Klimawandel - Panik ist angebracht


#23

Immer, wenn ich was von “teuer” höre, fällt mir spontan ein, dass die Anschaffung eines 400 PS-SUV manchen Leuten keineswegs zu teuer ist. Oder mal eben über’s WE nach Malle zu jetten. Klar - diese Leute glauben, im Gegensatz zu 97% der Wissenschaftler, die sich mit dem Thema befassen, auch nicht an den Klimawandel. Und wenn, lautet der Wahlspruch “nach mir die Sintflut”


#24

Deswegen fahren wir auch ein Nissan Micra :smile:
Rechne mal für das Beispiel von Fulleren mit 60.000€

Es ist ja nicht nur das Material, der Aufbau und die Elektrik muss auch gezahlt werden.

Lohnen würde es sich, aber hab mal “grad so” mal 60.000€


#25

In China, dem größten Automarkt der Welt, beträgt der Anteil der Elektofahrzeuge an den Neuzulassungen über 8%, am Jahresende wohl deutlich über 10%.
Neue Produktionsstätten werden an jeder Ecke gebaut.

Das ist halt so wie bei der Einführung von Smartphones.
Man kann auch günstiger ohne Bildschirm telefonieren.


#26

Was denn jetzt. Gehts oder gehts nicht? Meinst du, es macht sich einfach von alleine? Ich bin auch “technologieoptimistisch”, aber “vernuftpessimistisch”. Denn leider zählt immernoch ausschließlich Wirtschaftlichkeit. Denn an der Technologie hängt es schon längst nicht mehr. Wärst du wirklich “technologieoptimistisch”, wüsstest du, der Klimawandel ist absolut kein technisches Problem, sondern ein wirtschaftliches. Und so leid es mir tut, aber wir brauchen Veränderungen “von heute auf morgen”, “innerhalb der nächsten Jahrzehnte” werden uns bereits Katastrophen heimsuchen, wenn wir dann immernoch auf irgend eine Technologie warten, statt die Vorhandene zu nutzen.

Fulleren hat absolut recht, Panik wäre schon längst angebracht.
Die Kausalkette ist seit Jahrzehnten bekannt, die Folgen ebenfalls. Trotzdem gibts immer noch Menschen, die sich lieber über “Gängelei” beschweren und die Meinung vertreten, unser Lebensstandard würde massiv absinken, würden wir auf CO2-emmitierende Energieumwandlung verzichten. Dabei ist es mehr als offensichtlich und eigentlich für jedes Schulkind problemlos nachzuvollziehen: am deutlichsten wird unsere “Lebensqualität” absinken, wenn wir einfach so weitermachen.


#27

JA JA,
deine Mudder!

(is nur n Zitat…)


#28

Steht doch da, von heute auf morgen geht es nicht, das ist eine Sache die Jahrzehnte an Vorlauf benötigt.
Fakt ist: Wir haben weder die Infrastruktur im Stromnetz, noch die Speichermöglichkeiten (weder technologisch ausgereift und schon gar nicht produziert) und auch nicht die Erzeugungsleistung. Das zu bauen dauert Jahrzehnte, zusätzlich verlangsamt natürlich durch Leute (will sie gar nicht schlechtreden, gibts aber eben), die in ihrer näheren Umgebung keine Infrastruktur gebaut haben wollen, also dagegen protestieren und klagen.
Auch bei den Elektroautos wird es dauern, bis diese sich durchgesetzt haben, selbst wenn man ab jetzt nur noch Elektroautos verkaufen würde, wäre es nicht sinnvoll gegen bestehende Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor vorzugehen (außer man will mal wieder ein Konjunkturprogramm der Automobilindustrie auf Kosten der Allgemeinheit anleiern wie derzeit mit den Dieselfahrverboten). Denn auch die Produktion von Autos braucht massiv Energie, es ist meist sinnvoller Fahrzeuge und sonstige Gerätschaften zu nutzen, bis sie kaputtgehen statt mehr oder weniger gezwungenermaßen neue kaufen zu müssen.

Das stimmt so pauschal sicher nicht. Hast du eine Idee, wie lange entsprechende Entwicklungszyklen sind, gerade wenn man z.B. ein verlässliches Stromnetz will, bis das alles getestet ist usw?
Der wirtschaftliche Aspekt lässt sich relativ einfach mit Emissionshandel in den Griff bekommen.

Realistisch gesehen würde meine Lebensqualität wahrscheinlich nicht wirklich absinken. An anderen Stellen der Welt sieht das vielleicht anders aus.


#29

Die “Sache” hat bereits Jahrzehnte Vorlauf. Die Technologien sind allesamt relativ alt, sowohl die Konventionellen als auch die Regenerativen. Dass es einen Umbau der Infrastruktur braucht, bestreitet niemand. Ich bestreite lediglich, dass dies eine technische Hürde darstellen würde. Die Hürden sind lediglich wirtschaftlich und diese sind sehr vielfältig. Vom Geschäftsmodell der 4 großen EVU angefangen, über Subventionen (“energieintensive Unternehmen”) und bei simplen wirtschaftlichen Tatsachen wie Kapitalkosten von 20 Jahre und älteren Großanlagen aufgehöhrt.

Das ist ein separates Problem.
Dieses Problem hat zumindest die deutsche Kohle gleichermaßen, ich sag nur Hambacher Forst.

Verkehr macht ca. 30% des dt. Primärenergiebedarfs aus. Wichtiger sind Wärme- und elektrische Energieversorgung. M.M.n. ist es das beste, alles in ein Konzept zu integrieren. “Wir” brauchen einen richtigen Paradigmenwechel, in vielen Bereichen: Bauen, Städte- und Verkehrsplanung, Energieinfrastruktur, Energieeffizienz. Und vieles Weitere… Wir müssen begreifen, dass unser heutiges Verständnis von “Wirtschaftlichkeit” sowohl unvollständig als auch Nachteilig für die allermeisten Menschen ist. Denn:

Wir leben nunmal alle auf dem gleichen Planeten. Nicht nur die technische Entwicklung und die sog. “Globalisierung” vernetzen Probleme weltweit, auch die simplen physikalischen Zusammenhänge, die sich aus dem relativ geschlossenen System “Erde” ergeben. Wenn du der Meinung bist, es tangiert dich nicht, wenn weltweit Gegenden unbewohnbar werden, dann halte ich das für sehr kurz gedacht. Darüberhinaus hat der Klimawandel auch Folgen für das mitteleuropäische Ökosystem. Dabei sind vor allem die ökologisch extrem instabilen “Ökosysteme”, die der Mensch so nutzt (also vorwiegend Monokulturen) und die wenigen Nutzpflanzen gefährdet. Ob und wie sehr die Natur an sich unter der Veränderung leiden wird, ist ne andere Frage. Klar ist aus meiner Sicht jedenfalls, dass deine obige Einschätzung nicht besonders realistisch ist.

Alles schon längst vorhanden. Man bräuchte lediglich bauen.

Sieht man ja.


#31

Das Beispiel von Fulleren kostet definitiv nicht 60.000 Euro.
Außerdem halte ich es nicht für ausgewogen - eine Windhelix ist schön aber nicht unbedingt notwendig. Für Batterie langen 10 kWh und bei Solar sollte man die “straffrei” möglichen 5 kWP schon ausreizen.


#32

http://flood.firetree.net/?ll=48.3416,14.6777&z=13&m=1

Davon abgesehen mal grundsätzlich, vielleicht zum Verständnis: Der Meeresspiegel wird natürlich Küstenregionen betreffen. Häfen sind natürgemäß an Küsten. D.h., die wichtigste Infrastruktur für den Welthandel ist direkt bedroht.


#33

Die Ideen und Konzepte sind vorhanden. Gerade im Bereich der Energiespeicher ist noch sehr viel Engineering notwendig, um das tatsächlich in einer entsprechenden Form zu realisieren, dass das auch in Massen produziert werden kann, womit es auch erschwinglich wird. Bis bestehende Infrastruktur ersetzt ist dauert es, auch wenn man sich ranhält, Jahrzehnte. Den Plan der Kohlekommission, bis 2038 dann komplett alle Kohlekraftwerke abzuschalten, sehe ich daher als realistisch an, das sind auch keine 20 Jahre mehr.

Bei ca. 330m ü. N.N. mache ich mir (plattentektonische Änderungen sind entstehen ja nicht so schnell) über Überflutungen natürlich eher weniger Gedanken.
Bei dem Ziel die Erderwärmung auf 1,5°C oder auch nur auf 2°C zu begrenzen würde man soweit ich das gelesen habe knapp einen halben Meter höheren Meeresspiegel bekommen. Die Küstenregionen von Industriestaaten könnten da vermutlich noch durch Dämme und anderweitige Umbauten geschützt werden.


#34

Der Zug ist leider schon abgefahren. Und es müssten alle wichtigen Häfen weltweit dementsprechend gesichert werden. Darüber hinaus leben die meisten Menschen in Küstenregionen.


#35

Also bei uns ist es verboten so ne Windhelix aufs Dach zu machen. Frag mich nicht warum. Ob das was mit “unser Dorf soll schöner werden” zu tun hat oder sonst was. Keine Ahnung.

Das heißt im Garten muss ausgeschachtet werden, Ein Fundament gesetzt, Mast rein und Helix oben drauf. Davon muss die Elektrik durch den Garten und die Terrasse ins Haus geführt werden. Da rücken erstmal Kran und Bagger an.
Danach darf die Terrasse auch neu gestaltet werden, sowie im Haus geschlitzt werden usw…:frowning:
Das ist das teure, nicht die Solarpanel und Stromspeicher.
Find aber die Kombi gut, bei Shit Wetter hat man wenigstens Wind.


#36

Mein Kenntnisstand ist, dass so eine Windhelix mit 1KW Leistung für ca. 4000€ zu haben ist und ohne Baugenehmigung auf das Dach gesetzt werden darf.

Allerdings braucht das Teil Windstärke 4+ und geht nur gut bei nicht zu dichter Bebauung.

Was so ein Solarpanell kostet weiß ich grad nicht, aber 60.000 für den Aufbau scheint etwas hoch.


#37

Deutsche wechseln zu Auto Abos


#38

Also auf’m Dach verboten, aber mit Mast erlaubt? Das is’ wirklich strange. Und mit solchen Aktionen kannst du natürlich locker 60.000 Euro und mehr verbauen.
Die Kombi ist wirklich gut; ich denke selbst darüber nach; auch wenn man damit auf jeden Fall über 30.000, vermutlich nach 40 k landen würde. Andererseits sollte man nicht unterschätzen, dass eine 5 kWP - Solaranlage auch bei Shit-Wetter noch 5 bis 10%., sprich 250 bis 500 Watt liefert. Nur nachts ist’s halt fast gar nix - dagegen könnte wieder ein etwas größer bemessener Speicher helfen.


#39

Also so wird Europa aussehen wenn wir den Klimawandel nicht stoppen.

Ich finde schon das man da den Arsch hoch kriegen sollte.!


#40

Du musst das philosophisch sehen. Mehr Meer bedeutet, dass unser Plastikmüll mehr Platz zum Schwimmen hat. Ein Problem verdünnt ein anderes - ist doch schön, oder?


#41

und es gibt neue Strände und auch eine ganz neue Inselwelt…


#42

Klar ich kann meine Wohnung dann mit Strandnähe und Meerblick bewerben.^^

Tatsache ist, dass die Politik viel zu wenig tut, weil es sich in der Laufenden oder nächsten Legislaturperiode halt noch nicht erkennbar auswirkt. Und man unpopuläre Entscheidungen scheut.


#43

Wir machen doch schon seit mindestens 100 Jahren Geoengineering. Der konstante Treibhausgasausstoß und der resultierende Temperaturanstieg, ist reinstes Geoengineering.
Angesichts der Tatsache, wieviel Aufwand es bedarf, um die globale Durchschnittstemperatur um ein paar lächerliche Grad anzuheben, sollte klar sein, wie praktikabel sowas momentan ist. Mal ganz abgesehen davon, dass man ja noch nichtmal in der Lage ist, dieses mutwillige und kontraproduktive Geoengineering zu beenden.