Ist das Image eine Netzpartei zu sein im Jahr 2019 noch so schlecht?

Mithilfe der Google-Suche habe ich diesen Artikel (von 2011) über die Piratenpartei gefunden:

Meine Meinung, welche ich in diesem Forum schon vetreten habe, ist, dass die Piratenpartei einfach zu früh dran war, aber das Image eine Netzpartei zu sein und Netzpolitik zu betreiben, heute als viel positiver wahrgenommen wird, als 2011.

Themen zur “Netzpolitk” gibt es schon hier im Forum. Allerdings wurde dabei Netzpolitik, als ein Politikfeld bzw. eine Politik von vielen betrachet, und nicht als neue Art und Weise von Politik, die alle anderen Politikfelder und Politiken nachhaltig verändert. Deswegen messe ich diesem Thema, einen Mehrwert bei, da es um das Selbstverständnis der Piratenpartei geht.


Nja wir sind ja keine Netzpartei mehr, da wir viel mehr Themen haben und das ist auch gut so. Wir sollten bei Wahlen etc. uns nicht immer nur auf Internet konzentrieren sondern auf die Themen die dann auch wirklich wichtig sind. Ich fand z.B. bei der Europawahl hätten wir uns neben Artikel 13 auch auf Klimawandel konzentrieren sollen.

Doch, wir sind eine Netzpartei. Das ist es für das wir wahrgenommen werden. Früher, und auch jetzt noch. Das wir mittlerweile mehr Programm haben ist gut, ändert aber an der Themenfokussierung nichts.

Es ist allerdings an uns “Netz” endlich aus dem Internet zu holen. Sprich aus Netz eine Digitalpartei zu machen.

Digitalisierung durchdringt sämtliche Lebensbereiche und wir sind die, welche dies begleiten können.
Nicht nur im klassischen Internet, sondern eben auch in weiteren Lebensbereichen.

Der Themenpunkt “Klimawandel” liegt bei Grün, der ist da einfach gesetzt.

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Das ist doch völliger Schwachsinn. Wir sind eine Allthemenpartei und da muss man mit klar kommen. Ja wir haben unsere Schwerpunkte im Thema Netz aber auch in den anderen Punkten und wenn wir nicht bereit sind die Themen in das Zentrum der Wahlwerbung zu stellen werden wir halt einfach nicht gewählt so einfach ist’s. Digitalisierung ist wichtig sich darauf festzufahren ist töricht. Und warum ist Umweltschutz zwingend etwas für Grüne?
Ich dachte wir stehen außerhalb dieses Konstrukts? Dann müssen wir auch alle Strömungen abdecken und nicht ständig die alten Gepflogenheiten konservieren

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Denke bitte noch einmal über diesen Satz nach.

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Ich finde, dass man als Netzpartei ohne Probleme alle Themen und Politikfelder auf die Digitalisierung beziehen kann. Dabei kann Digitalisierung entweder als Ursache, Lösung oder Perspektive herangezogen werden.

Bsp. für ein Ursachen-Thema: Grundeinkommen
Das sich das Erwerbseinkommen in den letzten Jahren u.a. durch die Digitalisierung exhorbitant von der menschlichen Produktivität bzw. Arbeitskraft entkoppelt hat, sind die großen Einkommensunterschiede bzw. die Schere zwischen Arm und Reich nicht mehr vertretbar. Deswegen muss ein Grundeinkommen eingeführt werden.

Bsp. für ein Lösungs-Thema: Demokratie
Da sich in den letzten Jahren eine zunehmende Spaltung von etablierten Poltikbetrieb und Öffentlichkeit abzeichnet, ist eine bloße Weiterführung bisheriger politischer Beteiligungsmöglichkeiten nicht mehr vertretbar. MIt Hilfe des Internets können Tools geschaffen werden, welche die Beteiligung am politischen Meinungsfindungs- und Entscheidungsprozess erleichtern.

Bsp. für eine andere Perspektiv-Thema: Wirtschaft
Was für Perspektiven und Möglichkeiten eröffnet die Digitalisierung der Wirtschaft?

Zusammengefasst: Ich behaupte weder, dass die Digitalisierung Lösung für alle Probleme ist, noch das die Digitalisierung Ursache aller Probleme ist. Die Digitalisierung ist aber eine Ursache für die Veränderung bestimmter höchst relevanter Gesellschafts- und Lebensbereiche, kann eine Lösung bestimmter höchst relevanter Problemfelder sein und neue Perspektiven eröffnen.

Vergleich und Vorteil der Perspektive Digitalisierung zur Perspektive Klimaschutz

Vorteil der Perspektive Digitalisierung im Vergleich zur Perspektive Klimaschutz

  • Die soziale Ungleichheit der Digitalisierung ist bereits da und wird nicht erst durch ein vorgestelltes Problem weiter verstärkt.
  • Die Perspektive Digitalisierung ist umfassender und ist sowohl Ursache als auch Lösung für höch relevante gesellschaftliche Problemfelder.

Es ist leider die Realität, dass die Wähler Vorurteile über Parteien haben.
Daher schreiben sie der CDU/CSU Wirtschaftskompetenz zu, was falsch ist, weil die Union Innovation und Fortschritt behindert.
Daher schreiben sie den Grünen Kompetenz beim Thema Umwelt und Klima zu, was sich aber nicht in ihrem handeln festmachen lässt.
Und das Vorurteil gegenüber der Piratenpartei ist eben, dass sie eine Netzpartei ist. Das ist erstmal nicht negativ, es hat aber zur Folge, dass der Piratenpartei auf anderen Gebieten keine Kompetenz zugetraut wird.

Daher versuche ich die Diskussion wie wir die uns vom Wähler zugestandene Kompetenz auf andere Gebiete übertragen in diesem Thread Aufgabe: Überleiten der Digitalkompetenz auf andere Themen zu führen.

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Die passende Überleitung der Digitalkompetenz zum Klimaschutz ergibt sich zB. aus der heutigen Pressemeldung des Lobbyverbandes Bitkom
"56 Prozent der Bundesbürger schreiben digitalen Technologien Potenzial für Klimaschutz zu
Große Hoffnungen in intelligente Stromnetze, digitale Heizungstechnik und smarte Mobilität

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Was ist eine Netzpartei?

Wieso gibt es eigentlich keinen Wiki-Artikel was eine Netzpartei ist?

In der Wiki steht nur das die Piratenpartei eine Ein-Thema-Partei ist und Ein-Thema-Parteien werden dann in Wikipedia auch ganz FDP-like als Klientelpartei beschrieben. Ich meine sind Internetnutzer eine Klientel? Es ist doch Mainstream, wenn über 90 Prozent der Bevölkerung das Internet regelmäßig nutzen?

Sonst probiere ich es hier mal mit einer Defintion:

  • Eine Netzpartei ist eine Partei die Politik über das Internet gestaltet. Es werden sowohl Netzthemen, als auch klassische Themen der Poltik über von der Partei zu Verfügung gestellte Plattformen und Tools diskutiert.

  • Im Gegensatz zu anderen Parteien, die Social-Media-Kanäle und das Netz zur Kommunikation nutzen, rückt das Internet bei einer Netzpartei in den Mittelpunkt. Das Internet soll nicht nur genutzt, sondern auch gestaltet werden. D.h. eine Netzpartei ist auch eine Mitmachpartei. So gibt es z.B. bei der Piratenpartei das piratige Mandat, dass nichts anderes bedeutet, als Sachen selbst zu gestalten.

Stimmt ihr dieser Definition zu?
    • Ja
    • Nein

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PS: Es gibt sogar eine Partei in Argentinien, die 2012 in Argentien gegründet wurde und die sich “Netzpartei” nennt. Aber nicht mal die erscheint auf dem deutschsprachigen Wiki.

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Die Piratenpartei ist seit Jahren keine Netzpartei mehr, denn ihr klares Profil fand sie doof.

Hier, kluger Kommentar eines Klugen, dessen Einsatz heute dringender fehlt als je:

Somit konstatiere ich aus meiner persönlichen Sicht, dass die Piratenpartei Deutschland aktuell nicht mehr die digitale Generation und die Netzgemeinde vertritt. Und damit auch nicht mehr mich.

Die wurde gewählt wegen die Transparenz und die Basisdemokratie, das hat ja mal wohl mehr Wähler interessiert als irgendwas mit Linux, P2P und anderes Nerd zeuchs.

Ja und weils kein Programm gab. Ich wähle gerne Parteien ohne Programm die wollen mich ja dann wenigstens nicht bevormunden. Hab Piraten gerne gewählt, jetzt vielleicht bald DIE PARTEI. Je weniger Politik gemacht wird, desto weniger neue Bürrorkatie, Steuern, Belastungen, Regulierungen, Überwachung usw.

Aber ok, ich wähle ja auch seit 30 Jahren nur Spassparteien, APPD => PIRATEN => DIE PARTEI halt irgendjemand wo nix kaputt machen tut.

Was haben die denn mit Transparenz und Basisdemokratie am Hut?

Nüchts, haben aber kein Programm und keine Ziele. Deswegen. Also haben die auch nicht vor mich in irgendeine politische Richtung hin durch neue Gesetze zu bevormunden.

Da bin ich ganz konventionell, tradiotionell und konservativ ein: ANARCHIST

Das Feiheitliche hat mir bei den Piraten immer gut gefallen, aber geht ja immer mehr Richtung Grüne 2.0 und dat ist ja jetzt nicht so ganz das meine.

Da bist du bei der APPD aber besser aufgehoben als bei der sehr nach dem Führerprinzip organisierten PARTEI. Überhaupt, Anarchie und Parteipolitik?

Jo, Martin Sonneborn als Anarchistischer Führer wäre doch mal was…

Nuja, solange er nur den Clown gibt ist er ja kein Führer. DIE PARTEI Leute machen eben mehr Sponti hafte Spontan Politik, gefällt mir besser als Ideologen nach Parteibuch. Piraten waren ganz am Anfang ja doch auch mal so, also wo s nur das Grundsatzprogramm mit P2P gab…

Da konnten noch alle machen was Sie wollten und das fand ich Ultra Mega Geil da so eben Herrschaftsstrukturen (Fraktionsdisziplin und so ne gedönse) aufgebrochen werden.

PARTEI finde ich gut das Sie Antifaschistisch ist, also gegen Rassismus und die AfD und sowas. Also auch für Demokratie. Darüber hinaus dann aber auch keine Zwänge sich in irgendein Programm zu zwängen.

Unsere Gesellschaft ist ja oft so Starr und Intolerant gegen andere Lebensentwürfe, da helfen Provokationen schon um das aufzulockern. Ja also die Kultur. Das können eben nur Parteien wie Piraten oder PARTEI.

Das olle Establishment ärgern und dauernd neue Ideen einstreuen die dann irgendwo einsickern.

Aber ich bin ja auch n alter Punk

Es spielt doch im Internet keine Rolle ob man grün, rot oder gelb ist, ob Mann oder Frau. Ich denke deswegen ist eine Netzpartei etwas anderes als eine “normale” Partei. Da es nicht darum geht wer du bist, sondern was du machst. Das kann doch auch der Vorteil einer Netzpartei sein. Mir geht es jedenfalls so. Ich brauche keine Namen, kein bestimmtes Aussehen oder sonstwas um mitmachen zu können.

Wie viel Energie wird darauf verschwendet anderen Menschen durch Äußeres und Status etc. zu gefallen? Das kann bei einer Netzpartei alles eingespart werden. Das Image des verwahrlosten Nerds sollte deswegen weiterhin gepflegt werden :wink: Es stimmt mich bedenklich, wenn ich immer weniger verwahrloste Nerds bei der Piratenpartei sehe.

Nu, auf Twitter, Instagramm, Youtube sehe ich aber jede Menge Narzismuss und Selbstdarstellerei “gut” aussehender Menschen denen es vor allem um “Status” zu gehen scheint.

Wer nicht mit einstimmt in diesen Reigen hat dann so gut wie keine Reichweite und nur wenig Einfluss auf die öffentliche Meinung… So wie Piraten.

Ein einzelner gestörter Narzisst wie Attila Hildman mit seinen hunderttausenden Abonenten bekommt weitaus mehr Aufmerksamkeit als die Piratenpartei mit ihren 6361 Mitgliedern und zig inhaltlich arbeitenden AGs.

Diese Netzutopie ist vorbei. Mit Facebook, Instagramm, Telegram usw hat die Masse Zugriff auf das Netz und die Massen ticken da ganz anders als Piraten oder andere intellektuelle Strömungen die vor dieser Vermassung ton angebend waren.

Jeder Proll der früher Bildzeitung gelesen und RTL geglotzt hat aber ansonsten an der Debatte nicht teilgenommen hat nimmt heute lautstark daran Teil und fordert Aufmerksamkeit ein. Auch das ist eine Form von Demokratisierung ob Sie der Demokratie gut tun wird muss sich erst noch zeigen…

Schon wieder wird etwas von mir überlesen…

Ja, klar gibt es jetzt mehr “User” von Internetplattformen, aber wirkliche Gestalter gibt es auch noch nicht so viel. Sein Image zu vermarkten ist eben etwas anderes als ein Plattform so zu gestalten, dass konstruktiv und inhaltlich diskutiert wird. Nichts anderes meine ich mit einer Netzpartei, die eben nicht nur das Internet nutzt, sondern das Internet mit eigenen Tools und Plattformen gestaltet. Zu Gestalten gehört etwas mehr als ein neues Bild auf Instagramm hochzuladen oder auf YouTube-Videos irgendetwas zu verzapfen, das niemanden interessiert. Zum Gestalten gehört sich ständig selbst zu hinterfragen und die Plattformen und Tools so zu verbessern, dass sie eben nicht oberflächlich, holzschnittartig und ausgehöhlt sind oder werden. Das ist Gestalten. Es geht darum Demokratie neu zu gestalten. Das ist ein schöne, tolle und ehrenwerte Aufgabe, für die sich das Wort Ehrenamt auch wirklich lohnt.

Und anscheinend wird das Augenzwinkern nicht verstanden. was Anzeichen fehlendes Humors sind. Die Piratenpartei sollte zudem auch als Netzpartei dafür eintreten, dass Humor besser verstanden wird. ZWINKERSMILEY!!! Das Neuland ist keine humorbefreite Zone, in dem jeder Wort für Wort und aus dem Kontext herausgerissen auf seine Worte festgenagelt wird.

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