Kommunikationskanäle

Fortsetzung der Diskussion von Neues Antragsportal, Antragseinreichung zum BPT 20.1:

Das ist nochmal ein ganz dickes Brett, denn tatsächlich sind Kommunikationsdefizite eines der größten Probleme der Piratenpartei.

Die Kommunikation muss durchsuchbar sein, nur so kann man selber Dinge von Interesse finden, die einem nicht direkt mitgeteilt wurden.

Mailinglisten, Twittergruppen, Telegramgruppen etc. kann man nicht (gezielt) durchsuchen.
Foren erfordern eigene Aktivität.

Dieses Thema dürfte immer wichtiger werden.

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Das geht schon ganz “oben” beim Bundesvorstand los. Im vorletzten BuVo habe ich dafür gekämpft, mal etwas besser durchsuchbare Kommunikationskanäle zu bekommen. Der Hauptkanal war eine einzelne Twitter-DM-Gruppe mit sehr vielen Nachrichten von unwichtig bis dringend und eine nicht konsequent genutzte Mailingliste mit der üblichen nachlässigen Zitierweise.

Viele wichtige Dinge flogen in diversen Pad-Teams herum, die nicht praktisch zu durchsuchen waren. Redmine ist schon lange da, wurde aber intern fast nur für Beschlüsse genutzt. Irgendeine Todo-App gab es, die ein paar genutzt haben, aber da habe ich den Namen vergessen. Mails liefen ins OTRS und wurden teilweise manuell ins Redmine übertragen, z.B. wenn es um einen Antrag ging. Irgendwann hatten wir zusätzlich noch Slack und Discourse, aber es war nicht möglich, alle BuVo-Mitglieder dort reinzuholen. Dazu noch eine unbekannte Zahl an inoffiziellen “Nebenkanälen”. Alle 2 Wochen gab es eine nichtöffentliche Arbeitssitzung, die auch mal mehrere Stunden gedauert hat. Da hat man vieles mitbekommen, aber dafür braucht man Zeit und ein wenig Geduld bei den vielen Themen, die da aufliefen.
Habe nach diesem großartigen Erlebnis mal gesagt, dass wir mehr Kommunikationstools intern genutzt haben als wir BuVo-Mitglieder hatten…

2 Jahre später sind wir im BuVo bei einer einzelnen Telegram-Gruppe, einen Cryptpad-Team und eine fast gar nicht genutzten Mailingliste angekommen. Mails laufen endlich ins Redmine, aber sonst ist da nicht viel zu finden, was Projektplanung und -dokumentation angeht. Das wäre gut durchsuchbar mit einer Postgres-basierten Volltextsuche und allen möglichen Filtern, die man sich vorstellen kann. Trello fliegt auch noch herum, habe ich mal gehört. Wikiseiten, die mit dem BuVo zu tun haben, bleiben lange unangetastet und verteilen veraltete Infos. Selbst als BuVo stehe ich oft da und muss mich durchfragen. Die Arbeitssitzungen sind noch unstrukturierter als vor 2 Jahren und auch schon mehrere Male ziemlich eskaliert. Ein riesen Spaß…

Klingt nicht gut.

Wobei das in erster Linie nicht wirklich eine Toolfrage ist, sondern eine der Disziplin. Es gibt halt zu viele Optionen, da muss ganz klar definiert werden welche genutzt werden.

Auch so ein Grund, warum ich kein Freund davon bin weitere neue Tools einzuführen.

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Mir fehlt vorallem eine Möglichkeit im Austausch mit den Mitgliedern zu bleiben. Einen Newsletter, o.ä. der regelmäßig erscheint und in dem z.B. AGs, Termine, etc. drinnen sind.

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Ja und nein. Sehr viel Kommunikation ist in Stunden bis Tagen veraltet und sollte dann möglichst auch verschwinden, statt dass sich Menschen später fälschlich darauf beziehen.

Das Problem sehe ich v.a. daran, wenn längerfristige, wichtige und dringend Dinge im Chat-Strom untergehen. Deshalb finde ich auch nicht zwingend von Vorteil, nur ein Tool für alle verwenden zu wollen.

Wow - ich wusste gar nicht, dass es SO schlimm war.

Immerhin, aber auch nicht viel besser.

Dennoch - auch als Nicht-mehr Mitglied hast du meine volle Anerkennung für deinen unermüdlichen Kampf gegen Windmühlen. Manchmal gewinnt man am Ende sogar.

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An wie vielen Stellen willst du suchen und dir einen Übersicht zu verschaffen was gerade in der Partei passiert, und welche Themen diskutiert werden.
Wie willst du die guten Leute finden, die Partei nach außen vertreten können oder die eine Begabung für oder Interesse an Vorstandsarbeit haben?
Wie willst du Leute miteinander Vernetzen, die auf verschiedenen Kommunikationsplattformen unterwegs sind?

Es gibt letztlich keine andere Möglichkeit, als alle Kommunikation an einer Stelle zu bündeln.
Das löst aber nur das halbe Problem, denn du musst auch einen Weg finden aus er Masse der Information die zu kriegen, die für die relevant ist. Ansonsten ist wenig gewonnen.

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Das ist so korrekt. Man braucht zwei Kanäle: Einen für dokumentierte Dinge, die auch über längeren Zeitraum nachgehalten werden können. Eine Mailingliste ist hier geeignet (sofern jeder Teilnehmer ein Thread-Fähiges Mailprogramm hat :wink: ). Und einen für die schnelle kurzfristige Kommunikation. Hierüber muss man die Kollengen “anpingen” können, und das wird sich im Zweifelsfall aufgrund der schnellen Dialogfähigkeit auch für etwas Smalltalk herausbilden.

Wichtig ist natürlich, dass alle Vorstandmitglieder sich der überwiegenden Mehrheit des Gremiums anpassen, und nicht einzelne aus Prinzip einen dieser Kanäle boykottieren :wink:

Viele Grüße

Lothar

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Ich würde sagen genauso wichtig ist, dass die Mehrheit das Tool nach rationalen Kriterien auswählt und nicht einfach der kleine gemeinsame Nenner und damit das schlechtest mögliche Tool verwendet wird. Ich hab null Verständnis für Organmitglieder, die einfach aus Prinzip gegen jedes neue Tool sind.

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Du hast ja recht, aber um das durchzusetzen, müssten die Kanäle mal offiziell abgestimmt werden. Ansonsten hast du bei der derzeitigen knappen Auswahl an Kandidaten einfach kein Druckmittel.

Gruß
Andi

Auch das funktioniert nicht: selbst wenn ein Kanal mehrheitlich positiv abgestimmt ist, ist keinesfalls gewärleistet, daß er auch faktisch genutzt wird; beispielsweise, wenn es bereits etablierte Alternativen gibt, oder seine Nutzung ineffizient ist (z.B. wegen mangelnder Reichweite, hoher Komplexität oder schlechtem User-Interface).

Habe überlegt, für welche Tools, die mit Kommunikation zu tun haben, wir überhaupt Beschlüsse haben.

Für andere Systeme sind möglicherweise Beschlüsse im Wiki vergraben oder sie wurden einfach mal so eingerichtet…

Zukünftigen BuVos und anderen Gremien würde ich empfehlen, die Frage der internen Kommunikation ganz am Anfang zu klären und auch begründete Beschlüsse dazu zu fassen. “Das haben wir vorher schon so gemacht”, “wir haben keine Zeit für Tooldiskussionen”, “$person kann in der Arbeit keine Piratentools nutzen, deswegen müssen wir $proprietäresTool nutzen”, “ich habe keine Lust mir noch ein Tool einzurichten” oder “Twitter ist schön niedrigschwellig” sind keine besonders überzeugenden Begründungen.

Ich antworte Dir hier direkt, weil Du es auch persönlich ansprichst und nicht der Eindruck entstehen soll das es immer die anderen sind die sich sperren.

Der 14.BuVo hat besprochen, nicht per Antrag beschlossen, Telegram als internen Kommunikationskanal für kurze Anfrage und Nachrichten an die anderen BuVo Mitglieder zu nutzen. Nur Du Tobias warst damit nicht einverstanden und wolltest RIOT/Matrix. Hier, wie überall, zählt die Mehrheit und es ist doch wünschenswert, wenn man sich einordnen würde.

Ich sags mal so: das ist in meinen Augen eine sehr verkürzte Darstellung des tatsächlichen Ablaufs. Ich kann mich z.B. an 2 Situationen erinnern, in denen ich Mattermost vorgeschlagen habe in beiden BuVos. Ist aber auch vollkommen egal jetzt. Genau deswegen sage ich ja: fasst einen Beschluss, dann habt ihr es schwarz auf weiß.

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Auch hier lieber Tobias / in wir ( Gemeinschaft ) kommt kein “ihr, und auch kein ich vor”

Ausserdem ist das hier nun ein bisschen triggy und bringt genau “nix”

@Moderator - bitte ausblenden ist doch “off topic” :wink:

Wobei die Verwendung von Tools, die außerhalb der Partei kontrolliert werden, immer sehr kritisch betrachtet werden muß. Zu deren Benutzung kann auch niemand gezwungen werden; hier muß eine organisationsinterne Alternative vorhanden sein.

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Genau da sehe ich den Haken. Ich halte es nicht für sehr klug und piratenkonform, wenn man Menschen dazu zwingt seine Daten bei $random Dienstleister zu lassen. Da ist es egal ob das Telegram, Twitter oder WhatsApp ist. Eigentlich sollte parteiinterne Kommunikation ausschließlich auf den Kommunikationsplattformen der Partei stattfinden. Aber das ist halt nicht so “bequem”.

Habe das Problem mit der Landespresse in BW. Wir haben nen Team im Lattenrost, hat super geklappt, aber nachdem jetzt immer mehr Aktive wegbrechen und wir auf die “weniger Aktiven” zurück greifen müssen erreiche ich sie halt nur noch über Telegram. Ich kann sie leider schlecht zum Lattenrost zwingen, also bleibt mir nichts anderes als sie dort abzuholen wo sie sind, in Telegram.

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Bei selbstorganisierten Teams in der Partei finde ich nicht so wichtig, wie sie intern kommunizieren, solange die Beteiligten damit zufrieden sind. Problematischer wird es, wenn das Teams sind, in die auch mal neue Leute reingewählt (Vorstände) oder hineinbeauftragt werden (Servicegruppen). Da fände ich es schon angemessen, Regeln zu haben, die die Verwendung von beschlossenen Parteitools vorschreiben.

Vor allem muss es möglich sein, solche offiziellen Teams über Parteitools erreichen zu können. Im Beschluss zu Discourse steht ja, dass BuVo und Servicegruppen über das Forum erreichbar sein müssen. Umgesetzt ist das natürlich noch nicht; immerhin ist die SG, für die ich zuständig bin, schon lange im Forum erreichbar :wink:

Alternativen gabs ja genügend, aber ich war in 2 BuVos praktisch gezwungen, externe und unverschlüsselte Tools für die interne Kommunikation zu nutzen.

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Die Piratenpartei wollte ja mal das mit der Transparenz.

Dazu ist es schon notwendig zu wissen, wer alles z.B. bei einen Programmbeschluss mitgearbeitet hat.
Wir wollen ja auch bei Gesetzentwürfen wissen, welche Lobbyisten da Einfluss genommen haben.

Das geht im Grunde nur, wenn Arbeitskanäle (partei)öffentlich zugänglich sind.
Ansonsten heißen unsere Hinterzimmer nur Twittergruppe oder so ähnlich.

Dabei kann öffentlich auch bedeuten:

  • Veröffentlicht nachdem die Weberkampange raus ist. Oder
  • das externe Gericht sein Urteil gesprochen hat.

Inwieweit Verwaltung oder Organisatorisches öffentlich sein können oder müssen kann man im Einzelfall regeln.

Ideale Transparenz wäre wenn man sich vom vom Programmpunkt zum Parteitag, zur Diskussion, zum Antrag, zu Informationsquellen, zu den Antragstellern, zu den Arbeitsprotokollen und zu den Mitwirkenden leicht durchklicken könnte.

Gerade auch weil wir Medienkompetenz als Unterrichtsfach fordern, sollten wir auch Informationsquellen benennen können, die wir verwendet haben.

Transparenz bedeutet aber auch, dass alle nachschaun können sollten, welche Anträge gerade erarbeitet werden. Damit man rechtzeitig mitarbeitet anstatt später Konkurenzanträge zu verfassen.

Jede Kommunikation, die nicht auf “öffentlichen” Kanälen erfolgt, erweckt den Eindruck dass “die Piraten halt digitale Hinterzimmer haben”.

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Das ist die Erfahrung, die wohl viele haben.

Egal wegen was man versucht Menschen zu erreichen, sei es für inhaltliche Arbeit, sei es für ORGA, sei es Parteikolleginnen zur Teilnahmen an einer RL Veranstaltung zu animieren, man muss sie alle einzelnen auf ihrem Lieblingsmedium, sei es Telegram, Discord, Twitter, Facebook, Instagram, Mail usw. oder sogar Telefon abholen. Weil man ansonsten schlicht weg keine Antwort bekommt.

Das ist kein Problem, was wir über Tools lösen können, denn egal welches Tool man nehmen wird, wird das Problem wird immer wieder das gleiche bleiben.
Damit wird man sich abfinden müssen.

Die offizielle Arbeit für die Partei muss meines Erachtens aber generell an parteiöffentlichen Orten stattfinden und vor allem auch dokumentiert werden und allgemein, transparent für jeden innerhalb der Partei zugänglich sein.
Durch die Zersplitterung der Kommunikation ist die Partei erstens sehr intransparent geworden und zweitens sind die Hürden der Mitarbeit mittlerweile enorm gewachsen.
Ich bin noch halbwegs gut informiert, aber wo sich die meisten AG´s aufhalten, tagen, besprechen diskutieren ist mir mittlerweile auch unbekannt und so kann man sich auch nicht mehr so einfach einbringen.
Man muss sich immer erst privat durchfragen und man steht erst mal vor einer Türe, die nicht zwingend geöffnet wird zur Mitarbeit bzw. zum einfach mal Reinschnuppern.

Also ich finde abgeschlossene Bereiche für die Mitglieder ja auch nicht immer zwingend schlecht für eine effektive Arbeit, weil man in dem Moment nicht immer wieder von vorne anfangen muss, aber auch da kann man die Hürden für Parteimitglieder durch entsprechende Transparenz vereinfachen. Durch die mangelnde Dokumentation geht meines Erachtens auch viel an Arbeit und Wissen verloren, auf das auch andere Gruppen der Partei aktuell oder vielleicht auch Jahre später zurückgreifen könnten.

Deswegen finde ich es wichtig, dass die Arbeit zumindest komplett auf den offiziellen Tools der Partei erfolgt und diese transparent und allgemein bzw. parteiöffentlich zugänglich dokumentiert wird.

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