Kommt die Presse noch ihrer Aufgabe nach?

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Gestern geisterte dieser Tweet durch meine Timeline.

Das spannende daran, ist das die Presse offenbar ihre Themen nicht nach Relevanz sondern nach anderen Kriterien auswählt.

Den Todesursachen Terrorismus (0,01%), Mord (0,9%) und Selbstmord (1,8%) also zusammen nicht mal 3% steht eine Bedeutung von ca. 66% in der Berichterstattung über Todesfälle gegenüber.

So etwas ähnliches haben wir hier mit der Deutschen Presse auch erlebt. Das Thema Flüchtlinge wurde in den Medien so stark berücksichtigt, dass seine reale Bedeutung völlig übertrieben wird. Andere Themen wie Klimawandel, Mieten oder soziale Gerechtigkeit sind dabei viel zu kurz gekommen.

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Welchen Kriterien denn dann? Das ist doch hier die spannende Frage. Letztlich operieren die Medien ja auch nach dem kapitalistischen Prinzip des Angebot und Nachfrage…

ARD und ZDF sind dem Prinzip von Angebot und Nachfrage nicht unterworfen, machen da aber auch mit.

Und wenn Presse nicht mehr nur berichtet, sondern durch falsche Gewichtung manipuliert, dann darf sie sich nicht mehr unabhängig oder überparteilich nennen.

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Ganz genau, dass der ÖR von sich behauptet, unabhängig zu sein, aber offensichtlich doch Gedöns für Quoten für 60J+ (ARD) und 50J+ (ZDF) produziert, ist mein größter Kritikpunkt. Wahrliche Bastionen der Medienkultur wie TerraX bekommen doch nur einen Bruchteil der Gelder, die Musikantenstadl, Schwarzwaldklinik etc. bekommen.

Doch, natürlich können sie das, sofern sie sich nicht von Parteien und anderen Abhängigkeiten beeinflussen lassen. Dass sie trotzdem Verkacken und sich thematisch im Kreis drehen, ist mMn als menschlicher Fehler zu betrachten. So wie auch dieses Framing-Handbuch von letztens.

Das müsste man erstmal definieren.
Ich bin z.B. nicht der Ansicht, dass der Anteil von bestimmten Todesursachen, proportional zu deren Relevanz ist. Schon garnicht, wenn man solche Themen wie Terrorismus da mit hineinmischt. Dass z.B. Tote im Straßenverkehr relativ wenig mediale Beachtung finden, liegt an der “Gewöhnlichkeit” dieses Umstandes. Was ist z.B. mit Hunger, verhungert in den USA niemand? Weitet man diese Statistik auf eine weltweite Betrachtung aus, wird das Ergebnis vermutlich noch deutlicher.

Was macht ein Thema also medial relevant?

Die Presse bekommt Presse-Mitteilungen und verändert ďen Text nur ganz gering. Ich habe früher im Offenen Kanal Lübeck Sendungen gemacht. Und habe vom Landtag Presse-Mitteilungen bekommen. Irgendwann fiel mir auf das Artikel in Zeitungen den Presse-Mitteilungen sehr ähnlich sind.

Ja, aber die Frage ist, warum sie gerade jene Pressemitteilungen auswählt und veröffentlicht, die sie auswählt und veröffentlicht, und nicht andere.

Es gibt da die tägliche Redaktionskonferenz, dort wird besprochen, was wichtig ist und da gibt es bei den einzelnen Medien durchaus Unterschiede.

Es kommt auch darauf an was die Leserschaft eines Mediums wahrscheinlich erwartet und dann auch bezahlt.