Internetkompetenz der Piratenpartei?

Jep, die Flaschenpost hat da so einen richtigen Volltreffer hingelegt. Voll mit dem Hammer auf den Nagel getroffen:

Aber fangen wir das Ganze doch mal von vorne an. Wir sind die Internetpartei, dass zumindest sagen die Leute an den Infoständen sehr oft. Und so falsch ist das ja auch nicht. Allerdings ist die Kompetenz im Bereich IT allgemein in der Piratenpartei doch recht stark gesunken. Stattdessen herrscht sehr viel hochgefährliches Halbwissen vor. Teilweise auch hochesoterischer Blödsinn. Es gibt Webseiten der Piraten, die haben zufälligerweise die Buchstaben P I R A T E N in der richtigen Reihenfolge. Dazu noch etwas orange Farbe und fertig. Auf die Frage, warum es kein Logo/Signet der Piraten dort gibt, höre ich, dass das verwendete CMS (Content Management System/ in diesem Fall WordPress) keine Grafiken kann.

[…]

Ein weiterer Knackpunkt sind die Webseiten als solche. Viele unserer Seiten sind offenbar zum reinen Selbstzweck da. Frei nach dem Motto, wir haben auch eine. Für Besucher sind nur die wenigsten gemacht. Und dass sie gefunden werden können. Na das wäre ja noch schöner. SEO-Arbeit (SearchEngineOptimizing = Suchmaschinenoptimierung) ist ebenso Neuland wie bundesweite gesteuerte Keywords. Von Canonicallinks [2] haben die meisten, die für Webseiten bei den Piraten verantwortlich sind, noch nie was gehört.

Ja das ist doch mal eine ultra harte Abrechnung, aber da ist doch was dran oder nicht ? Gerade SocialMedia und Webdesign find ich ja jetzt bei den Piraten altbacken, das Wiki ist undurchsuchbar…

Die Hauptseite Öde, nur langweilige PMs mit Zitat vom Oberguru, Partei fordert dies oder das. Aber mal hübsche symphatische Bilder von den Piraten findet man gar nicht. Dabei kann ja ein Lächeln so symphatisch sein, statt dessen unstrukturierte Textwüsten…

Nunja, liebe Leute ich sage mal so. Die Flaschenpost hat da schon recht. Internetkompetenz Fehlanzeige. Solche Webauftritte, solche Webseiten mit nur Text also ohne Bilder und auch ohne coole Videos, ja sowas ist irgendwie so wie damals, 1996 mit Netscape auf Windows 95 über das DialUP Modem. Da war das ja ok weil Text schneller lädt und so.

Also mit fehlt ja bei den Piraten bei den Webseiten das Bunte, das einladende das Emotionale die Gesichter und Ansprache über Videos. Ich gucke gerne Politik Videos, Reden, Ansprachen, Vorträge fehlt hier kompletto. Ja warum nutzen die Piraten als Internetpartei denn nicht die Möglichkeiten die das Internet im Jahr 2022 so anbietet ?

Gerade für die Generation Instagramm und TikTok ist das schon so ein absolutes Muss, also das da Zeitgemäße Angebote da sind die auch cool rüber kommen. Also aber macht das wie ihr wollt, Ergebnis sieht man dann ja bei den Wahlen…

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Du hast mehr als recht, @Enver

Hast du zufällig Ahnung von dem ganzen Kram und Zeit?

Ich tippe mal drauf, dass du dann von veschiedenen Stellen mit offenen Armen aufgenommen werden würdest.

Das gilt übrigens für jeden, auf den die Eigenschaften “Ahnung und Zeit” zutreffen. Falls hier also so jemand mitliest…

Gruß
Andi

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Auf der Hauptseite der Piratenpartei ist das Wort “Basisdemokratie” kein einziges mal zu finden. Könnte man schon mehr draus machen wenn es besser vermarktet wird.

Wie wär es mal auf dem nächsten BPT 1-2 Stunden ein Marketing Seminar im Stream abzuhalten, so das es alle mitbekommen wie man sich da besser verkaufen kann ?

Es gibt keinen Beschluss der Piratenpartei basisdemokratisch sein zu wollen.
Es ist eine Interpretation der Tatsache, dass man die im Parteiengesetz vorgesehene Delegierten ablehnt, weil sie nicht auf Kompetenz sondern auf regionalem Proporz beruhen. Notgedrungen muss man daher Mitgliederversammlungen machen. Dies bedeutet nicht, dass man es gut finden muss oder begrüßt.

Also auf der Landeslisten Seite der Piratenpartei NRW kommt das Bild zum Menschen und zur Meinung dazu.

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Indirekt schon - indem das höchste Organ (der Bundesparteitag) als Mitgliederversammlung mit “gleichen Rechten für alle” formuliert worden ist. Allerdings stimmt es, dass das von den Gründern der Piratenpartei nie so gewollt war. Einige haben das später als Geburtsfehler bezeichnet: dass man schneller gewachsen ist als man tatsächliche Strukturen schaffen konnte.

Top-down würde der Piratenpartei mitunter gut tun.

Top-Down in der Parteienstruktur ist einer der Hauptgründe, warum Lobbyismus so “wirkungsvoll” funktioniert, und warum die etablierten Parteien Lobbypolitik statt Bürgerpolitik praktizieren. Würden die Piraten das auch betreiben. bräuchte es sie nicht, denn dann könnten sie problemlos durch andere wie die FDP ersetzt werden.

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Anscheinend wird die Piratenpartei ja auch so schon nicht gebraucht.

Anders: Die Piratenpartei würde gebraucht, aber das, was die Deutschen daraus machen, taugt nicht.