Inflation und BGE


#22

Gab es in diesem Zusammenhang nicht diese Vereinbarung: “Ich halt’ sie dumm, du hältst sie arm.” Zwischen wem wurde die gleich geschlossen? Ich würde diesen Pakt gerne auflösen.

@GG79 bringt das ziemlich genau auf den Punkt - ein Paradigmenwechsel hin zu einem BGE oder von mir aus garantierten GE würde ein POTENTIAL abbauen, das allzu gern von denen genutzt wird, die ihre Vorteile daraus ziehen. Diese Leute behaupten u.a. auch, der Mensch sei von Natur aus faul und würde sich nur bei entsprechendem DRUCK bewegen. Ich seh’ das anders. Wenn ein Mensch Ziele hat, bewegt er sich von ganz alleine.

@UKW hat formaltechnisch recht damit, wenn er darauf hinweist, dass GG79s Ausführungen - so wertvoll ich sie persönlich fand - nicht in diesen Thread gehören.

Deshalb noch was zum Thema Inflation. Ich bin nur ein recht bodenständiger Hobbyökonom, der seit über 25 Jahren eine sehr kleine eigene Firma führt und davon einigermaßen auskömmlich leben kann. Die feinen Unterschiede zwischen “Inflation” und “Preissteigerung” sind mir also nicht geläufig und gehen mir, ehrlich gesagt, auch am Südpol vorbei. Wie für die meisten Menschen interessiert mich nur, ob ich mit meinem Verdienst auch morgen noch meine Brötchen kaufen kann. Daher musste ich auch meine Stundensätze ab und zu anpassen, um die von @UKW auch quantitativ richtig dargestellten Preissteigerungen für Lebensmittel, Energie, Mieten aufzufangen. Kein Kunde hat sich darüber wirklich beschwert, weil die das mit ihren Kunden genauso machen. Ob man das jetzt der Theorie nach Inflation nennt? - egal…
Ich würde schon erwarten, dass ein GE zu inflationären Effekten führen könnte, weil einfach mehr Geld tatsächlich in UMLAUF kommt und nicht in und von großen Geldsäcken GEBUNKTERT wird. Nebenbei gesagt ist dieses gebunkerte Geld ein weiteres Erpressungspotential. Preise ergeben sich aus Angebot und Nachfrage und ein BGE würde die Nachfrage und damit die Preise erhöhen. Solange der Staat aber das Geld nicht NACHDRUCKT, hätten wir einfach eine Um- bzw. Rückverteilung von oben nach unten - die “Sklaven” wären plötzlich in der Lage, untereinander mehr Geschäfte zu tätigen und könnten ihren Herren eine Nase drehen: “Hey - hab’ jetzt einen besseren Job!”
@jona_bab: Deine Professoren, die da von einer HYPERinflation faseln, würde ich an deiner Stelle mal nach einem mathematischen Modell fragen, das diese These stützt. Die Antwort, wenn du denn eine bekommst, würde mich sehr interessieren. Ich prognostiziere heiße Luft in Sprechblasen.


#23

Es muss nicht sein, dass dafür mehr Geld in Umlauf kommt. Stell Dir vor, der Staat würde den obersten Dezil der Einkommen mal die Steuern tatsächlich abnehmen und nicht in jedem EKS Gesetz mind. 3 Hintertüren einbauen …

Da der Staat keinesfalls Geld drucken kann, werden entweder

  • bereits vorhandenes Geld (Vermögen) “befreit” oder
  • neues Geld muss durch Kredit entstehen.

Da die Lebenshaltungskosten auch heute schon - ehr schlecht als recht - erbracht werden, bin ich der meinung, es müsste gar nicht so viel neues Geld entstehen. Wichtig wäre es, dass das Geld mehr umlaufen ( = zirkulieren) würde.

Sollte tatsächlich neues Geld gebraucht werden, so ist die Frage wo dieses Geld in Form der Kredite entsteht.
volkswirtschaftlich betrachtet sind es drei Bereiche, die einen Beitrag leisten können

  • die gewerblichen / Firmen / Wirtschaft
  • die privaten Haushalte
  • der Staat erzeugt es und die Steuerzahlenden (Bürger) haften und zahlen es zurück.

Ich sehe ein Problem darin, sodass weder die privaten Haushalte (insgesamt) noch der Staat für ein BGE Geld “erzeugen” - also sich verschulden - sollten. Ich würde daher die Form begrüßen, in der der Staat die Steuern des oberste Dezils eintreibt und die Wirtschaft den fehlenden Rest investiert, um entweder die zu erwartende Produktionssteigerung leisten zu können oder einen Teil der übergroßen Gewinne in die Gesellschaft zurückfließen zu lassen.
Wie gesagt, es muss gar nicht des ganze Geld des BGE erzeugt werden. Das benötigte Geld ist im Prinzip schon da, es wird nur nicht mehr als Zwangsmittel benutzt (SGB2 Sanktionen usw) .
Nachfolgend belege ich mit Zahlen warum ich die Wirtschaft und die oberen Einkommen ausschließlich zur BGE Finanzierung heranziehen würde.

Siehe dazu DIW Die realen verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte sind in Deutschland im Zeitraum von 1991 bis 2015 um 15 Prozent gestiegen. Die meisten Einkommensgruppen haben davon profitiert, die untersten aber nicht. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) auf Basis der letzten verfügbaren Daten der Längsschnittstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP). Unterteilt man die Bevölkerung in zehn gleich große Gruppen nach Höhe des Einkommens (Dezile), so haben die acht oberen Dezile Einkommenszuwächse erfahren – zwischen fünf Prozent für das dritte und 30 Prozent für das oberste Dezil, also die einkommensstärksten zehn Prozent. Bei den zehn Prozent der Personen mit den niedrigsten Einkommen, die monatlich im Durchschnitt real über rund 640 Euro verfügen, waren die Einkommen im Vergleich zum Jahr 1991 rückläufig; im zweiten Dezil haben sie stagniert. „Das heißt nicht zwangsläufig, dass die Menschen, die in den 1990er Jahren niedrige Einkommen erzielten, heute individuell schlechter gestellt sind, denn sie können sich mittlerweile in einer anderen Einkommensgruppe befinden,“ erklärt Studienautor Markus Grabka. „Aber es zeigt, dass bei weitem nicht alle von der positiven Einkommensentwicklung, die in den letzten Jahren im Wesentlichen dank der boomenden Wirtschaft und dem Rückgang der Arbeitslosigkeit stattgefunden hat, profitiert haben.“

weitere Publikationen: https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.584727.de/18-21-1.pdf

https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.550894.de/17-4-1.pdf darin aus DIW Wochenbericht Nr. 4.2017 (Seite 72 unten) : Von 1991 bis 2000 sind die von den Kapitalgesellschaften gezahlten Arbeitnehmerentgelte nominal um knapp ein Drittel gestiegen. Die Gewinne der Kapitalgesellschaften legten im selben Zeitraum aber deutlich stärker, um fast die Hälfte, zu (Abbildung 1). Im Anschluss ging die Schere noch weiter auseinander: Während sich die Gewinne bis 2007, also bis zur weltweiten Finanzkrise, nahezu verdoppelten, stiegen die Arbeitnehmerentgelte nominal um lediglich acht Prozent.

Im Grunde möchte ich unter dem derzeitigen Geldschöpfungsmonopol der Geschäftsbanken kein BGE einführen. Die Macht, die die Geldschöpfer inne haben ist viel zu groß. Erst wenn das Geldschöpfungsmonopol wieder bei denen liegt, die auch für das Geld haften, könnte man auch über eine ungefährliches BGE Finanzierung nachdenken.

Edit: Mein Beitrag war missverständlich


#24

Stimmt - der Staat druckt natürlich kein Geld. Das tun die “unabhängigen” Zentralbanken.
Was deine Argumentation über Steuern angeht - volle Zustimmung. Auch eine und zwar die direktere Möglichkeit einer Umverteilung von oben nach unten bei gleichbleibender im Umlauf befindlicher Geldmenge. Ich hab’s halt nicht selbst geschrieben, weil ich nicht schon wieder als Kommunist wahrgenommen werden wollte.


#25

Das ist doch jetzt kommunistischer Klassenkampf und hat mit Inflation gar nichts zu tun. Wird so in einer Demokratie auch nie funktionieren.

DIW schreibt, dass nur die unterste Einkommensgruppen nicht profitiert hätten.
Die gehen aber nicht wählen und bilden auch nicht eine demokratische Mehrheit.

Alle darüber haben aber Angst, ihren mühsan erreichten Einkommenszuwachs zu verlieren, etwa durch eine Hyperinfaltion, wenn der Staat ihnen das Geld weg nimmt und nach unten verteilt, ohne daß die da unten eine vermeintliche Leistung bringen.

Dieses Versprechen, man nehme es den Reichen, glaubt doch niemand mehr, da alle überzeugt sind und erfahren haben, dass alles eh bei allen hängen bleibt und die Reichen immer Wege finden werden, sich dem zu entziehen.

Zu versprechen, die Reichen müßten BGE zahlen, ist unseriös.

Der entscheidende Punkt ist, dass Inflation den gleichen Warenkorb zu unterschiedlichen Zeitpunkten mißt.

Mit BGE bekommt man aber einen völlig anderen Warenkorb.


#26

ja nee - ist klar. Die ganzen Jobs, die weggefallen sind, sind ja auch wegen der Dummheit und Faulheit der arbeitenden Bevölkerung - an fähigere Produzenten übergeben worden … hätten die etwas mehr Ehrgeiz und Leistung gezeigt, dann wären sie jetzt noch in Arbeit. Schade, dass dem Staat jetzt auch noch die Einnahmen aus der Einkommenssteuer fehlen.

Man muss eben bereit sein mal ein paar Stunden mehr zu arbeiten und nicht immer gleich mit der Familie ins Wochenende fahren… Die Maschinen arbeiten 24/7/365 - da sollte man schon mal die Komfortzone verlassen. Es ist mangelndes Anpassungsvermögen der Menschen an die veränderten Lebensbedingungen. Die Dinosaurier haben es damals auch nicht geschafft.
Das sieht man ja jetzt auch, das die Menschen einfach nichts taugen.

Ob es deswegen seit gut 30 Jahren diesen Dino Kult bei unseren Kindern gibt?

Egal. Das oberste Dezil hat seine 30% Mehreinkommen jedenfalls redlich verdient und die Unternehmensgewinne stiegen um 50%. Leistung lohnt sich also endlich wieder.

Ich bin so froh, dass die Piratenpartei mit ihren durchaus sehr kompetenten und immer noch vorhandenen Altmitgliedern für eine menschengerechte Zukunft sorgt … das kann nur gut werden - für uns alle.


#27

Ja, die Griechen, das beschlagnahmte Gold vom Gaddafi, das Einfrieren der venezolanischen Petrodollars… das kann man unmöglich mit dem Geld von Piëch oder Klatten-Quandt machen. Da werfen die Terminals plötzlich eine 404 Meldung.


#28

Wer das Ziel verfolgt, BGE tatsächlich zu realisieren, der darf das Thema nicht den Linken zuschieben.
Die haben keine absolute Mehrheit und werden das auch nie umsetzen, da sie das Thema ideologisch besetzen, so, wie Du das hier auch gerne machen möchtest.
Ist dann nur ein Selbstläufer, die eigenen Wähler mit haltlosen Versprechen an Bord zu halten.
Umgesetzt werden kann das nur, wenn eine breite Zustimmung herrscht, es eine Bewegung wird.
Solange BGE ideologisch besetzt ist, regt sich selbst Widerstand in der Piratenpartei.
Man bedenke auch das Scheitern von Sarah Wagenknecht mit ihrem “Aufstand”.
Wird ideologisch argumentiert, werden eben alle Register gezogen, die gegen eine linke Politik sprechen, z.B. auch, dass BGE zur Hyperinflation führt.
Die Argumtentationskette ist dabei ganz einfach: Kommunismus=Verschwendung=Hyperinflation=Staatsbankrott
Dann braucht man sich mit dem Thema einer neuen sozailen Absicherung erst gar nicht mehr beschäftigen.
Stehen aber Kosten und Nutzen in einem vernünftigen Verhältnis gibt es auch Zustimmung.

Bei BGE geht es nicht um einen Schlagabtausch von Kaptitalismus und Kommunismus mit dem Ergebnis Null.
In der Mitte liegen die Lösungen und die demokratische Mehrheiten und nicht an den extremen Rändern.


#29

Ich frage mich, wie es jemals gelingen konnte die Sklaverei abzuschaffen.
Das Thema wurde stets ideologisch besetzt und es hat sehr lange gedauert, bis es dafür Mehrheiten geben konnte. Dein Pladoyer geht dahin, das es sinnlos sei, darüber zu sprechen, Lösungsmöglichkeiten und Lösungswege aufzuzeigen.
BGE und Sklaverei Abschaffung war zu Anfang eine Bewegung einer Minderheit. Ich wusste nicht, dass sich die Piratenpartei - mit einer bundesweit durchschnittlich 0,3% Zustimmung - nur noch mit bereits vorhandenen Mehrheitsmeinungen beschäftigt. Das erscheint mir zudem wenig sinnvoll. Du kannst Deine Meinung in diesem Punkt ja ggf “überdenken” .

Du hast mir unterstellt, ich würde das Thema ideologisch besetzen. In diesem Thead habe ich das Thema nicht mit Ideologie begründet sondern mit Ergebnissen aus Statistiken des DIW .
Deine Unterstellung ich würde das Thema BGE mit ideologie besetzen sollte fundiert begründet werden, wenn Du es weiterhin benutzen möchtest.

Deine Unterstellungen ich würde mit haltlosen Versprechungen Wähler an Bord halten ist falsch. Ich warne den Wähler vor den Mitgliedern der Piratenpartei, die sich weigern sich mit neuen Ideen zu beschäftigen. Die Frage der Wählbarkeit der PiratenPartei hat dann weniger mit dem Parteiprogramm oder dem Grundsatzprogramm der Piratenpartei, zu tun als mit den Mitgliedern, die sich weigern sich mit dem Grundsätzen zu verbinden, daran und damit zu arbeiten und somit die Ziele der Partei umzusetzen. Der BEO hat nicht geklappt. Liquid Democracy hat nicht geklappt Transparenz ist ein Thema, welches heute jede Partei mit gleichem Anspruch vertritt wie die Piraten heute. Edward Snowden hat die Dinge offen gelegt, die ihr nicht offenlegen konntet. Die Piratenpartei ist fertig. Du bist ein Grund, warum der Wähler das Vertrauen in die Piratenpartei verloren hat. Es gibt noch andere Gründe dafür (die Streitkultur z.B. bzw “das spezielle Arbeitsklima” in der Piratenpartei) die ich bereits an anderer Stelle nannte.

Hier in diesem Thread hast Du mit Deinen Buddies einen Beitrag von mir als regelwidrig markieren und ausblenden lassen. Was ich da regelwidriges geschrieben habe?

“Wenn Du endlich mal begreifen würdest, dass der Staat kein Geld erschaffen kann,
dann könnten wir sachlich weiter diskutieren und bräuchten uns endlich nicht mehr mit Deinen Bildungslücken herumärgern.”
Mit Du meinte ich Dich. Ich habe Dich auf Deine Bildungslücken hingewiesen, denn Du kannst nicht den Nachweis erbringen, das der Staat Geld erschaffen kann. Man darf also nicht sagen, was Du gesagt hast ist falsch (Begründung siehe $-Link) - und weil Du Deine falsche Behauptung mehrfach wiederholst muss es sich um eine Bildungslücke handeln.
Oh - das verstößt gegen die Regeln.
Du besitzt im Gegensatz dazu die Unverschämtheit mir Ideologie in der BGE Debatte vorzuwerfen. Ich brauche keine Buddies, die Deinen Beitrag markieren, damit er ausgeblendet wird. Die größte Strafe für die Piratenpartei sind Parteimitglieder wie Du, die persönliche Befindlichkeiten mit fragwürdigen Methoden “aus dem Weg räumen” . Genau das wählt der Wähler nämlich mit einem Kreuz bei der Piratenpartei: Leute die die Fakten gerne mal ignorieren und im Menschlichen schnell bereit sind ihre erheblichen Defizite öffentlich deutlich zu zeigen. Außerdem haben die Mitglieder es nicht geschafft ihre eigenen Ziele (Beo/Liqid) umzusetzen, weil mehrheitlich Erbsenzähler und egoistische Kleingeister in der Partei verbleiben sind und die kreativen Köpfe die Partei mehrheitlich verlassen haben. Genau daskann man wählen - muss man aber nicht. => 0,3%
Dir (und einigen anderen hier) geht es nicht um die Verbesserungen der Lebensbedingungen der Menschen sondern um den Erhalt Deines Wohlfühl Kompfort Gefühls und Deiner Machtposition.

Damit ist eigentlich alles analysiert und gesagt.

Es geht um die Frage ob die Politik heute in der Lage ist Lebensbedingungen für Menschen zu schaffen, die morgen ihren Job (wegen der Automatisierung) verlieren werden.

Darauf hättest Du selber kommen können. Was von Dir kam, war der Vorwurf, ich würde eine Ideologische Debatte führen.


#30

Nun mal ganz langsam.
Persönlich habe ich mich stets dazu geäussert, dass ich diese Ausblend- und Blockierfunktion der sozialen Medien als Intoleranz und Armutszeugnis empfinde.
Allen internen Mails, ich möge doch mal da oder dort klicken, mußte ich daher eine Absage erteilen. Ich gebe Dir hiermit die offizielle Erlaubnis bei jedem beliebigen Moderatoren nachzufragen, ob ich Deinen Beitrag markieren lies.
Es ärgert auch mich, wenn Beiträge, gleich von wem ausgeblendet werden.
Mein Interesse besteht darin, dem Forum Leben einzuhauchen, in einer Partei, in der viele Entscheider dieser Partei nichts sagen. Mir ist jeder Beitrag recht, auch wenn ich den Beitrag einer Person nicht mag.
Ich klicke hier nur, wenn die Intoleranz einiger Personen darin besteht, gezielt Personen und nicht Beiträge auszugrenzen. Ansonsten nur bei strafbaren Äußerungen.

Natürlich darfst Du auch eine ideologische Debatte führen und ich behaupte auch nicht, dass jede Ideologie inhaltlich falsch ist, nur möchte ich nicht, mich und meine Partei in eine ideologische Ecke stellen lassen, die dazu führt, dass die eigene Politik ohne Wirkung bleibt, da ihr Ideologie unterstellt wird. Das passiert Dir gerade. Ist nicht böse von mir gemeint, sondern hilfreich.

Du hast bist jetzt noch nicht gemerkt, dass ich das nie behauptet habe.

BGE und Inflation nichts mit Sklaverei zu tun, die Abschaffung der Sklaverei ist dennoch ein schönes Beispiel, mit welchen Methoden man sinnvolle Ziele erreichen und umsetzen kann.

Ansonsten ist BGE keineswegs eine Mehrheitsmeinung, das Kapitalismus-Sozialismus-Bashing ist allerdings schon instituionalisiert.


#31

Schade, dass noch niemand wirklich auf “jona_bab”
geantwortet hat. Deshalb schreib ich hier kurz:

Eine Einführung eines BGE sollte immer so erfolgen, dass es insgesamt
ein Nullsummenspiel bleibt. D.h. dass also auf der Angebotsseite des
Marktes und auf der Nachfragesseite insgesamt alles quantitativ gleich
bleibt.

Konkret bedeutet das: Mit Einführung eines BGE werden die Jobs, die
die Leute ungern machen, höher bezahlt werden müssen. Das schilderst
Du ja in Deinem Beispiel ganz gut.

Aber umgekehrt gilt genau dasselbe: Die Jobs, die die Leute gerne machen,
werden auch geringer bezahlt. Und das sind auch eine ganze Menge:
Grafik-Design, Illustratoren, Journalisten, Bildreporter, viele Helferberufe,
sogar höher ausgebildete Berufe wie einige Ingenieurbereiche und
Kreativberufe, sogar Acount-Manager und Beratungsberufe usw.

Viele dieser Berufe würden preiswerter werden. Dass das alles so
funktioniert, dass sehen wir daran, dass es heute in den Bereichen, in
denen Menschen “ohne Existenzängste” leben bzw. “für sich ausgesorgt
haben”, schon das tun, was ihnen Spaß macht. Da entstehen dann viele
tolle Sachen, die sogar ganz “for free” angeboten werden können -
und in keiner volkswirtschaftlichen Bruttonationalprodukt-Rechnung
auftreten: Open-Source-Software, Free Pictures, Freak-Webseiten
und viele politische Blogs, Youtube-Anleitungen usw.

=============== Conclusion ================

Nehmen wir an, ein BGE würde eingeführt: Dadurch dass
einige Jobs teurer bezahlt werden müssten, andere aber auch geringer
bezahlt werden könnten, kann man “in Summe” das Gleichgewicht
halten. Es muss dann keine Inflation befürchtet werden.


#32

Meiner Meinung nach ist das BGE kein Nullsummenspiel, sondern ein Gewinn, da es zu einer Liberalisierung der Berufsbilder führt. Die einfachen Jobs werden dann entweder irgendwann komplett wegrationalisiert, weil sie wie du schon richtig gesagt hast, zu teuer werden oder es gibt eine hohe Fluktuation bzw. die einfachen Tätigkeiten werden nicht mehr über eine Dauer von 35 Jahren und mehr verrichtet und sie werden nicht mehr über 8h verrichtet.

Fazit: Das BGE kann mMn zu einer Liberalisierung des Arbeitsmarktes und einer beschleunigten Rationalisierung der Produktion führen.


#33

danke <3

Dem kann ich nicht so ganz folgen, wie soll beispielsweise der Stadt zu Gute kommen, dass Kreative, Designer und YouTube-Stars und Sternchen für ihre Arbeit weniger bezahlt bekommen, das gleicht den Haushalt der Stadt schließlich nicht positiv aus.


#34

Einfaches Beispiel:
Eine Stadt verwendet auf ihrer Webseite eine openstreetmap-Karte und muß dann keine Lizenzgebühr zahlen.
Desweiteren geben Städte erhebliche Summen für ein “Kulturprogramm” aus, das mithilfe der Kreativen einfach bestehen würde.
Im Augenblick hängen große Teile des Kulturprogramms am Tropf der Stadt, die bürokratisch da ein Theater betreibt, bürokratisch ein Ferienprogramm erstellt, dort Zuschüsse für einen Sportverein prüft und genehmigt.
Von den Verwaltungskosten einer Stadt ganz zu schweigen, wenn das Kind im Winter ein Paar Winterschuhe beantragt.
Wenn Du wüßtest, welche Diskussion es auslöst, wenn wir in unserem Klub darüber diskutieren, ob der Wunsch eines Kindes nach einer Angel nun gerechtfertigt und unterstützt werden sollte oder nicht.


#35

Niemand weiß genau was passieren wird. Das wichtige ist eine Nachricht für den Respekt allen Menschen gegenüber und auch für Arbeiten, die derzeit nicht entlohnt werden zu zeigen. Nach dem Sturz einer Währung kann man eine neue Einführen. Das ist in Deutschland immer möglich, weil wir ausreichend Produktionsfaktoren sind und uns selbst substituieren können (nach meinem besten Wissen). :wink:


#36

Nun - insgesamt bleiben die volkswirtschaftlichen Lohnzahlungen gleich - es
wird aber so sein, dass die “Lohnpreise” in einigen Bereichen steigen und in
in einigen anderen Bereichen sinken.

Es wäre nicht auszuschließen, dass im Bereich der kommunalen Zuständigkeiten,
also bei Müllabfuhr, Straßenbau, Grünflächenbetreuung usw., die Lohnpreise steigen. Das stimmt.

Dennoch wird die Kommune sparen bei: Öffentlichkeitsarbeit, Administration,
Pressesprecher, Bürgermeister - also bei allen Jobs, die viele gerne machen würden.

Insgesamt ist dennoch zu erwarten, dass die Kommune etwas mehr Steuern braucht, dass aber auch der Rationalisierungsdruck steigt. Dafür werden andere Bereiche des Lebens aber auch weniger teuer.


#37

Ja genau. Das BGE ändert das Selbstverständnis des Menschen.

Nein, nein. Mit solchen Aussagen machst Du die Idee eines BGE kaputt.
Denn der Sturz der Währung darf nicht passieren.

Währungsstabilität ist eines der wichtigsten Maximen unserer
Wirtschaft und unseres Wohlstandes. Ohne Währungsstabilität gibt es
kein Vertrauen und keine Investitionen und somit auch gar keine
Wirtschaft mehr.

Deshalb muss mit der Einführung eines BGE unbedingt die Währungs-
stabilität gewahrt bleiben, d.h. die Inflation muss im einem Korridor bei etwa 2% gehalten werden. Das ist gaaaaaanz wichtig!


#38

Das mit den 2% ist nun die Zahlenmystik unserer Wirtschaftsgelehrten. Zuerst muss ich mal sagen, ich habe vor ihrer Disziplin Respekt. Es schadet bei bestimmten Großaufgaben, wie sie das staatliche Gefüge auch eine ist, ein Korrektiv , auch wenn es die Geldwirtschaft ist, nicht notwendigerweise. - Daher ersteinmal das caveat: Die Währungsstabilität ist für das Grundeinkommen wichtig. Aber das Grundeinkommen ist auch bei einer erhöhten Inflation möglich, wenn es an den Grundbedarf angepasst wird. Es liegt der Menge für das BGE ja ein Nachdenken über Ressourcen, Miete, Essen etc zugrunde. Dann schaut der Gesetzgeber (wir als Partei) - welchem Quantum Geld entspricht das. Wir sehen, dass das letztlich nur eine Zahl ist, die den Verhältnissen angepasst werden kann. Verschnaufpause
Du betonst die Wichtigkeit von Investitionen. (Diese Rhetorik ist besonders unter der rot-grünen Regierung in Mode gekommen. ) Die Frage ist - was ist die Wirtschaft. Ist sie der über das Geld messbare Zuwachs (oder Abnahme) des Profits? Diese Rechnung basiert auf dem Geldwert. Aber ist Geld die einzige/ letzte Form den Handel auszudrücken? Mich dünkt, dass dies nicht unbedingt der Fall ist. Marx sagt das Geld ist eine Warenform. (Meint nichts anderes als das Geld ist eine Ware.) Natürlich - und das wissen wir auch - gibt es noch andere Waren und auch andere Marktformen in denen nicht das Geld für den Handel genutzt wird (siehe zum Beispiel Potlatsch) -
**
Stellen wir uns also noch einmal die Frage - Was ist die Wirtschaft - bzw was würde passieren, wenn der Geldwert gegen Null tendiert? Die Menschen in Deutschland arbeiten gerne und müssen es auch aus schierer Notwendigkeit. Vielleicht kennen Sie Erzählungen über die Tauschgeschäfte in der ehemaligen DDR. Man muss schon sagen, dass es soetwas wie einen parallelen Markt nur aus Tauschgeschäften gab. Genau das werden die Deutschen wieder tun, wenn wir hohe Inflation bekommen. Natürlich wird es den Armen damit zeitweilig schlechter gehen. Aber auch das wurde bereits überlebt.
Um Ihnen also ganz den Schrecken vor der Inflation zu nehmen: Man führt nach einer Weile eine neue Währung ein und auch die Warenform Geld erhält wieder einen stabilen Wert. (Ich darf noch hinzu fügen, dass der Ursprung des Wertes die Arbeit ist … oder? - darüber könnten wir nachdenken.) - Wir können das Experiment BGE, wenn es einen breiten gesellschaftlichen Rückhalt gibt, also wagen ohne das Ende der Welt befürchten zu müssen.

  • Letztendlich sind wir uns darin ja einig. :slight_smile: danke für Ihre Aufmerksamkeit

#39

@elBucanero (Markus):

Nun, ich würde das 2%-Ziel nicht unterschätzen, denn es hat in der Vergangenheit für Wirtschaftswachstum gesorgt. Es ist genau der Kompromiss zwischen Währungs-
stabilität (optimal wären dafür ja 0%) und der von vielen geforderten Abwertung (Sylvio Gesell) von Geld. Viel wichtiger aber: Das 2-%-Ziel hat sich empirisch bewährt. Deshalb hat es eine reale Bedeutung.

Geld hat ja drei Aufgaben:

  1. Tauschmittel
  2. Aufbewahrungsmittel
  3. Ressourcen-Quantifizierung

Und in dieser Rolle ist Geld in der Tat das “Schmiermittel” der Wirtschaft. Und nicht vergessen: Die “Wirtschaft” sind wir alle in unserer Rolle des Erwirtschaftens
unseres Wohlstands-Anteils in unserer Gesellschaft.

Ich warne davor, solche disruptiv-apokalyptischen Szenarios wie den Zusammenbruch der Geldwirtschaft, wie er anfangs des 20igsten Jahrhunderts einige Male passierte, zu verharmlosen. Massenhafte Enteignung, Verarmung vieler Menschen, existenzielle Ängste verursachen unglaubliches Leid und wecken die niedersten Instinkte - oftmals mit extremen und fatalen Folgen. Wir sollten alles tun, um nie wieder dorthin zu gelangen.


#40

Ja, da stimme ich Dir zu.

Langfristig wird die Verteuerung von ungeliebten Arbeitsplätzen hier den Rationalisierungsdruck erheblich erhöhen.

Beispiel: Zur Zeit sitzen in jedem Supermarkt immer noch Menschen an
den Kassen und müssen alle Waren über den Scanner ziehen. Es gibt aber schon längst Systeme, die diesen Vorgang automatisieren. Die sind aber zur
Zeit teurer als die billigen Arbeitskräfte. Also bleibt man heute bei den billigen Arbeitskräften.

Dennoch: Volkswirtschaftlich betrachtet muss eine Einführung eines BGEs
zunächst unter der Vorgabe eines “Nullsummenspiels” erfolgen. Einfach deshalb, weil die Anzahl der Verwerfungen mit so einer Einführung möglichst klein gehalten werden muss.


#41

Der Mann ist mausetot und stellte volkswirtschaftliche Thesen in einem anderen Jahrhundert auf, die in der praktischen Umsetzung in menschlichen Katastrophen mündeten. Daher wäre mal kritisch zu prüfen, ob weiterhin seine volkswirtschaftlichen Thesen als Beleg geeignet sind.

Die Erfahrung der Deutschen mit den Währungsreformen 1923 und 1948 war negativ, da stets zu Lasten derer, die keine Sachwerte hatten.(Waren, Immobilien, Gold, Schmuck, …)
Man fragt sich, welche positiven Aspekte einer Entwertung der “Arbeit” mit einer verbundenen Vermögenssteigerung durch eine Währungsreform abgewonnen werden können. Eine Währungsreform trifft gezielt die Unteren Einkommen, die älteren, schwachen und jungen Menschen, die ihren Lebensunterhalt nicht mit täglich 12stündiger Arbeit verdienen können.

"Die notwendig gewordene erste Währungsreform 1923 (Einführung der Rentenmark auf der Basis 1 Rentenmark = 1 Billion alte Reichsmark) entwertete vor allem das Geldvermögen der Mittelschichten und entfremdete diese der Weimarer Republik.
"


1948

Verteilungspolitisch wurde die mit der Währungsreform verbundene starke Begünstigung des Sachvermögens und damit auch der Großvermögen durch den erst 1952 unter dt. Verantwortung durchgeführten Lastenausgleich nur in engen Grenzen korrigiert.
http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202207/waehrung-waehrungsreformen?p=all