Kopftuchverbot - Ja oder Nein?

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Da sind ja die Feministinen und auch einiger Gender Aktive die das voll Fordern. Weil Islamisch Patriarchiale Familienoberhäupter das Kopftuch zur Unterdrückung von Frauen erzwingen. Im Iran werden Frauen die das Kopftuch ablegen ja sogar zu 30 Jahren Haft verurteilt, voll krass dass.

Dann gibt es da noch die Linken Aktivisten und viele von der Antifa für die ist ein Kopftuchverbot ja so voll Rassistisch und die bekämpfen dann die Anhänger des Kopftuchverbots als wie wenn es Nazis wären. Also Schlägereien und so.

Was ist denn so eure Meinung zu dem Thema ? Dient das Kopftuch zur Unterdrückung von Frauen und gehört abgeschafft oder ist eine Abschaffung Intolerant gegen den Islam und somit rassistisch ?

Quelle für Deine Behauptung.
Ansonsten ordne ich das wieder in die Kategorie “Provokation” ein.

Wahrscheinlich warst Du auch noch nie im Iran und bist auch nicht mit den Gegebenheiten vertraut.

Etwas kritischer könntest Du schon mit Deiner rechten Twitter-Gruppe umgehen.

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Für den Realitätscheck:

Sind ja sogar total krasse 38 Jahre Haft, die da so drohen. Nur weil die mutige Frau sich nicht dem Islamischen Patriarchiat unterordnen will. Das steht so in der Rechten Hetzer Zeitschrift Emma. Das Faschistische Rassistenportal Amnesty International sagt das ebenfalls, da sind das dann aber nur so 33 Jahre.

Welche Rechte Twitter-Gruppe denn ? Die kenne ich noch gar nicht ? Sag an mein liebster Freund.

Wie kommt es denn nun so das Kritik am Islam immer so in die Rechte Ecke gestellt wird ?
Wenn der Deutsche, weiße alte Mann Frauen mißbrauchen tut dann sind ja so die Linksaktivisten immer so voll dagegen und kämpfen für Frauenrechte. Aber wenn die Frauen von Islamisten unterdrückt werden, ja dann tun die sich so immer auf die Seite von die Islam stellen und wer das Kritisiert ist dann ein Rechter. Ich verstehe das ja voll nicht warum das so ist ?

Ja sind denn Piraten keine Laizisten ? Dann hätten Religiöse Symbole wie Kreuzefixe und Kopftücher an Schulen und Unis nix verloren und sollten dort schon verboten sein, oder sehe ich das mal wieder so vollkommen falsch ?

Die Quelle für Deine 30 Jahre wegen Kopftuch ablegen, fehlt.

Diese Frage sollten sich die Islam-Kritiker fragen, die noch nicht einmal in der Lage sind, die unterschiedlichen Ausprägungen des Islam, deren Hintergründe und die Verankerung in der Bevölkerung zu kennen.
Bei den Diffamierungen und der Hetze wird nunmal pauschaliert und vereinfacht.

s.o.

s.o.

… da nunmal Ausländerfeindlichkeit eine Eigenschaft von rechter Politik ist

Aus dem Grundsatzprogramm der Piratenpartei:
Wir sehen die Vielfalt, die auch durch das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft entsteht, als Bereicherung des gesellschaftlichen Lebens an. Wir erkennen den gegenseitigen Einfluss von Ausgrenzung durch die Mehrheitsgesellschaft und Segregation der als »fremd« gebrandmarkten Menschen und werten diese Situation als mit unseren Vorstellungen von Menschenwürde nicht vereinbar.


Freiheit und Vielfalt der kulturellen, religiösen und weltanschaulichen Einstellungen kennzeichnen die modernen Gesellschaften. Diese Freiheiten zu garantieren, ist Verpflichtung für das Staatswesen. Dabei verstehen wir Piraten unter Religionsfreiheit nicht nur die Freiheit zur Ausübung einer Religion, sondern auch die Freiheit von religiöser Bevormundung. Wir erkennen und achten die Bedeutung, die individuell gelebte Religiosität für den einzelnen Menschen erlangen kann.

Freiheit bedeutet die freie Wahl zu haben das Kopftuch anzuziehen oder auch nicht. Ein Verbot wäre daher illiberal und ein Einstieg in eine Verbotskultur die sich mit der Zeit auch auf weitere Gebiete ausdehnen würde. Mal ganz abgesehen das die Ausübung sowie das Bekenntnis zu einer Religion ein Grundrecht ist. Ein Kopftuchverbot in Deutschland hilft den Frauen im Iran auch nicht weiter !

Dennoch, der Islam sollte wie jede andere Religion auch stärker hinterfragt und öffentlich kritisiert werden. Genau da haben wir anscheinend aber ein Problem, verursacht durch die Links/Rechts Spaltung der Gesellschaft die eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Islam so unglaublich schwer macht.

Ist denn einjeder der gegen Islam ist auch gegen Ausländer ? Wieso das denn ?

Der Koran und die auf ihm fußende muselmanische Gesetzgebung reduzieren Geographie und Ethnographie der verschiedenen Völker auf die einfache und bequeme Zweiteilung in Gläubige und Ungläubige. Der Ungläubige ist „harby“, d.h. der Feind. Der Islam ächtet die Nation der Ungläubigen und schafft einen Zustand permanenter Feindschaft zwischen Muselmanen und Ungläubigen. In diesem Sinne waren die Seeräuberschiffe der Berberstaaten die heilige Flotte des Islam.

Karl Marx , 1854,

Ist Karl Marx jetzt so voll der Rechte Ausländerfeind ?

Genau das geschieht ja in den Ländern, genauso, wie bei uns das Aufhängen der Kruzifixe in öffentlichen Gebäuden diskutiert wird.

Siehe Urteil oben, war ja Teil eines öffentlichen Protestes.
An der Art und Weise, wie Frauen in vielen Städten im Iran ihr Kopftuch tragen, teilen sie eben öffentlich mit, welches Verhältnis sie persönlich zur Religion und zu religiösen Führung haben.

Du erwartest von mir jetzt hoffentlich keine Diskussion von 1852, wenn der deutsche Mann der deutschen Frau erst 1962 erlaubte, ein Konto zu eröffnen.

Zur Erinnerung: 1865 wurde der Sklavenhandel in den USA als verfassungswidrig erklärt.

Ansonsten gab es da noch Ereignisse in Deutschland zwischen 1852 und heute, die rechte deutsche Politik in Kombination mit Menschenverachtung intensiv prägte.

Die aktuelle rechte Politik zeichnet sich derzeit ja auch oft durch Fremdenfeindlichkeit aus und die unangemessene Islamkritik ist eine Ausprägung davon.

Ich finde als liberale Partei kann man nur im Falle einer Kopftuchpflicht gegen das Tragen eines Kopftuchs sein. Dann könnte sich eine liberale Partei gegen diese Kopftuchpflicht einsetzen. Solange es jedoch dem Individuum selbst überlassen bleibt ein Kopftuch zu tragen oder nicht, ist von liberaler Seite nichts dagegen einzuwenden.

JA, zumindest zeigt er in dem vorgestellen Ausschnitt eine gewisse Form von Islamophobie. Denn es ist nunmal das Merkmal fast jeder Religion die Welt in Gläubige und Ungläubige einzuteilen. Gläubig/Ungläubig (Wissende/Unwissende?) ist der Code einer jeden Religion (Ideologie?), würde Luhmann sagen und kein besonderes Merkmal irgendeiner Religion, dass sich diese herausnehmen kann oder ihr zugeschrieben werden kann.

Die Frage müsste also umgekehrt gestellt werden: Gibt es eine Religion oder Ideologie, welche die Menschen nicht in Gläubige und Ungläubige bzw. Wissenden und Unwissende einteilt? MMn JA - der Humanismus.

Allerdings, wie hier @GG79 beschreibt

war Mitte des 19. Jahrhunderts eine gewisse Form der Misogynie und der Fremdenfeindlichkeit populär ausgeprägt. Das änderte sich erst durch den immer breiteren Zugang von Wissen am Anfang des 20. Jahrhunderts, denn da setzte sich der Humansimus endgültig durch. Allerdings gab es eine brutale und wohl allen bekannte reaktionäre Schlagseite, welche nicht allen Menschen, das Menschsein zu sprechen wollten - das waren die Nazis und Rassisten.

Zusammengefasst: Sowohl der Sozialismus als auch Religionen ist eine gewisse Form von Fremdenfeindlichkeit immanent, allerdings in einer weit, weit milderen Form als es die Ausprägung der Menschenfeindlichkeit im Rassismus ist.

Das würde ich hier nicht anführen. Wenn und wo das Tragen einer Kopfbedeckung allgemein unzulässig ist, hat das für Religiöse genauso zu gelten. Und wenn diese Freiheitseinschränkung nicht verhältnismäßig ist, dann sollte weder die modische noch die religiöse Freiheit derart eingeschränkt werden.

Religion als Grundrecht zur Legitimation von Ausnahmen heranzuführen, geht m.E. garnicht.

Ebensowenig ergibt es Sinn, nur religiöse Kopfbedeckungen zu verbieten. Das könnte im Extremfall dazu führen, dass eine Behörde darüber befindet, ob jemand z.B. glaubhaft modische Gründe anführt (dann wären Kopftücher womöglich für Männer leichter durchzusetzen und Kippas für Frauen, weil da jeweils da religiöse Motiv ferner läge. Um zu beurteilen, ob ein Turban durchgeht, müsste man vielleicht in der Familiengeschichte wühlen…).

Letztlich kann pragmatischerweise nur die Frage sein, ob man eine Uniformierung (z.B. in Form von “Keine Kopfbedeckung” oder “Blaue Schirmmützen für alle”) anordnen darf. Wo (egal ob durch Gesetzgeber, Clubeigentümer, Arbeitgeber etc.) so ein Verbot verhängt werden darf, hat es Religion einzuschließen.

Bin überhaupt kein Freund von Religion und deswegen ein Freund Frankreichs, wo das Tragen auffälliger religiöser Symbole in öffentlichen Institutionen wie z.B. Schulen verboten ist. Und im Klartext: Effektiv profitiert vom Kopftuch (glücklicherweise muss sich Deutschland nicht über Burkas Gedanken machen) lediglich eine beschämend illiberale Parallelgesellschaft. Und das Argument der Religionsfreiheit ist mir viel zu schwach, um solche Parallelgesellschaften zu tolerieren. Das Ziel muss immer sein, Menschen in diesem Land in unsere Gesellschaft zu integrieren. Es wird darüber hinaus niemand daran gehindert, in z.B. eine Moschee zu gehen und zu beten, oder in seinem Privatleben seine Religion auszuleben.

Die von Marx getätigte Aussage ist entweder islamophob oder eine triviale Feststellung. Wie soll sie beides sein? Wenn triviale Feststellungen irgendwasphob sein können, dann haben wir ein Problem.

Die christliche Welt hat bis zur Aufklärung gut 1750 Jahre gebraucht, der Islam ist erst über 600 Jahre später entstanden. Damit stehen ihnen noch ein paar Jahrhunderte Weiterentwicklung zu.

Die christliche Welt hat den Glauben und die Werte inzwischen weitgehend abgelegt, das schreckt gläubige Muslime natürlich ab, diesen Weg zu gehen.

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Auch in der Islamischen Welt ist die Gläubigkeit rückläufig und immer weniger junge Leute haben Bock auf ein Gottgefälliges Leben. Gewisse Prozesse der Weiterentwicklung laufen somit ja bereits, werden jedoch derzeit noch meist brutal unterdrückt. Die Religion dient dort aber dennoch wie im Europa des Mittelalters zur Festigung überkommener Strukturen. Ohne den Islam würden die Diktaturen im Iran oder Saudi Arabien sehr schnell zusammenbrechen da Sie keine Legitimation mehr hätten. Anderes Beispiel ist Erdogans Islamismus, für ihn ist es sehr praktisch abhängige Islamistische Schläger und Miliztruppen zu haben die jede Opposition bei Bedarf unterdrücken können.

Somit dürfte die Reformation bzw. Weiterentwicklung noch ein ziemlich schwieriger Prozess werden bei dem viele harte Widerstände zu überwinden sind.

Wenn sich postmoderne linke Feministinnen für den politischen Islam einsetzen. Von unserer Gastautorin Ninve Ermagan.

Die Kopftuchgegner klammern aber aus, warum Chomeini am die Macht kam und warum der Islam in vielen Ländern dadurch wieder zum Leben erweckt wurde.
Wären sie bereit dies zur Kenntnis zu nehmen, wäre auch ihre Position eine andere.

Das Kopftuchverbot hatte der Schah im Iran umgesetzt …

Aktuelles zum Kopftuch:

Weil der persische Schah vor mehr als 40 Jahren ein Kopftuchverbot durchgesetzt hat, soll ich mich einer Querfront aus Twitter-Linken und rückständigen Religiösen anschließen? Leider nein, leider gar nicht. :thinking:

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Naja, letztendlich ist der Islamismus im Iran wohl auch als Gegenbewegung zum Westlichen Imperialismus bzw. der Schah Diktatur entstanden. Das macht zwar einiges gut verständlich ist aber aus progressiver Sicht noch lange kein Grund diese reaktionäre Spielform der Religion zu protegieren bzw. die Debatte um das Kopftuch in eine rassistische Ecke zu stellen.

Verbote lehne ich aber dennoch ab, auf ein Verbot folgen meistens weitere und dann entwickelt sich zunehmend eine Verbotskultur die sich mit der Zeit immer weiter ausbreitet. Religionskritik ist wichtig, gleichzeitig muss aber dennoch die Religionsfreiheit verteidigt werden.

Natürlich nicht.
Das Thema lautet aber hier Kopftuchverbot Ja-Nein und nicht Rassismus oder das Protegieren von reaktionären Spielformen der Religion.

Die Frage ist doch hier, bringt uns ein Kopftuchverbot in Deutschland nun weiter und hilft es den Frauen oder nicht?
Aus meiner Sicht nicht, da es spaltet und nicht integriert.

Was soll den “Spalten” in diesem Kontext bedeuten? Kein Kopftuchverbot ermöglicht, unter dem Deckmantel der Toleranz, ein Aufwachsen von Frauen in Deutschland in patriarchalischen und autoritären Parallelgesellschaften. Wenn streng gläubige muslimische Familien ihre Töchter nie ohne Kopftuch in der Öffentlichkeit sehen, zementiert das nur jene Kulturen, weil die Kopftuchlosigkeit weiterhin als absolutes Skandal angesehen werden kann. Die Spaltung ist also a priori vorhanden und die Integration wird nur erschwert. Warum sollte man sowas tolerieren? So weit ich sehe nur, weil es sich schlecht anfühlt, Kopftücher zu verbieten.

Die Franzosen haben - weil sie auch größere Probleme mit Parallelgesellschaften in ihren Banlieus haben, als wir - 2004 ihr Verbot von auffälligen religiösen Symbolen eingeführt und unlängst ein Gesetz, dass in Problemvierteln nur 12 Schüler pro Klasse sein dürfen, weil sie eben derart arge Probleme mit der Integration haben. Zur Erinnerung hat die französische AfD FN mit 23% knapp das Stärkste Ergebnis aller Parteien bei der letzten EU Wahl bekommen und laut den letzten Präsidentschafts-Umfragen liegt Le Pen gleichauf mit Macron bei 28%. Linksliberale wie Finkielkraut warnten in Frankreich schon seit 1989 über die Integrationsprobleme, aber anscheinend wird ja in der Politik nur auf dem letzten Drücker irgendwas getan.

Jetzt könnte man natürlich sagen: “Ja, in Deutschland ist es aber nicht so schlimm und wir wissen sowieso alles besser, wird schon alles klappen und die Probleme werden sich von alleine lösen, die AfD kann gar nicht so stark werden, weil wir ja mutig gegen Rechts kämpfen.” Kann man so sehen. Ich fände es wiederum am Klügsten, wenn man Frankreichs Fehler gar nicht erst begehen würde, denn so weit ich sehe steuern wir direkt auf dasselbe zu, Kopftücher sind nur ein Symptom von vielen.

Letztlich scheint mir hier die Untätigkeit des Staates bezüglich Integration aus den Gastarbeiterzeiten, als man dachte, dass eh alle wieder zurückgehen werden, als offizielle Doktrin erhoben worden zu sein. Und “nicht mit Rechten in eine Ecke gestellt werden” zu können halte ich für einen feigen Grund, die Kollateralschäden für die Gesellschaft und die betroffenen v.a. Frauen und Homosexuellen, die in jenen Parallelgesellschaften aufwachsen müssen, einfach hinzunehmen.