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Ist ein steuerfinanziertes Gesundheitssystem (inklusive aller Leistungen) umsetzbar?


#23

Wie ich bereits Eingangs Deines Beitrags mitteilte, hat ein steuerfinanziertes Gesundheitssystem wegen der mangelnden Zweckgebundenheit von Steuern meines Erachtens nicht zwingend die von dir geschilderte Verbesserung des Gesundheitswesen zur Folge.
Ein Garant, dass diese Steuermittel dann auch in der Höhe und dem Umfang im Gesundheitsbereich landen und nicht anderweitig ausgegeben werden, besteht nicht.
Wie willst du sicherstellen, dass in Zeiten klammer Kassen, dort nicht gespart wird ?
Schau dir andere rein steuerfinanzierte Bereiche an:
Bildung , Polizei und Justiz, dort gab es die letzten 20 Jahre Stellenabbau über Stellenabbau zur Einsparung.
Wie kommst du auf die Idee, dass dies im Gesundheitsbereich nicht gleichermaßen erfolgen könnte?

Wenn du die Sozialabgaben abschaffen willst, müsstet du zu Refinanzierung des Gesundheitswesens, die Steuern erhöhen.
Das hat zwar zur positiven Folge dass die Wirtschaft, sprich Arbeitgeber, ihre durchaus sehr hohe Ausgaben für die Sozialversicherungsbeiträge einsparen, aber wo willst du diese fehlenden Einnahmen dann im Gegenzug generieren ?
Wer soll die Steuerbelastungen tragen ?

Zum anderen stellt sich mir die Frage, ob du die Vorstellung hast, dabei im gleichem Atemzug jegliche private Versicherung als auch vom staatlichen System abgekoppelte Gesundheitsversorgungssystem zu unterbinden?
Das klang für mich so zwischen den Zeilen durch.

Das hat nun aber weniger mit einem steuerfinanzierten Gesundheitswesen zu tun, sondern mit dem Personenkreis der Sozialversicherungspflichtigen.
Da kann man ja gern drüber diskutieren, ob das sinnvoll oder nicht sinnvoll ist. Da gab es schon zahlreiche Studien zu. Ja ich begehe nun eine Piratensünde und zitiere eine Bertelsmann Studie, aber sie veranschaulicht diese Thematik meines Erachtens halt recht gut.
Krankenversicherungspflicht für Beamte und Selbstständige Teilbericht Selbstständige
Krankenversicherungspflicht für Beamte und Selbstständige Teilbericht Beamte

Die Disskussion darüber sollte aber vielleicht in einem eigenen Strang stattfinden, da sie eigentlich nichts mit dem steuerfinanzierten Gesundheitswesen zu tun hat.


#24

Ich will nicht jede Private Versicherung verbieten. Private Versicherungen werden einfach nicht mehr benötigt, da dass kostenlose Gesundheitssystem jedwede Leistung enthält. Sozialversicherungen gibt es in meiner Vorstellung überhaupt nicht mehr. Stattdessen gibt es ein Grundeinkommen und ein steuerfinanziertes Gesundheitsheitssystem mit elektronischer Gesundheits- und Behandlungschronik und Verknüpfung mit sämtlichen Gesundheitsapps.

Gerade dadurch, dass keine Verwaltung mehr benötigt wird, werden auch Kosten eingespart. Diese Kosten kommen dann der Infrastruktur des Gesundheitssystems zu gute. Es wird kein dritten Atkeur zwischen Patient und medizinische Versorgung benötigt, ansonsten ist das purer Verwaltungsfetischismus.

Bismarck'sche Sozialversicherung (Kaiserzeit) vs. Beveridge (Liberale Demokratie)

https://www.youtube.com/watch?v=HfACZuLfUMA
Wie in diesem neoliberal/konservatinven Anschauungsvideo gezeigt wird, gibt es drei Probleme die unbedingt am Sozialversicherungssystem angegangen werden müssen.

  1. Generationvertrag - Eine Beitragssystem ist deutlich unflexibler ein steuerfinanziertes Gesundheitssystem.
  2. Beitragsbemessungsgrenze - Der Beitrag wird zum Vorteil der Großverdiener gedeckelt.
  3. Versicherungspluralismus - Private Versicherung, private Vorsorge und gesetzliche Versicherung sind nicht kompatibel

Mein Fazit: Das Sozialversicherungssystem muss komplett überdacht werden. Schweden, England und Dänemark, machen es teilweise besser.

Persönliche Meinung: Gesundheitliche Leistungen dürfen NICHT gekürzt werden. Tendenziell muss das Ziel allen Fortschritt sein, die gesundheitliche Leistungen auszubauen!