Inflation und BGE


#64

Du willst es ganz Kompliziert und nimmst jetzt noch das Thema Globalisierung mit rein …

Nochmal ein BGE ist eine Zielvorstellung die sicher nicht unter einer Zeitskala von 50 Jahren zu realisieren sind.

Die Lohnkosten in China sind gestiegen, die richtigen Billiglohnländer sind zurzeit glaube ich Vietnam und Bangladesch. Da auch die Billiglohnländer für vieles Weltmarktpreise bezahlen müssen werden auch dort die Löhne steigen und dann sind wir auch bald einmal um den Globus rum. Die langen Transportwege spielen bei steigenden Treibstoffpreisen zunehmend eine Rolle.

Praktisches Beispiel:
Die Digitalisierung wird es z.B. im Bekleidungsbereich möglich machen den Kunden 3D zu vermessen und Maßgeschneidert nach Bedarf zu produzieren. Die nahezu vollautomatische Fertigung in Deutschland ohne lange Transportwege wird Preise ermöglichen die in dem Bereich liegen was gute und preiswerte Bekleidung jetzt kostet.

Digitalisierung und Automation werden wahrscheinlich Lokalisierung zu einer Alternative zur Globalisierung machen und eher im Sinn einer nachhaltigen Wirtschaft funktionieren.

Und lass das “B” erstmal weg, ein Grundeinkommen wird es früher oder später brauchen und irgendwie gibt es das ja schon wenn auch im Moment verbunden mit Entwürdigung.
Natürlich wird ein Grundeinkommen nicht alle Probleme der Menschheit lösen auch wenn manche das Glauben.


#65

Globalsierung und BGE

Ich mache es noch komplizierter und bringe die Wiedervereinigung von Korea als Experiment für die Angleichung von Volkwirtschaften ins Spiel. Ein Südkoreaner verdient mehr als 40 mal so viel wie ein Nordkoreaner. Zudem kann die noch laufende Angleichung zwischen Ost- und Westdeutschland ein Vorbild sein.

Nordkorea
grafik

Südkorea
grafik


#66

Die 540 EUR sind aber andere 540 EUR, wenn Personen zusätzlich unentgeltliche Leistungen erbringen.
Du verkennst völlig, dass viele sich qualifizieren und eine höhere Leistung erbringen können, da sie sich weiterbilden und/oder ihren Neigungen nachgehen können, statt Brötchen verdienen zu müssen.
Das beginnt schon beim “Druck” des Arbeitsamtes eine Arbeitsstelle annehmen zu müssen, da sonst Leistungen gekürzt werden.
Schon beim Berufsstart gilt es Lehrstellen zu besetzen und setzt sich bei jeder Anmeldung beim Arbeitsamt fort.
Die Meinung der Bevölkerung ist, Hauptsache es arbeitet jemand überhaupt, sei er für seine neue Arbeit qualifiziert, talentiert oder nicht (notfalls Schneeschippen).
Die Leistung eines Menschen lässt sich aber in der heutigen Berufswelt nicht in Tonnen geschleppter Steine ausdrücken.


#67

… ist auch das Angebot variabel.


#68

Basierend auf Faustkeil, Feuerstein, Pflug und Knochenwerkzeug.
Es ist zu hinterfragen, ob obige Werkzeuge zu BGE und/oder Hyperinflation führten?


#69

Gewerkschaftliche These? Was meinst Du damit?

Die These hier ist: Der Rationalisierungsdruck auf manche sehr einfache, unbeliebte Arbeitsplätze wird steigen und dazu führen, dass diese wegrationalisiert werden.

Natürlich werden andere Arbeitsplätze geschaffen werden, nicht nur für “Kassenautomatisierungssysteme”, sondern auch für ganz neue Güter und Dienstleistungen.

Ob mehr Arbeitsplätze enstehen oder weniger, hängt kaum vom BGE und dessen Einführung ab, sondern hängt vom wirtschaftlichen Umfeld ab. Also vom konjunkturellen Investitionsklima, Infrastruktur, Arbeitsmarkt usw.


#70

Die These ist 40 Jahre alt.
Statt hier einfach im Forum Beiträge zu posten, können wir uns ja auch handgeschriebene Briefe zusenden, um Arbeitsplätze zu erhalten.

Der Streit- und Streikpunkt" die neuen elektronischen Textverarbeitungssysteme und ihre Folgen für die Arbeitnehmer, zwingt in der Tat die Arbeiterführer zu neuer Kursbestimmung. Denn auch in anderen Branchen übernehmen winzige elektronische Bausteine die Steuerung komplizierter Produktionsvorgänge, erledigen Sensoren und Computer spielend, was noch vor wenigen Jahren nur von hochqualifizierten Facharbeitern zu erledigen war.

Nun sei “ein Pfahl” eingerammt worden, meinte IG-Druck-Chef Leonhard Mahlein, nachdem er seinen Druckern und Setzern beispiellose Einkommens- und Beschäftigungsgarantien erstritten hatte. Die streikenden Kollegen der Metallindustrie sollten diesem “Vorbild” nacheifern, empfahl er weiter.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40706102.html


#71

OK, diese “alte gewerkschaftliche These” … die finde ich hier “off topic”.

Der technische Wandel lässt sich nicht durch gewerkschaftliche Forderungen
nach Garantien von Arbeitsplätzen aufhalten. Solche Garantien werden die
Probleme, die mit dem Wandel auftreten, eher verschlimmern.


Ich habe schon mehrfach betont: Eine vermeintliche Reduzierung der
Arbeitsplätze insgesamt als Begründung für die Einführung eines BGEs
heranzuziehen halte ich für falsch.

Was aber sicher sein kann: Ein BGE mindert die Schwierigkeiten, die
mit einem technischen Wandel einhergehen. Wenn viele ihren Arbeitsplatz verlieren, schafft das BGE erstmal Sicherheit und Zeit, sich für neu
entstandene Anforderungen zu qualifizieren.


#72

Wir reden hier ein wenig zu viel vom BGE und zu wenig von den Unzulänglichkeiten des bestehenden Systems.
So ist z.B. dem H4-Empfänger ja die selbstständige berufliche Qualifikation praktisch verboten und finanziell ( 1.06 für Bildung im Monat) unmöglich gemacht.


#73

Naja, die Ausgangsfrage in diesem Thread ist die von Jona_bab zum
Thema “Inflation bei Einführung eines BGE”.


#74

Genau so ist es.
BGE führt eben nicht zu Inflation, da einfach Geld verteilt wird, sondern es ist eine Reform und eine Anpassung an die neuen Gegebenheiten der veränderten Arbeitswelt, in der zyklischer gearbeitet wird, der Einzelne sich ständig qualifizieren muß, Arbeit und Familie besser verzahnt werden müssen, um Frauen auch die Möglichkeit zu geben, eine ihrer Ausbildung entsprechende berufliche Leistung zu erbringen und Menschen auch im Alter abzusichern und diese auch nicht mit Eintritt des Rentenalters völlig zu disqualifizieren.


#75

Tja … aber dann wäre es doch gut, wenn Du Dich auf die Leute beziehst,
die solide mit VWL-Hintergrund argumentieren.

Es werden immer Leute da sein, die die seltsam absurde Gründe für
ein BGE oder gegen ein BGE anführen. Sich immer wieder auf solche
Gründe zu beziehen macht Dich selbst auch fragwürdig. Dann kann
man Dich kaum ernst nehmen.:smile:


#76

Das “Bedingungslos” ist ja eine Antwort auf die bestehenden Bedingungen.


#77

Solche Wortspielereien sind nicht gerade der Argumentation förderlich!


#78

Ich sehe das nicht als Wortspielerei.

Denn es sind genau diese kleinkarierten Bedingungen, die dazu führen, dass Volkswirtschaften hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben und man tradierte Systeme ohne Hinterfragen weiter führen möchte. War schon immer so.

In der Schule werden diese “Bedingungen” nicht vermittelt, obwohl am Ende Zehntausende diese Bedingungen überprüfen, abschätzen, abwägen und Millionen Menschen davon betroffen sind.


#79

Ich nehme das als deine Meinung an. :slight_smile: Allerdings sehe ich mich nicht vorrangig für “die Deutschen” verantwortlich. - Das Gemeinwohl sollte natürlich der Sinn von Politik sein. Meine These war ja, dass man eine Währungsreform zugunsten der Armen machen kann. Und das liegt hier daran, dass die Währungsreform erst die Antwort auf einen nicht mehr zu kontrollierenden Geldmarkt ist. Natürlich ist die Währungsreform nicht der Sinn des BGE. Aber es wurde hier damit begonnen, dass Überinflation das Ergebnis des BGE sein könnte. Deshalb wollte ich das Problem Währungsreform relativieren. Wenn ein starker Staat die Armen durch Wertmarken etc unterstützt muss es für die Armen nicht schlecht ausgehen. - Aber sie haben recht — das Geld ist schon ein nützliches Mittel um auch die Armen mit ins Boot zu holen.


#80

Hallo Jonathan,

spannendes Thema freue mich über deinen Ansatz, nach etwas mehr “Exzellenz” (aka dazu haben wir noch nichts…) auch beim Thema Wirtschaft zu fragen. Denn ohne konkrete Antworten, ob die kleinen Leute auch wirklich was davon haben, da kannst du in 5 Minuten jede gute Idee der Welt posten, und wirst doch nicht Bundeskanzler.

Ich habe mich mal an einem kleinen Rechenbeispiel versucht, wie man es gut, fair und gerecht austarieren könnte, wenn man das Allgemeinwohl beachtet. Aus meiner Sicht könnte es sogar Wählerstimmen bringen… ob’s für 4 Mrd. Stimmen reicht, wird man sehen, vermutlich eher nur 1 Mrd.

Der Antrag, das wirst du gleich feststellen, kommt so ein wenig aus der Ecke der Leute hier, die mehr Demokratie wagen wollen, und denen der Grundwert Partizipation noch nicht egal ist. Wir sind hier ja traditionell in der Piratenpartei D ein wenig am davonlaufen, weil das ständige Gebrüll der vielen Datenschutz-Anarchisten uns letzte Demokraten hier schon ganz schön nervt, aber ist ja noch nicht aller Tage abend. Nu ja. Wo Menschen nicht alles Angst vor haben, und solche Wortklaubereien.

Der Antrag würde aus meiner Sicht die letzten Reste der Eine-Welt-Bewegung von den Grünen, von den linken Kommunisten (außer Stalinisten unter Wagenknecht, und nationale Sozialisten), und die Liberalen von den sog. Liberalen Brandstiftern (die wenigstens schon mal das Wort “Liberation” verstanden haben) zuverlässig zu uns herüberholen, und paar versprengte Christen von der CDU wohl noch dazu. Nur SPD kannste halt nichts machen, da bleibt nur Mitleid, wie immer, und Gewimmer. AfD nu je, hat sich bald eh erledigt, wenn Julia denne endlich auch mal dazu kommt, die BRD aufzuheben, anstatt sich in sinnlosen Symboldebatten zu verlieren und verzetteln, wie so viele hier, die meinen, mit paar tausend Demonstranten kannste Wahl gewinnen. Es gibt sicherlich viel wichtigere Werte als das Urheberrecht, aber wenn man’s schon macht, dann mach’s richtig, sag ich nur. Dann würde denn endlich die EU entstehen, von daher, da würde sich Julia verewigen, dann hebt sie noch schnell das Boot auf, und könnte nun Gilles Bordelais, den ewigen Flüchtling, vor’m Ertrinken retten. Gemeisam schwimmen sie der Sonne entgegen, und die Piratenpartei holt sie ins Boot. Die Story bringt locker 2%, und macht Julia Raider unsterblich.

Ich fand es interessant genug, immerhin skaliert der Vorschlag vom Ansatz her gut und nachhaltig.

n o, a h, we saye. when they come, come and take next Pirate child away.
n o, a h, we saye, when we mumble down on streets, sub way.

goo goll, das böse Monster aus der Tiefe, lässt grüßen. So viel zum Thema wichtig. Denn wenn’s ums eigene Geld geht, da hört der Spaß für viele Leute auf, und von daher begrüße ich dein Engagement an der Stelle sehr. Immer gut zwischen allen 3 Grundwerten auswägen, deine Antwort auf alle Fragen.

Viele Grüße von mydarkstar, dem alten Wolf von ganz tief drunten, am Fußboden der Demokratie, der einst das Licht des fernsten Sterns noch sah, und stets davon berichtet. Und manchmal wurd er hoch oben im Mumble noch gehört, paar sagten der ist voll gestört, Rest dachte der lebt erst in 100 Jahren.


#81

Och nee, können die nicht bitte bitte da bleiben, wo sie sind? Ich finde die sind bei Grün, Links und CDU schon sehr gut aufgehoben, müssen bitte nicht wechseln.

Aber ganz ehrlich: Ich habe Angst vor einer Weltregierung und das letzte was mir einfallen würde, wäre eine solche als endgültiges Ziel zu betrachten. Ich fände das irrsinnig. Umso größer ein Konstrukt wird, umso undemokratischer, totalitärer und korrupter wird es und wenn du eine Weltregierung hast, gibt es nicht mal die Möglichkeit, in ein anderes Land/System auszuwandern. Wenn einmal ein Diktator die Welt beherrscht, wer soll gegen ihn vorgehen? Die Mauer konnte auch nur gestürzt werden, weil es eine andere Seite gab.


#82

gebaut*

ich hab jedenfalls mehr “Angst” vor “nationalen Intereressen”, welche u.U. mit Waffengewalt durchgesetzt werden.


#83

Och, du kannst auch in einem Weltregime sehr schnell erschossen werden und da gibt es dann nicht mal einen anderen Staat, der das verurteilt. :wink:
Aber echt, die Mauer steht symbolisch für Unterdrückung (daher das Zitat, gestürzt war schon richtig) und unterdrückt werden kannst du auch von einem Regime, dass die Weltherrschaft hat. Viel mehr, die Wahrscheinlichkeit, dass du es wirst, ist noch viel viel größer.

Menschenrechte sind in einer Unokratie kein Begriff mehr.