

Das Problem dieser Partei in einem Satz.
Kompetenzfragen.


#5

Mir sind von Seiten der Basis bisher vor allem zwei Dinge negativ aufgefallen:

  1. Persönliche Streitereien werden öffentlich ausdiskutiert, nicht zuletzt zwischen “prominenten” Mitgliedern
  2. Kritik (berechtigt sowie unberechtigt) wird öffentlich geäußert, statt per privater Nachricht.

#6

Durchaus richtig, ich würde aber widersprechen das dies nur eine Problem der Basis ist. Gibt durchaus auch Vorstände die genauso handeln oder sogar etwas öffentlich kritisieren, das sie selbst Kraft Amt konstruktiv ändern könnten.

Wir (alle) kriegen es oft nicht auf die Reihe eine konstruktive Kritik auch noch an die richtige Stelle zu adressieren - und dann geht es oft öffentlich ab. Vielleicht liegt es daran daran das wir keine Beschwerdestellen haben bei denen Leute ernst genommen werden?


#7

Sorry, aber wenn ich lese, dass wir in einer PM zum Doxxing-Vorfall in bester PCWELT-Manier empfehlen, man möge sein Antiviren-Snakeoil updaten, dann fällt mir schwer das zu glauben

Positiv erwähnt werden soll jedoch, dass es GLiederungen gibt, die dies zum Anlass genommen haben, wieder Cryptoparties anzubieten.

Dafür kann es diverse Gründe geben. Dass die Leute nicht fesselt, was wir so twittern, könnte einer unter vielen sein.

Möglicherweise. Ich habe gestern einem Verantwortlichen Kritik persönlich via DM mitgeteilt, und bekam als Antwort, dass alles viel einfacher sein könnte, wenn man mir meinen privaten Twitteraccount wegnehmen würde. Nun ja…


#8

Besonders Einfach bei Facebook-Beiträgen da Facebook zulässt dass im Gegensatz zu twitter das bereits veröffentlichte Wort noch korrigiert werden kann.


#9

Tja was soll man dazu sagen. als PM raus ging war die Nachrichtenlage noch sehr dünn.

Du wiederholst das Snakeoil-Mantra ja gerne, aber es ist trotzdem falsch. Ein durchschnittlicher Bürger ist mit Anti-Virussoftware besser dran als ohne. Noch sind die besser als der Windows-Defender.
Natürlich bieten sie keinen vollkommenen Schutz.

Was auch Snakeoil gegen die meisten Attacken ist. Denn Verschlüsselung deines privaten Email-Verkehrs schützt dich nicht vor Phishing oder gegen DriveBy Szenarios. Auch deine Festplatte zu verschlüsseln hilft dagegen nicht weiter.
Javascript und HTML-Mail vermeiden kann man versuchen, klappt aber nur schlecht.
Javascript deaktivieren ein Klassiker führt dazu das man viele Webseiten nicht mehr nutzen kann.

Es bleibt gefährlich und auf einer Cryptopartiy wir ein Laie nicht ein Meister der digitalen Selbstverteidigung.


#10

Mag sein, insbesondere gab (und gibt) es kein Hinweis darauf, dass Malware zur Erbeutung der Daten zum Einsatz kam,

Der durchschnittliche Bürger ist auch mit Airbag besser dran als ohne, hat nur beides mit dem vorliegenden Fall wenig zu tun.

Nein, dafür aber eine gefährliche Illusion von Sicherheit. Im schlimmsten Fall sind sie selbst so unsicher, dass sie sogar neue Angriffsvektoren eröffnen,

Cryptoparties umfassen üblicherweise mehr als eine bloße Erklärung, wie man GnuPG verwendet. Zum Beispiel auch, wie man ein sichereres Passwort wählt.

Also HTML-Mails zu vermeiden ist nun wirklich keine Raketenwissenschaft. Bei JavaScript stimme ich dir zu, dass es schnell nervig wird.

Nach allem was wir bisher wissen, hätten die betroffenen Politiker auch keine Meister sein müssen, um diesen Angriff zu vermeiden, sondern ein paar Grundkenntnisse hätten vermutlich schon gereicht. Und die kann man in einer Cryptoparty durchaus vermitteln.


#11

Sach das mal den ganzen Leuten die nur HTML-Mails verschicken…


#12

Ich zitiert mal Heise.de:

“Stellen Sie sicher, dass Ihr Virenschutz auf dem aktuellen Stand ist. Zwar fallen auch Virenscanner gelegentlich durch Sicherheitslücken auf, aber ein Verzicht auf Virenschutz ist auch keine Lösung. Der von Microsoft bereitgestellte Windows Defender ist hier das Minimum.”

Zugegeben, so ein Verweis auf einen 1,5 Jahre alten Artikel bei Heise und die Erwähnung das die Politik seit WannaCry nichts getan hat, das hätte etwas mehr Wumms gehabt. Wahrscheinlich sollte die PM aber auch schnell sein, und in der Tat hat das ja auch zu Medienecho geführt.

Aber wir schweifen vom Thema ab!

Das ist natürlich auch keine Art und das Gegenteil von “ernst genommen werden” - das hat allerdings möglicherweise eine besondere Historie und ich denke das weisst du auch, Thomas.

Andererseits kann man auch einfach mal über kleine Details einer PM hinwegsehen. Der Punkt ist halt das es wichtig und richtig ist das Thema jetzt für uns zu pushen. Da sollte man auch mal über kleinere Fehler hinwegsehen die eh nur 1% der Leser auffallen und statt dessen einfach mal gemeinsam an einem Strang ziehen. Und genau das ist IMHO auch eine berechtigte Kritik an der Basis.


#13

Ich würde das hier gern verbreiten, wirklich. Ich kann es aber nicht, da es - zum Beispiel - weder ein verlinkbares EU19 Wahlprogramm gibt noch eine vernünftig angepasste Vorstandswebseite.

“Wir” hacken auf anderen herum und sind keinen Deut besser. Wo ist denn unsere Kompetenz bei solchen - im Prinzip - Alltäglichen Dingen?


#14

Damals ging es - wie du ja selbst feststellst - um WannaCry - eine Schadsoftware. Der vorliegende Fall ist jedoch gänzlich anders gelagert.

Es war weniger ein Versagen “dere Politik”, sondern eher der betroffenen Politiker. Wenn, dann könnte man höchstens anmerken, dass es mit der Digitalkompetenz offenbar nicht weit her ist - hat Danny ja auch getan. Wenn man das politisch angehen will, scheint mir der Weg von Patrick, darauf zu verweisen, dass die Politik selbst bewusst Unsicherheiten schafft, der zielführendste zu sein.

Alles richtig. Aber genau ist doch das Problem: dass persönliche Befindlichkeiten noch immer mehr zählen als der Inhalt.

Das könnte man so sehen, wenn nicht das genau das einzige Thema ist, wo uns die Öffentlichkeit noch eine breitere Kompetenz beimisst. Und wenn wir gerade bei solchen Big Points Fehler machen, ist es umso bedauerlicher. Hier muss unser Anspruch einfach ein anderer sein.Sonst können wir uns unsere Kritik an der Netzpolitik der anderen sonst wo hin schmieren.


#15

Du schreibst ja einen Absatz später,

Ja, genau das ist es. Gute Aussagen gehören verbreitet, ohne $Dinglichkeiten zu beachten. Wenn mir was gutes über den Weg läuft wird es honoriert. :o)


#16

Auch wenn die Diskussion schon weiterläuft: Du musst mir nicht widersprechen, ich sehe das nämlich auch nicht als reines Basisproblem, sondern als ein Allgemeines. Unklar ausgedrückt ^^ sorry.

Beschwerdestelle klingt durchaus sinnvoll.


#17

Dies ist so nicht richtig.

Die Piratenpartei lehnt jede Form der Schlichtung ab, obwohl sie es in der Satzung stehen hat.
Verfahren vor Schiedsgerichten enden im Nichts.

Wer nicht öffentlich und lautstark zurückkeilt, verliert.

Dies Basis wüßte schon, wie öffentlicher Streit vermieden wird, die gewählten Vorständen setzen aber auf ausgrenzen, Kritik wegräumen.
Im Ergebnis führt dies dazu, dass die Piratenpartei unfähig ist Konflikte zu lösen und dies entspricht auch dem Charakter vieler Amtsinhaber der Piratenpartei.


#18

Ich bin erst seit diesem Sommer dabei, vielleicht hatte ich bisher einfach Glück, aber das Lösen von Problemen hat am besten durch vernünftige Gespräche geklappt, statt durch rumgemecker auf Social-Media. Das verhärtet nur unnötig die Fronten.

Wenn Vorstände (sachliche!) Kritik ignorieren, ist dass tatsächlich ein Problem, dass man lösen muss, das würde hier aber vom Thema abweichen.


#19

Dann kannst Du froh sein, dass seit dem letzten Bundesparteitag der §7 der Schiedsgerichtsordnung “Schlichtung” geändert wurde.

Nach ca. 2000 Seiten Papier, 2 Verfahren vor Amtsgerichten und ca. 20 Schiedsgerichtsverfahren, war es dann soweit, dass man gemerkt hat, Konflikte in Zukunft eventuell per Schlichtung lösen zu wollen.
Soviel zu den friedlichen Bemühungen der Basis, wenn Vorstände lieber auf Wegräumen setzen.


#20

Du hast offenbar ganz schlechte Erfahrung gemacht.

Normalerweise stellen die meisten Mitglieder erfolgreicher Organisation den Erfolg der Organisation über ihre eigen Profilierung. Rechthaberei und Kompromisslosigkeit sind leider in Piratenpartei weit verbreitet.
Solche Auseinandersetzungen sind ohnehin kaum schlichtbar.
Das endet dann meist vor ordentlichen Gerichten, was nicht zum inneren Frieden in der Partei beiträgt.

Ich kann mich an eine handvoll Fälle erinnern.
Einer war ein Schatzmeister einer Untergliederung, der sich nicht der einheitlichen Belegablage und dem Abrechnungssystem der Gesamtpartei anschließen wollte. Möglicherweise mit richtiger Rechtsauffassung, aber halt nicht teamfähig. Menschen in den übergeordneten Gliederungen Zusatzarbeit zu machen, erschwert ein gutes Verhältnis.