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Ist eine Einkommenssteuer noch zeitgemäß?


#1

Sollte in Zukunft eine Einkommenssteuererklärung überflüssig werden bzw. Einkommenssteuern abgeschafft und Mehrwertsteuer, Vermögenssteuer (bzw. Kapitalsteuer) erhöht werden und eine Maschinensteuer erhoben werden?


#2

Du hast wirklich Langeweile…


#3

Du schreibst zu viel für die Trolle hier im Forum. ;o)
Dumm nur, die kapieren es nicht, prangern lieber andere an und sind selbst die größten Astlöcher ihrer Zeit. Letztlich ist es aber Dir überlassen, was und wie viel Du schreibst, es ist Deine Zeit.

Aber nun zum Thema:
Nein, das funktioniert nicht. Das ist vergleichbar mit den Mieten. Wenn alle die selbe Miete zahlen würden, wäre der Aufwand für die “Minijobber” z.B. immer noch bei ca. 50%, während bei anderen der Prozentsatz lediglich bei 15% liegen würde. Mit so einer Idee zementierst Du nur diese Monetäre “Ungerechtigkeit”. Während die einen wirklich sparen - sich das ein oder andere Extra leisten können, würden andere immer mehr für die wenigen zahlen, die sich eh alles leisten können. (Das in Kurzform)

Mit anderen Worten, der Gedanke geht gar nicht.

Ping


#5

Ganz im Gegenteil: Wenn Vermögen, Erbe, Kapital und Maschinen mehr besteuert werden, würde das zu mehr Gerechtigkeit führen.
Wenn eine Gehaltsempfänger keine Einkommenssteuer zahlt, hätte er mehr Geld zur freien Verfügung d.h. er kann selbstbestimmter das Geld ausgeben.
D.h. im Endeeffekt führt das zu den selben Steuerneinnahmen, aber die Steuerlast wäre gerechter verteilt.


#6

Nein, Dein Vorschlag, Personen mit einem Jahreseinkommen bis zu 8820 EUR stärker zu belasten, verteilt die Steuerlast nicht gerechter.


#7

Stimmt, das ist völlig gaga so ne Idee. Einkommen ab 50.000 voll besteuern, alles was darunter liegt prozentual weniger.


#8

Ich bin für höhere Vermögenssteuern, Mehrwertsteuern erc. Einführung einer Maschinensteuer und komplette Abschaffung der Einkommenssteuer.

Ich würde gerne eine ausführliche Erläuterung dazu lesen, warum das nicht gehen soll und wieso das zu mehr Ungerechtigkeit führt. Hat da jemand einen Link bzw. ein Beispiel, das zeigt, dass so etwas vollkommen schiefgeht und nicht umgesetzt werden kann?


#9

Wenn alles klappt nach dem BPT. Ich müsste jetzt selbst suchen.


#10

@Wutze Kann man die Vermögenssteuer überhaupt mit der Einkommenssteuer aufwiegen? Und welche Steuer hälst du für wichtiger um die Gerechtigkeit innerhalb der Gesellschaft herzustellen?

Ich halte die Vermögenssteuer bzw. Kapitalsteuer für wichtiger u.a. deshalb da sich Kapitaleinkommen schneller vermehren als die Arbeitseinkommen (K>A) wie Pickety in “Das Kapital des 21. Jahrhunderts” feststellt.

Zudem sollte Kapitalmarkt für jedermann, OHNE Zwischenhändler (wie Banken etc.), frei zugänglich sein und alle Firmen in AG’s umgewandelt werden.


#11

Dabei sehe ich mehrere Probleme. Z.B. ist bei Personengesellschaften nicht immer klar erkennbar, was Kapitaleinkommen und was das Arbeitseinkommen des Chefs ist. Wenn eines davon steuerfrei ist, befürchte ich, dass da enorm “gestaltet” werden kann (der Unternehmer, der im eigenen Laden arbeitet, kann sich ein sehr hohes Gehalt zahlen anstatt Kapitalerträge zu erzielen).

Einkommen aller Art zu besteuern (also Kapitaleinkommen, Erwerbseinkommen, Erbschaften*) erscheint mir konsequenter und einfacher.

Eine Maschinensteuer erscheint mir entbehrlich, weil die Wertschöpfung von Maschinen ja auch jetzt besteuert wird:
Effizienzgewinne (wenn sie nicht zu niedrigeren Preisen führen) steigern ja irgendjemandes Einkommen (von Mitarbeitern und/oder Eigentümern der Unternehmen, wo sie eingesetzt werden).

Ich sehe umgekehrt nicht, was der Vorteil wäre.
Bestimmte Verbrauchssteuern (z.B. Alkoholsteuer Cannabissteuer, Mineralöl- und Flugbenzinsteuer etc.) können sinnvolle Lenkungswirkung erzielen.

Pauschale Verbrauchssteuern (z.B. die Mehrwertsteuer) wirken quasi als Flat-Tax (x % von allen Ausgaben). Da sehe ich zumindest keinen Vorteil gegenüber einer Besteuerung von Einkommen (zumal man da mit Freibeträgen und Progression auch noch eine Verteilungskomponente anbringen kann).

Vermögen lässt sich am besten als Einkommen besteuern. Also wenn es jemand erbt und wenn es Erträge abwirft. Das spart auch Bewertungsaufwand (der sonst regelmäßig anfällt).

*) Bei Erbschaften ggf. gestreckt, weil sich diese Einkommensart sehr viel ungleichmäßiger über das Leben verteilt.


#12

Hier:

Wenn die Arbeitnehmer eines Unternehmens selbst Kapitaleigner des Unternehmens sind, kann sich der CEO kein beliebiges Gehalt festschreiben.

Bsp. Der BVB ist eine AG und sämtliche Mitglieder des BVBs sind Anteilseigner. In der Jahresversammlung werden die Gehälter der Vorstände, Aufsichtsräte und das Spielerbudget festgelegt. Die Anteilseigner bestimmen demnach mit ob und wie viel die CEO’s verdienen. Wenn ein CEO selbst zu viele Anteile der AG hat, dann wird er höher besteuert, so dass er mit seinen Anteilen nicht alle sonstigen Anteilseigner überstimmen kann.


#13

Bei Aktiengesellschaften geht das.
Leider sind viele (auch große) Unternehmen nicht so organisiert.

Aktuell gibt es (z.B. bei der Erbschaftssteuer) sogar Anreize dagegen, Unternehmen so aufzustellen, dass verteilter Besitz möglich ist.

Plakatives Beispiel: Auch ein (privater) Vermieter kann einen Teil seiner Mieteinnahmen (Kapitaleinkünfte möchtest du ja weiter besteuern) relativ leicht in Arbeitseinkommen umwandeln (wenn er sich z.B. als Hausmeister einstellt).

Ein Handwerker, dem das Gebäude gehört, in dem sein Betrieb sitzt, hat ja auch Kapitaleinkommen aus dem Besitz des Gebäudes (also den Teil, den er auch hätte, wenn der Betrieb wem anders gehören würde und er ihm die Räume vermieten würde) und aus Arbeit (und z.B. auch Kapitaleinkommen aus dem Besitz einer Marke, wenn der Laden nen guten Ruf hat).
Insgesamt scheint es mir besser, diese Einkommensarten gleich zu behandeln (das vermeidet, dass die Steuerlast von der Kreativität der Gestaltung abhängt).

Ich will auch gerade nicht fördern, dass Menschen möglichst viel ihres Sparvermögens in das eigene Unternehmen (also Aktien des Arbeitgebers oder Alleinbesitz eines Familienbetriebs) stecken. Rücklagen braucht man ja gerade, wenn es beruflich mal nicht gut läuft (weswegen sie möglichst auch in anderen Branchen und Weltgegenden angelegt gehören).


#14

BIS JETZT. In anderen Ländern, wie z.B. der Schweiz, ist bereits der Fall eingetreten, dass es nur noch AG’s gibt und die Personengesellschaften des 18./19. und 20. Jahrhunderts abgeschafft wurden.

Das ist konservatives Denken. Ich denke im Sinne einer Flow Economy, dass Geld muss angelegt, investiert und im Umlauf gehalten werden, sonst hat es keinen Wert. Wenn es beruflich nicht läuft, gibt es das BGE, welches eine menschenwürdige Existenz sichert.


#15

Natürlich muss angelegt werden.
Es darf aber auf keinen Fall sein, dass man steuerlich besser steht, wenn man es “vor der eigenen Haustür” anlegt.

Ob zirkulierendes Geld beim Konsum (MWSt.) oder beim Einnehmen (ESt.) besteuert wird, ist dafür letztlich egal. Da sehe ich nicht, welchen Unterschied dein Vorschlag machen würde.


#16

Es ging theoretisch schon, aber

Die Steuererhebung ist eine komplexe Sache, die man aber in der Tat erheblich vereinfachen könnte.

Am Ende ist es aber immer ein Mechanismus, der darauf abzielt, mehr oder weniger staatliche Leistungen allen zur Verfügung zu stellen, Vermögen mehr oder weniger umzuverteilen und Anreize zu schaffen, gesellschaftliche Ziele zu verwirklichen und schädliches Verhalten zu reduzieren.

Die Einkommensteuer ist so aufgebaut, dass Einkommen zu Sicherung des Exitenzminimums bis 8820 EUR im Jahr nicht besteuert wird.
Was spricht dagegen einen bestimmten Betrag aus Einkommen steuerfrei zu halten.
Jeder weitere EUR darüber hinaus wird zunächst linear und dann progressiv ansteigend bis zu einem Höchssatz besteuert.
Was spricht jetzt bitte gegen eine einkommensabhängige Steuer, bei jeder jemand, der sehr wenig verdient keine Steuern zahlt, darüber hinaus mehr und dann bis zur Maximalbsteuerung?
Die Diskussion über Betragshöhe, Freibeträge etc können wir uns sparen, denn Du möchtest diese Form der Besteuerung prinzipiell abschaffen, an deren Grundprinzipien ich jetzt nicht rütteln möchte, da es mir gerecht erscheint.
Ob ein Splittingtarif zur Förderung der Ehe/Familie

Kapitaleinkommen war lange Zeit im Prinzip wie normales Einkommen. Um das Gesamtaufkommen zu steigern und Steuerhinterziehung zu vermeiden, wurde dann ein niedriger fester Zinssatz auch mit Freibetrag eingeführt. Ist für mich alles diskutabel.

Maschinensteuer ist ja sowas von weltfremd und das Ergebnis der Technologiefeindlichkeit von Gewerkschaften. Nein, ich möchte nicht, dass der Landwirt mit der Hacke auf dem Feld steht und der Maurer seine Steine und Zementsäcke schleppt.

Erbe wird schon besteuert, abhängig vom Verwandtschaftsgrad mit Freibeträgen.
Ob der Verwandschaftsgrad zeitgemäß ist, sei mal dahingestellt, gleiches gilt für eine höhere Steuer mit dem Ergebnis Zwangsverkauf von Dingen um die Erbschaftssteuer bezahlen zu können. Sehr problematisch.

Eine Vermögenssteuer findet ihre Hindernisse in der Ermittlung des tatsächlichen Wertes und dem damit verbundenen Verwaltungsaufwand.
Ich gehe jetzt mal davon aus, dass Du selbst Dein eigenes Vermögen nicht genau beziffern könntest und sei es noch so gering. Ich bezweifle, dass Du den Wert des Inhalts Deines Kühlschrankes kennst. Dein Hartgeld im Geldbeutel hast Du heute wahrscheinlich auch nicht gezählt. Was ist ein Bitcoin wert? Ist es einzig der Wert zu einem bestimmten Stichtag, z.B. 31.12.

Ganz konservativ teile ich Dir mit, daß es niemanden etwas angeht, wenn ich 3 Nutella-Gläser horte und auf die tägliche Rationionierung via Flow-Ökonomie verzichte, die mir auch das Betanken meines Autos nur mit dem tatsächlich heute benötigten Sprit erlaubt.
Vermögen kann und darf gehortet werden, da es meine Freiheit und Lebensqualität ist, auf das tägliche Eis zu verzichten um dann mal in Urlaub fahren zu können.
Gerade weil es ein Leben jenseits des BGE gibt, ist die Idee keiner würde mehr etwas arbeiten wollen, grundsätzlich falsch.

Mehrwersteuer ist auch gesplittet für Güter des täglichen Bedarfs und sonstigen Gütern, auch wenn die unterschiedliche Besteuerung BiGMac zum Mitnehmen und BIGMac im Restaurant verzehren erschreckend ist.

Im Prinzip möchtest Du nur steuerlich besser gestellt werden, anstatt Dir zu überlegen, wie die Gesellschaft den höchsten Nutzen bekommen würde.
Nur Vermögen abbrennen und Maschinen besteuern bringt nichts.


#18

Bei 50% Vermögenssteuer im Jahr wird niemand sehr lange ein Häuschen oder ein Auto haben, denn das Häuschen ist im 2 Jahr schon voll im Besitz des Staates und wird an wen verkauft?
An den, der dann 2 Jahre später auch kein Haus hat.


#20

Ich mach das mal anhand eines beliebigen und hier rein rechnerischen Beispiels etwas grafisch “vorstellbar”.

Regle ich nur über die Mehrwertsteuer und gehe ich davon aus, dass ein Ein-Personen-Haushalt existiert, passiert nämlich folgendes:

Die Sparquote ( ich nenne das jetzt mal so) steigt. Mit anderen Worten, der Haushalt mit dem geringsten Einkommen wird prozentual betrachtet höher belastet als ein Haushalt mit einem höheren Einkommen. Der mit dem niedrigsten Einkommen gibt alles aus, während der mit dem höchsten Einkommen nur zu einem Drittel bis Viertel belastet wird. Hier betrachte ich nur das was man zu Leben benötigt. Denn einen Fernseher zum Beispiel kauft man sich nicht Monatlich, Brot aber schon.

Nehme ich nun an eine Einkommensteuer zu zu erheben, sähe das in etwa so aus (auch hier, es sind alles idealisierte Werte zur Darstellung, mit den selben Kenndaten Einkommen/Verbrauch)

Wie gesagt, nur in ganz kurz Bildhaft und schematisch dargestellt.