Kacken gegen den Klimawandel?

Gerade auf Wikipedia gelesen, aus Biomasse Kohle Produzieren um der Athmosphäre CO2 zu entziehen und so den Klimawandel zu reduzieren. Das hat mich auf ein paar Ideen gebracht über die wir mal nachdenken sollten.

Wird Pflanzenkohle in den Erdboden eingebracht, lagert sie dort ähnlich wie Erdöl oder Braunkohle über mehrere Jahrtausende stabil. Derjenige Anteil des Kohlenstoff der Pflanzen, der in Pflanzenkohle gebunden wurde, wird somit dem Kohlenstoffzyklus entzogen, da er weder durch Verbrennung noch durch Verrottung zu CO2 oder Methan umgewandelt wird. Durch den Bodeneintrag von Pflanzenkohle können landwirtschaftliche Böden zu Kohlenstoffsenken werden.

Selbst unter dem Blickwinkel, dass ungefähr die Hälfte des im Ausgangsmaterial eingelagerten Kohlenstoffs bei der Herstellung der Pflanzenkohle entweicht, wird die Sequestrierung von CO2 in Form von Pflanzenkohle mittel- und langfristig als positiv im Vergleich zu anderen, nicht-pyrolisierten Formen von Biomasse angesehen.[61]

In dem im Oktober 2018 veröffentlichten Sonderbericht 1,5 °C globale Erwärmung wurde Pflanzenkohle erstmals vom IPCC als eine vielversprechende Negative Emissionstechnologie (NET) erwähnt. Untersuchungen zur Klimawirkung der Erzeugung und Verwendung von Pflanzenkohle stehen im Vergleich zu anderen NET jedoch im Hintergrund.[62] Bei der letzten Weltklimakonferenz in Katowice, Dezember 2018, gab es keinen Entscheid, derartige Sequestrierungen in einen globalen Kohlenstoffhandel einzubinden.[63]

In Anbetracht der Knappheit der sinnvoll einzusetzenden Biomasse für die Verkohlung[64] besteht bei einer breiten Anwendung – und womöglich Förderung – der Pyrolyse von Pflanzenkohle das Risiko, dass wertvolle Holzbestände oder gar kontaminierte verschwelbare Abfälle dabei eingesetzt werden.

Könnte man ja auch so alle Bioabfälle verkohlen und so das CO2 wieder binden, endlagern sozusagen. . Dann müssten keine Pflanzen dafür geerntet werden. Bioabfall fällt ja viel ein in jeder Großstadt. Bioabfalleime, Klärschlamm aus Klärwerken und so weiter. Interessant ist auch das man damit Dünger für die Landwirtschaft herstellen kann:

Auch voll interessant:

Terra preta (portugiesisch für „schwarze Erde“) beziehungsweise Terra preta de índio („schwarze Indianererde“) ist die Bezeichnung für einen fruchtbaren, im Amazonasbecken anzutreffenden anthropogenen Boden, genauer einen Pretic Anthrosol. Der Boden besteht aus einer Mischung von Holz- und Pflanzenkohle, menschlichen Fäkalien, Dung und Kompost, durchsetzt mit Tonscherben und gelegentlich auch Knochen sowie Fischgräten.

Aufgrund der Farbe und des Anteils an pyrogenem Kohlenstoff wird Terra preta auch als Indianer-Schwarzerde Amazoniens bezeichnet

In den feuchten Tropen ist aufgrund der hohen Temperaturen die Verwitterung sehr rasch. Außerdem sind viele Böden sehr alt und daher sehr stark verwittert. Es entstehen Ferralsole, die von Kaolinit sowie Aluminium- und Eisenoxiden dominiert sind. Pflanzennährstoffe wurden weitgehend ausgewaschen, und eingebrachte Nährstoffe können kaum gespeichert werden. Darüber hinaus werden organische Substanzen aufgrund der hohen Temperaturen rasch abgebaut und mineralisiert.

Terra preta entsteht durch langjährigen Eintrag von Asche, Biomasse, Küchenabfällen, Verkohlungsrückständen, pyrogenem Kohlenstoff, Knochen, Dung und menschlichen Fäkalien. Durch Mikroorganismen und Bodentiere wird organische Substanz teilweise abgebaut, stabilisiert und in die Tiefe verlagert (Bioturbation). So entstehen bis zu zwei Meter mächtige Horizonte.

Ein wichtiger Bestandteil für die Genese der Terra preta ist Pflanzenkohle, die etwa 20 % des Kohlenstoffs ausmacht und durch ihren langsamen Abbau (ca. 2.000 Jahre) zur Stabilität beiträgt; zur Entstehung und Erhaltung werden jedoch auch Nährstoffe und Mikroorganismen benötigt.

Quelle Wikipedia: Terra preta – Wikipedia

Kohle ist ja also ein guter Dünger und war ein sehr wichtiger Bestandteil Indianischer Landwirtschaft bevor diese durch die weißen Kolonialherren vollständig zerstört wurde.

Nur mal so laut nachgedacht, man verpflichtet Landwirte Kohle auf ihren Feldern auszubringen Kosten könnte man ja durch CO2 Zertifikate ersetzen. Dadurch veringert sich die Bodenerosion und erhöht sich die Fruchtbarkeit und es kann durch die Holzkohlen Produktion aus Biomerterial viel CO2 gebunden werden das nicht mehr in die Athmosphäre kommt. Dekarbonisierung mit klarem Vorteil für die Landwirtschaft.

Kacken gegen den Klimawandel:

Terra Preta besteht ja zu einem großen Teil aus Menschlichen Fäkalien, die haben wir ja auch in Hülle und Fülle in Form von Klärschlamm. Der wird bisher einfach verbrannt oder man lässt ihn verrotten, so wird jedoch schädliches CO2 en masse freigesetzt. Man könnte den ja aber auch durch Pyrolyse zu Kohle verwandeln. Die dann als Dünger auf dem Acker für den ökologischen Anbau verwendet werden kann.

Wenn wir die Menge an Biomaterial die laufend unsere Klos runter gespühlt wird in Kohle umwandeln, die dann gebunden bleibt und nicht mehr in Form von CO2 wieder in die Athmosphäre geht. Dann können wir über die Jahre milliarden Tonnen an CO2 dauerhaft binden und so aus der Atmosphäre entziehen, die Landwirtschaft profitiert auch davon.

Was denkt ihr dazu ? Eine machbare Idee oder haltet ihr mich alle jetzt für eine total durchgeknalle Trulla ?

Ja, ist aber viel zu wertvoll, um sie im Bergwerk zu vergraben.
Wirft man in die Gülle, streut sie im Kuhstall aus, verputzt damit Wände, mischt sie in Beton, verwendet sie als Bitumen-Beimischung im Asphalt etc.
Probleme bereitet die notwendige gleichbleibende Qualität dessen, was verbrannt wird, um den Verbrennungsprozeß ordentlich regeln zu können.
Es gibt aber schon Versuche 1/3 des Ackers mit Pappeln und Weiden zu bepflanzen, 1/3 als Blühwiese und das restliche Drittel als eigentlichen Acker zu verwenden,
Aus den Pappeln und Weiden wird dann die Pflanzenkohle hergestellt, die Blühwiesen dienen der Biodiversität.
In Summe sind das aus Sicht der CO2-Reduktion aber nur kleine Mengen, die man kostengünstig auf andere Art und Weise, z.B. Holz als Baumaterial, Totholz in natürlichen Wäldern, auch gewinnen kann.
Die kostengünstigste Variante besteht darin, die Kohle und das Öl erst gar nicht auszugraben und zu verbrennen.
Ansonsten verweise ich auf das 17 Punkte Programm, Punkt 13 umweltfreundliche Landwirtschaft.

Ich finde die Idee gar nicht so abwegig, vermutlich wäre es jedoch am einfachsten den noch flüssigen Klärschlamm einfach irgendwo in 10.000 Meter tiefe zu pumpen… Vielleicht ein alte leere Erdgas oder Erdöl Lagerstätte welche man so neu befüllen könnte.

Genau, und nach 100 Millionen Jahren hätten wir dann wieder Erdöl oder Kohle. Das ist ja auch eine Art Nachhaltigkeit.

Gute Idee. Insbesondere als Wahlkampfslogan käme das auch gut.
Jeder wäre da sofort aufmerksam: “Kacken gegen den Klimawandel” …
Was da dann wohl als Kopfkino so abläuft …

In Zeiten wo im Wahlkampf eh nur noch oberflächliche Hysterie läuft könnte man so schon Aufmerksamkeit für ein Thema gewinnen. Dazu müsste es 1.) im Parteiprogramm stehen und 2.) durch ein paar seriöse Wissenschaftler als machbar bestätigt werden.

Klärschlamm:
Es geht aber darum, den vorhandenen Klärschlamm günstiger zu beseitigen, als es derzeit geschieht.
Parallel dazu scheitert es aber derzeit an der Düngemittelindustrie, da eine Änderung der deutschen Düngemittelverordnung notwendig wäre, die einen Mindestgehalt von 80% C vorschreibt.
Es wird aber versucht, die deutsche Regelung über Europarecht auszuhebeln, da dort aufbereiteter Klärschlamm auch mit einem niedrigeren C-Wert eingesetzt werden darf.
Produktion von Pflanzenkohle:
Derzeit vorwiegend mit Baumschnitt von Kommunen.
Es werden aber auch Teile von Äckern verwendet, die mit Weiden und Pappeln bepflanzt werden, um daraus Pflanzenkohle herzustellen, die dann wieder auf dem Acker ausgebracht wird.

In Löchern deponiert wird da nix.

Herstellung von Pflanzenkohle als Dünger zu subventionieren statt Abbau von Kohle im Bergbau zu subventionieren wäre ja durchaus ein sinnvoller Ansatz wie ich finde.

Ja, könnte man über den CO2-Preis, aber ein solches Verfahren ist insgesamt problematisch, da am Ende jeder in eine Gärtnerei geht, einen Baum abholt und dafür Geld möchte.

Prinzipiell ist es so, dass sich der Landwirt damit Dünger erspart und eine Humusschicht aufgebaut wird. Der Acker ist somit mehr wert.
Grundkonzept ist, 1/3 für Pflanzenkohleherstellung, 1/3 Anbaufläche, 1/3 Blühstreifen.
Im Ergebnis könnte es einen höheren Ertrag erbringen, als den ganzen Acker bis zum Rand anzubauen.
Aber in Prinzip würde eine solche Förderung mehr bringen, als Hybrid-Fahrzeuge zu fördern oder Ladesäulen.

Ich möchte die Idee des “Wahlkampslogans” nochmal auf-
greifen! Deine Überschrift

Kacken gegen den Klimawandel

ist genial gewählt:

Die direkte und unverkünstelte Ansprache erinnert an die
großen politischen Rhetoriker Franz Josef Strauß und Herbert
Wehner. Hier wird nicht süßlich kleinmädchenhaft umschrieben
( … mal für kleine Mädchen) oder bildungsbürgerlich
euphemisiert (… großes Geschäft). Nein, die derbe Direktheit
provoziert ein Kopfkino, das unzählige Würste in wiederum
unzählige Kloschüsseln herabplumpsen sieht, begleitet vom
Verströmen pikant fäkaler Duftaromen.

Die Direktheit dieses Slogans kontrastiert effizient die
Inhaltsleere der üblichen Wahlkampfaussagen. Sie setzt
stattdessen auf eine bildhaft alltagsverständliche Imagination, die
sich im Kopf des Wählers festsetzt und so die Assoziation zur
Partei “Die Piraten” permanentisiert.

:sweat_smile: