Kann die Piratenpartei die nächste Volkspartei werden?

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CDU/CSU, SPD Zusammen
1990: 77.3%
1994: 77.9%
1998: 76.0%
2002: 77.0%
2005: 69.4%
2009: 56.8%
2013: 67.2%
2017: 53.4%
2019: 36% (heute Forsa)

Wollt ihr euch weiterhin gegenseitig im Wege stehen oder wirklich zu der Piratenpartei werden, die ihr den Wählern versprochen habt zu sein?

Dafür braucht es übrigens:

  1. ne ganze Menge Geld
  2. Gute Leute hinter denen die Partei steht
  3. fleissige Helfer (und später für zeitkritische Aufgaben bezahlte Helfer)
  4. effektive Strukturen
  5. die Erkenntnis dass man Erfolg nur in kleinen Schritten über Kompromisse erreichen kann.
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Das Konzept der Volkspartei ist hinfällig und veträgt sich nicht mit dem Konzept der Transparenz, welches die Piratenpartei vertritt.

Wenn die unterschiedlichen Strömungen einer Partei sichtbar werden, steht eine Partei nicht mehr für Kontinuität, Zuverlässigkeit und Klarheit. Die sog. Volksparteien zeichnen durch ein gewisses Maß an Intransparenz aus um dies zu verschleiern.

Die zuvorderste Aufgabe der Piratenpartei ist die wahrscheinlich nie endende Verteidigung des freien Internets und die vornehme Aufgabe mithilfe des Internet Demokratisierung und Aufklärungsprozesse anzustoßen. Zudem sollte mithilfe der Digitalisierung gesellschaftliche und ökonomische Innovations- und Rationalisierungsprozesse verträglich umgesetzt werden und Sachen wie Urhebersystem, Sozialsystem, Finanzsystem und Steuersystem grundlegend überdacht werden.

Das Wichtigste ist gute Leute zu haben und die richtigen Themen zu setzen. Die guten Leute kommen, wenn die richtigen Themen gesetzt werden.

Offene und funktionale Strukturen, welche viel auf Eigeninitiative und Beteiligung setzen, sind sehr wichtig um die Mitglieder längerfristig bei der Stange halten zu können. Ansonsten fliegt das wieder auseinander, wie schonmal passiert.

Einen guten Kompromiss bekommt man aber nur hin, wenn utopische Ziele angestrebt werden. Von vorneherein den Kompromiss im Hinterkopf zu haben blockiert freies Denken und bringt niemanden weiter.

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Amen, Bruder.

Um Volkspartei zu sein müssten die Piraten sich an den Mainstream der Mitte anpassen. Um für die größte Masse der Wähler wählbar zu sein. Genau dort sind jedoch schon CDU/SPD verortet. Politik für Zukunftsvisionen und Utopien ließe sich dann so nicht mehr machen. Die Piratenpartei könnte dann nicht mehr die Rolle als Fortschrittspartei einnehmen. D.h sollten wir besser gar nicht erst versuchen eine Partei für alle zu sein.

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Volkspartei ist eine Bewegung des Volkes, die auf zwei Wegen erreichen kannst. Entweder du bist die Bewegung und das Volk geht mit dir konform oder aber du passt dich dem Volk an und verkommst ohne Ziele dem was gerade en vogue ist.

Für zweiteres braucht es dein 1. weil du ständig rausfinden musst, was gerade en vogue ist und das kostet Geld und auch hier in dem ganzen Spiel ständig mit der Konkurrenz mitzuhalten kostet das auch Geld. Auf der anderen Seite kommst du auch leichter zu Geld, weil du ja dann keine Prinzipien mehr hast und prinzipiell käuflich. Eine andere Spielart von zweitens ist das was die AfD betreibt.

Die andere Idee einer Volkspartei ist, dass es eine Idee gibt. Hier braucht es kein Geld, sondern es braucht die absolute treue zur Idee. In Deutschland haben wir die Idee mal so formuliert
“Im Zuge der Digitalen Revolution aller Lebensbereiche sind trotz aller Lippenbekenntnisse die Würde und die Freiheit des Menschen in bisher ungeahnter Art und Weise gefährdet. Dies geschieht in einem Tempo, das die gesellschaftliche Meinungsbildung und die staatliche Gesetzgebung ebenso überfordert wie den Einzelnen selbst. Gleichzeitig schwinden die Möglichkeiten dahin, diesen Prozess auf der Ebene eines einzelnen Staates mit demokratisch gewonnenen Regeln zu gestalten.Die Globalisierung des Wissens und der Kultur der Menschheit durch Digitalisierung und Vernetzung stellt deren bisherige rechtliche, wirtschaftliche und soziale Rahmenbedigungen ausnahmslos auf den Prüfstand. Nicht zuletzt die falschen Antworten auf diese Herausforderung leisten einer entstehenden totalen und totalitären, globalen Überwachungsgesellschaft Vorschub. Die Angst vor internationalem Terrorismus lässt vermeintliche Sicherheit vor Freiheit als wichtigstes Gut erscheinen – und viele in der Verteidigung der Freiheit fälschlicherweise verstummen.Informationelle Selbstbestimmung, freier Zugang zu Wissen und Kultur und die Wahrung der Privatsphäre sind die Grundpfeiler der zukünftigen Informationsgesellschaft.Nur auf ihrer Basis kann eine demokratische, sozial gerechte, freiheitlich selbstbestimmte, globale Ordnung entstehen.Die Piratenpartei versteht sich daher als Teil einer weltweiten Bewegung, die diese Ordnung zum Vorteil aller mitgestalten will. Das Leitbild der Piraten ist eine Ordnung, die sowohl freiheitlich als auch gerecht als auch nachhaltig gestaltet ist.Freiheitlich ist eine Gesellschaftsordnung, in der die individuelle Entfaltung des Menschen im Mittelpunkt steht. Sie wird durch das Gemeinwohl sowohl gestärkt als auch beschränkt. Deshalb sind Freiheit und Verantwortung untrennbar miteinander verbunden.Gerecht bedeutet, dass die Rahmenbedingungen in Wirtschaft und Gesellschaft so gestaltet sind, dass sowohl eine Teilhabe als auch ein angemessenes Leben grundsätzlich gewährleistet werden. Nachhaltig ist ein auf Dauer angelegter, verantwortungsvoller Umgang mit materiellen und immateriellen Ressourcen, der Umwelt und der Gesellschaft.Da Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit universelle Grundwerte sind, wollen wir auch über den nationalen Rahmen hinaus auf die Berücksichtigung dieser Werte hinwirken.Deshalb wollen wir so handeln, dass auch in Zukunft die Grundlagen für eine würdige Existenz in Freiheit vorhanden sind”

Je mehr sich vom Volk hinter dieser Idee versammeln und je mehr diese Idee vertreten, desto mehr wird die Partei eine Volkspartei. Allerdings müsste Einigkeit darüber bestehen, dass diese Idee es ist, die diese Partei ausmacht und das man bereit ist für diese Idee zu kämpfen. Für diese Idee auch anderes zurückzustellen und vielleicht auch anderes zu machen, was man in der Vergangenheit getan hat. Die Basisdemokratie, wie sie bei den Piraten derzeit vertreten wird ist genausowenig Kern dieser Idee wie das bedingungslose Grundeinkommen. Beides kann zu dieser Idee gehören muss aber nicht.

Allerdings sind zumindest die deutschen Piraten derzeit nicht bereit sich hinter der Grundidee zu versammeln und jeder will seine Idee in der Partei umgesetzt sehen. Es wird nicht nach Personalpolitik oder Effektivität gefragt, sondern andere Dinge haben die Oberhand. Würde aber für die ursprünglich Idee gekämpft werden, dann würde auch “Im Zuge der Digitalen Revolution aller Lebensbereiche sind trotz aller Lippenbekenntnisse die Würde und die Freiheit des Menschen in bisher ungeahnter Art und Weise gefährdet. Dies geschieht in einem Tempo, das die gesellschaftliche Meinungsbildung und die staatliche Gesetzgebung ebenso überfordert wie den Einzelnen selbst. Gleichzeitig schwinden die Möglichkeiten dahin, diesen Prozess auf der Ebene eines einzelnen Staates mit demokratisch gewonnenen Regeln zu gestalten.Die Globalisierung des Wissens und der Kultur der Menschheit durch Digitalisierung und Vernetzung stellt deren bisherige rechtliche, wirtschaftliche und soziale Rahmenbedigungen ausnahmslos auf den Prüfstand. Nicht zuletzt die falschen Antworten auf diese Herausforderung leisten einer entstehenden totalen und totalitären, globalen Überwachungsgesellschaft Vorschub. Die Angst vor internationalem Terrorismus lässt vermeintliche Sicherheit vor Freiheit als wichtigstes Gut erscheinen – und viele in der Verteidigung der Freiheit fälschlicherweise verstummen.Informationelle Selbstbestimmung, freier Zugang zu Wissen und Kultur und die Wahrung der Privatsphäre sind die Grundpfeiler der zukünftigen Informationsgesellschaft.Nur auf ihrer Basis kann eine demokratische, sozial gerechte, freiheitlich selbstbestimmte, globale Ordnung entstehen.Die Piratenpartei versteht sich daher als Teil einer weltweiten Bewegung, die diese Ordnung zum Vorteil aller mitgestalten will. Das Leitbild der Piraten ist eine Ordnung, die sowohl freiheitlich als auch gerecht als auch nachhaltig gestaltet ist.Freiheitlich ist eine Gesellschaftsordnung, in der die individuelle Entfaltung des Menschen im Mittelpunkt steht. Sie wird durch das Gemeinwohl sowohl gestärkt als auch beschränkt. Deshalb sind Freiheit und Verantwortung untrennbar miteinander verbunden.Gerecht bedeutet, dass die Rahmenbedingungen in Wirtschaft und Gesellschaft so gestaltet sind, dass sowohl eine Teilhabe als auch ein angemessenes Leben grundsätzlich gewährleistet werden. Nachhaltig ist ein auf Dauer angelegter, verantwortungsvoller Umgang mit materiellen und immateriellen Ressourcen, der Umwelt und der Gesellschaft.Da Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit universelle Grundwerte sind, wollen wir auch über den nationalen Rahmen hinaus auf die Berücksichtigung dieser Werte hinwirken.Deshalb wollen wir so handeln, dass auch in Zukunft die Grundlagen für eine würdige Existenz in Freiheit vorhanden sind” umsetzungsfähig sein und nach aussen vertreten werden können. Alles andere kommt dann von alleine, denn gemeinsam wäre man stärker. Nur sind wir alles individualistische Einzelkämpfer, was vielleicht auch aus “Im Zuge der Digitalen Revolution aller Lebensbereiche sind trotz aller Lippenbekenntnisse die Würde und die Freiheit des Menschen in bisher ungeahnter Art und Weise gefährdet. Dies geschieht in einem Tempo, das die gesellschaftliche Meinungsbildung und die staatliche Gesetzgebung ebenso überfordert wie den Einzelnen selbst. Gleichzeitig schwinden die Möglichkeiten dahin, diesen Prozess auf der Ebene eines einzelnen Staates mit demokratisch gewonnenen Regeln zu gestalten.Die Globalisierung des Wissens und der Kultur der Menschheit durch Digitalisierung und Vernetzung stellt deren bisherige rechtliche, wirtschaftliche und soziale Rahmenbedigungen ausnahmslos auf den Prüfstand. Nicht zuletzt die falschen Antworten auf diese Herausforderung leisten einer entstehenden totalen und totalitären, globalen Überwachungsgesellschaft Vorschub. Die Angst vor internationalem Terrorismus lässt vermeintliche Sicherheit vor Freiheit als wichtigstes Gut erscheinen – und viele in der Verteidigung der Freiheit fälschlicherweise verstummen.Informationelle Selbstbestimmung, freier Zugang zu Wissen und Kultur und die Wahrung der Privatsphäre sind die Grundpfeiler der zukünftigen Informationsgesellschaft.Nur auf ihrer Basis kann eine demokratische, sozial gerechte, freiheitlich selbstbestimmte, globale Ordnung entstehen.Die Piratenpartei versteht sich daher als Teil einer weltweiten Bewegung, die diese Ordnung zum Vorteil aller mitgestalten will. Das Leitbild der Piraten ist eine Ordnung, die sowohl freiheitlich als auch gerecht als auch nachhaltig gestaltet ist.Freiheitlich ist eine Gesellschaftsordnung, in der die individuelle Entfaltung des Menschen im Mittelpunkt steht. Sie wird durch das Gemeinwohl sowohl gestärkt als auch beschränkt. Deshalb sind Freiheit und Verantwortung untrennbar miteinander verbunden.Gerecht bedeutet, dass die Rahmenbedingungen in Wirtschaft und Gesellschaft so gestaltet sind, dass sowohl eine Teilhabe als auch ein angemessenes Leben grundsätzlich gewährleistet werden. Nachhaltig ist ein auf Dauer angelegter, verantwortungsvoller Umgang mit materiellen und immateriellen Ressourcen, der Umwelt und der Gesellschaft.Da Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit universelle Grundwerte sind, wollen wir auch über den nationalen Rahmen hinaus auf die Berücksichtigung dieser Werte hinwirken.Deshalb wollen wir so handeln, dass auch in Zukunft die Grundlagen für eine würdige Existenz in Freiheit vorhanden sind” resultiert, denn auch das ist ein Teil der Idee.

Entschuldigung, aber ich konnte nicht mehr weiterlesen als du hier:

das Grundeinkommen und die Basisdemokratie in Frage stellst. Das kann nicht sein. Ziele sind von Werten abhängig und nicht umgekehrt. Wenn eines der Ziele der Partei ist gerechtere Lebensverhältnisse auf dem Planeten zu schaffen, dann kann es nur über einen weltweiten Solidaritätspakt in Form eines weltweiten Grundeinkommens funktionieren.

Die Piraten sind keine Volkspartei und werden niemals eine sein. Die Piraten sind eine internationale Bewegung und wenn man sie schon als irgendeine Form von Partei bezeichnen will, dann als Menschenrechtspartei.

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Ihr habt aber schon im Blick, wie wir typischerweise bei Wahlen abschneiden?

Mal im Ernst.

Engagieren sich die Mitglieder in der Piratenpartei, damit diese eine Volkspartei wird?
Was ist das eigentlich für ein Ziel?

Aus meiner Sicht besteht doch der primäre Antrieb eigene Themen und/oder eigene Positionen in die politische Diskussion einzubringen, die es bei den anderen Parteien nicht gibt, die man anders geregelt haben möchte oder deren Umsetzung es nur mit anderen inakzeptablen Lösungen gibt.

Deswegen mache ich so gerne Wahlkampf und verstehe auch nicht, warum teilweise gar nicht oder nur mit halber Kraft an manchen Wahlen teilgenommen wird.

Es geht doch primär nicht darum, soviele Mandate zu erzielen.
Das ist ein schöner Nebeneffekt, der unsere Themen insgesamt voranbringt.

Für uns geht es doch im Augenblick darum, die Chance wahrzunehmen, bei Wahlen den Bürgern unsere Themen und Positionen nahebringen zu können und neue Mitglieder zu aquierieren.

Es ist ein weiter Weg den man sich erarbeiten muß, zwischen Zustimmung zu einigen Themen und Positionen und dem Erhalt einer Wählerstimme, die dann ausdrückt, ich möchte Euch und Eure Ideen unterstützen oder gar Mitglied, optimalerweise aktives Mitglied werden.

Das Grundpotential haben wir, da wir viel mehr Akzeptanz in der politischen Diskussion erhalten, als sich dies in Wählerstimmen ausdrückt.

Volksparteien legen eine politische Vorbestimmung schon in die Wiege.
Geschieht zwar inzwischen auch schon bei uns, aber halt noch in geringerem Ausmaß.
Deswegen müssen wir immer raus und gerade Wahlkämpfe nutzen.

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Da stellst du aber etwas ganz gewaltig auf den Kopf. Es geht nicht darum, was ich glaube, was ein Ziel sein könnte um ein Wert umzusetzen und was ich vom Grundeinkommen halte magst du auch daran https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2017/strategie/magst-du-hier-unterschreiben ablesen. Es geht auch nicht darum, was ich von der Basisdemokratie halte.

Nehmen wir an, man hätte den Wert eine ökologisch sauberen Planeten zu schaffen und würde daraus das Ziel erreichen, sauberer Planet dadurch erreichen, dass man die Menschheit vernichtet, dann kann das Ziel nicht richtig sein. Das menschliche Leben ist dann ein weit höherer Wert. Ziele leiten sich aus den Werten ab und nicht umgekehrt.

Das bedingungslose Grundeinkommen ist nur dann sinnvoll, wenn es überhaupt ein Einkommen gibt. Würde Geld abgeschafft werden und kein Einkommen existieren, dann macht Grundeinkommen keinen Sinn. Der dahinterstehende Wert ist ja ein ganz anderer die bedingungslose Existenzsicherung bzw. Versorgung eines jeden Menschen zu gewährleisten. Die menschenwürdige Existenz auf einem Grundniveau zu gewährleisten. Basisdemokratie ist ein Weg die Rechte und Mitbestimmung eines jeden zu gewährleisten und nicht über den Menschen zu herrschen sondern mit dem Menschen. Möglicherweise aber nicht der einzig gangbare Weg. Wie solche Werte umzusetzen sind, hängt von der Umgebung ab. Existiert kein Geld ist bedingungsloses Grundeinkommen ein sinnloses Werkzeug.

https://youtu.be/5rCmF0RMzVg Wir haben Werte.

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