Julia Reda tritt bei den Piraten aus


#1

…und veröffentlicht ein Video in dem sie die Piraten zur Europawahl, für unwählbar erklärt.


#2

Ja nun, is halt so und war abzusehen.
Man hätte sie 2014 schon rauswerfen sollen, aber da wollte man nicht. Später halt auch nicht. Leben wir damit, lecken Wunden und machen weiter.


#3

Sorry, aber Julia hat für uns im Parlament tolle Arbeit geleistet. Hier zu sagen man hätte sie rauswerfen sollen ist falsch. Ich kann die Begründung von ihr voll verstehen.

Der Dolchstoß in den Rücken hätte nicht sein müssen, ich denke sie hätte es besser erklären müssen dass Gilles aus der Partei ausgeschlossen ist und die Piraten lediglich für die kommende Wahl als unwählbar gelten sollten…
Es ist schade, dass sie dies nicht so klar gemacht hat wie es vielleicht nötig gewesen wäre um Schaden für die Partei weitestgehend zu verhindern…


#4

Glaube bitte nicht alles was Du irgendwo lesen/hören kannst. Dieser Austritt stand 2014 schon fest. Nur ein Grund musste konstruiert werden. Informiere Dich doch einfach mal über die Umstände. Ich bin es leid, wirklich.


#5

im Video ab 9:55 - konkret zitiere ich den Satz ab 10:06 - 10:18

Wenn Ihr jetzt wegen meiner Arbeit Piratenpartei wählt, dann wählt ihr am Ende wohlmöglich den Typen, der mir hier das Leben schwer gemacht hat und der möglicherweise dafür verantwortlich ist, dass wir die Abstimmung über die Uploadfilter verloren haben.

Da freuen sich die Anwälte.


#6

Einfach abhaken und weiter mit #SaveYourInternet
Wahrscheinlich wird sie jetzt zu den Grünen wechseln, alles sehr unappetitlich.
Ihr jetziges Verhalten schadet ihr selbst, denn jegliches Vertrauensverhältnis in einer Partei oder Firma aufzubauen, wird ihr schwerfallen, da ihr jegliches Vertändnis für Loyalität abgeht.

Irgendwann auf ihrem Weg hat sie sich entschieden, wie viele andere, nur mehr ihren eigenen Weg zu gehen.

Wir brauchen aber Menschen, die sich für die Partei und ihre Ziele engagieren.
Dazu muß man irgendwann einmal anfangen Parteiarbeit zu machen und nicht irgendwelche Personen in Positionen wählen, in der Hoffnung, die werden es schon richten. Tun sie nicht, da vielen die Partei völlig gleichgültig ist.

Wenn Gilles ins Parlament käme, dann wäre mir das völlig gleichgültig, da nicht mehr Bestandteil der Piratenpartei oder einer Piratenfraktion.
Das Geld aus den Wählerstimmen hat die Piratenpartei bitter notwendig.
Einfach thematisch weiterarbeiten und darauf hinweisen, dass Julia eh nicht mehr für die Piraten kandidiert und mit diesem Peronenkult in der Piratenpartei aufhören.


#7

Nicht nett.
Erst den Kandidaten unterjubeln, dann die ganze Partei verfluchen, weil sie ihn auf die Liste gewählt haben. Wenigstens stellt sie klar, dass der Typ den Vorstand verarscht hat.

Trotzdem, Julia hat mehr für die Piraten getan als irgendjemand sonst hier. Damit meine ich nicht die Arbeit an sich, sondern das Ergebnis:
Mehr Aufmerksamkeit und positive Berichterstattung in den Medien hat seit Marina kein Pirat mehr erzeugen können.

Und jetzt?
Nur Verlierer.


#8

Den Personenkult haben die anderen betrieben. Die, die sich immer nur auf Köpfe konzentrieren, weil ihnen eine Partei zu kompliziert ist. Wir müssen der Öffentlichkeit mal klar machen, dass eine Partei nicht einfach so da ist, sondern am Leben gehalten werden muss. Von vielen kleinen unbekannten unbedeutenden Helferleins.


#9

Das ist aber nett ausgedrückt.


#10

Ich kann nur eine sehr lange Kette von persönlichen und charakterlichen Schwächen erkennen.
Zwischen Julia und Patrick sind Welten.
Insofern sollten wir mit Zuversicht in die Zukunft sehen und den Twitterfanclubs in der Piratenpartei, die Personen mit charakterlichen Schwächen pushen, nicht mehr folgen.


#11

Gute Tag!

Ich bin neu hier , weis also nicht was da vorgefallen ist, für mich sieht es erstmal aus als ob sich die Partei gerade wieder ein Stück selbst zerlegt hat. Ich fürchte in der Öffentlichkeit, die wir ja brauchen um etwas zu erreichen , kommt es auch so rüber.
Gibt es da etwas, was wir noch als Schadensbegrenzung tun könnten?


#12

Na Hauptsache GG und Wutze sind noch da, damit sind die Piraten doch bestens aufgestellt :joy: :joy: :joy:


#13

Interessantes Video.
Irgendwie sehr bezeichnend, dass sich der “größte Gegner” bei den Piraten wiedermal in der eigenen Partei befindet…


#14

Hallo,

und willkommen bei den Piraten auch von meiner Seite. Schön, dass du da bist.

Aus meiner Sicht kann man ja immer nur selber versuchen, alles richtig zu machen. Offenbar ist es ja in dem Team von Julia zu erheblichen Spannungen gekommen. Erst wurde von Julia persönlich für einen Kandidaten geworben, dass der unbedingt auf die Liste kommen soll, und paar Wochen später ist der gleiche Typ der Teufel in Persona. Für mich sieht das alles nach Rosenkrieg in aller Öffentlichkeit aus. Man sollte sich da möglichst fern von halten. Insofern ist auch das Verhalten von Julia, die ich bisher gerade für ihre Integrität geschätzt habe, alles andere als hilfreich. Durch die öffentliche Hexenjagd und das Anprangern des Beschuldigten lischt sie ihr kleines Licht, was gerade begonnen hatte zu scheinen (ehrbarer, guter Ruf), gleich wieder selbst aus. Sie ist ja noch jung, und da sei der Fehler verziehen. Also hab ich mich bei ihr für ihre Arbeit für die Pirqtenpartei bedankt, wie sich das gehört.

Was den weiteren Umgang damit angeht - auf Twitter & Co würde ich das Thema gar nicht breittreten wollen, sondern wher defensiv ein paar Statements zur Sache verfasssen (wie es auch geschehen ist) und dann immer mal wieder darauf verweisen. Offenbar wurde ja ein Parteiausschlussverfahren gegen den Beschuldigten eingeleitet. Da sollten wir so fair wie möglich sein, und auch dem Beschuldigten muss die Möglichkeit gegeben werden, seine Sicht der Dinge darzustellen. Wer immer wieder mit Dreck auf andere wirft, wird halt nicht mehr unterstützt.

Menschenwürde hat immer auch etwas mit würdevollem Umfang in besonders schwierigen Fällen zu tun. Wenn man bei schönem Wetter und Sonnenschein mit den besten Freunden in der Eisdiele sitzt, da gibt es auch kein Problem.

Wenn uns Piraten die Menschenwürde wichtig ist, dann muss das auch möglichst für Menschen gelten, die sehr viel falsch gemacht haben. Man soll dem Täter dabei aber nicht das Wort reden. Dass man z.B. einen herabwürdigenden, evtl. gar persönlich angreifenden oder von sexistischen Bemerkungen geprägten Umgang nicht richtig finde, darauf sollte man allgemein und zuallererst hinweisen. In der Folge muss man schauen, wie man mit sowas umgeht, damit es gerade nicht weiter eskaliert. Sonst hilft man am Ende nur den Tätern.

Insofern sollte man solche gegeneinander gerichteten Statements auch nicht befördern.

Menschenwürde achten bedeutet, dass jeder von uns versucht, hier mit gutem Beispiel voran zu gehen. Der Versuch zählt. Dass die Piraten diesen völlig aus dem Ruder gelaufenen Rosenkrieg auch nicht wollten, dürfte jedem Wähler auch klar sein.

Wenn wir insgesamt versuchen, einen guten Wahlkampf zu machen, dann kann das nur nützlich sein. Interne Streitereien in die Öffentlichkeit trqgen, kann da nicht hilfreich sein.

Wir machen es für die Menschen. In Freiheit. Würde. und Teilhabe.


#15

Zum einen das, zum anderen finde ich persönlich bemerkenswert, wie wenig Aufmerksamkeit das ganze hat. Die üblichen Verdächtigen mühen sich zwar ordentlich ab, bekommen aber nicht mehr als etwa 10% des Feedbacks, als das was sie in früheren Zeiten so hatten.

Das ist gut so und es scheint fast so, als ob mit den ganzen Austritten (nicht allen) auch jene weg sind, die immer so schön laut und den Sturm im Wasserglas angefacht haben.

Von daher, alles gut.
Weitermachen! ;o)


#16

Nach einigen Gesprächen und vor allem einer Nacht Schlaf darüber, sieht die Sache für mich doch wieder etwas anders aus.

  1. Die Partei und ihre Mitglieder haben nichts verbrochen:
    Kein Grund also auszutreten, wenn man wirklich hinter der Sache steht oder gestanden hat.
    Die Forderung an die Partei, die Liste insgesamt zurückzuziehen, hätte ausgereicht.
    Darüber hätte man diskutieren können - wie das bei Piraten üblich ist.

  2. Die Untersuchung der Angelegenheit ist noch gar nicht beendet.
    Die Wahl ist erst in 2 Monaten, ihr Aufruf per Video wäre 1 Woche vor der Wahl früh genug gewesen.

  3. Julia nimmt öffentlich das Urteil der was auch immer Dingens vorweg.
    Extremst unpiratig dieses Verhalten und passt auch sonst nicht zu dieser sonst kühl und sachlich argumentierenden Person.

Die Sache stinkt gewaltig, nichts passt so richtig zusammen.

Ideen, Vorschläge?


#17

Warum sollte man eine Liste zurückziehen, wenn es um #SaveYourInternet geht?

Es braucht dringend eine politische Vertretung der jungen Generation in den Parlamenten.
Grüne und Technik passt überhaupt nicht zusammen, das sind doch alles verlorene Stimmen.


#18

Na - der ganze Vorgang ist ja schon der größtmögliche Schaden
für die Partei - praktisch der Super-GAU. Was soll denn da
noch schlimmer sein, als wenn in der Öffentlichkeit eine - vielleicht
überhaupt die Bekannteste Piratin - sagt, man solle die
Partei nicht mehr wählen?

Egal ob richtig oder falsch oder was da noch war - in der Öffentlichkeit
ist das fatal. Das Aus!


#19

Naja, im Moment sieht es ja eher danach aus als ob das ganze ein echter Rohrkrepierer wird. Das ist gut so. Ich habe die Piraten selten so eng zusammen stehend gesehen. Der Shitstorm, so wie früher, ist ausgeblieben. Aber so völlig! Das ist gut so und lässt hoffen.
Mit anderen Worten, die schlimmsten “Multiplikatoren” sind raus. Der Rest der sonst immer alles aufbauschte ist außerhalb der Partei zu finden und auch die haben bemerkenswert wenig Feedback. Die Presse ist auch “relativ” stumm, die sonst üblichen wertenden Kommentare sind ausgeblieben. Die einzige Gazette die hetzt ist BuzzFeed. Der Rest veröffentlicht zwar die Top-Meldung, es findet sich aber fast überall auch ein Hinweis zu den transparent gemachten Vorgängen, rum um diese Causa.

Im Grunde können wir jetzt sagen: “Die Partei gehört wieder uns, man muss nicht mehr ständig den Colt im Halfter mitzuführen.”

Alles in allem, den Preis den wir alle gezahlt haben war enorm. Ob es sich so “gelohnt” hat wie erhofft, das muss sich in den kommenden 5 Jahren zeigen. Noch ist nicht alles überstanden, die wichtigsten Baustellen, also jene die noch großen Schaden zufügen können, sind jedoch geschlossen.

Wichtiger Nachtrag!

Ich hatte doch noch etwas vergessen dazu zu schreiben.

Allen Unkenrufen zum trotz, Asche auf mein Haupt, dem aktuellen Bundesvorstand muss ich an der Stelle ein riesiges Kompliment machen! Sie haben von Anfang an so viel Transparenz in das Geschehen gebracht wie nötig war. Wir sind die Datenschutzpartei und so hat man sich auch verhalten. Persönlichkeitsrechte gehen vor, egal wie Sensationslustig der ein oder andere auch sein mag.

Noch etwas, dieser Bundesvorstand dürfe meiner Meinung nach in die Piratengeschichte eingehen. Ich weiß nicht wie sie es gemacht haben, aber sie treten nach außen tatsächlich mal als ein Team auf. Das gibt (verordnet) der Basis tatsächlich auch mal Ruhe. Zudem sind die Veröffentlichungen so wie sie sein sollten.

Aber etwas wesentliches ist noch passiert. In der Geschichte die ich seit 2012 mitbekommen habe, ist es das erste Mal passiert, das wir uns den Hashtag #Piraten nicht haben klauen lassen. Ein sehr, sehr wichtiger Punkt, den man in den Socialmedien nicht vergessen darf. Er war die ganze Zeit über positiv besetzt. Es gab zwar Ausnahmen, aber die Deutungshoheit blieb bei uns. Das war in den vergangenen Jahren nicht möglich.

Wie gesagt, die Anerkennung muss einfach mal sein. Weil isso. ;o)


#20

Es ist immer schön, wenn jemand in dieser Partei ein wenig Euphorie verbreitet, damit es allerdings rund läuft und Vorstandsmitglieder nicht frühzeitig aus Frust zurücktreten, bedarf es aber noch grundsätzlicher Veränderungen.
Also demnächst nicht überrascht sein.
Team ist zunächst nur der Zusammenschluß von Personen, die was tun?
Bei einem Fußballteam kann man noch halbwegs das eigentliche Ziel definieren, in einer politischen Partei ist das dann schon ein Zielebündel.
Die Kunst besteht darin ein Ziel zu definieren, z.B. Europawahl, um alles in dieser Partei zu mobilsieren, dieses Ziel auch zu erreichen.
Wenn dies nicht geschieht, dann wird das Ziel auch nicht erreicht, da ein Teil ganz andere Ziele verfolgt.
Nach der Europawahl sollte das Ziel Bundestagswahl sein.
Dieses Ziel wird man aber sehr wahrscheinlich wieder erst 6 Monate vor der Bundestagswahl fokussieren, da man ja Plakate und auch ein Programm braucht.
So bildet man kein Team, das seine Ziele erreicht.

Nötig wäre nach der Europawahl klares Ziel Bundestagswahl mit Zwischenzielen auf dem Weg zu dem Hauptziel. So bildet man ein Team, da man dann bei jeder Tätigkeit der Teammitglieder hinterfragen könnte, ob das denn im Sinne des Erreichens des Zieles ist.