HowTo: Uploadfilter und Zensur einfach umgehen!

Da die von der CDU geforderten Uploadfilter nun definitiv kommen werden und es absehbar ist das diese am Ende nicht nur gegen (angebliche) Urheberrechtsverletzungen gerichtet sein werden sondern in zunehmendem Maße auch gegen anderen Content der politisch unerwünscht ist.

Nicht zuletzt plant die EU unter Zensursula ja auch das nun alle privaten Mails, Chat Nachrichten in Social Media und so weiter verpflichtend auf alle möglichen Gesetzesverstöße überwacht werden sollen. Es wird also die gesamte Bevölkerung unter Pauschalverdacht gestellt, grundlos überwacht und von den herrschenden unerwünschte Informationen ausgefiltert.

Deshalb ist es jetzt an der Zeit diese Zensur und Überwachungsstruktur am besten komplett zu umgehen und somit obsolet machen kann. Aus diesem Grunde habe ich hier eine Liste mit Software und Tools zusammengestellt mit denen das am einfachsten möglich ist.

1.)

Tribler ist ein BitTorrent Client der nicht nur eine eingebaute Ende zu Ende Verschlüsselung besitzt sondern durch eine dem TOR Netzwerk ähnliche Funktion auch die IP Adressen der Benutzer verschleiern kann. Da das Tribler Netzwerk vollkommen dezentral aufgebaut ist lässt es sich auch nicht abschalten oder einfach blockieren. Beliebige Dateien können Zensurfrei ausgetauscht werden ohne dabei durch einen Uploadfilter oder ähnliches eingeschränkt zu werden oder einer Überwachung zu unterliegen.

Vor allem für Whistleblower oder Aktivisten in unfreien Ländern wie China in denen staatliche Zensurfilter zum Einsatz kommen ist das wichtig. Wobei sicher auch Leute die Musik und Filme tauschen wollen dieses Programm sicher sehr zu schätzen wissen um Abmahnungen zu verhindern.

Da das Projekt auch Anonyme Outproxies betreibt können mit Tribler auch reguläre Torrents von traditionellen torrent Seiten wie Piratebay anonym heruntergeladen werden.

2.)

Der TOR Browser erlaubt es Anonym im Internet zu surfen da die eigene IP Adresse effektiv verschleiert wird. Überwacher haben dank der Verschlüsselung keine so einfache Möglichkeit mehr die Aktivitäten des Benutzers auszuspähen. Erfahrene Admins können auch eigene Webseiten oder Foren im TOR Netz Betreiben und so den Standort der Server verschleiern. U.a ist auch The Piratebay über das TOR Netz erreichbar. Somit liesen sich mit Hilfe von TOR ebenfalls Uploadfilter und vorgeschriebene Zensursysteme gut umgehen.

Vor allem für Whistleblower ist TOR wichtig da u.a Wikileaks als auch viele Presseportale von großen Verlagen direkt über das TOR Netz sicher kontaktiert werden können.

3.)

Das Freenet Projekt ist im Grunde eine Art dezentraler Speicherdienst in dem Nutzer Anonym Daten veröffentlichen und abrufen können. Jeder Teilnehmer des Netzes agiert auch als Peer in dem P2P Netz und hilft somit allen anderen Nutzern beim Datentausch. Freenet ist quasi das älteste Darknet, entsprechend ist die Benutzeroberfläche schon ein wenig in die Jahre gekommen. Dennoch ist es nach wie vor effektiv möglich über Freenet anonym Webseiten, Bilder und beliebige andere Daten zu veröffentlichen.

4.)

Das " Invisible Internet" also unsichtbare Internet Projekt hat im Grunde einen ähnlichen Funktionsumfang wie TOR. Man kann anonym Surfen und auch anonyme Webseiten und Foren betreiben. Im Gegensatz zu TOR agiert jeder teilnehmende Nutzer auch als Peer für andere Nutzer so das nicht so viel Traffic über einige wenige zentrale Server läuft und das Netz somit vermutlich sicherer gegen Angriffe ist als TOR.

5.)

Das Inteplanetare Dateisystem ist ein Tool welches im Grunde ein dezentrales Netzwerk Dateisystem darstellt welches gemeinsam von den im P2P Netz teilnehmenden Usern gebildet wird. Daten lassen sich somit untereinander dezentral, verschlüsselt sicher austauschen ohne dabei der Kontrolle einer Zentralen Instanz zu unterliegen.

  • Fazit:

Wenn die CDU erfolgreich damit ist die großen Social Media Konzerne zum Zwangsfiltern und Totalüberwachung zu zwingen dann ist es an der Zeit auf Dienste auszuweichen welche gar keiner zentralen Kontrolle mehr unterliegen. Je mehr Menschen sich dazu entschließen diese Programme zu benutzen desto sicherer und leistungsstärker funktionieren diese Netze.

Wer also auf dem Homeserver oder VPS noch ein wenig Kapazität übrig hat kann I2P, Tribler, IPFS und Freenet oder auch einen TOR Relay installieren und damit zum Aufbau eines Filter Freien Internets mit beitragen.

Wer sich am Aufbau einer komplett dezentralen und Zensurressistenten Suchmaschine beteiligen will kann das übrigens hier tun. Allerdings braucht man dazu am besten eine große SSD oder HDD da der Index schon viele GB an Daten umfassen kann.

Positiver Nebeneffekt ist auch das dann die eigene Suchgewohnheiten und Daten nicht mehr an Konzerne wie Google übertragen werden !

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Und - was in der öffentlichen Darstellung erstaunlich oft ignoriert wird - von der SPD. Wobei: Nein, die distanziert sich ja fortwährend von ihren eigenen Abstimmungen…

Als ich in die Piratenpartei eintrat, war diese Datei hier bei ein paar Downloads beigefügt - vielleicht sollte die Piratenpartei das wieder häufiger verpacken:

Anstelle BitTorrent empfehle ich übrigens eMule. Nicht, weil ich so ein alter Sack wäre (na gut, bin ich doch), aber vor allem aus einem technischen Grund: BitTorrent ist auf zentrale Server angewiesen, damit man dort etwas findet. eMule hingegen hat eine Suche direkt im serverlosen Kademlianetz integriert.

Ich rate davon ab, das Wort „Darknet“ zu verwenden, um Dienste zu beschreiben, für deren Nutzung man nicht in den meisten Staaten empfindlichen Strafen ausgesetzt ist; nicht, weil ich Wortverbote toll fände, sondern, weil es momentan schwierig ist, Außenstehenden (Wählern - ältere Piraten erinnern sich vielleicht…) zu vermitteln, warum solche Dienste auch in Deutschland wichtig und richtig sind, wenn man mit einem Begriff dafür umgeht, den sie aus den Tagesthemen als „das mit den Kinderpornos“ kennen.

… und die SPD …

Und eine Menge RAM. YaCy (falls ihr das übrigens unter OpenBSD nutzt: bitteschön, gern geschehen!) nutzt Java und Java ist ungefähr das Gegenteil von ressourcenschonend.

Stimmt mittlerweile nicht mehr, Torrent nutzt nun das DHT Netz und das ist dezentral. Darüber wird z.B. auch in Tribler die Suche nach beliebigen Dateien abgewickelt.

Stimmt, die sind immer dagegen und stimmen dann doch zu. Im Grunde ist die SPD noch verlogener als die CDU. Bei den CDUlern ala Schäuble oder Seehofer weiß man wenigstens wo man dran ist. Die heucheln nicht so viel wie die SPD.

Genau daher denke ich ist es wichtig die Bedeutung des Wortes zu vermitteln und die Vorteile für die Wahrung von grundrechten herauszustellen um nicht den Konservativen die Definition darüber zu lassen. Wobei ich dir schon recht gebe, das die Medien wenn dann meist sehr negativ über diese Datenschutztechnologien berichten. Scheint den großen Pressekonzernen wohl nicht zu gefallen wenn es da dezentrale nicht kommerzielle Infrastrukturen gibt…

Nun, mein kleines Odroid Entwicklerbord hat 4 cores und 32GB RAM. Wenn man da richtig einkauft kann man sich einen Homeserver der all das gleichzeitig kann recht günstig zusammenstellen :wink:

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Bringt dir nix ohne eingebaute Suche.

Die wirklich interessanten Inhalte bei BitTorrent liegen blöderweise auf geschützten Trackern rum.

Ich würde mir wünschen, das würde auch von größeren Teilen der Piratenpartei genau so kommuniziert.

Ja, das kann man sicher gut verkaufen. Klar kannst du frei im Internet sein, Oma. Du brauchst nur 32 GB RAM…

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Also bei Tribler ist die mit eingebaut und wenn man da Sucht findet man auch schon das ein oder andere Filmchen oder Dokumente etc.

Braucht dann halt mal den einen oder anderen wo es public macht. Mit Tribler wäre das ja möglich ohne ein zu großes Risiko einzugehen.

Jop, da haste Recht. Piraten sind oft so zögerlich und zurück haltend. Ein wenig mehr auf Angriff blasen würde gut tun.

Nu, OMA wird auch keine Yacy Node auf ner 10 TB HDD 24/7 laufen lassen.

Bei Otto Normaluser wirds eher auf die Kombi von TOR Browser und Tribler hinauslaufen da die beiden
Tools schon sehr sehr einfach zu bedienen sind.

Bei den anderen genannten braucht man dann halt ein paar IT Skillz oder muss sich diese aneignen.

Das ist schön für Tribler, deckt aber anders als bei eMule trotzdem nicht das vollständige Sortiment an Dateien ab.

Doch so viel…

Dann sollte man weniger devote Technik empfehlen. :wink:

Du unterstellst, dass der Ottonormalnutzer für einen Großteil der technisch überlegenen Technik kaum Verwendung hat. Ich meine, wir sind hier ja auch im Web und nicht im Usenet (weil die ehemalige Technikpartei den NNTP-Server abgeschaltet hat). Rate mal, warum.

Despoten, die die Drecksarbeit von anderen erledigen lassen, vermuten zu viele von uns immer noch in anderen Ländern. So geschieht übelste Zensur auf elegante Art und Weise. Der schöne Schein.

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GnuNET könnte man der Liste noch hinzu fügen:

Ist allerdings eher in einem experimentellen Stadium und hat noch wenige praktische Anwendungen die im Alltag nützlich wären.

Und Beaker.

Welcher ist den das mit 32 GB RAM? Ich hab bisher erst welche mit 4 GB gesehen.

ODROID-H2+

Den kann man dann entsprechend aufrüsten. Die 4 cores sind auch stark genug um mehrere virtuelle Maschinen darauf laufen zu lassen.

Danke! Schau mir den mal an.

Haltet Ihr es für machbar, eine Reihe von Blogbeiträgen dazu zu gestalten?
Im Sinne von “dank diesem Beitrag der Piraten kann ich das jetzt” für jedermann

Ich mein viele von uns kommen aus nem IT Bereich oder sind zumindestens da bereits affin und kriegen das mit ein bisschen rumbasteln auch hin, aber es wäre eine schöne Möglichkeit die Bubble zu verlassen

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Dafür war ja das Digitalressort von @sebulino gedacht.

Jop schon. Oder aber die Sammlung noch erweitern und den Text umfangreicher gestallten und ein paar Bilder mit dazu packen. Dann könnte man es evtl auch als Broschüre an Infoständen usw. mit auslegen oder als E-book anbieten.

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Warum eigentlich Broschüren?

Die Piratenpartei Braunschweig betreibt an Infoständen - sobald die wieder möglich sind :slight_smile: - eine „Kulturtankstelle“: Ein per QR-Code erreichbarer Kleincomputer (Raspberry Pi sollte reichen) mit SD-Karte oder direkt großer Festplatte und freien Inhalten darauf…

Die Idee hat was, aber aus der Erfahrung mit Infoständen wäre es schon nicht schlecht etwas in die Hand drücken zu können, allein schon um die Leute auch anzusprechen die außerhalb unserer Bubble unterwegs sind
Vielleicht ne Kombination aus nem Flyer wo ne kurze Vorstellung ist und nem Link auf ne Anleitungsseite auf einer unserer Webseiten eventuell mit nem Veranstaltungskalender für Cryptopartys und co

Es müsste halt weniger ein “Das gibt es und das kann es alles” sein sondern eher ein “So kannst Du Dir das einrichten” idealerweise an Leuten getestet die eher unbedarft sind

Kulturtankstellen schließen Flyer nicht aus. :wink: